Nachtfliege Lumi Bead Bugger - Versuch einer Bindeanleitung

Fliegenbinden ist eine Kunst für sich. Der Phantasie der Fliegenbinder sind keine Grenzen gesetzt und die existierenden Muster sind unzählbar. Tipps und Tricks können hier ausgetauscht werden.
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janw
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Nachtfliege Lumi Bead Bugger - Versuch einer Bindeanleitung

Beitrag von janw »

Hallo Leute :wink:

Ermutigt durch einige teils schwierige Diskussionen der letzten Zeit, wage ich jetzt mal eine Bindeanleitung - vom Anfänger für Anfänger sozusagen :grin:

In unserem Schwedenurlaub ist mir die schöne Zeitschrift
"Flugfiske i Norden" in die Hände gefallen und darin war ein schön bebilderter (zum Glück, schwedisch lesen kann ich nur äußerst rudimentär) Artikel über sie Sommerfischerei auf Mefo an der schwedischen Westküste. Ein Bild zeigte die verwandten Fliegen mit "Lumi beads" - hier nun meine Nachbindung dieser Fliege, die mich als nahe Wolly Bugger Verwandte, mit diesen bei Dunkelheit selbstleuchtenden Perlen, reizte.

Haken: Gamakatsu F 16 #8
Perlen: 2 Lumi(nous) Beads 4mm
Blei: 0,20 inch
Faden: UTC 140 schwarz
Tail: Marabou schwarz und ein Streifen Krystal Flash pearl
Ripp: Mono 0,18
Hackel: Softhackel schwarz
Dubbing: Krystaldub schwarz

Natürlich ist die Materialauswahl vielfältig anders möglich, nehmt was Ihr habt, mögt oder für sinnvoll erachtet.

01: Nachdem der Widerhaken mit einer Zange platt gemacht wurde, kommen die beiden Lumi Beads auf den Schenkel, dann wird der Haken eingespannt. Der Bindefaden wird ab dem 3. Drittel bis in den Hakenbogen angewunden und dann zurück bis zur Hakenspitze. Den Faden so zu positionieren ist wichtig, sonst besteht die Gefahr, später, beim Positionieren der hinteren Perle, das Schwänzchen zu verschieben.

02 & 02a: Das Marabou wird als Schwänzchen in Höhe der Hakenspitze eingebunden. Dann wird der Krystal-Flash-Faden quer zum Hakenschenkel eingebunden und im nächsten Schritt V-förmig an den Seiten des Marabous positioniert. Mit halben Schägen sichern und den Bindefaden abschneiden. Wichtig: Das ganze Schwänzchen nicht zu dick mit dem Bindefaden fixieren, sonst klappt es nicht, die Perle zurückzuschieben. Vor dem Schwänzchen mit Lack sichern, der hält auch die Perle dann in Position, die dann bis an das Schwänzchen geschoben wird. Bevor es hier jetzt zu schwänzchenlastig wird, kommen wir zu

03: Vor der hinteren Perle wird der Bindefaden wieder angewunden, dannMono als Rippung und die Softhechel mit der Spitze einbinden, dann vorne, je nach Gusto, Bleich um dem Hakenschenkel wickeln. 0,20 Blei läßt sich noch in die Öffnung der Perle schieben, bei dickerem Draht, empfehle ich ihn unter den Hakenschenkel zu binden. Den Draht auch mit Bindefaden überfangen und dann ein wenig Lack drauf und den Faden wieder hinten positionieren.

04: Etwas Dubbing auf den Faden (weniger ist mehr, die Softhechel ist auch schon schön fluffig) und bis zur vorderen Perle dubben und ein wenig fluffig bürsten.

05: Die Hechel nach vorne winden, mit dem Bindefaden sichern und dann in entgegengesetzter Richtun mit dem Mono rippen, wiederum sichern und dabei die Hechel mit dem Faden noch ein wenig nach hinten ausrichten.
Jetzt splitte ich den Bindefaden und lege ein wenig Dubbing ein, wirbele den Bobbin leicht (das Dubbing soll locker sein) und winde es zwischen Hechel und Kopfperle an. Jetzt pinsele ich die oberen ca 3 cm des Faden mit Lack ein, binde ihn fest hinter der Kopfperle ein und mach einen Whip-finish-Knoten. Jetzt alles nochmals nach Belieben kämmen, fönen und legen und ab ans und ins Wasser damit.

Ich wünsche viel Spaß beim Binden und Fischen dieser schlichten Nachtfliege, dies sicherlich auch über Tage fängt.

:wink: :wink:
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LG Jan
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Maqua
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Beitrag von Maqua »

Gefällt mir gut Jan! :+++:

Gute Idee mit den Perlen, ich glaube ich habe aus früheren Brandungsangeltagen noch sowas rumliegen.
Muss ich gleich mal nachsehen.
Danke für die Anregung, die würde sehr gut in die Galerie (Nachtfliegen) passen.

