Mal ehrlich!

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
Gast

Mal ehrlich!

Beitrag von Gast »

Mal ehrlich, wieviele Meerforellen fangt ihr pro Jahr im Durchschnitt mit der Fliegenrute in der Ostsee. Interessant wäre auch, wenn welche gefangen werden, die Durchschnittsgröße sowie die durchschnittlichen Angeltage pro Jahr.
Ich stelle meine Frage deshalb, weil ich in den letzten 6 Jahren zwar viele Fliegenfischer an der Ostseeküste getroffe habe, aber noch nie einer in meinem Beisein je eine Forelle gehakt und auch gelandet hat. Zufall??? Meistens wird immer nur über Sagen-hafte Fänge berichtet, die mal wieder niemand bestätigen kann. Fotos exestieren leider auch nie.
Wie schauen Eure Erfahrungen aus, werden wirklich so wenig Meerforellen mit der Fliege gefangen?
Bitte nur ehrliche Antworten!
Benutzeravatar
HO!GER
...
Beiträge: 1174
Registriert: 18.11.2005, 21:03
Wohnort: Ostholstein

Beitrag von HO!GER »

Fliegenfänge an der Ostsee sind kein Mytos.
Man fängt regelmässig ordenliche Fische die nicht kleiner als an der Spinnrute
sein müssen.Ausser vielleicht im Frühjahr aber auch da gibts Spezies...
Wenn ich mir meinen oft wechselnden Kollegen anschaue der immer wieder zur Spinne geift muss ich aber schon feststellen er hat häufiger Kontakt als ich.Letztenendes ist es wohl aber eine Frage dessen was man will,die höchste Effektivität oder einfach mahr Spass beim Fischen... ;)
Werbefläche zu vermieten!
Benutzeravatar
Mattes36
...
Beiträge: 2091
Registriert: 20.04.2006, 20:21
Wohnort: Berlin

Beitrag von Mattes36 »

Hallo Fritz,

ich komme leider nur selten an die Küste und habe auch keine langjährigen Erfahrungen mit den Silberfischen, aber ich habe bisher bei jedem gezielten MeeFo-Küsten-Urlaub meine Fische auf Fliege gefangen. Zu manchen Zeiten fischt der Blinker sicher effektiver, aber manchmal ist die Fliege auch dem Blinker überlegen.

Wenn man konsequent(!!!) mit der Fliege fischt, fängt man auch mit der Fliege.

Viele Grüße, Matthias
Gast

Beitrag von Gast »

mal ehrlich -;) aktueller Stand der Dinge:

10-16.03. 2007 Rügen 2 Fische gefangen 45 cm (ca.) 57 cm (vermessen), eine verloren (geschätzt 50 cm)

17.03.-23.03 Seeland 4 Fische: 56 cm, 45 cm, zwei Untermaßige

06.04-08.04. Rügen (Ostern) ein Fisch ca. 60 cm

20.04.-22.04. Kolding 3 Untermaßige

geplant ist noch eine Herbsttour nach Seeland und eventuell über die Feiertage/Jahreswechsel Rügen bzw. Seeland.

Hoffe damit auf 20 Fische zu kommen ...

Viele Grüße Thomas
Fjorden
...
Beiträge: 2613
Registriert: 04.09.2006, 12:29

Beitrag von Fjorden »

Als Fliegenfischer muss mensch umdenken, dann stellt sich der Erfolg von ganz alleine ein. Ich habe 5 Jahre lang an der Fliegenrute nicht einmal einen Biss gehabt, während Blinkerfischer gefangen haben. Bin trotzdem eisern bei der Fliegenrute geblieben. Das zahlt sich irgendwann aus. Seit vier Jahren fange ich regelmäßig, auch Große (5 Stück) und manchmal, wie dieses Jahr Ostern ist die Fliege dem Blinker überlegen, Blinkerfischer neben mir haben nicht gefangen. Ich fange die meisten Fische in bis zu 15 Meter Entfernung. Die meisten Fische fange ich auf drei Fliegenmodelle, Muddler nachts, Magnus schwarz in der Dämmerung und eine Glitzerfliege tagsüber. Fische nur mit der Schwimmschnur und Polyleader intermediate oder Mono.

