marmoratalover hat geschrieben:
Aber vielleicht gibt`s ja auch gegenteilige Erfahrungen...
TL
Chris

Hallo Chris
Ich habe ebenfalls von Beginn an die Erfahrung gesammelt, dass ein bestimmter Platz für einen (zumeist) überschaubaren Zeitraum vergleichsweise viele beißwillige Meerforellen beherbergt.
Einige solcher Plätze sind langzeitstabil und haben immer wieder solch fängige Phasen, während andere Plätze in der Qualität kommen und gehen.
Dass ein hoher Befischungsdruck einen Platz in Punkto Gesamtfangzahl merklich verschlechtert, konnte ich nicht feststellen.
Natürlich verteilen sich die Fänge entsprechen auf mehr Schultern, und somit fängt der Einzelne weniger Fische.
Wenn man Fangzahlen bewerten möchte, sind immens viele Faktoren zu berücksichtigen. Besonders schwer wird es, wenn man verschiedene Plätze unter dem Aspekt des "fangträchtigsten" Windes miteinander vergleichen möchte.
Dennoch habe ich sehr konstant die Erfahrung gesammelt, dass sowohl Spinn- als auch Fliegenfischer die besten und nicht selten meisten Fische bei deutlich bewegtem Wasser fangen.
Dies entsteht primär durch seitliche oder frontal auflandige Winde.
Insbesondere das Fliegenfischen wird bei frontal auflandigem Wind schwierig. Man verliert schnell den Kontakt zur Fliege.
Die größten Meerforellen habe ich zu 80% bei dem Entstehen von deutlichen Wellen (also mit aufkommendem starkem Wind) oder bei dem Abklingen von großen Wellen (also bei abnehmendem Wind) erlebt.
Hingegen bei Windstille und spiegelglattem Wasser habe ich fast keine großen Meerforellen kommen sehen. Einige Ausnahmen gab es natürlich.
Das Gleiche gilt bzgl. der Fangzahl insgesamt.
Kenne ich mich in einer Gegend nicht aus, würde ich instinktiv seitliche Wind mit gut bewegtem Wasser suchen. Kenne ich mich aus, kann evtl. ein bestimmter Platz auch bei nicht optimaler Wasserbewegung den Vorzug erhalten.
Übrigens bestätigen die Fischer mit ihren Netzen ebenfalls bessere Fangzahlen in bewegtem Wasser.
Die meisten von ihnen vetreten die Meinung, dass die Meerforellen bei klarem, glattem Wasser teils weiter draußen und zumindest vergleichsweise sehr vorsichtig sind.
Interessant fand ich die Aussage/Beobachtung eines dänischen Fischers (geht selbst ab und an Angeln), der mir sagte bei deutlich bewegtem Wasser sind die Meerforellen oft voll gefressen, während sie bei glattem Wasser oft eher einen leeren Magen haben. Seitdem er mir das verriet, habe ich selbst darauf geachtet und kann es deutlich bestätigen.
Es deckt sich auch gut mit meiner Erfahrung, dass die Fangzahlen nach einem Tag mit guter Wasserbewegung, oft drastisch zurück gehen, wenn der Folgetag glattes und klares Wasser mit sich bringt.
Das Ganze ist natürlich nie schwarz/weiß. Wenn Du nur exakt frontal auflandigen Wind bewerten möchtest, so kann der Fliegenfischer bei diesem Wind oft sehr schnell kaum noch fischen geschweige denn halbwegs sauber präsentieren. An dieser Stelle würde ich eher die Spinnfischer nach ihren Erfahrungen fragen.
Ob angetrübtes Wasser ein Vorteil ist oder nicht, hängt von der Jahreszeit mit der zugehörigen Wassertemperatur, der Entfernung der Klarwasserkante und der Zusammensetzung der Trübung ab.
Klarwasserkante sehr weit entfernt = nicht so gut
Kreideanteil = sehr schlecht
kalte Jahreszeit und angetrübtes Wasser = Erwärmung = oft gut, sofern die ersten zwei Aspekte nicht zutreffen
Beste Grüße
Bernd
p.s.
http://www.first-cast.de/Kueste2.html
Das zweite Bild von unten würde von mir den Titel "Die Herrlichkeit des Nichtfangtages" erhalten.