Hi @ all

,
so jetzt sind wir schon wieder 3 Wochen aus dem Bornholm Urlaub zurück, die Maloche und der Alltag haben uns wieder

!!
Wie war jetzt der Urlaub? ....Echt gut muss ich sagen! Die Insel ist wunderschön und die Strände sehr abwechslungsreich. Wir sind gut erholt und alle 4 Personen sind der Meinung wir kommen auf jeden Fall wieder. Aber jetzt von Beginn an.
Am 29.04. ging es für 4 Personen und für 2 Wochen nach Bornholm. Wir, meine Frau und ich, brauchten dringend Urlaub, unsere Begleiter ein älteres Ehepaar waren ausgeruhter, da diese schon in Rente sind. Angesagt war, sich in erster Linie sich zu erholen und nebenbei dieses Revier auf Meerforellen zu testen und natürlich wie oben bereits erwähnt zu heiraten. Dazu muss ich anmerken, dass ich der einzige Angler in dieser Truppe bin und die Angelei nicht im Mittelpunkt stand (ausnahmsweise)!
Die Anreise gestaltete sich als unspektakulär, da wir über Landstraße Richtung Rügen fuhren. Es gab keinerlei Staus, Unfälle ectpp.
Was mir allerdings sehr auffiel waren die häufigen "Starenkästen"

!! In fast jedem Kuhkaff stand ein hochmoderner Blitzer, dazu kamen noch einige mobiler Blitzer, die wir aber alle rechtzeitig entdeckten! Da war man genötigt ständig auf die Geschwindigkeit zu achten, konnte kaum den Blick schweifen lassen, ansonsten wäre es wohl teuer geworden! Rechtzeitig kamen wir am Fährterminal an, leider bei völligem Schiedwetter!! Es regnete aus Eimern. Die Küste Rügens und den Königsstuhl hinter uns lassend ging es jetzt Richtung Bornholm. Da wir müde waren und ne Kabine hatten konnten wir uns für 2Std hinlegen. Ausgeruht kamen wir auf Bornholm an, mittlerweile hatte es auch aufgehört zu regnen. Schnell noch die Hüttenunterlagen holen und der Urlaub konnte beginnen. Untergebracht waren wir im Norden der Insel.
Am nächsten Tag wollte ich mir einige Strandabschnitte anschaun, einen Überblick bekommen was mich erwartet. Zunächst mit montierter Spinnrute machte ich mich auf den Weg.... die Wetterbedingungen waren schwierig. Wolkenfreier Himmel, glasklares Wasser und kein Wind liessen meine Erwartungen gegen Null sinken. So kam es dann auch. Ich fuhr mehrere Strände im Norden der Insel an, nur um festzustellen, das die Bedingungen nicht gut waren. Im Wasser befand sich noch reichlich Tangreste, die ein Fischen nur schwer möglich machten. So wechselte ich an die Westküste aber auch hier ähnliche Bedingungen! Trotz alledem sah ich in absoluter Ufernäher einen guten Fisch steigen....und die Fliegenrute nicht dabei

!! Gegen 10Uhr stellte ich das Angeln ein, es brachte einfach nichts und je später der Tag umso mehr Dänen an den Stränden. Aber einige interessante Plätze gefunden! So konnte ich mich um meine Freundin kümmern und die Insel kennenlernen.
Im Anschluss folgten Tage mit starkem Wind so bestimmt 4Bft aus Nordöstlicher Richtung und entsprechender Dünung! Das Donnern der Brandung hörte man schon im Haus

.Was für eine Welle, da mußte ich mich ersteinmal dran gewöhnen. Respekt, wer da gegenan fischt! Die Wellen hatten bestimmt 1,5m Höhe! Ich versuchte es einige Male an der Westküste, erfolglos leider. Zwischendurch wechselte ich auf Sbirolino mit Fliege, nichts nicht einmal ein Biss! Auch keine Nachläufer, seltsam dachte ich. Irgendwas paßt nicht und mir Gedanken gemacht...Vielleicht zu anderen Zeiten losgehn, da wir immer viel Sonnenschein und wenig Wolken hatten...zwischendurch nahm der Wind noch zu, mitttlerweile 5Bft und in Böen auch schon gefühlt 6!!
Jetzt kam ersteinmal der private Höhepunkt, meine langjährige Freundin geehelicht!! War wirklich ein gelungener Tag, hat alles super gepaßt, tolle Aufnahmen gemacht, bei der Behörde hat alles reibungslos funtkioniert. So, jetzt bin ich also Ehemann und das Geld ist nur noch die Hälfte wert....

