Gewicht von Borstenwurm Fliegen
Gewicht von Borstenwurm Fliegen
Hallo Zusammen,
ich habe mich zum ersten Mal in meiner Bindekarriere an einen Borstenwurm gemacht. Ist auch gut gelungen. Das Muster war à la "Geheimnisse der Meerforelle IV". Also dieser hier WURM
Als das Ding so gut wie fertig war, nur noch der Kopf fehlte, habe ich den Wurm gewogen um zu entscheiden wieviel Gramm der Kopf noch haben kann. Die Waage zeigte 0,75g, bei einer Länge von ca. 8cm.
Ich war sehr überrascht angesichts des hohen Gewichts, da keinerlei Beschwerung eingebunden war. Nun stand ich vor dem folgenden Problem.
Der Wurm soll jiggen. Nach Bindeanleitung kommt eine 4mm Kopfperle drauf. Meine wiegen 0,28g. Was niemals einen guten Jigeffekt erziehlen wird. Mache ich entsprechend Gewicht drauf, komme ich auf min. 1,5g im trockenen Zustand. Nass bequem das doppelte. Da weiß ich schon im Vorfeld wie oft ich diese Fliege werfen werde, da alle meine Fliegen ein max. Gewicht von 1g haben. Da ich diese Wurmimitation aber eigentlich als sehr gut erachte, suche ich eine Lösung für meine Zweifel. Gebunden wurde genau nach Bindeanleitung bzw. mit einen schon kleineren und leichteren Haken. Vielleicht hat Jemand die selbe Erfahrung gemacht und kann mich beruhigen, das es auch mit einen leichteren Kopf geht und das meine Bedenken, was die Wurfeigenschaften angeht unbegründet sind. Vielleicht muss ich mich auch nur vom jiggen verabschieden? Wie gesagt, habe keine Erfahrung mit den Würmern.
Vielen Dank im voraus!
ich habe mich zum ersten Mal in meiner Bindekarriere an einen Borstenwurm gemacht. Ist auch gut gelungen. Das Muster war à la "Geheimnisse der Meerforelle IV". Also dieser hier WURM
Als das Ding so gut wie fertig war, nur noch der Kopf fehlte, habe ich den Wurm gewogen um zu entscheiden wieviel Gramm der Kopf noch haben kann. Die Waage zeigte 0,75g, bei einer Länge von ca. 8cm.
Ich war sehr überrascht angesichts des hohen Gewichts, da keinerlei Beschwerung eingebunden war. Nun stand ich vor dem folgenden Problem.
Der Wurm soll jiggen. Nach Bindeanleitung kommt eine 4mm Kopfperle drauf. Meine wiegen 0,28g. Was niemals einen guten Jigeffekt erziehlen wird. Mache ich entsprechend Gewicht drauf, komme ich auf min. 1,5g im trockenen Zustand. Nass bequem das doppelte. Da weiß ich schon im Vorfeld wie oft ich diese Fliege werfen werde, da alle meine Fliegen ein max. Gewicht von 1g haben. Da ich diese Wurmimitation aber eigentlich als sehr gut erachte, suche ich eine Lösung für meine Zweifel. Gebunden wurde genau nach Bindeanleitung bzw. mit einen schon kleineren und leichteren Haken. Vielleicht hat Jemand die selbe Erfahrung gemacht und kann mich beruhigen, das es auch mit einen leichteren Kopf geht und das meine Bedenken, was die Wurfeigenschaften angeht unbegründet sind. Vielleicht muss ich mich auch nur vom jiggen verabschieden? Wie gesagt, habe keine Erfahrung mit den Würmern.
Vielen Dank im voraus!
Gruß Shorty
Hallo Shorty,Talisker hat geschrieben:
Jiggen denn Würmer eigentlich in der Natur?
ich denke auch mal, der Wurm schwimmt doch zur Oberfläche bei Partnersuche.
Also Jiggen sollte der Wurm wohl nicht. Aber vielleicht gleichmäßig langsam absinken können, könnte man aber vielleicht auch mit einem langsam sinkenden Vorfach hinbekommen, jedenfalls ein Versuch wert.
