schnurdrall

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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sil
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Beitrag von sil »

Mattes36 hat geschrieben:Hallo,

ich habe das Problem mit der verdrallten Schnur auch beim Einsatz am Süßwasser und da werfe ich selten weit. Könnten evtl. auch beim Werfen rotierende Fliegen die Ursache des Problems sein?

@Bernd: Meinst Du, daß die ellipsenförmige Rutenführung eine Torsionskraft auf die Schnur auswirkt und diese auf ihrer gesamten Länge gegen das rollenseitige Ende verdreht?

@Sil: Welchen Einfluß hat das Werfen gegen die Rolle auf den Drall? Dadurch wird doch nur die Schnur zum Ende des Wurfes gestreckt, oder?!

Viele Grüße, Matthias
Heysa Matthes!

Erstmal herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag :wink:

Deine Frage an Bernd ist die richtige Antwort.
Die Frage an mich, hast Du eigentlich auch schon selbst beantwortet.
Die Schnur wird gestreckt und somit wird der 'drall' entdrallt. Solang man aber zuviel lose Schnur slackline zwischen Leitring und Rolle hat, wird der Drall sich sein Plätzchen finden.
Schnurdrall ist nicht nur ein Phänomen des Weitwurfes auch bei Nahwürfen kommt er vor.

2. Kann er auch durch das Rollen der Hand (s. Achim) entstehen.

3. Durch eine Fliege.... so taucht der Drall drastisch im Vorfach auf und nicht so sehr am anderen Ende der Schnur (sprich die 100m die im Schnurkorb liegen) 8)



Gruss

sil
"..Laksedronning.."
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hi Sil,

vielen Dank für den Glückwunsch und die informative Antwort! Ich werde das Schießenlassen gegen die Rolle im Frühjahr an der Küste mal ausprobieren. Am Bach funktioniert das aufgrund der stark schwankenden Wurfweiten wohl eher nicht, aber da kann man die Schnur durch die Strömung auch wunderbar ausdrehen lassen ;)

Viele Grüße, Matthias
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo allen.
Sil hat im Prinzip schon alles geschrieben :+++: .
Achim,
es ist das eliptische Werfen.
Auf kurzer Distanz zieht sich die Schnur meistens mit gutem Zug lang und die Verdrehung zieht sich wieder raus.
Wenn man viel Distanzwerfen trainiert, beobachtet man die verdrehte Schnur deutlicher, weil man oft nicht bis gegen die Rolle wirft und nooooch weiter will :grin: .
Übrigens, wenn ich erst mit rechts und dann mit links trainiere, hebt sich die Verdrehung erfolgreich auf.
Und es ist egal, ob ich da ne Fliege dran habe oder nicht. Elipse links geworfen hebt Elipse rechts geworfen wieder auf, was die Verdrehung der Schnur betrifft.
Der Schusskopf kann sich während der Leerwürfe viel leichter zurückdrehen. Weil er einfach viel kürzer ist. Deswegen tritt das Problem da nicht so auf.

Eine Fliege kann wie ein Propeller agieren. Aber das Vorfach ist dabei bereits zu einem einzigen Knoten gedreht, und die Kraftübertragung auf die Schnur setzt sich normalerweise nicht fort.

@Klaus: der Snakeroll funktioniert in beide Richtungen ;).
Gruss,
Bernd
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MrZwickie
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Beitrag von MrZwickie »

Ich muß den Thread hier mal wiederbeleben... 8)

Ich habe ebenfalls das Problem mit der verdrallten Runningline an einer Vollschnur (in meinem Fall die Coastal). Am Samstag am See war das ganze stellenweise so schlimm, dass ich gefühlt jeden zweiten Wurf ein Riesen-Knäuel vor dem Leitring hatte (und dementsprechend genervt war). Ich bin dem ganzen nur dadurch beigekommen, dass ich die Rolle ab und an abgenommen, sie ein paar Mal entgegen des Schnurdralls gedreht und dann wieder angebaut habe. Leider ist das erstens nervig, zweitens nur eine temporäre Lösung, und drittens klappt es auch nicht so wirklich gut, da ich natürlich nicht die komplette Schnur entdrallt bekomme, sondern nur das letzte Stück vor der Rolle.

