Guideline Power Taper: F/S1 vs. Hover/Int.

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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Polar-Magnus
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Guideline Power Taper: F/S1 vs. Hover/Int.

Beitrag von Polar-Magnus »

Moin zusammen,

mal wieder eine Frage zu dem Thema welche Schußköpfe braucht man zum Zweihandfischen...

Hintergrund ist, dass bei mir vor einiger Zeit mal wieder eine neue Zweihand ins Haus
gekommen ist, und zwar eher was für größere Flüsse, Fliegen und Fische :grin: .

Die Rute wird also sicherlich denn auch mit Sinkern bzw. Sinktips wie z.B. dem Powertaper F/S5 ausgestattet werden, klare Sache.

Gerne fische ich auf meinen anderen Ruten bei ausreichend flachem/warmen Wasser
die Kombi Floating/intermediate Kopf, 10 ft. Airflo Intermiediate Polyleader, längeres Tippet.
Bei Bedarf gehe ich dann mit den Polyleader Sinkarten rauf (also schneller sinkend).

Nun haben ja die Powertaper von GL einen sehr guten Ruf und ich muss gestehen, ich besitze noch gar keines :-c .
Frage also an Kenner: Zieht ihr für sommerliche Lösungen den Hover/Intermediate oder den Floating/S1 vor (Klick) :?:
Und mit welcher Vorfachkombination :?:
Ich stelle mit gerade vor, dass der Intermediate Polyleader langsamer sinkt als die S1 Spitze, was eher kontraproduktiv sein dürfte...

Gruß,

Ingo :wink:

(ja, ich weiss, am besten auch mal selber mit der Rute werfen. Liegt dann sicherlich auch noch an ;) )
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin Ingo, das hängt ein wenig davon ab wo du fischst:

1) Niederungsbach mit Uferbewuchs und Kraut -- dann F/S weil du damit dichter an deine Kante heranfischen kannst (F/S1 und F/S3)

2) Lachsfluss mit viel turbulentem Wasser -- dann fischt eine Intermediate Kombi ruhiger (gestreckter)

3) Keine Polyleader sondern einen Satz verschieden langer Tungsten Fliegenschnur Stücke (oder von alter S8-Blei Schnur)
TL, Jürgen
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Polar-Magnus
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Beitrag von Polar-Magnus »

Moin Jürgen,

bei der konkreten Rute, die jetzt bestückt werden soll, handelt es sich um eine 15' #10/11.

Daraus ergibt sich ja auch das Anwendungsgebiet: Größere skandinavische Flüsse.

Wie gesagt braucht man sicherlich gerade in dieser Liga etwas was runtergeht, aber ein
Kopf für "höheres" Fischen im größeren Lachsfluß sollte ja nun sicherlich auch im Repertoire sein.
Und da suche ich unter den "Leichtsinkern" gerade das Optimum...

Ich denke, die meisten gehen sinnvollerweise bei der Wahl der SK/Vorfächer nach der Devise vor:
So schwer (sinkend) wie nötig (um an den Fisch zu kommen), so leicht (schwimmend) wie
möglich (weil netter zu werfen und fischen).

Gruß,

Ingo :wink:
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin Ingo,
na ja, sowas fisch ich auch an den Großflüssen 15' 10/11 oder 16' #12. Wenn zu beginn der Saison, WT <6°, dann mit Vollsinkern und kurzem 50ger Mono Vorfach (Sinkalleswasduhast Kopf); Wenns ein wenig später/wärmer ist, dann mit Intermediate Kopf und etwas längerem Vorfach. Immer ohne Polyleader-die sind ein hohes Risiko!. Sinktips find ich nicht so spannend für diese Fischerei, die werfen sich nicht so toll und die Fischen auch schlechter finde ich. Schwimmschnüre benutze ich nicht.
Jürgen
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Barramundi
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Beitrag von Barramundi »

Hallo Jürgen,

erklär mir doch mal bitte das Risiko von Polyleadern. Ich möchte gern ins Zweihandfischen einsteigen und habe bisher immer gedacht, dass die Dinger wenigstens dort Ihre Berechtigung haben. An der Einhand fische ich die nämlich nicht, dachte aber, dass man die am Zweihandschusskopf durchaus variabel einsetzen kann. Gibts da Probleme mit der Tragkraft? Oder meinst Du ein anderes Risiko?

Vielen Dank und beste Grüße

Florian
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin,
mir sind da zwei von gebrochen (unsichtbar unter dem Coating). Beim Dehnen/Strecken vor dem Fischen hatte ich dann zwei Teile -- Gott sei Dank nicht am Fisch. Passierte sowohl am Dänischen Bach als auch in Norge.
Das hab ich auch schon von Anderen gehört.

