Hoi Sil

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Ich stimme mit den meisten Deiner Ausführungen sehr gut überein.
Und ich bin auch sicher, Du erzielst mit einem Beginner im Bereich des Fliegenwerfens für das Küstenfischen mit einem passenden Schußkopf schnell ein gutes Ergebnis für Deinen Schüler oder Deine Schülerin.
Ich selber fische zu 95% nur Schußköpfe an der Küste. Auch aus dieser Sicht stimme ich mit Dir überein.
Ein Schußkopf bringt immense Nachteile für das Fischen mit sich, wenn der Schüler oder die Schülerin nicht in der Lage ist, die Schußkopflänge vollständig und gut kontrolliert mit Leerwürfen außerhalb der Rute in der Luft zu führen.
Wenn Du einen Schüler oder eine Schülerin hast, der oder die mit dem Fliegenwerfen beginnt, wirst Du ihm oder ihr vermutlich einen vergleichsweise kurzen Schußkopf montieren.
Dann hilfst Du im folgenden Unterricht dabei, an den Punkt zu gelangen, die Kontrolle über diese Leinenlänge zu erlernen.
Das funktioniert ohne Zweifel gut.
Auch ich greife teils gerne zu dieser Vorgehensweise. Auf diesem Wege gelangt man schnell zu einer guten Wurfweite. Das ist klar.
Wenn ich einen Beginner habe, der vermutlich absoluter Neuling im Fliegenwerfen ist, und ich würde ihm empfehlen, sich einen Schußkopf zu kaufen, so kann folgendes resultieren:
Er geht in den Fachhandel und kauft sich einen Loop Schußkopf mit einer Länge von 11,9m.
Den hängt er dann vor eine zusätzlich gekaufte Schußschnur.
In der Folge wird dieser Schüler am Wasser - auf sich alleine gestellt, sehr wahrscheinlich wenig Freude haben.
Die meisten Beginner, die ich im Wurfkurs hatte, halten eine solche Schnurlänge ganz gewiß nicht kontrolliert in der Luft.
Das Schnurschießenlassen funktioniert dann nicht. Und auch der ggf. helfende Freund kann hier schwer weiter helfen.
Gebe ich diesem Schüler oder dieser Schülerin dann eine kurze, durchgehende Keulenschnur an die Hand, erziele ich oft im Nu ein Lächeln im Gesicht meines Gegenübers...
Die Zugunterstützung mit der Schnurhand z.B., welche viele Fliegenfischer zunächst in Eigenregie und mit der Hilfe des sich Abschauens erlernen, funktioniert schlecht, wenn ständig das Ende des Schußkopfes in den Ringen klappert und hakt ...
Meiner Ansicht nach ist ein Schußkopf eine klasse Hilfe, ein tolles Tool, um an der Küste erfolgreich zu fischen. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt unter anderem maßgeblich in der Abstimmung des Schußkopfsystems auf den/die Werfer/in und die fischereiliche Situation.
Wie geschrieben, ich stimme in vielen Punkten mit Dir überein

:l: .
Und natürlich empfehlen wir alle viele Dinge ohne einen Wurfkurs. Darum ging es mir mit dem Zusatz auch nicht.
Ich hätte zumindestens - wenn denn (ich vermute dies in unserem Fall hier) keine Wurferfahrungen bestehen, einen sehr kurzen Schußkopf empfohlen.
Noch besser empfinde ich eine durchgehende Fliegenschnur mit einer sehr kurzen Keule.
Warum dies ?
Weil ich vermute, hier geht jemand mit einem etwas erfahrenerem Fliegenfischer zusammen ans Wasser. Er wird versuchen sich das eine oder andere abzuschauen. Versucht er dann den Doppelzug, so treten mit einer kurzen Keulenschnur wenig Probleme auf. Im Vergleich beim Schußkopf seh ich schon die Verbindung in den Ringen stocken und den Ablauf arg stören.
Ist die Keule nicht ganz draußen, kann er trotzdem schon schießen lassen, sofern er die durchgehende Kurzkeulenschnur verwendet.
Mit dem Schußkopf wird dies nicht funktionieren.
Hat er schon eine Weile geübt und Fortschritte erzielt, kann er bei der durchgehenden Schnur eher mal den einen oder anderen Meter Schnur hinter der Keule zusätzlich in der Luft halten.
Ich glaube, es war Andre, der hier schrieb, dies geht für ihn bei dem Schußkopf nicht (und das ist mehr als logisch).
Ich denke, für die Empfehlung einer Rute mit einer passenden Schnur sollte man wissen, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten der Interessent besitzt.
Daß Du Dich nach Wünschen und der fischereilich zu erwartenden Situation erkundigst, liegt nahe. Und auch hier tun wir genau das Gleiche :p .
Gehört zu den Wünschen nicht fast immer auch das Festellen der Fähigkeiten und vorhandenen Möglichkeiten, um diese möglichst gut erfüllen zu können ?
Ich finde schon.
Unabhängig dieser Fragestellung, ob nun Schußkopf oder nicht, stelle ich permanent fest, es gibt Freunde und "Gegner" von Schußköpfen.
Und manch ein Gegner wird genau dann plötzlich zum Freund eines Schußkopfsystems, wenn ich dieses exakt auf ihn oder sie abgestimmt habe. Dazu allerdings bedarf es eben doch einigen Wissens.
Und dieses Wissen vermittelst auch Du ganz sicher erfolgreich in Deinen Kursen

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Abschließend fasse ich zusammen, es gibt jeweils Vor- und Nachteile der durchgehenden Fliegenschnüre im Vergleich zu den Schußkopfsystemen. Welche Variante ich am besten empfehle ist individuell von dem oder der Interessenten/tin und der fischereilichen Situation abhängig.
Eine Pauschalempfehlung wird nie so gut sein, wie eine abgestimmte Empfehlung. Davon bin ich fest überzeugt.
Gruß,
Bernd
p.s. Verflixt, ich wollte mich kurz fassen. Sorry

8) :grin: .
Kommen oder sind wir auf einem Nenner ?

:l: 8)
Welchen Schußkopf empfiehlst Du denn in unserem Fall hier ?