Gruß
Henning

Henning

- Achim Stahl
- Fusselschmeißer

- Beiträge: 2045
- Registriert: 19.07.2006, 13:23
- Wohnort: Kiel, ganz dicht am Fisch!
- Kontaktdaten:
Moin,
die Würmer "jiggen" zwar nicht, aber sie schlängeln sich. Diese horizontale Schlängelbewegung lässt sich nur schwer imitieren. Der Jigeffekt ist aber ein sehr guter Ersatz dafür. Die Würmer "schlängeln" sich dann zwar vertikal, aber das sieht schon sehr lecker aus und wird von den Fischen auch meistens akzeptiert.
Wichtig ist, dass die Würmer auch entsprechend beweglich gebunden sind. Sonst verhalten sie sich auch bei entsprechender Beschwerung wie ein Stock.
Optimal als Beschwerung ist eine 4mm Tungstenperle. Außerdem sollte der hintere Haken möglichst leicht sein.
Viele Grüße!
Achim
die Würmer "jiggen" zwar nicht, aber sie schlängeln sich. Diese horizontale Schlängelbewegung lässt sich nur schwer imitieren. Der Jigeffekt ist aber ein sehr guter Ersatz dafür. Die Würmer "schlängeln" sich dann zwar vertikal, aber das sieht schon sehr lecker aus und wird von den Fischen auch meistens akzeptiert.
Wichtig ist, dass die Würmer auch entsprechend beweglich gebunden sind. Sonst verhalten sie sich auch bei entsprechender Beschwerung wie ein Stock.
Optimal als Beschwerung ist eine 4mm Tungstenperle. Außerdem sollte der hintere Haken möglichst leicht sein.
Viele Grüße!
Achim
Hallo Achim,Achim Stahl hat geschrieben: Optimal als Beschwerung ist eine 4mm Tungstenperle. Außerdem sollte der hintere Haken möglichst leicht sein.
Achim
genau deshalb habe ich einen leichteren Haken genommen. Und habe die selben Gedanken zum schlängeln gehabt. Ob ein Fisch das nun war nimmt ob horizontal oder vertikal geschlängelt wird glaube ich nämlich auch nicht.
Wie schwer ist 4mm Tungsten? Meine sind Messing und wahrscheinlich zu leicht.
Gruß Shorty
Ich habe diese Würmer auch getestet. Diese vertikale Schlängelbewegung (oder halt Jiggen
) funktionierte bei mir auch nur mit Tungstenperlen. Das Polar Chenille darf auch nicht zu fest eingedreht werden, sonst werden die Würmer zu steif und es schlängelt auch nichts.
Gruß Sebastian
Nur nicht die Nerven verlieren!
Nur nicht die Nerven verlieren!
-
Ostsee-Silber
Hallo Shorty,
ich hatte schon recht oft das Glück, einige Borstenwürmer beim Schwärmen beobachten zu können. Und zweimal stand ich daneben, als sich schöne Meerforellen diese leichte Beute vor meinen Füßen geschnappt haben, ganz dicht am Spülsaum.
Das eine Mal war ein Erlebnis, welches mich vom Jiggen wegbrachte. Sinken muss er, aber nur leicht. Zumindest sofern man ihn imitieren will, an diesem Strand habe ich einen beschwerten Wurm als Fliege probiert, welcher zügig hüpfte, also jiggte. Eine Forelle kam ganz dicht hinterher (so richtig fein auf Sicht :l: ) und drehte sofort ab, als sie etwa einen Meter hinter dem Wurm war. Zuvor hatte sie ganz gemütlich nah am Strand mehrere Würmer einfach so gefressen, die Würmer pendelten in der Dünung und waren hilflos, meine Fliege erschien wohl zu lebhaft, ich weiß es nicht. Die Forelle hatte zuvor keine Eile und schwamm auf einen Wurm zu, der ja nun nicht so richtig flüchten konnte und schnappte ihn in aller Ruhe.
