knoesel hat geschrieben:@ Bernd, Mirko und Matthias
Ich vermute mal, dass Ihr mit der Einhand plus SK fischt (vergl. Gewichtsangaben) und dabei den SK bis unter die Rutenspitze "ausfischt"
Hallo Klaus,
wie Du ja von mir kennst, ziehe ich die Verbindung von SK zu RL bis in die Rute und zu den Fingern (weil’s auch prima fürs Nachtfischen ist).
Ich beziehe mich hier ausschließlich auf meine # 7er Einhänder, die SKs inzwischen etwa um die 10 Meter Länge. Der Einzug der Verbindungsstelle zieht von der noch offenen (fischbaren) Schnurlänge knapp 2,50 m ab, verbleiben also 7,50 m SK plus Vorfach.
Um diese Länge noch halbwegs auszufischen, beschreibt die Rute den langen, bzw. längstmöglichen Weg nach hinten, halt soweit es geht, um bei einem möglichen Nachläufer mit einem Schwipp (Ansatz eines Rollwurfes) einen leichen Anhieb zu setzen. Dies musste ich leider erst einmal praktizieren, aber das hat geklappt, die Forelle kam auf den allerletzten Zentimetern.
Bei der erneuten Auslage reicht ein Leerwurf, um die Verbindungsstelle wieder aus der Rute zu bekommen und weiter zu fischen.
Als wir vor einiger Zeit an (auf) diesem leckeren Riff waren, haben wir ja praktisch im Fisch gestanden, wenn einer da gewesen wäre
Ich möchte mal behaupten, mit der Zweihand sind da etwa 25 – 30 % der Wurfweite nicht ausgefischt worden. Aber nun hast Du ja auch eine neue Verbindung zum SK, die auch durch die Ringe passt
Hallo Jelle, das ist doch mal eine feine Sache

danke!
Leider habe ich zu wenig Zeit, um momentan so zu können wie ich wollte, aber das wird versucht!
Ein Problem wird die Nudelmaschine, seit einigen Versuchen mit diversen Haushaltsgeräten hat meine Frau eine neue Hausregel erstellt, ich darf alle Geräte nur noch innerhalb der Küchenmauern benutzen

sie war nicht damit einverstanden, als ich letztens mal versucht habe, Dubbing in ihrer Salatschleuder zu mischen und das Loopschweißen auf dem Toaster hat mir die gelbe Karte gebracht

die Toast schmecken immer noch nach DT 10

(lecker).
Hiker hat geschrieben:So Jungs, jetzt habt ihr mich soweit.

Hallo Andreas, es macht Freude, Deine Gedanken zu lesen und ich glaube, Du befindest Dich nun endgültig auf dem Weg ans Ende der Nahrungskette :grin:
Zu den SKs, Polyleadern und Vorfächern fehlt mir die Erfahrung und Bernd hat sicherlich genügend Dinge dazu geschrieben, um ein Wochenende an Schnüren zu basteln
Ein Polyleader habe ich erst einmal ausprobiert und nicht für gut befunden. Es hat mir den Wurf „versaut“, weil wohl der SK mit Polyleader zu schwer und zu lang wurde, als das ich die Kombination mit meinen Würfen halbwegs ordentlich befördern konnte.
Aber das liegt an meinem Wurfstil und ist nur der persönliche Eindruck, früher gabs die nicht und heute brauche ich die nicht
Da ich ja vom Sbiroangeln komme, ziehe ich gerne Vergleiche dazu und habe zwar reichlich „Polyleader“, sprich selbstgetüddelte Stücke Fliegenschnüre, für den Sbiro gebastelt, aber die sollen die Fliege nicht unbedingt abrollen, sondern nur die Lauftiefe beeinflussen.
Womit ich dann mal wieder beim Thema wäre
Bisher habe ich hauptsächlich schwimmende Schnüre gefischt, die Vorfächer aus FC, manchmal verjüngt (selbstgeknotet) aber öfters einfach ein durchgängiges Stück FC mit 3 bis 5 Metern Länge.
Mein Prinzip war dabei bisher die Beschwerung der Fliege, denn mit entsprechendem Gewicht an der Fliege streckt sich jedes Vorfach, nachdem die Schnur auf dem Wasser liegt. Das ist das bewährte Prinzip aus der Fischerei mit Wasserkugel und Sbiro, für dessen Vergleich ich mich hier gerade etwas schäme

