Vossi hat geschrieben:ich hatte den Wind eher aus Richtung neun Uhr (15:00 Uhr in Sehlendorf

Vossi, habe noch mal nachgeschaut und überlegt, nöö, der Wind kam mindestens aus 11 Uhr

und wir waren nicht am geschützten Riff
@ Fjorden, aus meiner bisherigen Erfahrung zog ich folgende Schlüsse bei Wind:
1. eine WF 8 oder sogar eine WF 9 sind einfach zu dick, so dass die Keule wesentlich mehr und schneller vom Wind gefangen wird, zudem eher von den Wellen verdriftet wird, als eine dünnere Schnur. Die Bass Taper habe ich auch versucht, bin aber ebenfalls nicht zufrieden damit, zumindest bei Windspielen. Bei ruhigem Wasser mit einer schwimmenden Basstaper macht das Werfen aber viel Spass. Ein sinkendes Triangletaper wirft sich dagegen ganz hervorragend, kommt schnell unter die Welle und fischt die wenigen Wurfmeter effektiver aus, rede ich mir zumindest ein
2. Backhand ist anstrengend und auch nervig, da der Wurf ungewohnt ist und mir nur jeder dritte Wurf so annähernd Freude bringt. Meine persönliche Kondition und Motivation reicht so nicht aus, um 3 oder 4 Stunden durchzufischen.
3. Meine Erfahrungen mit dem gelb-orangenen Gladsax habe ich auf meine Fliegen für solche Bedingungen übertragen und fische nur sehr farbenfrohe und beschwerte Muster. Daran bastel ich noch, Vorraussetzungen im Vergleich zum Gladsax sind die Größe bzw. Länge der Fliege, die Fischchenoptik sowie kontrastreiche Farben. Daher binde ich für dieses Wetter in Gelb-Orange, Rot-Weiss und Schwarz-Weiss, wobei Gelb-Orange immer meine erste Wahl wäre.
Da der vordere Gewässerteil meist unter solchen Winden trüb, aufgewühlt und durchzogen ist mit Kraut, muß meine Fliege einfach einen kräftigen Kontrast haben.
@ Uwe, auf die Optistream warte ich gerade :grin:
Meine letzte Forelle, die leider ziemlich braun war, nahm meine Fliege höchstens einen Meter vor dem Spülsaum. Sie hat sich vorher an der Oberfläche verraten und so wurde mir klar, dass diese Forelle tatsächlich direkt am Spülsaum, vielleicht zwei bis drei Meter vor dem Ufer, entlang schwamm und nach Nahrung suchte. Es war zu sehen, wie sie das erste Mal gut 20 Meter vor mir buckelte, mit dem Kopf in meine Richtung. Die nächsten beiden Würfe ließ ich parallel zur Strandkante segeln und beim dritten Wurf hing sie.
Zumindest diese Forelle konnte also sehr gut unterscheiden zwischen Treibgut und möglicher Nahrung, obwohl meine Fliege eher Krautfarben hatte, allerdings einen roten Hintern
Bei fertigen Schnüren hat mich bisher die etwas zu dicke Running Line gestört, so habe ich zum Beispiel meine 8er Pounch zersäbelt und fische nun einen 10 Meter langen Schusskopf daraus mit einer sehr dünnen RL, mit dem ich wunderbar werfen kann.
Aber vom Spülsaum mal abgesehen und Parallelwürfen, so rede ich mir zudem ein, dass eine geradeaus geworfene Fliege zwar schnell Richtung Ufer gedrückt wird, aber womöglich in der kurzen Zeit noch eine Forelle anlockt, welche etwas weiter draußen vorbeizog und so vielleicht auf die Fliege aufmerksam wird
@ Ralph, Schusskopf aus meiner Sicht deshalb, weil die Rute mit nur ein bis zwei Rückschwüngen geladen und feuerbereit ist, daher auch die Kürze des Kopfes.
Eine 9er oder 10er mit halb ausgelassener Keule könnte aber genauso funzen, um die Rute zu laden, wobei dann beim Abwurf eine dickere Schnur durch die Ringe muss, als bei einer dünnen Running Line. Habe ich noch nicht ausprobiert.
Das Handling eines kurzen Schusskopfes fällt mir persönlich aber leichter bisher und die richtige Schnurlänge ist einfach zu erkennen, wenn der Wind die Augen flüssig macht 8)
Dennoch werde ich von Zeit zu Zeit auch einfach mal wieder meinen Gladsax ins Wasser werfen :grin:
@ all: vielen Dank für Eure Antworten!
