Zweihand an der Küste

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
Gast

Beitrag von Gast »

Heiko hat geschrieben:Unglaublich und immer wieder schön,was für Reaktionen ausgelöst werden. :grin:
Hier wird wohl kaum einer behaupten.dass die eine oder andere Methode einfach undenkbar ist,sondern er wird einfach nur die Eigene in den Vordergrund stellen.
Und so packe ich jetzt meine#6 Einhand ins Auto und fahre etwas fischen.Und sollte ich gleich an der Küste,oder an meinem Rinnsal einen Zweihand-Fischer treffen,werde ich ihn freundlich grüssen,ihn kurz in den Arm nehmen und auf die Nasenspitze küssen. :l:
Gruß,Heiko. :wink:
... der man is jut :+++:

... staune auch ein bißchen, bekomme aber auch die ein odere neue Sicht - danke ;)
... wenn man's positiv sieht, kommt natürlich bei jedem seine individuelle Leidenschaft für die Sache zum Tragen
... ich finde es sehr hilfreich, wenn jeder seinen Ansatz verfolgt, nur so kommt immer wieder Schwung in die Sache :+++:
... zwischendurch halt mal "janz ruhig durch die Hose atmen" ;)
... jeder so wie es Spass macht :D

Gruß
Micha 8)
Kielerkrabbe

Beitrag von Kielerkrabbe »

Ich habe Eure Diskussion mit großer Interesse gelesen und muss sagen, mit ner langen Zweihand wir man bei einem Gewitter vermutlich einige Millisekunden früher vom Blitz getroffen als mit ner kurzen Einhand. :spass:

Wenn die Zweihandfischerei so viele Vorteile hätte, würde sie bestimmt an unserer Küste von uns öfter praktiziert. Außerdem, ich finde die Einhandfischerei viel ästhetischer als das Gepeitsche mit der langen Zweihand. Aber...jeder so wie er mag, für mich gehört ne Zweihand an den Mandalselva ;)
MichaelSt.
...
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Beitrag von MichaelSt. »

Hallo Leute,

ich werde erstmal am Wochenende BEIDES für mich probieren; Einhand 9'' #7 vs. Zweihand 12'' #6/7.

Ich bin bekennender Zweihand-Freund, kann mir aber über die Küstenfischerei mit der Zweihand leider noch kein Urteil bilden.

An der Einhand fische ich eine Bassline, ein-zwei Leerwürfe und der Rotz ist raus - ohne großes Gewedel.

Ich habe mir aber für meine Zweihand eine nette Leine gestrickt, Jan gab den Tip. Eine 10er Bassline (jawoll, das passt auf eine 6/7-ZH!!!) "geköpft" und mit seeehr dünner Runningline verbunden. Erste Tests waren mehr als vielversprechend und von einer unsauberen Wurfbahn kann man trotz des kurzen Kopfes von 8,5m beileibe nicht reden, das rennt sehr sauber.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wegen der Schwere des Kopfes die Vorteile der Zweihand bei Wind ausgespielt werden, ich bin mal sehr gespannt...


Gruß,
Michael
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Ihr habt da wirklich sehr interessant diskutiert :+++: und ich würde gerne weiter lesen :l:

Seit ich meine erste Fliegenrute hatte, faszinierte mich die Zweihand. Ich hatte keine Ahnung vom Werfen und eigentlich auch nicht, wofür ich die brauchen könnte.
An Lachse dachte ich noch nicht, an so verrückte Sachen wie einen Wels mit der Fliege zu fangen auch nicht, aber was mir gefiel, war der Griff der Zweihand ;)

Dieser längere Kork, in Gedenken an meine geliebten Spinnruten, die neue Fliegenrute hatte nur so einen kurzen Griff und so einen komischen Knauf hintendran, wofür soll der sein?

Nach einiger Zeit gelang mir der "große Wurf", die erste Zweihand kam von England per Zusteller. Ausgepackt, angeschaut, nee, nicht gewedelt, erstmal die Rolle dran und genossen. Tagelang.

Irgendwann kam ich auch auf die Idee, mal eine Schnur für die Rute zu besorgen :roll: also draufgezogen und erste Wurfversuche. Wie das ging mit der Schnur, auch vorher mit der Einhand, wußte ich nicht, hatte es nie zuvor gesehen und niemand zeigte es mir.

So stand ich dann mit meinem kleinen Nobelrütchen am Strand, zupfte vorsichtig die Leine aus der St. John, schwang die Rute zurück und vor. Ich freute mich über jeden Meter und irgendwann waren es bestimmt 10 Meter. Von Schussköpfen hatte ich ebenfalls nicht gehört.

Ein weiterer Fehler war, die Schnur nach jedem Wurf wieder einzukurbeln :roll: anstatt mit den Fingern zu zupfen. So zog ich also nach jedem Einholen die Schnur erneut von der Rolle und wedelte fleissig weiter.

Ein netter Däne schaute kurz zu und murmelte mir dann etwas verdruckst zu: ist schlechtes Wetter heute...

Erst etwa ein Jahr später erbarmte sich ein Kollege und erklärte mir, wie das eigentlich gehen soll. Ich hatte über ein Jahr gewedelt wie der Dorfseppel :lol:

Mit anderen Worten, ich wäre froh gewesen, mich vorher mit den Dingen theoretisch auseinander gesetzt haben zu können, doch es war so wie es war. Nun lernte ich und fragte, sobald ich Jemanden traf.

