Schwimmschnur vs. Sinkschnur an der Küste

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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knoesel
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Beitrag von knoesel »

@ Bernd
Über viele Jahre hindurch benutzte ich Sinkschnüre, wenn ich an deutschen und dänischen Auen auf MeFo fischte und relativ langsam strippte.
Für die Küste habe ich diese ganz weit verbannt, da es zu häufig zu Hängern kam und die Schnur über dem beliebten Leopardengrund oft über Muscheln und Blasentang etc. gezogen wird. (Es sei denn, man stipped wie ein Weltmeister).
Im Sinne der Schonung von Sinkschnüren und zur Vermeidung von Hängern wurden also schwimmende - manchmal mit sinkender Spitze plus Fluor - aufgespult.

Wie sind Deine diesbezüglichen Erfahrungen? Vorteile von Sinkern wurden ja ausführlich geschildert. :wink:
Wir können den Wind nicht ändern -
aber die Wurfmethode anpassen.
;)
Petri-Heil ~~ Alleweil
Klaus aus Eckernförde
szalor85

Beitrag von szalor85 »

Moin Männers :wink:

wenn ihr ne gute Schnur mit Intermediatespitze sucht dann schaut doch ma hier:

http://www.full-service-flyfishing.de/s ... dator.html
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Guten Morgen, Bernd :wink:

Ich habe mir Deine (ausführlichen :+++: ) Überlegungen und Veranschaulichungen mal nächtlich einwirken lassen und komme zu dem Schluss, meine Schnüre sowie meine Bindeweise verändern zu müssen :roll:

Zumindest zeitweise, je nach Aktivität der Fische. Also so grob vorab, im Winter würde ich bei der Schwimmschnur bleiben, außer bei tiefem Wasser.

Die Vorstellung der sinkenden Schnur, unterteilt in eine geruhsamere und eine schnelle Einholgeschwindigkeit, dürfte in Bezug auf das möglicherweise bessere Hakensetzen schon deutliche Vorteile bringen, denke ich mal, ohne Bezug auf eigene Erfahrungswerte.

Die Veranschaulichungen der verschiedenen Schnüre musste ich mir auch selbst mal „malen“, dazu die Fliegen in unterschiedlichen Ausrichtungen.

Ich glaube nun ebenfalls, dass eine sinkende Leine (in Deinem Sinne) einen 1. direkteren Kontakt zu Fliege und Fisch ermöglicht und 2. auch eine eher natürlichere Anbietung der Fliege ermöglicht, da die Oberflächenbewegung nur noch einen sehr geringen Einfluss auf die Schnur hat.

Vor zwei Wochen hatte ich drei Fehlbisse auf einen der neuen Zonker (nach Jelles Vorbild) und habe nun vielleicht meine Fehler erkannt. Das war sehr wahrscheinlich 1. die Schwimmschnur, 2. das zu kurze Vorfach (war nach mehreren Fliegenwechseln höchstens noch 3 Meter lang) und 3. mit Sicherheit die zu hohe Beschwerung des Zonkers, bzw. das nasse Kaninchen.

Der Zonker lief, recht zügig geführt, in etwa 60 bis 70 cm Wassertiefe, der Haken war normal ausgerichtet und das Wetter war ruhig, die Schwimmschnur also gestreckt ohne Schnurbogen.

Alle Bisse kamen sehr heftig (also das Muster ist super, Jelle :D ), aber von der Oberfläche bis zur Lauftiefe der Fliege entstand natürlich ein nicht unerheblicher Winkel, welcher die Hakenspitze so nach oben zerrte, das die Spitze vermutlich zwischen Ober- und Unterkiefer der Trutten hindurch geschlenzt wurde.

Als Haken für die Zonker hatte ich einen mit geradem Öhr gewählt, mit Schlaufe befestigt.

Auf meiner Skizze habe ich einen Haken mit nach unten gebogenem Öhr genommen, dazu die Beschwerungen einmal normal und einmal upsidedown dargestellt.