Ich jedenfalls nehme lieber kurze Fliegenschnurenden wenn ich mal gezielt tief Fischen will. Da hab ich welche in 50, 80 und 120cm mit Schlaufen an beiden Enden; da stimmt dann die Tragkraft und die sinken wie ein Stein.

Und lasst euch von Niemandem einreden, das man die zum Switch/Spey/Unter werfen gebraucht

Jürgen
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Polar-Magnus
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Beitrag von Polar-Magnus »

Hallo Florian,

es gibt Leute, die von Fischverlusten durch kaputte Polyleader beim Lachsfischen berichten
und den PL daher als Risikofaktor ansehen (soll ja auch mal vorkommen, dass bei einem Hänger
der PL reisst und nicht die oft starken Tippets beim Lachsfischen).

Was das angeht, habe ich als PL-Einsätzer nichts negatives zu Berichten, muss aber auch
gestehen, noch keinen wirklich richtig großen Lachs gedrillt zu haben.

In jedem Falle empfiehelt es sich, wenn Pl dann nur vom Feinsten, z.B. Salmon Extra Strong von Airflo.

und @ Jürgen:

Im Sinne der Ausgangfrage interpretiere ich jetzt also, dass Du eher zu Hover/Intermediate tendieren würdest und davor ein geknüpftes oder gezogenes Vorfach, richtig :?:

Grüße,

Ingo :wink:
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Karstein

Beitrag von Karstein »

Ist ja auch die Sache, an welchem Fluss Du fischen willst, Ingo? So pauschal kann die Sinkrate für das Sommerangeln nicht festgelegt sein, weil die Unterschiede

- großer Strom / kleiner Lachsfluss/ -bach
- viel / wenig Niederschlag
- Seenspeisung / spate river
- tiefe holding pools/ flache resting pools
- kaltes Wasser / warmes Wasser

doch zu gravierend sind. ;)

Also mehrere Powertaper ins Gepäck - hab Dir gerade ´ne PN geschickt, wo es die demnächst zu top Preisen geben wird. 8)

Grüßle

Karsten

PS: ich hab Polyleader in verschiedenen Sinkraten dran.
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Polar-Magnus
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Beitrag von Polar-Magnus »

Hi Karsten,

ganz konkret liegt dieses Jahr wohl nichts an, was den Einsatz der 15' erfordert. Ist eine richtig
tolle Rute, die ich zum fairen Kurs quasi auf Vorrat erstehen konnte.

Wie Du weisst zieht es mich dieses Jahr ja auch mal wieder an die Mörrum (im August),
da dürften Wasserstand und -temperatur den 15-Füsser wohl nicht gerade erforderlich machen.

Jedenfalls bin ich ja nun schon hier und da zum Lachsfischen gewesen, aber es kann auf Dauer nicht sein,
dass ich die begriffe "Orkla" und "Gaula" oder auch "Namsen" nur vom Hörensagen kenne.
Es muss ja auch mal irgendwann krachen, du verstehst ;) ?

Grüße,

Ingo :wink:
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Beitrag von piscator »

Moin, ja das interpretierst du richtig, Hover/Intermediate oder nur Intermediate fischt meist sehr gut und wirft sich easy. Ich versteh auch den Hype um die Sinktip Schussköpfe nicht wirklich -- am Niederungsbach sind die prima, aber an Gaula/Orkla/Surna......... hab ich die noch nie vermisst.

Vorfächer sind meist simple: Entweder Mono gestreckt vom Brandungsfischen (kostet wenig und ist sehr flexibel was Länge und Durchmesser betrifft) oder unverjüngtes 50ger bei Sinkschnur. Die BV sind extrem praktisch -- ca 15m lang und verjüngen sich von 65er bis 35er -- da schneidet man sich das entsprechende Teil heraus und fertig -- extrem billig im Vergleich zu Spezialvorfächern.

Und -- ich war auch schonmal an der Mörrum -- da geht das auch, selbst bei Ü 17kg Fischen :lol: Jürgen
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Karstein

Beitrag von Karstein »

Polar-Magnus hat geschrieben:Es muss ja auch mal irgendwann krachen, du verstehst ;) ?
Sir - yes, Sir! :grin:

Aber dank Jürgens Wetter-Prognose (die mich schon jetzt bezüglich Ende März und Fyn entsetzt) wird sich dann die Mai-Blanklachsfischerei bestimmt auf Ende August verschieben - also nimm´ ruhig die 15 Füße mit! :lol:
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Moin :wink:

Powertaper = deutlich abrupte Verjüngung im Frontbereich der Keule.
Dies kombiniert mit einem Dichtesprung des Materials im Frontbereich (Sinktips)... führt nicht gerade zu einer ruhigen Schnurschlaufe.