Wie ich Matthias kenne, ist da eine ernsthafte Überlegung im Gange ;)

Ach ja, das Ende der Geschichte, meine kleine Zweihand, es war übrigens eine kurze 3,20 m Zweihand # 8, aber Ultralight, zerlegte ich Anfang des Jahres und trauere heute noch um das Stöckchen.

Mit dieser Rute kam ich wunderbar klar und ich nutzte die Einhand fast gar nicht mehr. Nicht, weil ich weiter werfen konnte, sondern einfach nur, weil mir die Optik des Rütchens besser gefiel :grin: und diese kleine Zweihand einhändig und beidhändig geworfen werden konnte!

Vor ein paar Tagen hatte ich eine # 6 Z-Axis in der Hand, 12 Füsse und sowas von leicht mit herrlicher Aktion, da kam ich wieder ins Grübeln.

Dennoch fische ich im Moment die Einhand, obwohl mir der Griff nicht gefällt ;) und werfen kann ich beide noch nicht :lol:
Ingo Dege hat geschrieben:Wir sehen uns - glaube ich - in Kappeln zum Bindetreffen. Da können wir das mal "live" ausprobieren....
Bitte nach den Bindevorhaben ;) , am Sonntag ist dann "Zweihandkontest" :oops :wink:
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knoesel
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Beitrag von knoesel »

Zum "Zweihandkontest" nehmt mich bitte bitte auch mit! :grin: :grin: :wink:
Wir können den Wind nicht ändern -
aber die Wurfmethode anpassen.
;)
Petri-Heil ~~ Alleweil
Klaus aus Eckernförde
Ingo Dege

Beitrag von Ingo Dege »

Hallo Klaus,

Du bist natürlich dabei.... und hast eine PN!
Kielerkrabbe

Beitrag von Kielerkrabbe »

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Moin Klaus Du hast die Schnapszahl erreicht :lol: :lol: :lol:
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Frank Carstensen
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Beitrag von Frank Carstensen »

Wow - das Thema scheint ja viele zu beschäftigen. Ich schließe mich auf jeden Fall am Sonntag,
nach unserem Flybi-Treffen im Dezember, dem Einhand vs. Zweihand Küstenvergleichstest mit an.

Ich persönlich habe mich erst vor kurzem dem Thema Zweihand gewidmet (Zielfisch = Lachs im Fluss),
aber ich bin so begeistert von diesem Style des Fischens, dass ich das auf jeden Fall einmal an der Küste
ausprobieren will. Heiko hat natürlich recht damit, dass wir mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber eine leichte
Zweihand der Klasse 6 oder 7 müsste doch angemessen sein - ODER?

Gruß // Frank
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hallo Ingo,
Ingo Dege hat geschrieben:Hallo Matthias,

.. und genau in die Richtung ging mein letztes Posting an Dich: die Ausgangsfrage von Frank war:
salmon-frank hat geschrieben:Mich würde interessieren, ob das jemand von Euch praktiziert.

Gruß von Frank
...und nicht, wer es nicht praktiziert! Und auch nicht, wer grundsätztlich "theoretische" Probleme damit hat.
so gesehen hast Du natürlich Recht und unter diesem Fokus waren meine Beiträge nicht zielführend.
Ingo Dege hat geschrieben:
Ingo Dege hat geschrieben:Ich respektiere selbstverständlich Deine Nachfragen und würde mich freuen, Dir am Wasser einmal die Gelegenheit geben zu können, eine Zweihand im praktischen Einsatz an der Küste auszuprobieren.
Das, lieber Matthias, war ein ernstgemeintes Angebot ( auch, wenn zwischen Berlin und der Küste ein paar Kilometer liegen ).
Das ist nett, vielen Dank dafür!
Ingo Dege hat geschrieben:Sollte ich Dir mit meinem Posting auf "die Füße getreten" sein, so lag das nicht in meiner Absicht!
Meine Füße können einiges ab - kein Problem ;)

Viele Grüße, Matthias
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

@all:
Hoppla, das ist ja eine sehr ausgedehnte Diskussion geworden :+++: .

Viele Pros und Cons zur Einhand- und zur Zweihand-Fischerei wurden genannt.

Aus meiner Sicht ist es wenig sinnvoll, die Vor- und Nachteile allgemein zu halten.
Die einzelnen Ruten, Rollen und Fliegenschnüre innerhalb der 2 diskutierten Kathegorien sind zu unterschiedlich.

Eine 15 Fuß Zweihandrute der Klasse 10 bestückt mit einem entsprechend schweren Geschoß von Schußkopf, hat mit Sicherheit ganz andere Vor- und Nachteile, als wie dies für eine Zweihandrute der Klasse 5 in 11 Fuß der Fall ist.
Das gleiche Spiel gilt auch für die Einhandruten.

Ich denke, wer sein Gerät - ob nun Einhand oder Zweihandrute auf seine fischereiliche Situation abgestimmt hat, wird eine schöne Fischerei genießen.

Ich bin beinahe sicher, daß ich auf jedes Argument hier ein sinnvolles Gegenargument finden kann.
Das beste Argument lautet: "Ich habe Spaß mit meinem Gerät und zweifle nicht an meinem Weg des Fischens." ;) :wink:

Gruß,
Bernd
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