leider bin ich nach tollen 4 Wochen wieder zurück aus dem Norden, die Reise ging vom Mandal über schwedisch Lappland ganz in den Norden der Finnmark an den traumhaften Børselva, ein wenig gucken an anderen Flüssen dort oben und zurück nach Schweden. Dort kurz an den mächtigen Lainioelva im Esrange Gebiet und über Kiruna und Riksgränsen wieder nach Norge an den Beiarelva am Polarkreis. Zurück nach Schweden, durch einige schöne lappländische Gebiete an die Glomma bei Kvennan und danach gemächlich in Schweden durch Bohuslän, Vestergötaland, Småland, Blekinge und Skåne zurück.
Das Fischen im Fjäll war durch das kalte und nasse Wetter schwierig bis unmöglich. Unsere Wanderungen aufs Kahlfjäll haben wir deswegen geknickt. Durch den vielen Schnee waren die Wasserstände teilweise noch sehr hoch. Nichtsdestotrotz war es wie immer traumhaft da, obwohl so viele Regentage und Tage unter 10 Grad haben wir in 8 Sommern dort nicht erlebt. Das großartige Neue für mich aber waren meine ersten Schritte auf dem langen Weg zum Lachsfischer: ein Wurfkurs bei Sil Longhurst, viele wertvolle Tips von Bernd Ziesche und dem Heiländer und vorallem die tolle Einführung ins Tubenfliegenbinden und die genauen Spotbeschreibungen für Mandal und Beiar von Kolja und Mawill vom Fly-only-Projekt und natürlich die vielen, vielen Gespräche mit meinem Freund Jochen über "unser" erstes gemeinsames Lachsfischen - vielen Dank dafür. :l:
Insgesamt habe ich 8 Tage mit Lachsfischen verbracht ...... und keinen gefangen, allerdings 2 jeweils einige Minuten gedrillt --- bin völlig angefixt vom Lachsfischen
Aber von Anfang an, mit einigen wenigen Bildern. Ich bitte die Qualität zu entschuldigen, wir hatten nur eine sehr einfache wasserdichte und eine Iphone Camera, aber die Motive sind ganz nett.
Am Mandal ging es los. Wir trafen dort Jochen und seine Familie und endlich durfte ich mit meiner Zweihandrute fischen. Einen Fisch habe ich nicht gefangen, durfte aber Jochens ersten Lachs per Schwanzwurzelgriff landen, was ich auch sehr, sehr aufregend und schön fand.

Nach dem Mandal ging es dann Richtung Schweden. Um mal einen kleinen Eindruck von dem vielen Schnee auf dem Fjäll zu geben, hier ein Bild aus dem südlicheren Lappland.

Auf dem Weg ganz in den Norden der wirklich zauberhaften norwegischen Finnmark gab es dann an einem See meine erste Finnmark-Äsche.


Danach ging es am vielgerühmten Lakselva vorbei an der Westseite der Porsangerfjords zum wirklich wunderschönen Børselva. Ein etwas kleinerer Fluss mit kristallklarem Wasser der sehr ruhig liegt, man muss meist ein wenig laufen um ans Wasser zu kommen und die Strasse auf der einen Seite ist sehr klein, also für mein Empfinden idyllischer gelegen als viele berühmte norwegische Flüsse. Später in der Saison ist er bekannt für seinen Meerforellenaufstieg und das Lachsfischen mit der Trockenfliege.






Das Fischen bei wirklicher Mitternachtssonne ist in so einem Fluss ein unglaublich schönes Erlebnis. Nachdem ich recht bald zwei kleine Bafos auf Tubenfliege gefangen hatte, viele Lachse gesehen und zahlreiche, für so ein Wasser (recht hoch und eben klar) empfohlene Tuben- und Doppelhaken-Fliegen probiert habe, nahm ich meine größte Templedog-Style Tube, eine unbeschwerte Green-Highlander-Variante raus und um 23.45 Uhr war es bei strahlendem Sonnenschein so weit, mein erster Lachs biss beim zweiten Wurf mit der Fliege, hinter einem Stein in der Rausche auf dem nächsten Foto.

Das Wasser war da sehr schnell und recht tief. Ich konnte den Fisch nach einiger Zeit aus dem sehr schnellen ins schnelle Wasser bekommen und dann sah ich einen ziemlich massiven Kopf und der machte richtig Druck.......und war ab. Mist! Bis ich mein Vorfach in der Hand hielt nahm ich es recht gelassen, als ich aber um 23.51 Uhr sah, dass mein Knoten am Haken sich gelöst hatte, schrie ich um 23.51h und 20 Sekunden ziemlich laut herum - so ein eine beschi ne Nachlässigkeit. Ich hatte ein Stroft GTM 0,40 Tippet und einen improved Clinchknoten
Na ja, so lerne ich wohl am besten. Immerhin sind in dem Fluss im Juli einige Fische im zweistelligen Kilobereich bis 14 kg rausgekommen....
Habe noch einige Fische dort gesehen aber keinen mehr gehakt in den nächsten Tagen.
10 Kilometer vorm Børselva hatten wir am Porsangerfjord einen sehr schönen Platz zum Zelten gefunden, an dem es auch einen kleinen (seeehr kalten) Süßwassereinlauf gab, so daß wir Trinkwasser und Waschgelegenheit hatten.


