Schusskopf - Den passenden finden/basteln!

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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Bernd Ziesche
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Schusskopf - Den passenden finden/basteln!

Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo allerseits :wink:

Worauf kommt es wirklich an?

1. Das Gewicht = auf die jeweilige Rute abstimmen

2. Die Länge = auf die Situation (z.B. den jeweiligen Platz für den Rückraum oder die hauptsächliche Art des Werfens und ganz wichtig: auf die werferischen Fähigkeiten abstimmen)

3. Das Taper (Profilverlauf) = auf Fliege und Vorfach abstimmen (z.B. schwere Fliege = kräftiges Abrollen = abrupte Verjüngung vorne)

4. Dichte = auf Situation und Fliege abstimmen (z.B. die Sinkrate für die Strömungsgeschwindigkeit oder die Einholgeschwindigkeit abstimmen)

5. Farbe = auf Situation abstimmen (z.B. mit einem CLEAR Kopf den Schattenwurf reduzieren)

6. Schlaufen basteln (siehe eine der bereits dargestellten Möglichkeiten hier im Forum...)

That's it! ;)

In diesem Sinne - guten Wurf!

Beste Grüße
Bernd
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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Moin Bernd,

eine gute Hilfe, Deine Zusammenfassung aber .......!
3. Das Taper (Profilverlauf) = auf Fliege und Vorfach abstimmen (z.B. schwere Fliege = kräftiges Abrollen = abrupte Verjüngung vorne)
Die harmonische Abstimmung kommt für mich erst nach dem Aussuchen des geeigneten Tapers abhängig von der überwiegend beabsichtigten Wurfausführung, also von der hauptsächlichen Art des Werfens. Als ein Beispiel, ich würde für 99% Überkopfwurfgebrauch an der Küste kein Switchcasttaper verwenden sondern ein "DT-Profil".

TL
Klaus
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin, das ist doch mal eine interessante Frage -- welches Profil für welchen Zweck?
Z.B. Küste Gegenwind etc.


Auf dem Forentreffen hatte ich zwei SK's mit, die etwa das selbe wogen, nämlich 19-20g. Auf der selben Rute geworfen, vermittelte der kurze Kopf (Ambusch SK) das Gefühl der Überlastung und der andere Kopf (Vision clear tip) das Gefühl zu leicht zu sein. Zeigt deutlich, wiegen is nich alles :grin: , es kommt auch auf Länge und Profil an!
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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Moin Jürgen,

wiegen is nich alles, aber wenn man nun mal schon 'ne Waage hat, es ist so schön zum Vergleichen!

Beim "besten Taper" für die Küste halte ich es so wie die Caster (Weitwerfer), bei denen jeder Zentimeter wirklich zählt. Die nahmen für die Distanzwerferei zu meiner Zeit und wohl heute immer noch, parallele Taper mit ca. 1,5 bis 2,5 m verjüngtem Spitzenteil und knüpften abhängig vom Wind unterschiedlich lange Vorfächer an, kürzere bei Wind von vorn und längere bei Rückenwind.

LG
Klaus
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piscator
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Beitrag von piscator »

Hi, Klaus, was ist ein Switchcast Taper -- sowas wie ein Triangel Taper? So etwas wirft sich ziemlich easy, besonders mit kleinen Mücken, wogegen Bernd ja schon gesagt hatte was seine Dartpfeile brauchen. Jedenfalls helfen Kurzkeulen mit kurzem Fronttaper bei großen Fliegen ...killer und Candies. J.
Petri Heil, J.
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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Hi, Jürgen,

Triangel Taper habe ich bisher immer für sanftes Präsentieren verwendet, funktioniert aber auch sehr gut beim Switchcast wenn es nicht unbedingt auf Weite ankommt. Beim Switchcast (Modern Speycast) ist es vorteilhaft viel Leinengewicht (dickes Keulenprofil) nah am Spitzenring zu haben und lang auslaufende Spitzenteile mit abnehmendem Gewicht zu verwenden. Viele der heute produzierten WF -Leinen haben solche Taperung mit ca. 2/3 Gewichtsanteil auf der hinteren Hälfte der Schusskopflänge, ich nenne sie einfach Switchcasttaper im Gegensatz zu Überkopfwurftapern nach dem Verwendungszweck.

Klaus
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Ihr beiden :wink: ,
genau dies war die (vorangegangene) Hintergrunddiskussion, weshalb ich diese Zusammenstellung jetzt hier gepostet habe. :l:

Ich habe früher immer zuerst das Taper ausgesucht (ähnlich wie Klaus). Dabei landete ich nach einer Weile des Testens und Vergleichens zu 90% bei sanft getaperten Köpfen. Diese lagen ruhiger in der Luft.