2004: 40 / 44 / 45 / 53 cm 1 Woche Februar Mön. Ostern Mön nichts. 43 cm 1 Tag Kolding Juli
2005: 4 Tage Als Februar nichts. 67 (3,2 kg) Ostern Mön (Gesamtangelzeit 28 Stunden). 41 cm / 1 untermassige Als Mai. 52 / 53 cm 1 Tag Kolding Juli.
2006: 1 Woche Februar Mön nichts. 49 / 68 (3 kg)/ 67 (3,5 kg) / Steelhead 52 Mön 2 Wochen Ostern (Gesamtangelzeit 41 Stunden). 47 / 64 (3,8 kg) 3 Tage Als Mai. Steelhead 43 cm 3 Tage Juli Kolding.
2007 : 44 / 47 / 70 (4,5 kg) / 44 / 44 / 49 / Steelhead 51. 2 Wochen Ostern Mön (Gesamtangelzeit 38 Stunden).
Benutzeravatar
piscator
Grasfuchtler
...
Beiträge: 5094
Registriert: 19.04.2005, 08:02
Wohnort: Kiel
Kontaktdaten:

Beitrag von piscator »

Hallo Fritz,
ja, ganz sicher werden viele Fische auf Fliege gefangen, aber ähnlich wie beim Fischen mit Eisen sind es meist nur Wenige mit langer Erfahrung, die regelmässig und in größeren Mengen fangen, und die das nicht so detailliert posten. Und mit den Bildern schleift sich das auch mit der Zeit ab, ich fotographiere jedenfalls schon lange nicht mehr -- nur noch bei Ausnahmefischen (70+) und die sind zugegeben eher selten.
Wenn du also nie jemanden mit der Fliege fischen siehst, der auch Fisch am Gürtel hat, dann liegt das vielleicht auch daran, dass du zur falschen Zeit am falschen Ort fischt.

Auch die Größe der Fische stimmt mit der Fliege -- vielleicht mit Ausnahme der ganz großen, die bei extremen Wetterverhältnissen gefangen werden.

TL, Jürgen -- vielleicht sieht man sich ja mal an der Küste -- nach 6 Jahren MF in Kiel und Umgebung ist das ja nicht ausgeschlossen.
Benutzeravatar
Achim Stahl
Fusselschmeißer
...
Beiträge: 2045
Registriert: 19.07.2006, 13:23
Wohnort: Kiel, ganz dicht am Fisch!
Kontaktdaten:

Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Fritz,

das ist in der Tat so eine Sache mit den ehrlichen Fangangaben. Es gibt jede Menge Angellatinos, die nur Fische in zweistelliger Stückzahl oder in zweistelligem Pfundgewicht "fangen". Meistens sind das die gleichen die von sich behaupten, 40 Meter mit der Fliegenrute zu werfen :oops :oops :oops .

Auf der anderen Seite gibt es die Jungs, die nie erzählen, wenn sie etwas fangen, und schon gar nicht, wo.

Von der Merforelle wird oft gesgt, sie sei der Fisch der tausend Würfe. Für tausend Würfe braucht man gar nicht so lange. Das schafft man locker an einem Tag. Also jeden Tag eine eine Meerforelle??? - Ein klares und eindeutiges Jein! :p :p

Das liegt daran, dass es gute und schlechte Tage gibt. an guten tagen fange ich durchaus mal mehrere Fische in ein paar Stunden nach Feierabend. An schlechten Tagen eben nicht. Das Absurde ist, dass ich als erfahrener Meerforellenfischer meistens duchaus vorher weiß, ob ein guter oder ein schlechter Tag ist. Das kann am Wetter, der Jahreszeit, Wind etc liegen. Gehe ich nur an guten Tagen los, liegt mein Schnitt über einem Fisch pro Tag. Gehe ich auch los, wenn es eher schlecht aussieht, reisst das meinen Schnitt natürlich runter. Aber manchmal will ich es einfach trotzdem probieren, oder nur rauskommen, weil das Wetter gut ist. Und manchmal fängt man ja auch bei vermeintlich schlechten Bedingungen etwas. Und Erfahrungen sammelt man allemal.

"Erfahrungen" ist eh so ein Stichwort, ein erfahrener Fischer wird immer viel mehr fangen als ein Unerfahrener, zumindest im Jahresdurchschnitt.
Ich habe über 15 Jahre lang gelernt, wo ich zu welchen Zeiten hingehen muß, welche Fliege ich am besten nehme, wie ich sie führe usw.. Das wirkt sich natürlich aus. - Noch ein Grund, weshalb ich den Sprüchen von großspurigen Zunftgenossen aus den südlicheren Bundesländern eher mißtrauisch begegne ;) ;) ;) .