Ich werde den Tipp mit dem Schnur-Abnehmen und mit den Händen entdrallen sowie auch das Einlegen in heißem Wasser heute Abend mal ausprobieren; allerdings das hilft mir das auch nicht, wenn ich das Problem wieder am Wasser bekomme... Wahrscheinlich ist irgendwas an meinem Wurfablauf unglücklich. Achims Vermutung weiter oben in diesem Thread war ja, dass der Rollwurf der Schuldige ist: Diesen mache ich immer ein- bis zweimal vor dem Überkopfwerfen, um genug Schnur vor mir zu haben (ich strippe bis vor die Füße): Liegt da evtl. das Problem?

Danke und viele Grüße,

Florian
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Hallo,

ich bin erst jetzt auf dieses Thema gestossen und beim Überfliegen drängte sich mir der Eindruck vom Kaffeesatzlesen auf. Nicht, dass ich die Ursache des Verdrallproblems wirklich kenne, aber vielleicht kann man durch genaueres Beobachten einer Erklärung näher kommen. Das Rückdrehen der verdrallten Schnur hilft nur kurzzeitig und nicht gegen das Verdrallen selbst. Ich habe die nachstehenden Erfahrungen gemacht:

Die Verdralltendenz nimmt bei neueren Leinen wegen des heutzutage verwendeten Seelenmaterials zu. Bei "weichem" Runningleinenmaterial bemerkt man den Drall kaum oder garnicht.

Bei Verwendung von Runningleinen und häufigem Einholen des Schusskopfes verdreht sich die Schussleine auf den Anfangsmetern in der gleichen Richtung unabhängig davon ob rechts oder links oder abwechselnd mit der einen Hand oder der anderen geworfen wird.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass sich das System (Schusskopf-Vorfach-Fliege) im Wasser beim Einholen oder während des Wurfes dreht und diese Verdrehung in den dünneren Schnurteilen gespeichert wird. Ob das System nun rechts- oder linksdrehend ist, hängt vielleicht auch mit der Erddrehung oder der Aura des Werfers zusammen, aber das läßt sich ja beobachten.

Klaus
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin, da gibts ja leicht Abhilfe
Ob das System nun rechts- oder linksdrehend ist, hängt vielleicht auch mit der Erddrehung oder der Aura des Werfers zusammen, aber das läßt sich ja beobachten.
, da muss man ja nur bei Verdrehen in die eine Richtung sich auf die Südhalbkugel begeben, dann gibt scih das wieder :lol: . Ne- der Grund ist ganz einfach, bei der Herstellung versucht man drallarme Schnur herzustellen, was aber nur selten gelingt. Bei Spannung auf nicht perfekt drall-lose Schnur kommt es zu verdrehen in eine Richtung -- bleibt meist irreversiblel ein Restdrall. Deshalb hilft manchmal eine heisswasserbehandlung -- erst entdrallern und dann ins heisse Wasser ist die richtige Wellnessbehandlung -- für die Schnur.
Jürgen
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Mattes36
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Beitrag von Mattes36 »

Hi Jürgen,

bei welcher Temperatur setzt Du Dein "Schnur-Süppchen" auf?

Ich habe gute Erfahrungen mit dem gegen-die-Rolle-werfen gemacht, das hat den Drall bei mir reduziert (warum auch immer). Weiterhin hilft die monofile RL mit ovalem/flachem Querschnitt ungemein beim Entdrallen. Wenn man die RL beim Einspulen durch die Finger laufen läßt, kommt sie drallfrei auf die Rolle.

