Zweihand an der Küste

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hi Ingo,

ich würde gerne mal eine Zweihand an der Küste ausprobieren, wenn sich die Gelegenheit bietet, aber nicht, weil ich mir von der Zweihand Vorteile gegenüber der Einhand verspreche, sondern weil es mich einfach mal interessiert, wie sich das mit der Zweihand so macht. Also kein grundsätzliches Kontra ;)

Zu Deinen Punkten:
Ingo Dege hat geschrieben:1. nicht weit einwaten

Nehmen wir mal ein typisches "Küstenbild". Da stehen ein bis mehrere Fischer im Wasser und dies in der Regel bis Anschlag Wathose. Die Folge ist, das der Rutenarm weiter noch oben gestreckt wird ( man muss ja wieder den Abstand zur Wasseroberfläche herstellen ) und das geht dann wieder zu Lasten der Entfernung. Ich habe es einmal probiert: ein Freund stand so wie beschrieben in der Ostsee und versuchet auf Entfernung zu kommen. Da die Wurfweite bei der Zweihand ( zumindest bei mir ) größer ist, landete meine Fliege unwesentlich kürzer als die meines Freundes. Ich stand aber nur bis zu den Waden im Wasser und habe damit ( mein Freund hat die Situation natürlich "aufgehoben" ) weniger Fische nach draussen vertrieben. Ein klarer Punkt für die Zweihand!!
So lange Du mit der Zweihand nicht weiter wirfst, als Du (und nicht Dein Freund) es mit der Einhand tust, ist das kein Vorteil für die Zweihand. Es macht keinen Sinn, einen sehr guten Zweihandwerfer mit einem mittelmäßigen Einhandwerfer zu vergleichen. Du wirfst auch mit der Einhand weiter, wenn Du nicht so tief einwatest. Fazit dieser Betrachtung ist aus meiner Sicht nicht unbedingt "Vorteil Zweihand", sondern eher "Tiefwaten kostet Wurfweite - egal mit welcher Rute".
Ingo Dege hat geschrieben: 2. entspannter Werfen

Bei richtigem Einsatz kommt man wirklich mit einem Leerwurf zurecht und ich glaube, dass das "Gewedel" der meisten Einhandfischer ( ich habe Leute beobachtet, die zwischen 7 und 10 (!!!) Leerwürfe gemacht haben ) diese mehr ermüdet, als die paar Gramm mehr einer leichten Zweihand in Klasse 7 oder 8.
Auch kein Vorteil für die Zweihand, denn wenn der Werfer mit einer gut abgestimmten Einhand-Schußkopf-Kombination 7-10 Leerwürfe benötigt, wird er auch mit der Zweihand nur unbeholfen rumwedeln - er muß das Werfen eben noch etwas üben! Daß Du mit der Zweihand entspannter fischst, als der 10-Leerwurf-Anfänger mit der Einhand, ist klar ... aber was ist für Dich persönlich entspannter? Oder etwas provokanter: warum fischst Du denn überhaupt die Einhand mit SK und nicht die Zweihand?
Ingo Dege hat geschrieben: 3. Ausfischen ist doch möglich

Mein SK ist 11,20 Meter lang. Plus Vorfach liege ich bei rund 15 Meter und strippe den Kopf nie ein. Ist der Kopf am Endring, nehme ich die Rute zur Seite /nach hinten ( lässt sich besser zeigen als beschreiben ). Macht das mal probeweise auf der Wiese und Ihr werdet sehen, dass der "Aufnahmepunkt" Eurer Fliege mit dieser Art des Ausfischens geringfügig bis gar nicht weiter am Ufer ist.
Nachdem die Rute den Weg nach hinten geführt wurde, stelle ich Sie auf, mache einen Rollwurf, die Leine ist wieder vorne und gestreckt und ich kann zum Rückschwung ansetzen.
Und was machst Du, wenn Deine lange Rute schräg nach hinten in den Himmel zeigt, die 15m Schnur hinter, neben und vor Dir im Wasser liegen und in diesem Moment eine Forelle die Fliege nimmt?
Ingo Dege hat geschrieben: 4. Leichte Zweihänder