Ich mag diese Art von Schnüre gar nicht gerne.

Meine Empfehlung: Schussköpfe, die deutlich sanfter getapert sind und die durchgängig eine Sinkrate haben.
Ausnahmen in bestimmten Flüssen wie Mörrum (wegen der vielen großen Steine) oder in dänischen Auen (wegen dem vielen Kraut bis weit in den Fluss).

Polyleader? No way.

Gruß
Bernd
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Nico
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Beitrag von Nico »

Guten Morgen!

Würde PL nicht grundsätzlich verteufeln. Sie sorgen für ein optimales ankern der Schnur undeinen schicken Turnover auch mit schwereren Fliegen beim Underhand. Außerdem kommt die Fliege rasch auf Tiefe.

Natürlich sind die, wie jedes Vorfach "Verbrauchsmaterial" und bedürfen ab und zu der Überrüfung bzw. sollten entsorgt werden.

Ist ja auch nur Mono drin, wie bei jedem Vorfach. Extra Strong ist dabei bestimmt eine gute Wahl.

Die Schlaufe vrn würde ich obligatorisch neu machen und den Knoten kurz mit Bindegarn abwickeln.


0.50er Stroft ist schon eine Ansage, das trägt 21kg. Bei einer Sinkschnur hätte ich Angt, bei einem Hänger die den Schusskopf ab zu reißen....

Cheers


Nico
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Beitrag von piscator »

Hi Nico, das 50ger ist nicht wg. linearer Reißfestigkeit sondern wegen Abrieb an Steinen. Jürgen

Und PL für Ankerpunkte ist völlig überbewertet -- das geht auch prima ohne PL.
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Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hmmh, ich hätte jetzt gedanklich eher auf Polyleader gesetzt, weil allein schon der monofile Kern darin durch das Coating besser vor Abrieb geschützt ist.

Gerade an schnellen Passagen mit vielen Steinen und der damit verbundenen Gefahr im Drill habe ich gerne die PLs benutzt, allerdings erst zweimal. Das saubere Ablegen von schweren Tuben gefiel mir damit auch besser, als an einem Monovorfach, da war zu Beginn der Drift auch irgendwie weniger Kontrolle möglich, meine ich.

Mit einem ultra fast sinkendem PL konnte ich eine sehr schwere Tungstentube mal in einer richtigen Rausche anbieten und die Tube kam so schnell runter, dass ein Lachs sofort zweimal schnappte, aber leider nicht hängen blieb. Ich bilde mir ein, ein normales Monovorfach hätte ich dort nicht so fix runter bekommen, da es nicht diese Sinkeigenschaft bietet und für Menden oder so mit einem sinkenden Schusskopf einmal zu wenig Platz war und in der Rausche selbst zuviele gemeine Steine, da hätte der Kopf eher festgehangen.

Ist sicherlich situationsbedingt, aber was ist das beim Fischen nicht und zumindest auf die schnellen Sinker unter den Polyleadern möchte ich, auch nach nur zwei ernsthaften Einsätzen in der Lachspraxis, nicht verzichten. Am Liebsten habe ich allerdings einen langsam sinkenden Intermediatekopf benutzt mit einem gezogenen Speyvorfach in 3,60 m, zusammen mit einer kleinen Stoats Tail auf Zwilling war das entspanntes Werfen pur, die Bisse kamen aber leider nur wo es richtig strömte und tief war.

Bezogen auf Ingos Eingangsfrage habe ich meine Schussköpfe so ausgelegt, dass sie von der schwimmenden Version bis zum Bottom Bouncer alles abdecken können, optimal empfinde ich es aber, wenn ich durch ein 10´Polyleader im Verlaufe des Flusses schnell die Tiefe variieren kann, ohne jeweils den ganzen Schusskopf wechseln zu müssen. Bei niedrigem Wasserstand mit dem Schwimmkopf fischen und für einen Gumpen einfach ein PL dran, fertig. Und wenn PL, dann auf Lachs natürlich nur sehr kräftige PL mit selbstgemachten Loops, damit man weiß, wer im Fall der Fälle die Schuld trägt. ;)

Die Vorfachspitze würde ich nie höher als die Tragkraft des PL oder der Schnurseele wählen, dafür habe ich 35er, 40er und 45er Spitzen. Aber wer weiß, vielleicht denke ich nach dem dritten richtigen Einsatz auf Lachs auch wieder um? An Jürgens Erfahrungen komme ich ganz bestimmt nicht ran. :wink:
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