Gruß, Matthias
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MrZwickie
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Beitrag von MrZwickie »

Kurzes Update: Ich habe gestern mal versucht, sowohl die Roll-, als auch die Überkopfwürfe wieder ein wenig mehr "nach Lehrbuch" (sprich sauberer) zu machen sowie den Tipp mit dem "gegen die Rolle schießen lassen" beherzigt (soweit es denn ging). Siehe da: Viel weniger Kringel in der Schnur. :+++:

Jetzt muß ich nur noch den Restdrall herausbekommen, von daher würde mich die "Kochtemperatur" ebenfalls interessieren. :wink:

Viele Grüße,

Florian
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin,
Kochen ist da etwas übertrieben. Ich hab mal die Temp. gemessen (mit Bratenthermometer) und da war das so um die 60 Grad. Das mag aber auch vom Material der Schnur abhängen. Also immer erstmal mit kurzem Stück Schnur probieren -- Garantien gibts hier keine, Jürgen
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo allen :wink: .

Ich werfe nun schon eine ganze Weile reichlich beidseitig. Und mir ist schnell aufgefallen, dass der typische (direkt vor der Rolle auftretende Drall) sich dadurch deutlich reduziert.
Ich bin mir sicher, dass wir den Drall weder beim Einziehen, noch beim Drillen oder beim Aufspulen der Schnur erzeugen (von extremen Ausnahmen bei schlechtem Handling oder schlecht abgestimmtem Material - wie rotierenden Fliegen) abgesehen.
Der Drall entsteht beim Werfen. Wirft man ellyptisch, verdrallt die Schnur zügig. Der Drall läuft gegen die Rolle auf und staucht sich dort gewissermaßen. Je besser man die Ellypse reduziert, desto weniger Drall erhält man. Dreht man die Ellypse um oder wirft die gleiche Ellypse mit der anderen Rutenhand, verschwindet der Drall wieder, bevor er anders herum aufläuft.
Grundsätzlich hilft ein gutes Durchstrecken der Schnur besonders zu Beginn des Fischens.

Gruß
Bernd
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Reverend Mefo
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Beitrag von Reverend Mefo »

Hello @ all,

Ich muss das Thema noch mal aufgreifen, da ich heute hierzu einen "Feldversuch" gelandet hatte, der mir auf drastische Art zumindest eine der genannten Theorien bestätigt hat.

Ich wollte beim Üben auf dem Acker eigentlich ne rote Silke ans Vorfachende binden, damit ich optisch mitbekomme, ob sich das Vorfach streckt. Die Silke hatte ich nun aber irgendwie zuhause vergessen. Was tun? Ich fand ein rotes Bonscherpapier in meiner Tasche, und McGuyverte dieses dann kurzentschlossen ans Ende des Vorfaches.

Nach ca. 2 Minuten hatte ich den Schnurdrall meines Lebens, alles nach der Keule sah aus wie eine Schillerlocke. Und dann stellte ich fest, dass der Oberdrall direkt hinter dem Bonscher im Vorfach war. Es dämmerte mir: Ich hatte einen echten Luftpropeller gebaut! Das Ding hat wohl bei jedem Vor- und Rückschwung wie ein Spinner rotiert und die Schnur komplett aufgedrallt. Bomschi entfernt und ein paar mal in die Rolle geworfen - Drall weg!

Und nun kann man sich wohl gut vorstellen, dass die eine oder andere Mücke vielleicht gerade auch im nassen Zustand etwas asymmetrisch daherkommt und vielleicht ähnlich der Bonschipapiermanie in der Luft dreht. Das würde jedenfalls erklären, warum man trotz vorherigem Schnurausziehen vielleicht doch wieder Tüddel in die Ringe wirft...

Gruß,

Felix
Kann ich nicht beurteilen.
Müsste ich nackt sehen.
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Rollo
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Beitrag von Rollo »

Hallo Felix,
ich glaube auch, dass es an der Fliege liegt und der Drall entsteht während man sie in der Luft hält. Wir bauen wahrscheinlich alle rechts oder links drehende Fliegen. Vielleicht hilft da weniger Leerwürfe und ein Fliegenwechsel.
Gruß, Rollo
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