Meine Rute ist die LPXe von Guideline in Klasse 7/8 und in der Länge 12`6 Fuss. Zusammen mit einer leichten Rolle hat man nicht wirklich Gewicht in der Hand und dies Kombi lässt sich wunderbar den ganzen Tag fischen.
Das glaube ich Dir gerne, aber mit meiner Einhand-Kombi fische ich auch wunderbar entspannt über den ganzen Tag ;)
Ingo Dege hat geschrieben:Fazit: wer es nicht glaubt, soll es einfach mal probieren!!
Wie gesagt, das würde ich gerne mal tun - einfach aus Neugier! Zweihandfischen macht bestimmt 'ne Menge Spaß und darum geht es ja letztendlich. Und wenn es jemandem mehr Spaß macht, als mit der Einhand zu fischen, ist das vollkommen OK. Wenn die Zweihand an der Küste wirklich Vorteile gegenüber der Einhand hat, lasse ich mich gerne überzeugen - aber nicht ohne den ein oder anderen Standpunkt kritisch zu hinterfragen ;)

Viele Grüße, Matthias
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Aukieker
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Beitrag von Aukieker »

@ Ingo

Moin Ingo,
ich möchte es im Herbst auch mal mit eben dieser LPXe an der Küste antesten.
Ich benutze für die Rute im Fluß meist SK mit 25-26g (ohne Polyleader), welches Schußkopfgewicht/Vorfach würdest du für diese Rute an der Küste empfehlen?
Ich schätze, fürs reine Überkopfwerfen darfs ein wenig weniger sein.. :wink:
Viele Grüße,
Rolf
Ingo Dege

Beitrag von Ingo Dege »

@ Matthias

in einigen Punkten habe ich mich wohl ein wenig mißverständlich ausgedrückt! Die "Wurfweite" bezog sich auf die Entfernung, die meine Fliege mit einem Standplatz ( 1 Meter Abstand zum Strand ) zurückgelegt hat. Der Freund stand aber ca. 7 Meter weit im Wasser. Bedeutet: ich konnte von den Fischen wegbleiben und habe nahezu auf gleicher Höhe meine Fliege gewassert.

Die Einhand/SK-Kombi fische ich derzeit - wie erwähnt, weil der Bernd mich "inspiriert hat und ich gerne meinen Horizont erweitern möchte...

Der Fisch, der just in dem Moment beißt, wenn die Rute den Punkt hinten erreicht hat, bekommst Du mit dem Rollwurf nach vorne. Ich weiß, dass meine Schilderungen schwer verständlich sind. Ich hatte ja auch geschrieben: lässt sich besser zeigen als beschreiben.

Nunja, Matthias, vielleicht schnappst Du Dir ja einfach mal für einige Tage Deine Zweihand ( welche hast Du überhaupt ? ) und erlebst es.

@ Rolf

ich hab` einen SK ( aus einer sauteuren MachII ) in 11,2 Metern und 24 Gramm. Ich find`s gut!
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hi Ingo,

Du hast das doch gut beschrieben und ich glaube, Dich auch richtig verstanden zu haben. Ich habe in den von Dir beschriebenen Situationen nur die Vorteile der Zweihand nicht so gesehen.

Ich werfe mit der Einhand auch ein paar Meter weiter, wenn ich am Strand stehe und nicht bis zum Bauchnabel im Wasser ;) ... das Hakensetzen durch Rollwurf finde ich interessant, hast Du das am Wasser schon erfolgreich praktiziert?