, dies aber letztlich viele viele Jahre ausgeübt habe (und das immer mal wieder gerne mache)
Wenn ich aber meine dicken Dorschtuben nehme, dann bekomme ich die nur mit meinem dicken Bass Taper befördert und muss den Wurf stoppen, damit die Tube vor der Schnur landet. Praxiswerte, wenn auch mit zu schweren Fliegen, die aber ordentlich Alarm machen und belegterweise fangen :grin:
Vielleicht hilft es Dir aber, wenn ich mal meine „sinkenden“ SKs aufführe. Neu geschnitten nach Bernds Thread sind diese: 1. aus einer Vision Extreme die intermediate (klare) Keule, geschnitten auf 15,50 Gramm bei 10,50 m Länge und 2. aus der guten alten Wet Cel (meine von Scientific Anglers) WF 10, die schon so manchen Pollack betörte, die nun aber für meine # 7 Ruten auf 17,65 Gramm und etwa 9,50 m gekürzt wurde. Dies ist etwas schwer, aber die geht ab wie nix und zerrt richtig an der Rute, wenn zuwenig RL frei ist :l:
Als Vollsinker, also so richtig typisch dunkle Sinkschnüre, habe ich einen 9 Meter langen Kopf mit 14,70 Gramm aus einer Fenwick Windcutter, einen 11 Meter langen und 16 Gramm schweren Kopf aus einer weiteren Windcutter sowie dieses schöne Triangle Taper von Lee Wulff, einfach super zu werfen, wenn auch mit dickerer Keule, die hat bei 10,50 Metern Länge 16,30 Gramm und meine „Windschnur“, ebenfalls aus einer Fenwick Windcutter (die sind ultradünn) einen kurzen 8 Meter langen Kopf mit nur 14,70 Gramm, der sich aber (an der # 7) erstaunlich gut werfen lässt.
Unter normalen Windbedingungen würde ich nach den neuen Erkenntnissen die Wet Cel fischen, ich richte mich zwar nur nach meinem Gefühl, liege aber wohl mit den 17,65 Gramm für die # 7 viel zu hoch

aber vielleicht zeigt Bernd mir im Dezember mal, wie man richtig wirft
Die Wet Cel, vielleicht kennt die auch Jemand unter „the slimy line“, wird ultrarutschig bei Wasserkontakt und ältere Bestände gibt’s vereinzelt sogar noch. Oft muss man aber den kleinen Teich schauen, so wie hier:
Wet Cel
Einen Vergleich möchte ich noch anstellen, um die Vorteile einer Sinkschnur zu erkennen. Dazu habe ich mir wieder ein Bildchen gebastelt
Ein Vergleich zum Verlauf der Schnüre eines Spinnanglers, da fischt Niemand mit einer schwimmenden Schnur und Blinker

und die Nachläufer kommen bis unter die Rutenspitze.
Der Wobbler, die Schnur verläuft mit einem geringen Winkel von der Rutenspitze zum Köder, je nach Distanz verändert sich der Winkel, ist der Wobbler weit draussen, ist die Schnur fast geradlinig, je näher der Wobbler kommt, um so mehr steigt der Winkel. Zu berücksichtigen ist hierbei auch die Ausrichtung der Rute, je höher die Spitze gehalten wird, je höher der Winkel.
Der Blinker zieht die Schnur schneller in einen Winkel, er läuft tiefer und hakt die Fische vielleicht nur wegen dem Drilling
Der Sbirolino, er ist in der Lage, die Fliegenschnüre halbwegs gut nachzuahmen. In der Skizze ein halbsinkendes Modell als Gedankengrundlage, der Sbiro schafft einen Winkel ähnlich dem Wobbler, aber – hinter dem Sbiro ist das Vorfach gerade ausgerichtet. Bei einem 20 Gramm Sbiro geht ein Anhieb meiner Meinung nach eher direkt durch, als das Kraft über die Gesamtschnurlänge verloren geht. Der Wasserwiederstand des Sbiros verhindert einen größeren Winkel beim Anhieb, der Anhieb wirkt auf den Sbiro, welcher die Kraft auf die Fliege geradlinig überträgt und stellt daher, wie ich finde, eine gute Alternative dar (um auf Drillinge zu verzichten 8) ).
Die sinkende Schnur (in Bernds Sinne) bildet über die gesamte Länge, welche sich im Wasser befindet, einen Bogen, vergleichbar zum Winkel, streckt sich aber unter Zug gleichmäßig und dürfte die Kraft ungebrochen durchbringen
Mit anderen Worten, wer mit dem Blinker oder dem Wobbler fischt, macht ja eigentlich Alles richtig, ob er es weiß oder nicht :grin:
Bernd, vielen Dank für diese frischen Einsichten!