An diesem Tag wurde natürlich nicht gefischt.
Mittlerweile war die erste Woche fast rum und ich ohne Fischkontakt, das ist selten kommt aber mal vor. Nur nicht entmutigen lassen dachte ich mir. Im Vorfeld war die Erwartungshaltung nicht so hoch, da ich Bornholm nicht kannte und mir alles erarbeiten mußte, aber so gar nichts....mmh. Also gut, neue Taktik mehr zu den Dämmerungszeiten unterwegs. Und siehe da...im Norden der Insel von den Felsen gefischt mit der Spinnflitze, 10ter Wurf und rumms...heftiger Biss auf Blinker...Fisch kämpft Richtung Grund und zieht zweimal kurz in die Bremse...die Landung war nicht einfach, da die Wellen immer kräftigst über die Felsen brandeten! Zweiter Versuch klappte, Mefo von 56cm, gut abgewachsen, na endlich war der Bann gebrochen

!!
Ich kam die folgenden Tage immer zum Fischen, verlagerte meine Aktivitäten zunehmend auf die ganz frühen Morgen- und die späten Nachmittagstunden. So gab es auch kein Stress mit meiner Frau, die überhaupt sehr viel Verständnis zeigte :grin: ! Ich rüstete um auf Sbirolino mit Fliege und konnte morgens ganz dicht am Ufer eine weitere Meerforelle überlisten. Eigentlich wollte ich neu auswerfen und dachte zunächst ich würde am Blasentang hängen, bis plötzlich Leben in die Rute kam!! Ich konnte es nicht glauben, ich habe weder den Biss als solchen bemerkt noch den Fisch gesehn aber glücklicherweise schnell genug reagieren und die Rollenbremse öffnen können. Es folgt ein kurzer aber heftiger Drill in unmittelbarer Ufernähe, aber Petrus meinte es gut mit mir und ich konnte den Fisch erfolgreich in den Kescher führen. Meerforelle von 63cm und geschätzten 5Pfd! Nun lief es deutlich besser als in der ersten Woche. Es folgten in den nächsten Tagen noch weitere Mefos, von denen ich einige zurücksetzte, da sie entweder untermaßig oder aber noch ziemlich schlank waren. Gefangen habe ich an verschiedenen Stränden meistens mit Sbirolino und Fliege. Ich muss noch dazu sagen dass es mir nicht darum ging den Froster zu füllen, ich wollte sicher auch lecker Meerforelle essen, es aber mit der Entnahme nicht übertreiben. Ich möchte mir das Merforellenfischen erhalten.
Am Freitag dem letzten Tag vor der Rückfahrt wollte ich mich nochmal von der Insel in Ruhe verabschieden und fuhr für einen letzten Versuch, relativ spät, so gegen 9:00 zum Strand. Ich wollte das letzte Mal am Riff fischen, gar nicht mal mit dem Glauben dass etwas beissen wird, einfach mal innerlich Revue passieren lassen. Doch als ich am Parkplatz stand konnte ich sehn, dass dieser Platz fest in dänischer Hand war! Nun gut, geh ich halt in die andere Richtung, sieht auch interessant aus. Leichter Wind und etwas Welle, eigentlich perfekte Bedingungen dachte ich...,doch ersteinmal nichts. Nach dem ungefähr 10Wurf ein kräftiger Biss, reflexartiger Anhieb und....naja, wird wohl ein Horni sein.... zunächst recht wenig Gegenwehr. Aber dann plötzlich und völlig unverhofft....eine rasanste Flucht, was war das denn? Ich mußte die Rollenbremse etwas öffnen, zog der Fisch zielstrebig raus und sprang in voller Länger aus dem Wasser, ca 20m vor mir

unglaublich, da hatte ich doch eine stattliche Meerforelle am Haken!! Und das gesamte Ufer vor mir voll mit Blasentang, na das kann ja heikel werden. Der Fisch sprang bestimmt drei, viermal aus dem Wasser. Nun den Drill etwas forciert, gleich beim ersten Versuch eingetütet!! Jetzt erstmal raus aus dem Wasser und die Beute begutachten. Unglaublich hatte ich gar nicht mehr mit gerechnet, dass ich noch so einen schönen Fisch auf dem letzten Drücker ans Band bekomme. Schöne Meerforelle 72cm, knapp 8Pfd

!! Ein toller Abschluss

!
Generell und abschliessend muß ich anfügen, dass die Mefofischerei echt nicht einfach ist auf Bornholm. Die Fische muß man sich genau wie woanders hart erarbeiten. Das Schwierige ist zum Einen die teilweise heftige Dünung, vor der man jederzeit Respekt haben sollte und die bis jetzt von mir noch nicht erwähnte sehr schwierige Watfischerei!! Hier kann man sich wirklich prima die Beine brechen, also ein Watstock ist zwingend erforderlich!! Und auch damit habe ich manchmal aufgegeben, da ich alleine unterwegs war. Das Risiko war mir manchmal zu groß! Ein Bad ist mir in diesem Urlaub erspart geblieben, zum Glück!
Bornholm ist richtig schön, anglerisch schon eine Herausforderung aber auch für Nichtangler gibt es jede Menge zu entdecken! Für mich ist das die Bärlauchinsel. So, jetzt habe ich erstmal genug geschrieben, Bilder werden noch folgen, kann aber noch etwas dauern! Da bitte ich doch um Verständnis, muß erst einmal filtern, da wir fotografiert haben ohne Ende.
Beste Grüße
Helge