Ich habe noch keine Zweihandrute, obwohl ich schon oft über die Anschaffung nachgedacht habe. Mir fehlen einfach die Gelegenheiten zum sinnvollen Einsatz einer solchen Rute und nur mal so zum ausprobieren war mir das Gerät bisher einfach zu teuer. Ich bin kein Lachsfischer und zum Hechtfischen erschien mir der Einsatz einer Zweihand an den von mir befischten Gewässern auch nicht vorteilhaft. Aber genau deswegen hinterfrage ich ja die angeblichen Vorteile der Zweihand an der Küste, denn vielleicht gibt es ja doch gute Gründe, die die Anschaffung eines solchen Stöckchens rechtfertigen?! ;)

Viele Grüße, Matthias
Ingo Dege

Beitrag von Ingo Dege »

Mattes36 hat geschrieben: Ich habe noch keine Zweihandrute, obwohl ich schon oft über die Anschaffung nachgedacht habe.
Hallo Matthias,

nimm es mir bitte nicht übel und ich möchte Dir in keinem Fall auf die Füße treten! Aber: Du antwortest auf eine Frage "Zweihand an der Küste - mich würde interessieren, wer das praktiziert" mit Sätzen wie:"So 'ne lange Stange hat auch Nachteile ... der Wind drückt schon ordentlich auf die Rute und umso mehr, je länger und dicker die Rute ist" oder "So eine kurze Zweihand wie die Switchrute von Stefan Scherf könnte vielleicht ganz interessant sein, wobei wir da auch wieder beim alten Thema sind: beidhändige Führung beim Wurf VS. Doppelzug." was ja impliziert, dass Du von der Zweihandgeschichte Ahnung hast!

Es ist aber augenscheinlich so, dass Du noch nie versucht hast, mit der Zweihand an der Küste ( oder anderswo ) zu fischen. Warum dann solche "negativen" Anregungen/Fragen????

Schnapp` Dir doch bitte mal so einen Stock, mache Dir ein persönliches Bild und antworte dann auf solche Fragen! Es wäre dem Fragenden gegenüber sicherlich fairer und ehrlicher - findest Du nicht auch??!!!

Vermutungen, es könnte ja so oder so sein, helfen nicht wirklich!

Ich respektiere selbstverständlich Deine Nachfragen und würde mich freuen, Dir am Wasser einmal die Gelegenheit geben zu können, eine Zweihand im praktischen Einsatz an der Küste auszuprobieren.

Zu Deiner Frage... "... das Hakensetzen durch Rollwurf finde ich interessant, hast Du das am Wasser schon erfolgreich praktiziert?": natürlich - und nicht nur ich!!
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Aukieker
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Beitrag von Aukieker »

Hallo Männer, ich habe die 2-Hand zwar bisher nicht an der Ostsee eingestzt, fische bei Stauwasser (dat is in Tidengewässern, wenn der Strom bei Ebbe umkehrt, also zunächst stockt :s+3: ) auch noch eine Zeit an Stellen die mir Überkopfwürfe gestatten und muß dabei dann natürlich einstrippen.
Hierzu habe ich mir angewöhnt den SK einzustrippen, bis ich Ihn in der Hand halte (wie beim Einhandfischen). Danach Rollwurf, 1x hin und her zum Verlängern und "wech" ;) .
Ich werde an der Küste diese und auch Ingo`s Methode mal versuchen, ich denke beides ist - je nach Vorliebe - machbar.

Einen weiteren großen Vorteil für die 2-Hand sehe ich in der Abwechslung bei Ergänzung zur Einhand, will sagen, wenn es nach einigen Tagen Einhandfischen hier und da zwickt und zerrt, ist mit der 2-Hand wieder eine entspannte Fischerei angesagt (wobei tagelanges 2-Handfischen auch ganz schön anstrengend ist, wie ich bemerkt habe :oops )!

