Guten Morgen, Bernd
Ich habe mir Deine (ausführlichen

) Überlegungen und Veranschaulichungen mal nächtlich einwirken lassen und komme zu dem Schluss, meine Schnüre sowie meine Bindeweise verändern zu müssen
Zumindest zeitweise, je nach Aktivität der Fische. Also so grob vorab, im Winter würde ich bei der Schwimmschnur bleiben, außer bei tiefem Wasser.
Die Vorstellung der sinkenden Schnur, unterteilt in eine geruhsamere und eine schnelle Einholgeschwindigkeit, dürfte in Bezug auf das möglicherweise bessere Hakensetzen schon deutliche Vorteile bringen, denke ich mal, ohne Bezug auf eigene Erfahrungswerte.
Die Veranschaulichungen der verschiedenen Schnüre musste ich mir auch selbst mal „malen“, dazu die Fliegen in unterschiedlichen Ausrichtungen.
Ich glaube nun ebenfalls, dass eine sinkende Leine (in Deinem Sinne) einen 1. direkteren Kontakt zu Fliege und Fisch ermöglicht und 2. auch eine eher natürlichere Anbietung der Fliege ermöglicht, da die Oberflächenbewegung nur noch einen sehr geringen Einfluss auf die Schnur hat.
Vor zwei Wochen hatte ich drei Fehlbisse auf einen der neuen Zonker (nach Jelles Vorbild) und habe nun vielleicht meine Fehler erkannt. Das war sehr wahrscheinlich 1. die Schwimmschnur, 2. das zu kurze Vorfach (war nach mehreren Fliegenwechseln höchstens noch 3 Meter lang) und 3. mit Sicherheit die zu hohe Beschwerung des Zonkers, bzw. das nasse Kaninchen.
Der Zonker lief, recht zügig geführt, in etwa 60 bis 70 cm Wassertiefe, der Haken war normal ausgerichtet und das Wetter war ruhig, die Schwimmschnur also gestreckt ohne Schnurbogen.
Alle Bisse kamen sehr heftig (also das Muster ist super, Jelle

), aber von der Oberfläche bis zur Lauftiefe der Fliege entstand natürlich ein nicht unerheblicher Winkel, welcher die Hakenspitze so nach oben zerrte, das die Spitze vermutlich zwischen Ober- und Unterkiefer der Trutten hindurch geschlenzt wurde.
Als Haken für die Zonker hatte ich einen mit geradem Öhr gewählt, mit Schlaufe befestigt.
Auf meiner Skizze habe ich einen Haken mit nach unten gebogenem Öhr genommen, dazu die Beschwerungen einmal normal und einmal upsidedown dargestellt.
Natürlich komme ich somit auf die Ausrichtung der Fliege und stelle mir vor, das ein Upsidedown-Muster besser haken müsste, könnte, sollte
Aber mal so vorstellen: Upsidedown, die Hakenspitze zeigt nach oben, das Hakenöhr zeigt nach oben und die Sinkschnur vermittelt einen fast geradlinigen Zug auf Höhe der Fliege.
Beim Anhieb, bzw. Straffen der Schnur, „reisst“ die Sinkschnur das (als upsidedown) nach oben gebogene Öhr gerade, die Spitze hebt sich nach oben und sollte, aufgrund der schnellen Führung, weit vorne im Oberkiefer fassen.
Die normal ausgerichtete Fliege kippt beim „Anhieb“ wohl leicht nach unten, die Hakenspitze gerät sehr wahrscheinlich auf eine Ebene mit dem Hakenschenkel und könnte somit, unter schlechtem Zufall, wieder aus den Kiefern entfliehen.
Und natürlich spricht der Punkt der Hängergefahr für upsidedown, denn wenn man mal während des Einstrippens eine Zigarette anzündet, flattert die Fliege schnell ins Reich der Dorsche.
Also, Bernd, ich bedanke mich vorab für den „Zieschen Fernkurs“

werde heute Nachmittag mal meine transparenten Sinker einwerfen und mir Gedanken über passende Fliegen machen (der Sandaal als usd wird schwierig)