Mit der Zeit wurden meine Fliegen größer und vor allen Dingen schwerer.
Sei es zum Hechtfischen, zum Meerforellenfischen oder zum Lachsfischen.
Dann kam ein Punkt, an dem ich deutlich feststellen mußte, dass abrupte Verjüngungen erheblich bessere Wurfergebnisse brachten, sobald ich schwere Fliegen verwendete. Und im nächsten Schritt mußte ich feststellen, dass dies sowohl für Unterhandwürfe als auch für Überkopfwürfe Einhand oder Zweihand zutraf. Eigentlich logisch mag manch Physiker jetzt denken? 8)

Was mich persönlich sehr überraschte, war die Größenordnung der Unterschiede verschiedener Profile kombiniert mit den unterschiedlichen Gewichten.
Ich habe das jüngst sehr ausführlich und mehrfach wiederholt getestet.

Unterm Strich besteht weiterhin eine Abhängigkeit, ob ich am Lachsfluß viel mit Unterhandwürfen und eher leichtem bis mittleren Wind rechne, oder ob ich an der Küste mit Überkopfwürfen und starkem Wind rechne.
Erster Fall führt eher zu einem sanfteren Taper, während letzterer Fall eher ein abrupteres Taper gut vertragen kann. Ergo bin ich hier ähnlicher Meinung wie Klaus. :+++:
Allerdings ist für mich heute die Beschaffenheit (primär Gewicht) der Fliege sehr maßgeblich für die Wahl des Tapers.
Vllt. sowas wie zu 70% entscheidet die Fliege und zu 30% die erwartete Art des Werfens und die Bedingungen.
Da dies insgesamt sehr komplex für Einsteiger wird, habe ich mich oben zunächst primär für das Aufführen von Fliege (und Vorfach) als Abhängigkeit entschieden. ;)
Firma Guideline setzt hier nicht grundlos auf die abrupte Verjüngung ihrer Powertaper. Einer der Schnurdesigner von Guideline sagte mir, dies sei die beste Lösung, um Einsteigern das Werfen schwerer Tubenfliegen zu erleichtern (auch im Unterhandwurf). Ich würde das heute so unterschreiben.

Klaus,
vllt. könnten wir ja mal eine Reihe mit Extremkombis auf dem nächsten Schwimmbadtreffen anbieten. Da könnte man sowas mal wirklich jeder für sich konkret testen.
Ich bin sicher, da würde man viele überraschte Gesichter bzgl. der Größenordnung der Unterschiede sehen.
Ebenso könnte man mal unterschiedliche Gewichte zum Testen anbieten.
Der Aufwand wäre meines Erachtens gar nicht mal so groß.

Lieben Gruß
Bernd
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laverda
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Beitrag von laverda »

Hi Bernd,
schöne Auflistung hast du da erstellt und die zeigt recht deutlich, wie viel man "falsch" machen kann, bzw. was alles an Optimierungspotenzial vorhanden ist.

Eine kleine Ergänzung zur Fliegenmasse.
In erster Linie ist weniger die Masse der Fliege sondern ihr "Bremsverhalten" beim Wurf ausschlaggebend, also die "Aerodynamik".
Hier wäre dein Vergleich mit dem Dartpfeil ebenfalls treffend.
Ich binde z.B. beschwerte Shrimps mit Kunststoffkörper, die schwerer sind als z.B. ein leichter wuscheliger Haarstreamer, die lassen sich aber sehr viel besser auch mit leichterer Schnur/Spitze/Rute werfen.

Gruß vom platten Niederrhein
Fliegenruten werfen Masse...............nicht Klasse
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Laverda,
das ist ein guter Punkt. :+++:
Ich betrachte manche Fliegen wie einen Fallschirm, der bis zum letzten Moment das Abrollen bremst, während andere Fliegen wie ein Dartpfeil sind (einmal im Flug haben sie einen langen Bremsweg).

"Bremsverhalten" passt hier optimal für die erste Phase des Wurfes, in der wir die Fliege über das Gewicht der Schnur beschleunigen.
In der Endphase passt dann bei einigen (Dart)Fliegen (die bereits beschleunigt sind) "Flugverhalten" optimal.

Zu dieser Thematik findet man reihenweise falsche Betrachtungsweisen in vielen Büchern, die dem - was wirklich passiert - nicht entsprechen.
Hat man diese Zusammenhänge verstanden, hilft das deutlich, um Schnur, Vorfach und Fliege erheblich besser aufeinander abzustimmen...
Gruß
Bernd
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