Viele Grüße,
Rolf
Gast

Beitrag von Gast »

Sorry,liebe Leute.Ich habe hier ja richtig wilden Schriftverkehr verpennt.Und es ging ja auf einmal nur noch um Theorie beim Fischen.Warum denn nur??Ob Einhand oder Zweihand,beide erfüllen ihren Zweck und lassen sich auf ihre geforderte Weise bedienen.
Vom Handling lässt sich eine Zweihand doch ebenso unproblematisch an der Küste einsetzen wie eine Einhand.
Aber wer an der Küste 10 Leerwürfe mit seiner Einhand benötigt,ist sicher auch noch im Gebrauch einer Zweihand überfordert und wird hier keinen Vorteil für sich schaffen,sondern sollte sich erst mit seiner Einhand vertraut machen.
Aber selbst eine leichte Zweihand ist für mich an der Küste eine Kanone und bei den zu erwartenden Durchschnittsgrössen der Fische nehme ich mir doch jegliche Freude.
Grosse Flüsse in Schweden und Norwegen,keine Frage.
Flüsse in Dänemark wie Skjern,ok.
Aber selbst meine Flüsse in Jütland könnte ich mit einer kurzen 12.6f befischen,aber die Durchschnittsgewichte liegen bei ca.3,5kg.
Da kann mir selbst die Einhand nicht leicht genug sein.
Und ein paar Meter Weitevorteil an der Küste???
Sorry ihr lieben,aber scheiß doch drauf. :grin:
Viele Grüsse,Heiko. :wink:
Gast

Beitrag von Gast »

Namensvetter:Dito :+++:
Das musste ich noch schnell an dich loswerden,denn im Wintergarten liegt noch ein Fisch und es ist echt spät.

Heiko :wink:
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hallo Ingo,

ich habe so eine Reaktion erwartet ... und trotzdem offen und geradlinig meine Situation und mein Anliegen beschrieben. Ich habe einfach erwartet, mir auch ohne Zweihanderfahrung und vor dem Kauf einer entsprechend teuren Ausrüstung, Gedanken dazu machen und (auch kritische) Fragen stellen zu können.

Deine Kompetenz im Zweihandbereich ist unbestritten und vielfach anerkannt, aber ich finde es schade, daß die Diskussion in diese Richtung geht und nicht inhaltlich-sachlich beim Thema bleibt. Damit kann ich leben ... was mich aber schon ein bißchen ärgert ist, daß Du meine Aussagen aus dem Zusammenhang reißt und daraus die falschen Schlüsse ziehst.
Ingo Dege hat geschrieben:Du antwortest auf eine Frage "Zweihand an der Küste - mich würde interessieren, wer das praktiziert" mit Sätzen wie:"So 'ne lange Stange hat auch Nachteile ... der Wind drückt schon ordentlich auf die Rute und umso mehr, je länger und dicker die Rute ist" oder "So eine kurze Zweihand wie die Switchrute von Stefan Scherf könnte vielleicht ganz interessant sein, wobei wir da auch wieder beim alten Thema sind: beidhändige Führung beim Wurf VS. Doppelzug." was ja impliziert, dass Du von der Zweihandgeschichte Ahnung hast!
Warum impliziert eine Aussage über den Einfluß von Wind auf eine lange Rute Zweihanderfahrung bzw. -ahnung? Ich habe in meinem Posting geschrieben, woher ich diese Erfahrungen habe - das hast Du nicht mit zitiert. Daneben ist der Zusammenhang von Windeinfluß und Rutenlänge/-durchmesser auch bei Spinn- und Einhandfliegenruten recht deutlich spürbar und das ist eine reale Erfahrung von mir.