Natürlich komme ich somit auf die Ausrichtung der Fliege und stelle mir vor, das ein Upsidedown-Muster besser haken müsste, könnte, sollte :-q:

Aber mal so vorstellen: Upsidedown, die Hakenspitze zeigt nach oben, das Hakenöhr zeigt nach oben und die Sinkschnur vermittelt einen fast geradlinigen Zug auf Höhe der Fliege.

Beim Anhieb, bzw. Straffen der Schnur, „reisst“ die Sinkschnur das (als upsidedown) nach oben gebogene Öhr gerade, die Spitze hebt sich nach oben und sollte, aufgrund der schnellen Führung, weit vorne im Oberkiefer fassen.

Die normal ausgerichtete Fliege kippt beim „Anhieb“ wohl leicht nach unten, die Hakenspitze gerät sehr wahrscheinlich auf eine Ebene mit dem Hakenschenkel und könnte somit, unter schlechtem Zufall, wieder aus den Kiefern entfliehen.

Und natürlich spricht der Punkt der Hängergefahr für upsidedown, denn wenn man mal während des Einstrippens eine Zigarette anzündet, flattert die Fliege schnell ins Reich der Dorsche.

Also, Bernd, ich bedanke mich vorab für den „Zieschen Fernkurs“ :+++: werde heute Nachmittag mal meine transparenten Sinker einwerfen und mir Gedanken über passende Fliegen machen (der Sandaal als usd wird schwierig) :wink:
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Klaus :wink:
Dein Avatar gefällt mir! ;)
Zu Deinen Erfahrungen mit der Sinkschnur an der Küste... Ich hatte anfangs sehr ähnliche Erfahrungen gesammelt.
Später kam der Punkt, an dem ich meine Einholgeschwindigkeit insgesamt deutlich erhöhte.
Danach wechselte ich mehr und mehr zu sinkenden Schnüren über und verlor weniger Fische im Drill.
Schon vorher in meinen ersten Jahren an der Küste hatte in meinem Freundeskreis jemand permanent mit einer Sinkschnur und einem leicht auftreibenden (unbeschwerten) Muddler Minnow gefischt. Seine Fliege lief deutlich tiefer als meine. Durch den leichten Auftrieb seiner Fliege konnte er auch mit mittlerer Einholgeschindigkeit fischen, ohne viele Hänger zu bekommen. Der Fangerfolg gab ihm sehr oft Recht. Auch das war ein Punkt für meine heutige Sicht.
Natürlich kannst Du an einer flachen Stelle keine Sinkschnur nehmen, die zügig sinkt und dann langsam einholen. Das ist klar.
Ich fische heute "meinen" Clear Schußkopf (Orvis 11,5m 18 Gramm) und der funktioniert fast überall. Auch an flachen Plätzen.
Dieser Clear Kopf sinkt aber auch ein klein wenig langsamer als andere clear Köpfe, die ich getestet habe und die vielfach ein echt schnelles Einholen (zumindestens bei beschwerten Fliegen) fordern.


Hallo Mirko.
Ich sehe Du hast Dir mal wieder reichlich Gedanken gemacht. Das finde ich klasse :+++: .
Ich stimme mit Deinen Überlegungen gut überein.
Allerdings würde ich bei der Meerforelle von einem upside down Muster absehen. Ich bin überzeugt, der Haken fasst in der unteren Maulpartie besser. Oben ist der Kiefer doch deutlich härter und knochiger ausgeprägt. Ich hätte da ein weniger gutes Gefühl. Wenngleich natürlich auch immer etwas Glück dazu gehört.

Gruß,
Bernd
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

Moinmoin!!
Bernd Ziesche hat geschrieben: Dieser Clear Kopf sinkt aber auch ein klein wenig langsamer als andere clear Köpfe, die ich getestet habe und die vielfach ein echt schnelles Einholen (zumindestens bei beschwerten Fliegen) fordern.
Gruß,
Bernd
Lieber Bernd, verzeih', wenn ich mal so ganz geradeheraus frage welches Fabrikat es ist, das Du als Schußkopf fischst.
:-)

TL
Ralph
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Ralph, schau mal hier ;)
Bernd Ziesche hat geschrieben:Ich fische heute "meinen" Clear Schußkopf (Orvis 11,5m 18 Gramm) und der funktioniert fast überall. Auch an flachen Plätzen.
Ich suche den auch schon :x
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Hiker
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Beitrag von Hiker »

Orvis Clear Intermediate

Vielleicht hat Bernd ja die und dann schlicht geköpft??? Richtig, Bernd? :-q:

Greets, Hiker :D
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

@Hiker und Mirko:

Danke für Eure Mühe!!