Noch ein Tipp zum Schluß: Zweifle nicht an der Effizienz des Fliegenfischens. Die Fliege ist im Vergleich zum Blinker nahezu immer der bessere Köder. Und glaube nicht, dass die Fische "weit drausen" stehen. Sind sie für den Spinnangler erreichbar, kommen sie in der Regel auch in Fliegenwurfweite und näher.

Viele Grüße


Achim
Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Fischlein her.

www.serious-flyfishing.de
Fjorden
...
Beiträge: 2613
Registriert: 04.09.2006, 12:29

Beitrag von Fjorden »

Hallo Achim,
genau das ist es, was ich mit umdenken meine....die Fische sind so dicht!
Ich wundere mich immer wieviele Blinkerfischer und hier auch Erfahrene ohne vom Ufer einen Wurf zu machen hineinwaten.
Deine 15 Jahre Erfahrung sind schon ein Pfund, denn dann kennst du die guten Bedingungen für manche "Riffe". Bis dahin ist viel Lehrgeld, zumindest bei mir, nötig und eine gehörige Portion Optimismus und das dann noch mit 600 km Anreise, was das Ganze nicht leichter macht. Wenn du gebucht hast, fischt du halt auch bei Minusgraden und Schnee. Die Landschaft entschädigt die kalten Finger und Füsse dann.
Gruß
Fjorden
Bruno

Beitrag von Bruno »

@ Fritz, mir geht es im Prinzip so wie Achim
Ich fische seit einigen Jahren (fast) ausschließlich mit der Fliege, vorher mit Blinker und habe festgestellt, ich fange mehr Fische als mit dem Blinker und kleiner sind sie auch nicht. Als Blechfischer habe ich früher im März/April mehr gefangen, vielleicht weil
- das Wasser sich erwärmt
- Blech mehr zu fischende Stecke pro Wurf ermöglicht
- die Forellen nach dem Winter besonders hungrig sind(frissbisdeplatzt :grin: )......es kann aber auch anders sein....ist das nicht schön??!!
Vorher und nachher sind, meiner Meinung nach, die Chancen mit Fliege größer, ob mit Sbiro oder richtig :lol: ist eigentlich gleichgültig. Ab Mai fische ich dann wieder besonders gern mit einem Blinkerangler in meiner Nähe! Er bekommt dann die Nachläufer und...... :+++:
Gast

Beitrag von Gast »

aktueller stand bei mir:




FLIEGE :arrow: 7 mefos, ein laxx, ein dorsch; die größte mefo war 60 cm.

Blinker: 10 mefos

Spiro mit Fliege als anhängsel: eine mefo, ein laxx, ein dorsch



und angeltage im jahr :-q:

ich habe das wasser vor der haustür, also lüge ich nicht, wenn ich sage, dass ich auf 180~230 angeltage im jahr komme :wink:




aus der auflistung abzulesen ist, dass ich sehr oft OHNE fisch nach hause gehe, wenn ich mit der fliege unterwegs bin, aber mich dabei trotzdem gut fühle :D :wink: .
Helle
...
Beiträge: 79
Registriert: 15.02.2006, 17:38
Wohnort: Wedel

Beitrag von Helle »

Moin Fritz, es gibt doch diese DVD Serie Spinnfischen und Fliegenfischen auf Dänisch, dabei ist mir aufgefallen, dass Spinnfischen zu 80% mit Spiro und Fliege ist jedenfalls in dem Video /DVD, das sagt doch schon mal Alles.
Ich habe 4 Jahre ohne Biss mit Fliege gefischt und jetzt vor Ostern fünf Fisce an einem Tag mit Fliege gefangen. Jetzt glaube ich so richtig dran.
Ich weiß jetzt wie dicht die Fische beißen, somit bringt mich nichts mehr von der Fliege weg. Es sei denn der Wind ist zu stark und ich habe keine Lust den Platz zu wechseln. Außerdem werde ich mir jetzt ein paar Spiros zum Küstenangel zurechtmachen.
Bleib dran
Helle
Benutzeravatar
Schweißsocke
...
Beiträge: 1241
Registriert: 06.04.2005, 22:06
Wohnort: Flensburg!

Beitrag von Schweißsocke »

Ich bin ja völlig neu in der Materie Fliegenfischen, da ich erst seit einigen Wochen ernsthaft versuche, mir das ganze anzueignen. Eine statistische Aussage (einigen hundert geblinkerten Forellen steht eine einziger Fisch auf Fliege gegenüber) bringt also nichts.