Gruss Manni :wink:
Gruss Manni :wink:





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Holgi
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Beitrag von Holgi »

Die Fliege fängt!
Mach mal mit einem schwarzen Edding zwei "Augenpunkte" auf die Perle (vorne) und schaue Dir das Ganze mal im Dunkeln an! Sieht besser, irgendwie echter aus, gell! :+++:

Jan
Ostsee-Silber

Re: Lumi Bead Bugger - Versuch einer Bindeanleitung

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Jan, die Fliege fängt bestimmt, danke!
janw hat geschrieben:Den Faden so zu positionieren ist wichtig, sonst besteht die Gefahr, später, beim Positionieren der hinteren Perle, das Schwänzchen zu verschieben.
Diese Perlen gibt es auch als sehr weiche Perlen, ich weiß nicht, ob Du solche hast, diese sind verträglich mit Sekundenkleber und können so sicher plaziert werden. Gibts bei den Brandungssachen. Diese Perlen kann man auch nachträglich bei z.B. einem Grugler auf das Hakenöhr stecken.

Jan, die Bilder sind etwas duster, hab gerade mal versucht, die aufzuhellen, aber das wird unsauber.

Ich fände Dein Muster sehr schön für die Galerie, vielleicht könntest Du aber noch einmal bei Tageslicht...?...obwohl, als Nachtfliege. :wink:
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janw
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Beitrag von janw »

Danke für das nette Feedback.
Das es die Perlen beim Brandungsangelequipment gibt, wußte ich leider nicht. Ich habe mir die Finger wund gegoogelt, bis ich die beim Bindematerial in England entdeckt habe. Ich bekomme die Tage noch eine Sendung mit wohl weicheren Perlen....
Mirko, wenn die Anleitung in die Galerie kommt freue ich mich. Sind neue Fotos wirklich notwendig? Ich finde die Bilder eigentlich hell genug?!? Wenn Du es aber für notwenig hältst, versuche ich es, ist halt doch einige Arbeit und meine Kamera wirklich nicht dolle......:wink:
LG Jan
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Jan, nicht nötig, ich habs.

Irgendwie siehts so schon schnuckelig aus für eine Nachtfliege. :+++: Gib mir noch 20 Minuten.

Und bei den Brandungssachen stehen noch mehr schöööne Sachen. ;)
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holg_HL
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Beitrag von holg_HL »

Moin Jan,

Gratulation: Die Fliege sieht sehr spannend aus. Da einige Angler beim nächtlichen Fischen eine Leuchtperle auf dem Vorfach vor die Fliege fädeln eine logische Entwicklung. :+++:
Wie stark ist die Fliege denn beschwert? Ich wundere mich ein wenig über den Bleianteil, da viele andere Nachtfliegen wie die "sort Cigar" oder der "Gurgler" meist im Oberflächenfilm (und dort auch recht erfolgreich) laufen.
Hast du die Fliege schon mal ausprobiert?

Viele Grüße
Holger :wink:
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janw
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Beitrag von janw »

Hi Holger,

Du hast eine PN. :wink:
LG Jan
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Egebjerggaard
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Beitrag von Egebjerggaard »

Hallo Jan,

die Fliege sieht gut aus und ist mit Sicherheit fängig.
Wie Mirko schon geschrieben hat, gibt es die Leuchtperlen auch in einer weichen Gummiausführung. Ich hab mal im lokalen Tackleshop ein Set aus verschiedenartigen Perlen gekauft. (versch. Durchmesser und in rund+oval)
Damit ist man sehr flexibel und kann die Perlen z.T. auch im Nachgang aufstecken.

Viele Grüße
Thomas
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Fliegenjeck
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Beitrag von Fliegenjeck »

Hallöchen Jan w,


T O P P !!!! Mehr Kommentar braucht diese Fliege nicht,finde ich !
MfG Nobby...
Ich bin ein (H)optimist. Diese glauben, das durch ein homebrew sich alles verbessert... :+grin:
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Jan, wie versprochen hier meine Interpretation.

Ich habe die Leuchtperlen mal etwas konzentriert. :oops

(die Perlen sind auf ein doppelt gelegtes 60er Mono aufgesetzt, die Enden des Monos angeschmolzen und schwarz gepunktet. Die Augen können so wie eine Kugelkette eingebunden werden.)

Vielen Dank für die Anregung! :wink:
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Lumi und Silber 1.jpg
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Maqua
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Beitrag von Maqua »

Klasse Idee mit dem Mono und den Perlen.
Ich bin im Perlenrausch :x :lol: :lol: :lol:

Gruss Manni :wink:
Gruss Manni :wink:





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Holgi
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Beitrag von Holgi »

Da sind ja auch meine dunklen Augenpunkte... :+++:

Jan
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Fazer
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Beitrag von Fazer »

So macht das gute Stück auch noch ´ne ganze Ecke mehr Welle :+++:
Wo gibt es denn überhaupt diese Perlen? Bei meinem Höker gibbet die gonnich :cry:
Gruß
Nico

Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen (AdMeeF)
ChristianD

Beitrag von ChristianD »

Jetzt noch eine Rippung mit Uni Glo Tinsel und das Gespenst ist fertig! :+++:
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