Danach habe ich meine Würmer anders gebunden, kam jedoch noch nicht wieder in den Genuss eines solchen Momentes. An diesem Tag fand ein Massenschwärmen im südlichen Fynen statt, der große dunkelblaue Diversicolor und zwei kleinere Sandwurmarten (eine zweifarbige Art findet sich davon in der Galerie Futtertiere) schwärmten gleichzeitig. Der Spülsaum war voll mit Würmern und manchmal kamen drei und mehr Forellen im kleinen Trupp ganz gemütlich entlanggeschwommen und schnappten nach den Leckerbissen. Es war ein toller sonniger Tag mit absolut klarem Wasser, so dass ich die Forellen schon von Weitem erkennen konnte und sie kamen immer wieder am Strand entlang, fast wie ein Rudel Meeräschen.
Nun, ich hatte kein Glück an diesem Tag, obwohl die Beute eindeutig und die Fische willig waren, mucksmäuschenstill stand ich da mitten in der gut gefüllten Speisekammer, doch meine Wurmfliege interessierte die Fische nicht. Nach dem Einsatz einer grellen Reizfliege kam keine Forelle mehr vorbei.
Ich denke, in diesem Moment wäre es perfekt gewesen, eine unbeschwerte Wurmfliege zu haben, welche einfach nur in der Dünung schaukelt und durch ihren Körper ohne Gewicht etwas absinkt. Stichwort „hilflos“.
Andersrum habe ich einige Male Forellen erwischt, die sich auf einen jiggenden Wurm gestürzt haben und dies ohne Scheu. Angebot und Nachfrage könnten da die Ursache sein, aber das ist spekulativ. Zwei unterschiedlich beschwerte Wurmfliegen wären vielleicht das Optimum.
Beim Binden habe ich mich vorerst auf einen Mittelwert eingestellt, der Wurm sinkt, aber hüpft nicht zu sehr. Was wiederum große Vorteile beim Werfen bringt, da er nicht viel Gewicht hat, das Maximum ist bei mir 1,5 Gramm im nassen Zustand und das kostet schon Distanz, die man aber manchmal eben nicht benötigt. Gerät man in eine solch himmlische Situation, so kann man das Vorfach fetten und den Wurm so eher zum Driften verleiten, als zum Jiggen.
Wie gesagt, ob das funktioniert, muss die nächste Situation ergeben, mit einem völlig unbeschwerten Wurm hatte ich aber schon einmal Erfolg beim Nachtfischen (die Würmer schwärmen auch mal in hellen Mondnächten). Ich möchte auf jeden Fall noch einen völlig unbeschwerten Wurm binden, der im vorderen Teil ein saugfähiges Dubbing bekommen soll, um so etwas einzusinken, aber ich möchte ihn auch in einer bestimmten Tiefe halten können. Bewegung bekommt er dann durch die auslaufende Welle, nicht durch Blei.
Für Alle, die den großen blauen Wurm noch nicht live gesehen haben, habe ich gerade mal ein kurzes
Video eingestellt. Das Video ist an diesem besagten Tag entstanden, nachdem ich die Fische verscheucht hatte. Die Dünung ist deutlich zu erkennen und man stelle sich vor, die Würmer schwammen genau so dahin, bis sie wohl neue Kräfte schöpfen mussten und einfach mal am Grund rumdösten. Mit der Hand nach schwimmenden oder ruhenden Würmern gegriffen, erfolgte keinerlei Reaktion, also wird auch eine Meerforelle eher auf absolut leichte Beute eingestellt sein, welche an bestimmten Tagen im Überfluss vorhandenen ist.
Dann einfach mal den Wurm reinhalten
und Glück haben, die Fressphase zu erwischen.
ich hatte schon recht oft das Glück, einige Borstenwürmer beim Schwärmen beobachten zu können. Und zweimal stand ich daneben, als sich schöne Meerforellen diese leichte Beute vor meinen Füßen geschnappt haben, ganz dicht am Spülsaum.
Das eine Mal war ein Erlebnis, welches mich vom Jiggen wegbrachte. Sinken muss er, aber nur leicht. Zumindest sofern man ihn imitieren will, an diesem Strand habe ich einen beschwerten Wurm als Fliege probiert, welcher zügig hüpfte, also jiggte. Eine Forelle kam ganz dicht hinterher (so richtig fein auf Sicht :l: ) und drehte sofort ab, als sie etwa einen Meter hinter dem Wurm war. Zuvor hatte sie ganz gemütlich nah am Strand mehrere Würmer einfach so gefressen, die Würmer pendelten in der Dünung und waren hilflos, meine Fliege erschien wohl zu lebhaft, ich weiß es nicht. Die Forelle hatte zuvor keine Eile und schwamm auf einen Wurm zu, der ja nun nicht so richtig flüchten konnte und schnappte ihn in aller Ruhe.
