Fyggi hat geschrieben:@ Bernd
Der Designer hat in beiden Fällen einen guten Job gemacht. Der letzte Kunde hätte im Katalog lesen sollen, dass die eine Rute für "Profis" und absoltes Distanzwerfen gedacht ist.
Das sehe ich nicht ganz so

denn genau darin liegt doch das Problem (mal von AFTMA abgesehen, eigenes Thema, aber ähnlich): wenn ich eine 6er Rute kaufe, soll es eine 6er Rute sein! Und den Begriff 6er Rute mache ich am "optimalen", maximalen (gesamte Keule) Wurfgewicht fest.
Als wir das erste Mal blauäugig eine 5er TCR mit einer 5er Cortland 444SL bestückten, haben wir uns nur gewundert, warum wir das Ding nicht aufladen konnten.
Was macht das für einen Sinn? Wenn auf Shootouts eine 5er Rute vorgeschrieben ist und alle die TCR nehmen, weil sich damit grössere (schwere) Schnurmengen in der Luft halten lassen (weil sie eben KEINE 5er ist, mag das ja in Ordung sein.
Aber im Sinn einer Möglichkeit des Vergleichens ist das nicht! Und wenn man dann noch AFTMA nimmt......
Meint Mark
Hallo Mark
Du hast es eigentlich ganz richtig beschrieben.
Du verwendest z.B. eine MED Fliegenschnur von 3M. Die hat eine extrem lange Keule. >20m ! Sie ist dafür gemacht, um eine sehr lange Leine in der Luft zu führen, und damit eine gute Basis für Distanzwürfe zu liefern.
Wenn Du diese Fliegenschnur in der Klasse 5 verwendest, läd sich die TCR Rute in Klasse 5 mit Sicherheit sehr gut auf, sobald die Keule ausserhalb der Rute ist. Und diese Kombination passt auch gut. Genau deshalb verwenden sie alle "Distanz(shootout)junkies" so gerne :p ...
Sage hat aber auch bereits im ersten Katalog diese Rute entsprechend beschrieben.
Wenn Du jetzt eine Kurzkeulenschnur in Klasse 5 verwendest, hast Du natürlich viel weniger Gewicht an der Rute, wenn Du mit der Keulenlänge arbeitest.
Aber dafür war diese Rute auch nicht direkt gedacht.
Wenn Du die Rute aber eben vielfach verwenden möchtest, so nimmst Du halt einen 6er Schußkopf und schon passt es wieder.
Ich hatte ja schon einmal hier geschrieben, dass es für das allgemeine Verständnis meiner Meinung nach leichter wäre, wenn auf dem 6er Schusskopf dann ein ähnliches Gewicht stehen würde, als wie es das für die >20m Keule der MED der Fall wäre. Wenn beide Gewichte dann mit der Wurfgewichtsangabe der TCR passen würden, wäre alles klar. Jedenfalls beinahe :grin: .
Die 5er TCR Rute IST ganz sicher eine 5er Rute.
Wenn ich Dir jetzt eine Rute designen würde, mit der Du eine 4er Fliegenschnur auf Distanzen von 8m in Deinem Bach präsentieren möchtest, so würde diese Rute schon bei 3 - 5m Flugschnur ausserhalb der Rute ein gutes Gefühl vermitteln.
Dass Du dann aber mit dieser Rute keine 4er MED Schnur komplett in der Luft halten könntest, ist auch klar. Würdest Du dann sagen, es ist eine 3er Rute :-) ?
Nochmal: Die Klasse ist immer in Verbindung mit dem gedachten Anwendungsbereich zu betrachten.
Die Schnurklassen werden zunächst an den Flugschnüren festgelegt ! Die Ruten werden dann passend für die Schnüre und den gedachten Anwendungsbereich designed. Wobei der Rutendesigner natürlich immer im Hinterkopf hat, dass der Käufer auch andere Anwendungsbereiche in Erwägung ziehen könnte. Soll heissen eine kleine Gradwanderung bleibt nie ganz aus bei der passenden Beschriftung und Beschreibung.
Aber das wäre auch bei Gewichtsangaben noch der Fall.
By the way ich möchte beinahe wetten, dass ich an der TCR Rute Klasse 5 auch eine Klasse 5 Cortland 44er verwenden würde.
Ich bin mir sehr sicher, dass ich keine 6er Schnur verwenden würde. Auch, wenn das noch gerade möglich wäre zu werfen.
Und für das Fischen auf kurze Distanzen würde ich die 5er TCR eh nicht verwenden. Genau dann wäre zweifellos eine 6er Cortland besser. Nur dann präsentierst Du auch die schwere Schnur ;-).
Komplexes Thema 8)
Gruss,
Bernd