Und um eine kurze Switchrute interessant zu finden, benötige ich auch keine Zweihanderfahrung. Ich habe darüber gelesen und letztens auch mit Stefan über seine Rute gesprochen ... ich setze mich recht intensiv mit dem Thema auseinander und stelle mir dabei u.a. die (auch schon diskutierte) Frage, ob einen ganzen Tag an der Küste die beidhändige Rutenführung oder die einhändige Rutenführung mit Doppelzug effektiver (und bequemer/entspannter) ist. Und da ich einfach nicht die finanziellen Möglichkeiten habe, um mal eben zum ausprobieren ein paar hundert Euro in eine entsprechende Ausrüstung zu investieren, versuche ich vor dem Kauf das Für und Wider gründlich abzuwägen. Die Meinung eines Experten wie Dir hätte mir dabei sicher geholfen ...
Ingo Dege hat geschrieben:Warum dann solche "negativen" Anregungen/Fragen????

Schnapp` Dir doch bitte mal so einen Stock, mache Dir ein persönliches Bild und antworte dann auf solche Fragen! Es wäre dem Fragenden gegenüber sicherlich fairer und ehrlicher - findest Du nicht auch??!!!

Vermutungen, es könnte ja so oder so sein, helfen nicht wirklich!
Ich maße mir nicht an, irgendwelche Tips zu etwas zu geben, womit ich keine praktischen Erfahrungen habe. Warum auch? Ich möchte die Zweihandgeschichte auch keinesfalls schlecht machen oder negativ darstellen, im Gegenteil - es interessiert mich sehr und ich mache mir eben meine Gedanken, ziehe logische Schlüsse und hinterfrage, um mich evt. doch irgendwann zum Kauf einer Zweihandausrüstung hinreißen zu lassen. Egal, muß ja auch nicht hier und jetzt sein ... belassen wir's einfach dabei.

Viele Grüße, Matthias
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knoesel
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Beitrag von knoesel »

Wenn ich mit der Zweihand an der Küste fische, höre ich häufig: "Mit der Zweihand auf MeFo? Dann kannste auch gleich nen Kran nehmen!".
Dabei wird übersehen, dass es hervorragende Zweihänder auch für die Schnurklassen 6 und 7 gibt, die man auch mit einer WF-oder einer Spey-Schnur oder eben mit einem SK werfen kann. Der Gewichtsunterschied zB zu einer 8er Einhand ist minimal.
Was ist also vorteilhafter? Darüber lässt sich trefflich diskutieren - wie man auch hier mehrfach schon gesehen hat. Zu einem Ergebnis wird man wohl nicht kommen, weil die Geschmäcker (Gott sei Dank) verschieden sind.
Mir macht es einfach Spass mit der 12" 6' #7 an die Küste zu gehen. An manchen norddeutschen oder dänischen Flüssen bringt die 12" Zweihand ebenfalls Vorteile bei der Führung der Fliege über Uferbewuchs oder beim Drill einer MeFo über mehrere Kurven. In den skandinavischen Lachsflüssen würde die 7er m.E. ausreichend sein, ich benutzte dann sicherheitshalber jedoch auch höhere Kaliber.
Ausprobieren und Üben ist angesagt. Bei den Forumstreffen ist Gelegenheit dazu (aber mein Polyleader wird nicht wieder zerschossen!)
:grin: :wink:
Vielleicht schaffe ich mir doch noch eine 6er Zweihand an :?:
Wir können den Wind nicht ändern -
aber die Wurfmethode anpassen.
;)
Petri-Heil ~~ Alleweil
Klaus aus Eckernförde
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Salmonking
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Beitrag von Salmonking »

Ich habe Eure Diskussion mit großer Interesse gelesen und muß sagen, das Ihr ( Ingo /Matthias) bis jetzt sehr fachlich argumentiert habt. Da brauch man nicht angepiekst sein wenn man kein Recht vom Anderen bekommt.