Danach habe ich meine Würmer anders gebunden, kam jedoch noch nicht wieder in den Genuss eines solchen Momentes. An diesem Tag fand ein Massenschwärmen im südlichen Fynen statt, der große dunkelblaue Diversicolor und zwei kleinere Sandwurmarten (eine zweifarbige Art findet sich davon in der Galerie Futtertiere) schwärmten gleichzeitig. Der Spülsaum war voll mit Würmern und manchmal kamen drei und mehr Forellen im kleinen Trupp ganz gemütlich entlanggeschwommen und schnappten nach den Leckerbissen. Es war ein toller sonniger Tag mit absolut klarem Wasser, so dass ich die Forellen schon von Weitem erkennen konnte und sie kamen immer wieder am Strand entlang, fast wie ein Rudel Meeräschen.
Nun, ich hatte kein Glück an diesem Tag, obwohl die Beute eindeutig und die Fische willig waren, mucksmäuschenstill stand ich da mitten in der gut gefüllten Speisekammer, doch meine Wurmfliege interessierte die Fische nicht. Nach dem Einsatz einer grellen Reizfliege kam keine Forelle mehr vorbei.
Ich denke, in diesem Moment wäre es perfekt gewesen, eine unbeschwerte Wurmfliege zu haben, welche einfach nur in der Dünung schaukelt und durch ihren Körper ohne Gewicht etwas absinkt. Stichwort „hilflos“.
Andersrum habe ich einige Male Forellen erwischt, die sich auf einen jiggenden Wurm gestürzt haben und dies ohne Scheu. Angebot und Nachfrage könnten da die Ursache sein, aber das ist spekulativ. Zwei unterschiedlich beschwerte Wurmfliegen wären vielleicht das Optimum.
Beim Binden habe ich mich vorerst auf einen Mittelwert eingestellt, der Wurm sinkt, aber hüpft nicht zu sehr. Was wiederum große Vorteile beim Werfen bringt, da er nicht viel Gewicht hat, das Maximum ist bei mir 1,5 Gramm im nassen Zustand und das kostet schon Distanz, die man aber manchmal eben nicht benötigt. Gerät man in eine solch himmlische Situation, so kann man das Vorfach fetten und den Wurm so eher zum Driften verleiten, als zum Jiggen.
Wie gesagt, ob das funktioniert, muss die nächste Situation ergeben, mit einem völlig unbeschwerten Wurm hatte ich aber schon einmal Erfolg beim Nachtfischen (die Würmer schwärmen auch mal in hellen Mondnächten). Ich möchte auf jeden Fall noch einen völlig unbeschwerten Wurm binden, der im vorderen Teil ein saugfähiges Dubbing bekommen soll, um so etwas einzusinken, aber ich möchte ihn auch in einer bestimmten Tiefe halten können. Bewegung bekommt er dann durch die auslaufende Welle, nicht durch Blei.
Für Alle, die den großen blauen Wurm noch nicht live gesehen haben, habe ich gerade mal ein kurzes
Dann einfach mal den Wurm reinhalten
Danke für deine ausführliche Beschreibung. Das muss wirklich ein tolles wie auch bitteres Erlebnis gewesen sein.
Ich denke Du hast da wirklich den richtigen "Tag des Wurmes" erwischt. Da wäre mit Sicherheit ein unbeschwerter Wurm die richtige Alternative. Doch ich glaube das ist seltener der Fall. Die Regel wird es eher sein, an Tagen an der Küste zu stehen, wo die Würmer nicht schwärmen. Und dann könnte ich mir den Reiz de jiggens doch effektiver vorstellen.