Der eine Fisch auf Fliege, den ich vor drei Wochen bei meinen ersten Wurfübungen gefangen habe, macht mir Mut. Die Fische sind oft relativ dicht an der Kante, dass wird auch jeder Spinnfischer bestätigen. Und wenn es selbst fliegenfischenden Volldeppen wie mir gelingt, einen Fisch zu fangen, dann kann es sooo schwer ja auch nicht sein.

Es gibt ganz klar Situationen, in denen die Fische - zumindest tagsüber - außerhalb der Fliegenfischerwurfweite rumschwimmen; wer dann trotzdem mit der Fliege fischt und nichts fängt, muss sich nicht wundern oder die Fängigkeit der Methode generell in Zweifel ziehen. Sind die Fische in Reichweite, sehe ich kein Argument, dass dafür spricht, dass ich dann als Spinnfischer erfolgreicher sein sollte. Im Gegenteil, gerade im Sommer ist die Fliege dann die einzige Chance, eine Forelle zu erwischen. Das ist auch meine Motivation, mich mit den dicken Schnüren abzuquälen.

Ich werfe jetzt so um die 20 Meter weit mit der Fliege, der Spöcket schlägt bei der fünffachen Weite ein, also werde ich wahrscheinlich mit Wobbler erfolgreicher sein. Wenn ich aber regelmäßig 25 bis 30 Meter schaffe - üben, üben, üben - dann sieht das Verhältnis schon nicht mehr ganz so schlecht aus. Außerdem macht es einfach Spaß, wenn ein Wurf gelingt, die Runningline wie von selbst durch die Ringe schießt und sich die Schnur auf gar wundersame Weise gestreckt auf dem Wasser abrollt.
Gruß Arne

There's a fine line between fishing and just standing on the shore like an idiot. ~Steven Wright
Benutzeravatar
Wolfi 090361
...
Beiträge: 316
Registriert: 19.11.2006, 16:44

Fliege

Beitrag von Wolfi 090361 »

Moin Leute!
Ich sehe das einfach erfolgsorientiert.Ich fische liebend gern mit der Fliege,aber wenn die Fische weit draußen stehen,werf ich mir ebend einen Wolf!Also greif ich zur Spinnfetze.Das ist meistens im Winter und auf gewissen Inseln ,wo die Fische meist nur Heringe fressen eher die Regel als die Ausnahme!
Aber in DK,wenns wärmer wird,dann beißen die Mefos super gut auf Fliege,also was soll ich da einen Blinker durchs schöne Wasser kurbeln?
Und wenns dann noch wärmer wird und Du mit kleinsten Fliegen und fast Bachforellengeschirr größere Forellen fängst ,dann machts mir erst so richtig Spaß!
Ich fang 60%mit Fliege und 40% mit Blech! T.L.Wolfi
Benutzeravatar
piscator
Grasfuchtler
...
Beiträge: 5094
Registriert: 19.04.2005, 08:02
Wohnort: Kiel
Kontaktdaten:

Noch ein Wort zur Effizienz

Beitrag von piscator »

Die gefischte Strecke mag ja für den Blinker deutlich grösser sein, da die Köderführung schneller ist. Wenn ich allerdings wie vor wenigen Tagen die Blechfischer am Abend genau wie am Tage auf Weitenjagd sehe und die Fische rauben (sichtbar) an der Tang-Kante, dann fischt die Fliege 100% im fischreichen Wasser und der Blinker nur zu 25%. Und es gibt nur wenige Blechfischer, die dann auf kleine leichte Köder umschalten und die Kanten abfischen. Es kommt also nicht auf die Gesamtstrecke an, sondern auf die im fischreichen Revier.

TL, Jürgen
Benutzeravatar
meyfisch
...
Beiträge: 780
Registriert: 05.11.2004, 23:13
Wohnort: hamburg

und nun..??

Beitrag von meyfisch »

die diskussion läuft m.e. letztendlich doch auf folgendes hinaus:

zum einen sollte ich beide methoden beherrschen und wirkliches vertrauen in sie haben und zum anderen muss ich die momentanen gegebenheiten (wetter, wasser, bodenbeschaffenheit, etc., etc......) lesen und interpretieren können, um mich dann für eine methode zu entscheiden, die mir unter den gegebenen bedingungen am erfolgversprechensten ist.

und machmal weiß ich schon von vorneherein, das wohl gar nichts gehen wird, und dann stell ich mich trotzdem in wasser, weil´s einfach schön ist.

gr

mf
Antworten