Also lasst uns weiter Diskutieren

Euer fachliches Pro und Kontra hat mir sehr gefallen. Für mich steht aber fest, das wir an der küste nicht zum Werfen sind sondern zum Fischen sind.
Und was machst Du, wenn Deine lange Rute schräg nach hinten in den Himmel zeigt, die 15m Schnur hinter, neben und vor Dir im Wasser liegen und in diesem Moment eine Forelle die Fliege nimmt?
Mit einer durchhängenden Schnur kann man m.E. keinen vernünftigen Kontakt zum beißenden Fisch haben. Auch nicht, wenn ich den Anbiss mit einem Rollwurf parriere. Warum fisch sonst zitierter Bernd Ziesche bei Wellengang mit einer Intermediate, weil er immer den bestmöglichen Kontakt zum Fisch braucht um diesen zu haken und danach an Land zu führen.

Das größere Rutengewicht einer Zweihand und das ich eine längere Rute durch die Luft zerren muß ist für mich auch ein ausschlaggebender Punkt um nicht mit der Zweihand an der Küste zu fischen.

Als unangenehm empfinde ich auch das ein in der Regel höheres Gewicht von der Flugschnur auf´s Wasser knallt

By the way: Ich hab es schon getan ( mit der Zeihand an der Küste)

Und darüber brauchen wir nicht Streiten - einer/eine der 10 Leerwürfe braucht, muß üben :!:

Ich selber fische nur noch mit ner 5er Rute und einer WF Schnur, weil es auf Dauer einfach nur smooth ist. Vom Wurf bis zum Ablegen.

Wie Heiko schon sagt:
1. Gesundheitliche Beeinträchtigungen
Wat weiß ich, die Schulter gibt dat Werfen nicht mehr so her oder ähnliches.
Obwohl man keine Wewechen braucht um mit der Zweihand an der Küste zu fischen - Wer´s mag soll auch gerne so weitermachen :+++:
In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.
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Achim Stahl
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Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Leute,

ich bin stolzer Eigentümer einer Zweihand mit 11', #5. Um es gleich vorweg zu nehmen: das Ding ist kein Spielzeug, sondern ein wirklich ernstzunehmendes Wurfgerät. Und denjenigen will ich sehen, der behauptet, das sei schwerer langer Kram. Damit kann man wirklich den ganzen Tag an der Küste ermüdungsfrei fischen. Aber (!!!) #5 soll man bei einer Zweihand nicht so wörtlich nehmen. Die Schnüre wiegen bekanntlich immer deutlich mehr als bei einer entsprechenden Einhandrute. Deshalb ist die Rute auch bei windigen Verhältnissen nicht überfordert.

Ein Freund von mir fischt schon seit etlichen Jahren mit einer kleinen Zweihand an der Küste, nachdem er wegen eines Tennisarms nicht mehr mit der Einhand werfen konnte. Und was er da macht ist wirlich lässig!

Ein wenig problematisch finde ich die perfekte Abstimmung mit der Schnur. So wie Ingo das beschreibt mit einem 11,50 Meter langem Schußkopf gefällt mir das nicht. Man fischt dann den Wurf entweder nicht ordentlich aus oder strippt sich einen großen Teil des Schußkopfs in die Ringe. Mein Schußkopf liegt deutlich unter 10 Metern.

So viel zur Zweihandfischerei an der Küste. Und dennoch, ich mach das so gut wie nie. Ich finde einfach den Wurfablauf beim Einhandfischen schöner, zwei Leerwürfe, ordentlicher Doppelzug und weg mit dem Ding. Dazu kommt, dass ich ebenso wie Salmonking nicht auf auf die Experten aus dem Binnenland höre, die uns erklären, dass alles unter #8 fürs Meerforellenfischen komplett unseriös ist :oops :oops :oops . Ich bekomme meine fünfer Tri-Cast auch noch bei einer steifen Brise auf die Wurfhand raus. Und das ist wirlich keine Schwerstarbeit.

Langer Rede kurzer Sinn: ob Einhand oder Zweihand ist meiner Meinung nach wirklich nur Geschmackssache. Das passende Gerät gibt es jedenfalls in beiden Ausführungen. Nur man muß das wissen (auch wenn man für oder gegen eine der beiden Methoden postet :s+3: ).