Wir sind dann noch ein wenig herum gefahren, sind an Lachsflüssen wie dem Stabbursdal- und Repparfjordselva lang gefahren, haben nach über dreissig Jahren Hammerfest wieder gesehen (immer noch langweilig, aber "Scenic" gelegen). Wirklich eine eindrucksvolle Gegend, die Erinnerungen aus der Kindheit waren wirklich etwas verblasst.
Zurück in Schweden sind wir 20km eine Schotterpiste ins Esrange-Gebiet (Raketenschuss-Gebiet der Armee) gefahren, damit ich am Lainioelva mein Glück auf Äschen probieren konnte. Das Wasser war extrem hoch und die Angler die ich sah saßen eher am Lagerfeuer, da dort extrem viele Mücken zugange waren. Mit Watstock bewaffnet (der Fluss hat da gewaltigen Druck), habe ich mich am überspülten Ufer mit einer großen und schweren Caddis Puppa auf gemacht, hatte wohl einen guten Riecher sowie das Glück des Tüchtigen und konnte meine bisher größte Äsche von 48 cm fangen, die war dann unser Lunch und auch der einzige entnomme Fisch der Reise.

Eine weitere große Äsche habe ich dort verloren und eine 35er releast. Da aufgrund des hohen Wassers das Fischen wirklich mühselig war und ich auch nur wenig Bewegungsmöglichkeiten hatte, sind wir dann weiter gefahren.
Über Kiruna ging es dann wieder nach Norge zum Beiarelva, vom dem Kolja mir so vorgeschwärmt hatte. Der Fluss ist sehr schön und auch recht ruhig gelegen und fischereilich gut erschlossen (mir etwas zu sehr). Im oberen Bereich bei Trones, wo wir auch auf dem Campingplatz waren, ist das Waten teilweise recht anspruchsvoll, da der Fluss dort teilweise sehr verblockt ist und das Wasser auch ziemlich hoch war.
Etwas flussabwärts findet man aber auch kiesigere und sandigere Abschnitte.
Ich habe am Beiar mit Floating Belly und S1/2 Tip angefangen zu fischen und bin bei intermed. Belly und S4/5 Tip gelandet, aufgrund einiger Ratschläge von sehr erfolgreichen und erfahrenen schwedischen Anglern. Die haben mit vollsinkenden S5 Schußköpfen gefischt (hatte ich leider nicht). Auch hier ist es mir an einen vielversprechenden Spot vergönnt gewesen einige Minuten einen größeren Lachs zu drillen, der auf meine Francis gebissen hat. Der Fisch ließ sich von mir überhaupt nicht bewegen, machte einige Kopfstösse und stand wie ein Fels in der Strömung, machte wieder einige Kopfstösse und stand und machte wieder...und war weg. Wenigstens hat diesmal der Knoten gehalten. Einer meiner schwedischen Mitangler hat mir zu meiner Beruhigung jedenfalls attestiert, keinen sichtbaren Fehler gemacht zu haben. Danach bin ich jedenfalls erst einmal größere Haken kaufen gegangen, ich hatte bisher 10er und 12er Drillinge und bin dann auf 6er Doppelhaken und 8er Drillinge gegangen. Habe aber nichts mehr daran bekommen.



Ein wenig Outdoorbinden war auch angesagt, auch Tuben als Haarspangenzier für meine Frau, davon aber vielleicht ein anderes Mal, hier noch zwei "richtige" Fliegen:


Das Lachsfischen war auf jeden Fall der absolute Hammer, auch ohne gefangenen Fisch, ich kann das nächste Jahr kaum erwarten. Da werde ich sicherlich noch den einen oder anderen Fluss in der Finnmark "erfischen" und auch an den Beiar fahren.
Das Äschen- und Forellenfischen kam durch das Lachsfischen und das Wetter in diesem Jahr etwas kürzer als in der Vergangenheit, aber an den zwei Tagen an der Glomma hatte ich noch Sternzweistunden für mich, in den denen ich bei zehn aufgehört habe zu zählen und lauter Äschen zwischen 33 und 40cm auf Nymphe und Trockenfliegen releasen durfte.
Auf der Rückfahrt konnte ich an einem sehr schönen ruhigen See dann noch das erste Rotauge meines Lebens auf Trockenfliegen fangen.
Ein wenig Fischen bei den Schären von Karlskrona und ein Besuch im Laksecenter an der Mörrum haben dann den Angelteil unseres Urlaubs beendet.........






