Seit gestern Abend hat mich Hamburg wieder….nach 29 Stunden Autofahrt.Wie auch im letzten Jahr war Steigen Tur das Ziel.Auch dieses Jahr stand das Wurfangeln auf Heilbutt mit leichtem Geschirr im Vordergrund,was uns aber nicht davon abhielt…den einen oder anderen "Bobby",Köhler,Schellfisch,Lump,Leng etc. ins Boot zu holen.Ich kann also nicht aus Erfahrung sprechen,und großartig Vergleiche ziehen,doch ich fühlte mich in der Destination sehr gut aufgehoben.Die Boote wurden gerade mit neuen Motoren ausgestattet und sind einwandfrei.Das Haus hat einen gehobenen Standard,ausgerichtet für 6 Personen.Geplant waren 14 Tage vor Ort…doch nach 10 Tagen brachen wir ab,da die Wettervorhersage Wind und Regen vorraussagte.Wir waren fünf Männer und eine Frau.Das Wurfangeln auf Heilbutt ist für uns alle Neuland.Es gab eine deutliche Steigerung zum Vorjahr,wir mussten die Spots nicht mehr großartig suchen…da wir uns die schon im letzten Jahr erarbeitet haben.Es ging lediglich darum,die Wassertiefe zu finden,in der sich der Heilbutt gerade aufhielt…und zur richtigen Zeit auf dem Wasser zu sein,um eine Beissphase abzupassen.Dieses gelang uns…und für eine Anfängergruppe ohne Guide konnten wir einige Platten ins Boot holen…und dabei gab es eine richtige "Wand"(siehe Gruppenfoto)…für den Kollegen Christian…knapp 1,85m und 67,5 Kilo schwer....Wahnsinn.
Die Faszination des Wurfangelns auf Heilbutt besteht für mich darin,dieses unglaublich kämpferische,schöne Tier,mit leichtem Gerät im flachen Wasser zu fangen.Teilweise auf Sicht…es ist unglaublich beeindruckend zu sehen,wenn sich ein Schatten vom Grund löst,deinem Köder bis an die Oberfläche folgt, du ihm dabei zuschaust wie er den Gummifisch umkreist,sich vor ihm stellt…wieder wegschwimmt,abtaucht und plötzlich aus der Tiefe emporsteigt und ihn attackiert und damit abgeht,den ersten Run hinlegt und mal schnell 50 Meter von der kreischenden Rolle zieht.Sehr oft kam es auch vor,dass der Heilbutt den Gummiköder nur einmal kurz anstubste und dann wieder abtauchte.Dann steht man ziemlich ungläubig da…und fragt …was habe ich falsch gemacht ?Dann heißt es ausprobieren…die Farbe wechseln,die Größe des Gummifisches ändern…anderer Gummfisch…schneller oder langsamer führen….irgendwann ist es dann soweit…und du wirst belohnt.Ich habe festgestellt,das es zwei Arten einer Heilbuttattacke gibt…es kommt aus dem Nichts ein brachialer Biss und der Tanz beginnt oder Du spürst ein vorsichtiges Zupfen,das wiederholt sich in der Regel zwei bis dreimal….und dann kommt die ATTACKE.Es kann auch schon einmal vorkommen,das dieses Spielchen sich ein paar Würfe wiederholt….und die Rute dann erst krumm geht.Wichtig dabei ist es,die Nerven zu behalten und nicht gleich den Anhieb zu setzen…sondern einen Moment abzuwarten,um der Platte die Zeit zu geben den Gummifisch einzusaugen.
Das Problem dieser schönen Fischerei ist eine zu starke Drift oder die Fische stehen sehr tief.Das war unser Problem….die Fische standen alle auf 40 Meter Wassertiefe…teilweise bei 70 Metern,da ist es gar nicht so einfach mit dieser Methode eine gute Köderpräsentation hinzubekommen.Wir haben es natürlich auch mit Cutbaits,Deadbaits etc.probiert…doch darauf ging so gut wie nix.Ein Butt ging auf dieses Konto.
Ich habe meinen Erfahrungsschatz um einiges erweitern können…und versuche es im nächsten Jahr erneut umzusetzen.In der Zeit werde ich noch ein wenig an der Methode und am Tackle feilen……ich bin gespannt auf das nächste Jahr.
Der Blick von unserer Terrasse auf die Destination Steigen Sjøhus

Unser Haus

Mein Boot...die Pink Lady

Ich durfte auch mal fahren....

Mitternacht auf der Terrasse

Feinstes Heilbuttfilet

Butt aus dem Ofen auf Buttergemüse....

"Bobbys" aus der Meterklasse


Der gemeine Lumb

Und hier meine Platten






Und hier..."Die Wand"

Beste Grüße & Tight Lines





