Tag 12
Wir überlegen, wie es weitergehen soll. Für die Reise hatten wir uns 21 Tage vorgenommen, also ist es Zeit sich auf den Rückweg zu machen. Da es Samstag ist, haben wir nur ein recht enges Zeitfenster uns ein neues Zelt zu besorgen. Wir packen also zusammen und fahren los Richtung Norden um die Lofoten komplett zu queren.
Die Zelte die wir in den nächsten Orten finden, sind allesamt ungeeignet. Es scheint nicht möglich zu sein ein größeres Familienzelt zu finden, alles ist hier auf zwei Personen, maximal drei ausgelegt. Wir beschließen daher zunächst ein Wikingerfest zu besuchen, um dann Richtung Narvik Kiruna zu fahren. Unterwegs halte ich an und schieße ein paar schnelle Bilder von einem großen Stein aus. Wohin man sich dreht.... schön.
Das Wikingerfest im Wikingermuseum in Borg ist super. Es findet auf einem weiträumigen Gelände statt und hat dabei einen großen Freibereich.
Die Kinder haben Spaß, auch wenn man in das eine oder andere Abenteuer noch hinein wachsen muss.
Der Höhepunkt besteht in einer gut 45 minütigen Segeltour auf einem Langschiff auf dem angrenzenden Fjord.
Von Borg aus brechen wir dann auf Kiruna. Die Stimmung ist recht gelöst, denn wir haben einen Entschluss gefasst mit dem alle ganz gut leben können. Wir wollen über Lappland, Stockholm und Südschweden zurückfahren, um noch einen Freund in Rønne zu besuchen.
Wir rollen durch die beeindrucken Landschaft der Lofoten und besprechen so dies und das. Was uns etwas wurmt, dass ist, das wir jetzt schon mehrere tausend Kilometer gefahren sind, ohne einen Elch gesehen zu haben. Später fahren wir durch ein kleines Dorf, welches aus roten und gelben Sommerhütten besteht. Rechts neben der Straße liegt der Fjord.
Plötzlich sagt Jeppe kurz und trocken, "Elch." Ich trete auf die Bremse und frage nach. "Da war ein Elch." "Quatsch," meine ich und lege den Rückwärtsgang ein. 60m - 80m - 100m, da ist nichts, ein kleines Stück noch. Direckt neben einer roten Scheune ca. 20m von uns weg stehen sie. Ein kleiner Elchbulle, eine Kuh und ein großer Elchbulle. Wow!
Als ich aus dem Auto steige, um ein paar Bilder zu knipsen, gehen der kleine Bulle und die Kuh gleich 10m zurück und der große Bulle senkt den Kopf und macht zwei Schritte auf mich zu. Die Kinder fangen an zu schreien und der Bursche bleibt stehen. Ich vergewissere mich, dass die Autotür offen ist um im Notfall schnell in den Wagen zu kommen. Die Elche zeihen sich ein Stück zurück, lassen sich aber ansonsten kaum stören. Wunderbar!!! Leider fehlte den Bildern etwas Licht.
Wir freuen uns richtig. Mein Sohnemann ist der Elchheld und wird sofort zum ersten amtlichen Elchspäher ernannt. Kaum zwei Kilometer weiter stehen die nächsten beiden Elchbullen im Garten. Sachen gibt es.
Nachdem wir die Lofoten verlassen haben, halten wir am ersten Parkplatz an, um das Auto und die Kinder für die Nacht vorzubereiten. Über uns kreist ein Seeadler - ich bin nicht esoterisch veranlagt - aber ich glaube er wollte uns tschüß bzw. besser "auf wiedersehen" sagen und ich bin sicher, dass das passieren wird.
Irgendwann in der Nacht sind wir in Schweden und suchen uns einen "gemütlichen" Parkplatz. Wer braucht schon ein Zelt, ein Wohnmobil oder sonst welchen Luxusquatsch. :grin: