Selbstgedrehtes!!!

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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Ralph Hertling
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Selbstgedrehtes!!!

Beitrag von Ralph Hertling »

Moin zusammen!!

Mir war heute langweilig, und zudem war mir das Abrollen meiner konventionell geknoteten (Bloodknoten) Kystenvorfächer beim Wurf schon immer etwas unkontrolliert.
Und ich hatte mal in einem Video irgendwo online gesehen wie man Monofil auch schön per Hand verdrehen kann.

Um es abzukürzen, DAS kam dabei heraus:

Bild


Das Ding habe ich aus einem 0,35er Einzelfaden gebaut und es ist etwas über 3 Meter lang. Es gibt drei verschiedene Sektionen. Der vordere Teil ist ein Doppelstrang und ca. 110cm lang. Eine mittlere Sektion, welche aus vier Fäden besteht 100cm und der "Butt" hat 90cm bei acht Fäden.

Hier ist die vordere Spitze, an die man dann das Tippet anknoten könnte, und die hintere Schlaufe für die Fliegenschnur- oder Schußkopfspitze:


Bild

Die einzelnen Sektionen erhielt ich jeweils durch Umklappen und Neuverdrallen. Immer dort wo das umgeklappte Ende zu befestigen war habe ich einen Nagelknoten appliziert und mit einem Hauch Superkleber gesichert.
Hier der Übergang von vier- auf zweifädig:

Bild


Das Ding streckt sich ganz wunderbar, aber ich vermute das es einen Haufen Probleme geben wird die ich jetzt noch nicht absehen kann.
Die Dehnung ist jedenfalls weit geringer als ich vermutet habe: ca. 2cm auf voller Länge bevor sich gut Druck aufbaut.

Eine Verbesserung wäre sicher noch, die Übergänge mit einem kleinen Wenig UV-Knotsense etwas geschmeidiger zu machen.
Oder man könnte das Vorfach auf ganzer Länge sehr fein mit Pattex Kraft Transparent überziehen, nur wie?
Denn dann hätte man fast sowas wie ein sinkendes PolyLeader.
;)

Ich bin gespannt was Ihr davon haltet.
:wink:
TL
Ralph
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Vossi
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Beitrag von Vossi »

Mensch Ralph....schicke Dropshotbleie :lol: :lol:

Sieht nett aus Dein Gedralltes....bin gespannt auf die ersten
Testberichte an der Kyst..... :wink:
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Mefosüchti
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Beitrag von Mefosüchti »

du must ja wirklich lange weile haben :grin: mmmh ,,, könnte mir vorstellen das es unter wasser nich ganz unsichtbar ist und doch etwas mehr als herkömmliche polys reflektiert ,,, is aber nur ne vermutung ;)
Wenn Chuck norris ins wasser geht wird er nicht nass , sondern das wasser wird zu Chuck norris

Gruss Stefan
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

Ich bin auch gespannt, Vossi.
Probieren werde ich es um Ostern herum mal.

Die Dropshotbleie ... ohne sie geht es nicht, zumindest habe ich noch keinen Weg gefunden wie es sonst ohne die üblichen "Drehbretter und/oder Akkuschrauber gehen könnte.

@Stefan
Genau das ist auch meine Vermutung.
Mal sehen wie das bei Sonne und glasklarem Wasser wird.
TL
Ralph
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Vossi
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Beitrag von Vossi »

Ralph Hertling hat geschrieben:.....und/oder Akkuschrauber gehen könnte.
und genau deshalb bin ich bei gezogenen Vorfächern gelandet (Tip von meinem Bruder)........
Ich bin einfach zu faul zu sowas :grin:

Trotzdem interessiert mich der erste Testbericht brennend......
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SIMPLE SHRIMP
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Re: Selbstgedrehtes!!!

Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Ralph Hertling hat geschrieben:Das Ding streckt sich ganz wunderbar, aber ich vermute das es einen Haufen Probleme geben wird die ich jetzt noch nicht absehen kann.

Oder man könnte das Vorfach auf ganzer Länge sehr fein mit Pattex Kraft Transparent überziehen, nur wie?
Denn dann hätte man fast sowas wie ein sinkendes PolyLeader.

Ich bin gespannt was Ihr davon haltet.
Moin Ralph,

nicht schlecht gemacht für den Anfang, das passt schon. Probleme mit solchen Vorfächern kenne ich eigentlich nicht, die haben mehr Masse als Geknüpfte und strecken sich schon trocken deutlich besser, nach einiger Zeit im Wasser, wenn sie weicher geworden sind und durch die Wasseraufnahme auch etwas schwerer, werfen sie sich noch besser. Beschichten würde ich sie nicht, das hat nie lange gehalten. Durch die Wasseraufnahme von Polyamid sinkt ein gedrehtes Vorfach etwas schneller ein weil die Oberflächenspannung nicht mehr wirksam wird, genau richtig für leicht beschwerte Fliegen und Überkopfwürfe. Für's Speycasten nehme ich sie aber nicht weil sie am Wasser "kleben", da gefallen sie mir nicht so gut.

TL
Klaus
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

@Klaus
Dies sind Prototypen ... später wollte ich Stroft FC2 mit FC1-Tippets als Material nehmen.
Herzlichen Dank für Deine Erfahrungen!!
:wink:
TL
Ralph
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin,
werfen lassen sich die meistens prima -- schon aus der Hand und dann sind die noch ein Schockabsorber. Ich nutze solche Vorfächer für die Multenfischerei, da ich dann eine 18er Spitze fischen kann. Erhöhte Scheuchwirkung -- kann ich nix zu sagen -- überwirft man die Multen sind se wech, egal was für ein Vorfach. Ich bevorzuge allerdings die ungeknotet verjüngten (mit Häringen im Garten und Akkuschrauber -- hatte ich mal vorgestellt).

Jürgen
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
http://www.baltic-cane.de/
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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Moin,

@Ralph

an Fluorcarbonmoleküle lagert sich kein Wasser an, das bleibt steif und da ist dann die Sektion mit acht 0,35er Fäden sehr sperrig, mir gefallen solch dicke Teile weniger gut, auch wenn sie schneller untergehen. Dann nimm bei Deiner Drehmethode für den dickeren Teil lieber dünnere Fäden und bei Polyamid ein paar mehr, damit Du auf eine der Fliegenschnurspitze entsprechende Masse kommst. Bei FC reichen acht 0,25er Fäden für die Buttsektion an einer 1,0 mm dicken schwimmenden Schnurspitze.

@Jürgen

"Erhöhte Scheuchwirkung" ist ein Reizwort für mich, da wird viel durcheinander gedacht, die Werbung für das "unsichtbare" FC hat einiges dazu beigetragen. Ich sehe das so wie Du, ich würde Dich und die anderen erfolgreichen Multenjäger sogar darum bitten, einmal gefärbtes Vorfachmaterial (grün, braun, schwarz, etc.) auszuprobieren, um zu erfahren, ob die Multen dann schreckhafter sind, wenn sie den Faden deutlich sehen.
Fische haben wie andere Kreaturen Angst vor dem was sie nicht einschätzen können, z.B., weil sie es nicht deutlich sehen oder wahrnehmen können. Schwarze Fäden haben sich bei meinen Versuchen mit Forellen, Äschen und Karpfen als die bessere Wahl gezeigt gegenüber dem vermeintlich unsichtbaren Zeugs, dunkle Fadenalgen oder Faserreste gehören bei den Fischen zum Lebensraum, von diesen picken sie ohne Scheu ihre Nahrung herunter, reflektierende schlecht einzuschätzende Erscheinungen wie FC Vorfächer erschrecken sie dagegen eher.

TL
Klaus
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Klaus :wink:
In Punkto Merforelle kann ich Dir konkret schildern, wie die Scheuchwirkung eines Vorfaches aus Monofil im Vergleich zu einem Vorfach aus geflochtener Schnur a la Fireline & Co ist: Erheblich kleiner bis vermutlich oft gar nicht vorhanden.
Mit geflochtener Schnur habe ich mehrfach erlebt, wie die Meerforellen wie blöde folgen - wieder und wieder - und nicht nehmen. Ein Wechsel auf teilweise 0,30mm Monofil brachte mehrfach umgehend gleich mehrere Bisse. Das war so deutlich, dass ich mich da festlege. Monofil ist besser.
Bezüglich der Farbe innerhalb der Monofilgruppe kann ich nichts beisteuern.
Fluocarbon hat ohnehin niemals exakt den Brechungsindex von Wasser und ist teilweise für mich mindestens genauso sichtbar wie das Standardmono.
Konnte da keine unterschiedliche Wirkung erkennen.
Nich im Meer & nicht im Bach.
Beste Grüße
Bernd

"Farblose" Geflochtene habe ich noch nicht getestet. Gibt bestimmt Spinnfischer hier, die da Erfahrungen haben?
www.first-cast.de
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

Moin Klaus!!

Da ich in der Spitze dieses Vorfaches die Tragkraft des FC2 haben möchte und, je nach den Bedingungen, mit 0,28er bis runter nach 0,22er FC1 als Tippet fischen möchte, wollte ich als echtes Vorfach zum Fischen 0,30er FC2 verdrehen. Mal sehen wie sich das verhält.
Bei Nichtgefallen meinerseits nehme ich dann voraussichtlich evtl. doch 0,30er Stroft GTM.
Denn da ich im Zweifel eher selten unter 0,26er Vorfachstärke fischen wollte kann ich kein schwächeres Material zum Drehen nehmen als 0,30er.
Wenn ich 0,25er als Basismaterial nehme, dann trägt mein Tippet mit 0,26er mehr als das Vorfachmaterial. Das wollte ich eigentlich vermeiden.
Aber selbst der mit 0,35er gedrehte Prototyp scheint mir von der Schlaufendicke und Masse her noch sehr annehmbar für mein Fliegenschnur- bzw. SchußkopfEnde. Mit 0,30er FC bin ich dann schon noch gut dabei.

Und:
Das mit dem eingefärbten Tippet ist mal ein guter Gedanke!!!
Wenn ich mich mal sattgefangen haben sollte werde ich damit mal experimentieren:
Dem FC mit allerfeinstem Schmirgelpapier GANZ vorsichtig ein wenig den Glanz nehmen (billige Zahnpasta geht vielleicht auch), und dann mit olivem oder dunkelbraunem Permanentmarker einfärben.
Das wird bestimmt spannend!!!
:-)
TL
Ralph
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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@Bernd

Interessante Beobachtungen, da kann ich nicht widersprechen!

@Ralph

Das zweifädige Spitzenteil endet doch, wie auf Deinem zweiten Bild zu erkennen ist, mit einer Schlaufe. In diese läßt sich ein Tippet mit einem Perfectionloop am Ende doch problemlos einschlaufen. Die Tippetstärke kann bis 1,4 x die Dicke haben wie das Schlaufenmaterial ehe die Tragkraft der Schlaufe erreicht wird. Bei 35er Schlaufenmaterial knüpfe ich noch einen Einzelstrang dran, an den ich dann erst einen Ring anbinde oder das Tippet (25er) direkt anschlaufe.

TL
Klaus
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Tippet Verbindung
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Beitrag von Ralph Hertling »

Klaus,
Du meinst, wenn ich ein Tippet in die Spitzenschlaufe einschlaufe, also eine SchlaufezuSchlafenVerbindung habe trägt die Spitzenschlaufe mehr als die einfache Tragkraft des Basismaterials?
TL
Ralph
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

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JA, einfach mal Reißversuche machen um sichere Erkenntnisse zu gewinnen, das zweifache Basismaterial muss mehr tragen als das bis 1,4 fach dickere Spitzenmaterial.

TL
Klaus
Zuletzt geändert von SIMPLE SHRIMP am 07.03.2011, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Reverend Mefo »

Bernd Ziesche hat geschrieben: Fluocarbon hat ohnehin niemals exakt den Brechungsindex von Wasser und ist teilweise für mich mindestens genauso sichtbar wie das Standardmono.
Konnte da keine unterschiedliche Wirkung erkennen.
Bernd
...und vor dem Hintegrund sollte man sich mal die Frage auf der Zunge zergehen lassen, die den Küstenspinnfischer immer so plagt: Da wird nämlich seit Jahren von einer Fraktion aufgrund von Schnurfestigkeitsklassen und generellem "Aggewars" geflochten ohne FC Vorfach gefischt.

Ich habe zwar bein Spinnen meist ein FC Vorfach vor, das hat aber in erster Linie mit Leinendehnung und Aussteigern zu tun. Ich habe aber auch schon Fische auf Blech direkt an der Geflochtenen gefangen. Aus diesem Grund sollte man dem Sichtbarkeitsunterscheid von "normaler" Mono und FC an der Küste m.E. eine nicht allzu große Bedeutung zukommen lassen.

Viel wichtiger finde ich, dass Mücke und Knoten bei Wurffehlern gerne mal extrem harten Belastungen ausgesetzt sind (z.b Auftitschen auf dem Wasser bei Einleitung des False Cast nach zu großem Loop oder "Schnalzen" des Vorfachs bei zu früh eingeleitetem Wechselschwung). Da versagt FC im Punkto Knotenfestigkeit gerne mal und man opfert die Fliege.

Gruß,

Felix

:wink:
Kann ich nicht beurteilen.
Müsste ich nackt sehen.
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