TL
Ralph :wink:
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hallo Bernd,

im Rahmen der Schnurfrage würde mich interessieren, wie Du den Einfluß der Tiefe, in der die Fliege läuft, auf den Fangerfolg beim MeeFo-Fischen beurteilst?

Ich habe z.B. letztes Jahr in einer Woche Ende März deutlich besser gefangen als meine beiden Freunde (12:4:4), die durch Polyleader bzw. clear intermediate Sinktips aber auch tiefer gefischt haben als ich (sie hatten deutlich öfter Grund- bzw. Krautkontakt als ich). Kann ich daraus ableiten, daß sich Meeforellen bei der Nahrungssuche evtl. lieber nach oben als nach unten orientieren? Fliegenmuster und Führungsweise waren ähnlich ...

Gruß, Matthias
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Mattes36 hat geschrieben:(12:4:4)
Angeber :oops :lol: :spass:

Hallo Matthias, sehr interessante Frage, bin gespannt auf Bernds Antwort :grin:

Mich würde auch noch sehr interessieren, wie Bernd die Schnur mit Loops versehen hat, die hat doch sicherlich eine monofile Seele.

Ich habe es bei solchen Seelen mit Knoten, schweißen und diesen Überzieh-Loops probiert, aber weder bin ich bisher mit der Haltbarkeit noch von der Optik überzeugt.

Das Vorfach befestige ich nur noch mit dem Nagelknoten, aber für die nachfolgende Runningline suche ich noch :wink:
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hi Mirko,
Ostsee-Silber hat geschrieben:Angeber :oops :lol: :spass:
nee, Du weißt ja, auch ein blindes Huhn ... :grin:

Und solange man selbst nicht weiß, warum man besser gefangen hat, gibt es auch keinen Grund, sich auf die Schulter zu klopfen :roll:
Ostsee-Silber hat geschrieben:bin gespannt auf Bernds Antwort :grin:
Ich auch! ;)

Viele Grüße, Matthias
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knoesel
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Beitrag von knoesel »

@ Bernd, Mirko und Matthias
Ich vermute mal, dass Ihr mit der Einhand plus SK fischt (vergl. Gewichtsangaben) und dabei den SK bis unter die Rutenspitze "ausfischt".
Mit der Zweihand fische ich nur bis zur RL und habe das Problem (an der Küste - nicht bei Strömung im Fluss!), den SinkSK (Definition Bernd) vollständig aus dem Wasser zu heben. Dies ist m.E. auch ein Nachteil für Sinker.
Ich seh schon: "wir" Zweihänder müssen uns mal am Wasser treffen - und/oder vorher beim Bier :grin: :wink:
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Jelle
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Beitrag von Jelle »

ein kumpel von mir hat sich so eine leine selbst gebaut nach dieser anleitung und die fischt recht gut allerdings muß er jedes mal den schußßkopf strecken vor dem fischen - bauanleitung:

http://www.medflyfish.com/mag/hmfl1.html

müsste doch was für dich sein mirko :wink:
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Nabend ;) .

Meinen Lieblingsschußkopf von Orvis gibt es leider nicht mehr. :cry: Ich habe den letzten Dezember für 25 Euro im Ausverkauf geschossen. Das Angebot hatte ich hier übrigens gepostet :oops 8) :grin: .

Die Idee vom Hiker ist gut, und ich habe sie bereits umgesetzt.
Man muss aber schauen, welches Taper die "Voll-Clear-Schnur" ausweist.
Im Endeffekt werfen sich die Clear Schußköpfe oft grauenvoll. Und ich habe bisher nur diese eine Ausnahme gefunden.
Der alte Orvis Kopf ist anders als andere Clear Schußköpfe getapert. Nämlich dünner und dafür etwas länger.
Eine 7er Voll-Schnur nehmen und die Länge etwas erhöhen, ist eine alternative Möglichkeit. :+++: Ob die Sinkgeschwindigkeit identisch zu meinem Orvis Schußkopf wird, kann ich nicht versprechen. Dies vermute ich bei dem Orvisfabrikat allerdings stark.

Hallo Matthias.
Ehrlich gesagt, wundert mich Deine Schílderung 12:4:4 nicht im geringsten.
Ich halte nichts davon, ein dickes Polyleader 60 oder 80cm vor der Fliege durch das Wasser zu ziehen.
Vermute ich richtig, dass Du ein längeres monofiles Vorfach, welches weit dünner war (betrachten wir die Gesamtlänge) gefischt hast ?
Die meisten fischen ja sehr kurze monofile Vorfächer am Polyleader.
Klar fängt man damit Meerforellen. Die Frage ist aber, wieviele man damit nicht fängt, weil sie unter Wasser das mit so wenig Abstand vorgeschaltete und verhältnismäßig dicke Ployleader sehen und irritiert werden ?
Ich weiß es nicht. Nur mein Gefühl ist nicht sehr positiv hierbei.
Ich hatte das selber schon öfters gefischt, und empfand das Polyleader immer als sehr sichtig im Wasser.

Ansonsten habe ich durchweg bessere Erfahrung mit der tiefer gefischten Fliege gesammelt. Wobei ich bei "tief" an der durchschnittlichen Stelle an der Ostseeküste (1- 3m Wassertiefe)an etwas unterhalb der mittleren Tiefe denke. Ich hänge gewiß nicht ständig im Blasentang etc. fest ;) .

An wirklich tiefen Stellen habe ich selten im Oberflächenbereich gut gefangen. Hingegen habe ich oft in Grundnähe deutlich besser gefangen.
Dies war insbesondere dann der Fall, wenn eine gute Strömung lief.

Hallo Klaus.
Ich würde den Schußkopf bei der Zweihandrute auch in die Rute hineinziehen. Wäre das ein Problem ?
Mir wäre sonst die Fliege noch viel zu weit entfernt von mir.
Natürlich muss man ja nicht immer alles bis ins letzte ausreizen... ;) . Wenn ich neben Dir fische, würd ich dann notfalls Deinen Nachläufer gerne übernehmen :grin: :+p :spass:

Hallo Jelle.
Klasse Tip :+++: . Den kannte ich noch nicht. Das sollte man probieren, wobei Mirko vermutlich schon so eine Leine fertig haben dürfte ? :spass: :ironie:

Gruß,
Bernd
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hallo Bernd,
Bernd Ziesche hat geschrieben:Ehrlich gesagt, wundert mich Deine Schílderung 12:4:4 nicht im geringsten.
mich schon :-q: ... einer meiner Freunde fischt an seinem SK eine sehr seltsame Vorfachzusammenstellung. Erst ein intermediate Polyleader, dann ein gezogenes Fluocarbonvorfach und letztendlich eine Vorfachspitze aus Fluocarbon. Der andere fischt eine Cortland Ghosttip (schwimmend + 4,5m clear intermediate Spitze) mit einem monofilen Vorfach. Ich verwende ein selbstgedrehtes Vorfach aus 0,31er Fluocarbon mit 0,26er Fluocarbon-Spitze, Länge ca. 4,5m. Daran kann es also eigentlich nicht gelegen haben, oder?!

Und da wir größtenteils an flachen Stellen gefischt haben, dachte ich, daß evtl. die Lauftiefe der Fliege der Grund für das unterschiedliche Fangergebnis gewesen sein könnte?! Wenn die Forelle bei ca. 1,20m Wassertiefe auf der Hälfte - also bei 60cm - schwimmt (tut sie das wirklich?), dann nimmt sie eine Fliege, die 30cm tief läuft doch sicher besser wahr, als eine die 90cm tief läuft, oder?!

Viele Grüße, Matthias
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