Viele Grüße


Achim
Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Fischlein her.

www.serious-flyfishing.de
Gast

Beitrag von Gast »

Unglaublich und immer wieder schön,was für Reaktionen ausgelöst werden. :grin:
Hier wird wohl kaum einer behaupten.dass die eine oder andere Methode einfach undenkbar ist,sondern er wird einfach nur die Eigene in den Vordergrund stellen.
Und so packe ich jetzt meine#6 Einhand ins Auto und fahre etwas fischen.Und sollte ich gleich an der Küste,oder an meinem Rinnsal einen Zweihand-Fischer treffen,werde ich ihn freundlich grüssen,ihn kurz in den Arm nehmen und auf die Nasenspitze küssen. :l:
Gruß,Heiko. :wink:
Ingo Dege

Beitrag von Ingo Dege »

Salmonking hat geschrieben: Mit einer durchhängenden Schnur kann man m.E. keinen vernünftigen Kontakt zum beißenden Fisch haben. Auch nicht, wenn ich den Anbiss mit einem Rollwurf parriere.
Hallo Andreas;

...kann man ! Wir sehen uns - glaube ich - in Kappeln zum Bindetreffen. Da können wir das mal "live" ausprobieren....
Achim Stahl hat geschrieben:Ein wenig problematisch finde ich die perfekte Abstimmung mit der Schnur. So wie Ingo das beschreibt mit einem 11,50 Meter langem Schußkopf gefällt mir das nicht. Man fischt dann den Wurf entweder nicht ordentlich aus oder strippt sich einen großen Teil des Schußkopfs in die Ringe. Mein Schußkopf liegt deutlich unter 10 Metern.
Hallo Achim,

mit einem SK unter ( deutlich ) 10 Metern wird es schwer, eine ausgewogene Flugbahn zu erreichen! Es sei denn, Du hast eine Leine, die ich nicht kenne. Zum Ausfischen: bist Du auch bei dem Bindetreffen.....
Mattes36 hat geschrieben:Ich habe einfach erwartet, mir auch ohne Zweihanderfahrung und vor dem Kauf einer entsprechend teuren Ausrüstung, Gedanken dazu machen und (auch kritische) Fragen stellen zu können.
Hallo Matthias,

.. und genau in die Richtung ging mein letztes Posting an Dich: die Ausgangsfrage von Frank war:
salmon-frank hat geschrieben:Mich würde interessieren, ob das jemand von Euch praktiziert.

Gruß von Frank
...und nicht, wer es nicht praktiziert! Und auch nicht, wer grundsätztlich "theoretische" Probleme damit hat.
Ingo Dege hat geschrieben:Ich respektiere selbstverständlich Deine Nachfragen und würde mich freuen, Dir am Wasser einmal die Gelegenheit geben zu können, eine Zweihand im praktischen Einsatz an der Küste auszuprobieren.
Das, lieber Matthias, war ein ernstgemeintes Angebot ( auch, wenn zwischen Berlin und der Küste ein paar Kilometer liegen ). Sollte ich Dir mit meinem Posting auf "die Füße getreten" sein, so lag das nicht in meiner Absicht!
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Salmonking
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Beitrag von Salmonking »

Ingo Dege hat geschrieben:
Salmonking hat geschrieben: Mit einer durchhängenden Schnur kann man m.E. keinen vernünftigen Kontakt zum beißenden Fisch haben. Auch nicht, wenn ich den Anbiss mit einem Rollwurf parriere.
Hallo Andreas;

...kann man ! Wir sehen uns - glaube ich - in Kappeln zum Bindetreffen. Da können wir das mal "live" ausprobieren....
Ich bleib so lange dabei bis ich eines Anderen überzeugt bin

Also Ingo das Angebot nehm ich an :+++:
In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.
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