Ich denke Du hast da wirklich den richtigen "Tag des Wurmes" erwischt. Da wäre mit Sicherheit ein unbeschwerter Wurm die richtige Alternative. Doch ich glaube das ist seltener der Fall. Die Regel wird es eher sein, an Tagen an der Küste zu stehen, wo die Würmer nicht schwärmen. Und dann könnte ich mir den Reiz de jiggens doch effektiver vorstellen.
Gruß Shorty
Ging mir auch so, nur waren es zwei und nicht eine Forelle, dazu noch 2 Würfe hintereinander.Ostsee-Silber hat geschrieben: Das eine Mal war ein Erlebnis, welches mich vom Jiggen wegbrachte. Sinken muss er, aber nur leicht. Zumindest sofern man ihn imitieren will, an diesem Strand habe ich einen beschwerten Wurm als Fliege probiert, welcher zügig hüpfte, also jiggte. Eine Forelle kam ganz dicht hinterher (so richtig fein auf Sicht :l: ) und drehte sofort ab, als sie etwa einen Meter hinter dem Wurm war.
Meine Würmer stellen sich beim Stop mit dem Kopf nach unten und sinken nur gaaaaaaaaaaaaanz langsam.
Stark jiggen tun bei mir nur Reizfliegen.
Gruß Malte
"Leidenschaft Meerforelle" - Die Leidenschaft, die Leiden schafft
"Leidenschaft Meerforelle" - Die Leidenschaft, die Leiden schafft
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Ostsee-Silber
Hallo Shorty, weshalb sollte die Forelle abdrehen?
Ist es nicht eher genau dieses langsame Präsentieren, welches den Wurm am Besten nachahmt? Ich würde den unbeschwerten Wurm sogar noch langsamer als Malte einholen wollen, über das Handgelenk klingt gut, schön langsam mit kurzen Zügen und Pausen dazwischen. In diesen Pausen sollte der Wurm verweilen und ganz langsam sinken, wie eben der natürliche Wurm auch.
Bleibt die Frage nach dem Wetter und dem Wind, wie er die Leine verdriftet. Oder man nutzt ebendies zur Präsentation und strippt nur kurz, um den direkten Kontakt zur Fliege zu halten.
Meine persönliche Sicht dazu ist es, eine Fliege entweder sehr genau an das natürliche Vorbild anzupassen oder eben mit einer Fliege zu reizen. Das natürliche Anpassen findet man leider sehr selten und mir persönlich ist es die größte Freude, genau so einen Fisch zu überlisten.
Zumeist beißen die Forellen auf jede attraktive Fliege, selten sind sie so selektiv wie in meinem Beispiel. Doch es gibt diese Situationen und das nicht so selten. Ein schönes Beispiel ist auch die kleine Trockenfliege, die manchmal jede andere Fliege übertreffen kann. Ich denke da besonders an einen Tag, an dem zwei erfahrene Fischer nebeneinander im Wasser standen und einige Forellen an der Oberfläche zu erkennen waren. Beide fischten eine Garnelenfliege und hatten zwar wohl mal einen Kontakt, aber keinen richtigen Biss.
Will jetzt keine Namen nennen, aber ich stellte mich mal frech dazwischen, nachdem ich mein Vorfach gewechselt hatte und servierte eine 14er Trockenfliege. Ein Grönländer aus dem Schwarm packte beim ersten Wurf zu und hing. Durch etwas Wind wurden genau in diesen Bereich irgendwelche Fluginsekten geweht, welche eine leichte Beute abgaben.
Ich meine ein jiggender Wurm wäre nicht meine erste Wahl. Setzte ich diese jiggende Fliege als Suchfliege ein, wenn keine Fische auszumachen sind, wäre es kein Wurm, sondern eine andere bewährte Fliege. Damit muss ich aber in Kauf nehmen, nichts über die aktuelle Nahrungsaufnahme eines gefangenen Fisches zu wissen, es sei denn, ich schaue nach, wenn ich sie entnehme.
Entdecke ich aber ein Schwärmen von Würmern, fische eine entsprechende Fliege mit imitatorischem Laufverhalten und habe damit auch noch Erfolg, so schliesst sich für mich der Kreis. Das ist sicherlich schon ein eher philosophischer Ansatz, aber war das nicht der Gedanke des Fliegenfischens?
