Hallo Fritz
Du deutest an, dass Du nicht alles glaubst, was Du hörst oder liest ... Das ist absolut logisch. Menschen sind oftmals unehrlich. Das ist aber wohl kaum damit in Verbindung zu bringen, ob nun jemand mit der Spinnrute oder mit der Fliegenrute fischt, als viel mehr mit der typisch menschlichen Eigenschaft der Unehrlichkeit.
Ob die Fliege oder der Blinker besser fängt, ist eine Frage, welche mit Sicherheit nur für eine spezielle Situation beantwortet werden kann. Diese Frage kann nie generell beantwortet werden.
Es gibt Situationen, in denen fängt die Fliege besser, und es gibt Situationen, in denen fängt der Blinker besser.
Der Spinnfischer hat den Vorteil, dass er die Fliege ebenfalls fischen kann.
Ich glaube, dass es einfacher ist, das Spektrum an Möglichkeiten mit der Spinnrute zu erlernen als das Spektrum an Möglichkeiten mit der Fliegenrute. Das fängt beim Werfen mit der Fliegenrute an und hört beim Fliegenbinden noch lange nicht auf.
Als Spinnfischer kann man vergleichsweise schnell eine gute Wurfdistanz erreichen und bekommt die Topköder in "jedem" Fachhandel.
Als Fliegenfischer hat man da wohl doch einen längeren Lernprozess vor sich.
Trotzdem kann man natürlich auch als Spinnfischer immer noch etwas neues dazu lernen. Also bitte nicht falsch verstehen !
Wenn ich konkret aus meiner Erfahrung berichten soll, fällt mir eine Situation in Dänemark ein, in der ich mit einer Garnelenfliege sehr gut gefangen habe, nachdem direkt vor mir ein Spinnangler nicht einen Biss bekommen konnte.
Ebenso erinnere ich einen Tag, an dem ich als Fliegenfischer keinen Biss bekommen konnte, obwohl mehrere Spinnfischer sehr sehr gut fingen. Und es lag nicht an der (fehlenden) Wurfweite.
Meiner Erfahrung nach ist es oftmals eine Frage der Region in der man fischt.
In vielen Bereichen Dänemarks z.B. imitiert die Fliege ganz hervorragend das typische Nahrungsspektrum der Meerforelle.
Auf Rügen wird es schon weit schwieriger, mit einer Fliege einen 20cm Hering zu imitieren, welcher dort die Hauptnahrung (schon mittlerer Meerforellen) ausmacht..
Bezüglich meiner Fangquote rechne ich aus dem Bauchgefühl heraus eine Meerforelle pro Angeltag.
Darinne enthalten sind auch kleinere Meerforellen.
Manchmal gibt es Phasen, in denen es deutlich besser läuft und manchmal gibt es auch Phasen in denen es deutlich schwieriger ist, eine Meerforelle zu fangen.
Eines ist mir über die Jahre in meinem Freundeskreis aufgefallen.
Viele meiner Freunde fischen mit der Fliegenrute und mit der Spinnrute.
Und sehr oft greifen sie genau in den Situationen zur Spinnrute, wenn sie wissen es stehen Meerforellen vor ihrer Nase. Warum ? Ich nehme an, weil es der einfachere und schnellere Weg ist, den Fisch zu fangen. Zumindestens, wenn man es vom Aufwand und nicht rein vom Fangerfolg her betrachtet. Dies ist insbesondere an windigen Tagen der Fall ...
Was die größeren Meerforellen betrifft, so bin ich der Meinung, dass sie in einigen Regionen erheblich leichter mit der Spinnrute und einem Wobbler oder Blinker zu fangen sind. Als Fliegenfischer hat man mit einer Garnelen- oder Tangläuferfliege schlechte , nein ganz schlechte Chancen , wenn die Meerforelle auf große Heringe fixiert ist.
Und genau diese kleinen Fliegen, finde (ausschliesslich) bei sehr vielen Fliegenfischern in der Fliegenbox.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sicherlich weit mehr große Meerforellen mit der Spinnrute gefangen werden.
Einen Unterschied macht es sicherlich, ob wir von silberenen Meerforellen im Frühjahr oder von gefärbten Meerforellen im Herbst sprechen. Das Fressverhalten ist hier einfach unterschiedlich.
Fritz, wieviele Angeltage oder Stunden rechnest denn Du für eine Meerforelle ?
Gruß,
Bernd