Hallo Lars !T.v.d.3Larsen hat geschrieben:@Bernd
ich bin ja erstaunt, daß Du eine Sinkleine fischt......![]()
Könntest Du vielleicht nochmal erklären warum Du die verwendest? Ich vermute mal, da Du immer die großen Fischimitate fischt, führst Du so schnell, daß Du kaum Hänger bekommst?
Bin gespannt..![]()
Gruß Lars
Du wirfst mit Deiner Frage ein immer wieder kehrendes und sehr altes - aber auch sehr interessantes, Thema auf. Mich hat diese Frage während meiner ersten Jahre an der Küste ständig begleitet.
Die letzten Jahre stellte sich mir diese Frage nicht mehr.
Meine Definition einer Sinkschnur:
Eine Fliegenschnur, die während man sie einholt, absinkt. Wie schnell sie sinkt, ist von der Dichte des Materials abhängig. Es gibt unterschiedliche Sinkraten.
Meine Definition einer Intermediateschnur:
Eine Fliegenschnur, die während man sie langsam einholt, sehr langsam unter die Wasseroberfläche sinkt. Holt man sie sehr schnell ein, so wird sie unmittelbar wenige Zentimeter unter der Oberfläche liegen, oder je nach Bedingungen wird sie sogar (teils oder vollständig) auf der Oberfläche liegen. Da spielen Wassertemperatur, Salzgehalt, ggf. Strömung, Fettgehalt an den Fingern etc. eine Rolle.
Die Intermediateschnur ist also nach meiner Definition in vielen Situationen auch eine Sinkschnur, nämlich eine sehr (sehr) langsam sinkende.
Die Schwimmschnur ist klar definiert.
Die Vorteile mit der sinkenden Fliegenschnur zu fischen, sehe ich in folgenden Punkten:
> Bei Gegenwind ist der Windwiderstand der Schnur kleiner.
> Bei seitlichen Winden wird die Fliegeschnur weniger stark vom Wind verdriftet.
> Bei Wellengang ist der Kontakt zur Fliege erheblich direkter, da die Fliegenschnur unter den Wellen wesentlich geradliniger läuft.
> Die Fliege ist leichter auf eine gewisse Tiefe zu bekommen.
> Auch eine unbeschwerte Fliege läuft hinter der Sinkschnur unter der Oberfläche.
> Ich kann einer auftreibenden Fliege hinter der Sinkschnur ein herrliches "Auf und ab" - Spiel verleihen.
> An tiefen Stellen kann ich die Fliege antsprechend tief herunter sinken lassen.
> Strömung bringt die Fliege hinter der Schwimmschnur oft zur Oberfläche. Dies passiert an der Sinkschnur erheblich weniger.
> Die Fliege läuft tief, ist aber nicht ständig mit dem Öhr nach oben ausgerichtet, was an der Schwimmschnur (bei beschwerten Fliegen) oft der Fall ist. Das hat zur Folge, dass der Haken sehr gut zum Fisch ausgerichtet ist, um gut fassen zu können.
> Der Fisch muß nicht mit der Reflexion an der Oberfläche kämpfen und ist weniger stark dazu verleitet, die Fliege mit einer schnellen "Rolle" zur Oberfläche zu packen. Er kann die tief geführte Fliege leichter und besser packen.
> Ich verliere meiner Erfaung folgend deutlich weniger Meerforellen im Drill an der Sinkschnur im Vergleich zur Schwimmschnur.
> Ich brauche die Schnur nicht wechseln, wenn ich "plötzlich" in eine Situation komme, in der eine sinkende Fliegenschnur absolut naheliegend und von ganz erheblichem Vorteil ist.
Beispiel: Eien tiefe Kante mit Strömung an der die Meerforellen am Grund stehen. Hier kann ich zumindestens mit einem Wurf gegen die Strömung und einer entsprechenden Sinkphase erfolgsversprechend reagieren.
> Ich kann in Kombination mit einer beschwerten Fliege extrem schnell einholen, ohne daß meine Fliege an der Oberfläche furcht. Also selbst bei extrem hoher Einholgeschwindigkeit kann ich so die Fliege deutlich unter der Oberfläche führen.
Über dies hinaus gibt es Situationen in denen ich auch mit der Schwimmschnur fische. Das sind im Laufe der Jahre allerdings immer weniger Situationen geworden.
Meine Allroundschnur an der Küste ist ein Schußkopf, der in mäßiger Geschwindigkeit sinkt. Schnell geführt kann ich mit ihm auch flache Stellen bestens befischen, und langsam geführt, komme ich auch an tieferen Stellen entsprechend runter. Er ist "clear".
Von kombinierten Schnüren - sprich Sinktips oder Schwimmschnur mit Intermediate- oder Sinkvorfach, halte ich alleine aus werferischen Gründen nicht sehr viel. Auch damit habe ich viel experimentiert und fand nie eine zufriedenstellende Lösung für mich.
Nochmal etwas zum Hintergrund der Intermediateschnur:
Wenn eine Intermediateschnur für die Flußfischerei (also dem oft typischen Driftfischen mit erhöhtem Wasserdruck durch die Strömung) hergestellt wurde, so wird diese aus meiner Sicht im stehenden (Ostsee)Wasser zu einer Schnur, dich ich eher als Sinkschnur bezeichne.
Gruß,
Bernd