Mein Streben ist es weiterhin, einen perfekten Wurm binden zu können und die Suche nach dem richtigen Material geht weiter. Vielleicht habe ich einen neuen Ansatz, eine spezielle Wolle, die einige sehr schöne Eigenschaften mitbringt. Sie sieht aus wie ein Wurm, ohne dass man etwas Zusätzliches einbinden muss, sie hat die Konsistenz von Chenille, saugt Wasser und entlädt sich im Rückschwung. Bei 10 cm Länge bringt sie nass 1,5 Gramm auf die Waage und nach dem Rückschwung 0,3 Gramm, das ist nahezu perfekt. Die Fasern dieser Wolle sind derart fest, wie es kein Chenille mitbringt und sie bewegt sich im Wasser fast wie echte kleine Borsten beim Wurm, dazu lässt sie sich gerne einfärben. Ein weiterer Riesenvorteil ist der Kunststoffstrang, welcher die Fasern beinhaltet, dieser lässt sich nämlich mit einem Feuerzeug anschmelzen und so versiegeln, absolut fest. Im Wasser ist diese Wurm-Wolle beweglicher als jeder Tubenwurm, den ich je gebunden habe.
Nur hat die Wolle einen Haken, bzw. sie soll einen bekommen und das ist nicht ganz einfach, da der (leichte) Schwerpunkt am Kopf liegen soll, aber man kaum anderes Material zufügen kann, ohne den Wurm etwas zu verfremden.
Aber das wird schon irgendwie klappen müssen, denn einen ganz entscheidenden Vorteil hat diese Wolle im Wasser gezeigt, sie ist von Hause aus leicht verdrallt, das heißt, im Wasser zeigt sie diese Verzwirbelung und ringelt wie ein echter Wurm.
Wenn man sich den echten Borstenwurm mal genauer ansieht, stellt man fest, dass die Hauptbewegung in den hinteren beiden Dritteln liegt. Ebenso beim Wattwurm, wenn er freigespült wird. Dies lässt Spielraum für den Haken, denn am Köpfchen darf er steifer werden, also sollte hier der Haken sitzen. Es bleibt ein langer „Schwanz“, der zu Fehlbissen führen kann und auch mal zum Tailen, bei kurzen Würfen sieht man es aber.
Im Anhang mal ein paar Bilder, das sind alles Prototypen, also noch nicht sauber gebunden. Die Wolle nennt sich „Scambio“ und ist leider nicht ganz einfach zu bekommen, manchmal gibt es aber Posten in Kaufhäusern. Ein Knäuel kostet um die 3,50, hat 100 Gramm und ca. 66 Meter, reicht also für einen Pulloverärmel oder etwa 660 Würmer.
Für ein Pils auf dem Forentreffen verschicke ich auch gerne mal einen Meter zum Probieren, wer möchte.
Ist es nicht eher genau dieses langsame Präsentieren, welches den Wurm am Besten nachahmt? Ich würde den unbeschwerten Wurm sogar noch langsamer als Malte einholen wollen, über das Handgelenk klingt gut, schön langsam mit kurzen Zügen und Pausen dazwischen. In diesen Pausen sollte der Wurm verweilen und ganz langsam sinken, wie eben der natürliche Wurm auch.
Bleibt die Frage nach dem Wetter und dem Wind, wie er die Leine verdriftet. Oder man nutzt ebendies zur Präsentation und strippt nur kurz, um den direkten Kontakt zur Fliege zu halten.
Meine persönliche Sicht dazu ist es, eine Fliege entweder sehr genau an das natürliche Vorbild anzupassen oder eben mit einer Fliege zu reizen. Das natürliche Anpassen findet man leider sehr selten und mir persönlich ist es die größte Freude, genau so einen Fisch zu überlisten.
Zumeist beißen die Forellen auf jede attraktive Fliege, selten sind sie so selektiv wie in meinem Beispiel. Doch es gibt diese Situationen und das nicht so selten. Ein schönes Beispiel ist auch die kleine Trockenfliege, die manchmal jede andere Fliege übertreffen kann. Ich denke da besonders an einen Tag, an dem zwei erfahrene Fischer nebeneinander im Wasser standen und einige Forellen an der Oberfläche zu erkennen waren. Beide fischten eine Garnelenfliege und hatten zwar wohl mal einen Kontakt, aber keinen richtigen Biss.
Will jetzt keine Namen nennen, aber ich stellte mich mal frech dazwischen, nachdem ich mein Vorfach gewechselt hatte und servierte eine 14er Trockenfliege. Ein Grönländer aus dem Schwarm packte beim ersten Wurf zu und hing. Durch etwas Wind wurden genau in diesen Bereich irgendwelche Fluginsekten geweht, welche eine leichte Beute abgaben.
Ich meine ein jiggender Wurm wäre nicht meine erste Wahl. Setzte ich diese jiggende Fliege als Suchfliege ein, wenn keine Fische auszumachen sind, wäre es kein Wurm, sondern eine andere bewährte Fliege. Damit muss ich aber in Kauf nehmen, nichts über die aktuelle Nahrungsaufnahme eines gefangenen Fisches zu wissen, es sei denn, ich schaue nach, wenn ich sie entnehme.
Entdecke ich aber ein Schwärmen von Würmern, fische eine entsprechende Fliege mit imitatorischem Laufverhalten und habe damit auch noch Erfolg, so schliesst sich für mich der Kreis. Das ist sicherlich schon ein eher philosophischer Ansatz, aber war das nicht der Gedanke des Fliegenfischens?
Mein Streben ist es weiterhin, einen perfekten Wurm binden zu können und die Suche nach dem richtigen Material geht weiter. Vielleicht habe ich einen neuen Ansatz, eine spezielle Wolle, die einige sehr schöne Eigenschaften mitbringt. Sie sieht aus wie ein Wurm, ohne dass man etwas Zusätzliches einbinden muss, sie hat die Konsistenz von Chenille, saugt Wasser und entlädt sich im Rückschwung. Bei 10 cm Länge bringt sie nass 1,5 Gramm auf die Waage und nach dem Rückschwung 0,3 Gramm, das ist nahezu perfekt. Die Fasern dieser Wolle sind derart fest, wie es kein Chenille mitbringt und sie bewegt sich im Wasser fast wie echte kleine Borsten beim Wurm, dazu lässt sie sich gerne einfärben. Ein weiterer Riesenvorteil ist der Kunststoffstrang, welcher die Fasern beinhaltet, dieser lässt sich nämlich mit einem Feuerzeug anschmelzen und so versiegeln, absolut fest. Im Wasser ist diese Wurm-Wolle beweglicher als jeder Tubenwurm, den ich je gebunden habe.
Nur hat die Wolle einen Haken, bzw. sie soll einen bekommen und das ist nicht ganz einfach, da der (leichte) Schwerpunkt am Kopf liegen soll, aber man kaum anderes Material zufügen kann, ohne den Wurm etwas zu verfremden.
Aber das wird schon irgendwie klappen müssen, denn einen ganz entscheidenden Vorteil hat diese Wolle im Wasser gezeigt, sie ist von Hause aus leicht verdrallt, das heißt, im Wasser zeigt sie diese Verzwirbelung und ringelt wie ein echter Wurm.
Wenn man sich den echten Borstenwurm mal genauer ansieht, stellt man fest, dass die Hauptbewegung in den hinteren beiden Dritteln liegt. Ebenso beim Wattwurm, wenn er freigespült wird. Dies lässt Spielraum für den Haken, denn am Köpfchen darf er steifer werden, also sollte hier der Haken sitzen. Es bleibt ein langer „Schwanz“, der zu Fehlbissen führen kann und auch mal zum Tailen, bei kurzen Würfen sieht man es aber.
Im Anhang mal ein paar Bilder, das sind alles Prototypen, also noch nicht sauber gebunden. Die Wolle nennt sich „Scambio“ und ist leider nicht ganz einfach zu bekommen, manchmal gibt es aber Posten in Kaufhäusern. Ein Knäuel kostet um die 3,50, hat 100 Gramm und ca. 66 Meter, reicht also für einen Pulloverärmel oder etwa 660 Würmer.
Für ein Pils auf dem Forentreffen verschicke ich auch gerne mal einen Meter zum Probieren, wer möchte.




