Neue Trends im Fliegenfischen an der Ostsee

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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piscator
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Neue Trends im Fliegenfischen an der Ostsee

Beitrag von piscator »

Moin,
in den letzten 10 Jahren hat es quasi eine Revolution des Fliegenfischens an der Küste gegeben -- von Vielen unbemerkt aber trotzdem willig mitgemacht.

Schnüre: Hier gabs die deutlichsten Entwicklungen mit dem Trend weg von SK's hin zu SK-ähnlichen WF-Schnüren. Nur um ein paar zu nennen: Pounch, Coastal, 4-Cast, Outbound, und andere. Zweifarbigkeit ist Pflicht und die Schußfreudigkeit ist deutlich besser als bei früheren Schnüren. Dann gibts den Trend zur Übergewichtung der Leinen -- nach dem Motto ich fische leicht -- 9.1 kg Trutte an #6 Outfit.

Ruten: Hier gibts immer leichtere Ruten mit neuen Materialien. Deshalb gibts hier eine Umkehr des Trends der letzten 10 Jahre. Zurück zu den schwereren Ruten/Schnurklassen; #8 ist wieder angesagt!!!

Fliegen: Trend ist zu Großfliegen: Pattegrisen, Flatwings, Samsökiller, Baltic Candy, Snaps Candy (warum gibts eigentlich keine Epoxy Mücken in der Galerie?)

Lasst mal hören, wie ihr das seht
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
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Kystefisker
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Beitrag von Kystefisker »

.... was die Schnüre angeht Fische ich die Pounch seit es sie gibt, einzige "Änderung" bei mir ist das Umschwenken auf Intermediateschnüre oder Langsamsinker, ansonsten Fische ich die Schnüre gerne eine Nummer schwerer weil es zu den von mir gefischten Modellen i.m.A besser paßt bzw. ich die Kombo's besser / entspannter Werfen kann.

Die "grobe" Kelle packe ich nur bei echt widrigen Bedingungen aus, dann aber eine 7er mit viel Reserve und das bei Wind über 6bft. oder wenn ich zu Faul bin zum Tauschen, sonst Fische ich wann immer möglich 6er Ruten mit Reserven wie TCR, Xi, RPLXi.....!
Würde mich nie ohne driftigen Grund mit einer 8er an die Küste stellen, warum auch wenn ich die selben Ergebnisse mit leichterem Gerät dann Entspannter hin bekomme !

Und ich mag keine "großen" Fliegen, außer Sandaale oder Kleinfische sind in der Nähe oder in Fischen die Gefangen wurden, dann darf's auch mal'ne Flatwing o.Ä. sein.

Hakengrößen 8-10 sind mein Ding und ich Fange damit und bin mit den Ergebnissen auch Zufrieden. Klar könnte man vielleicht mit größeren Fliegen mehr oder größere Fische fangen aber das ist nicht einizige Grund weshalb ich an die Küste fahre, da zählen mittlerweile andere Dinge mindestens ebenso viel wie die reine Fischerei an sich.

Und ich halte mir so immer die Chance auf "den" Fisch offen, ich hab gerne noch Ziele die es zu Erreichen gilt !

Fazit:... das Gerät den Bedingungen und dem eigenen Können entsprechend Auswählen und das "Gesamterlebnis Küste" jedesmal auf's neue Genießen !

Trifft hoffentlich deine Fragestellung etwas.......... "kf"

PS:.... ich zB. würde da wo Mawill derzeit Fischt mindestens meine 7er nehmen, 9,1 kg auf'ner #6er wäre mit zu Heikel, auch im Sinne der Fische aber auch ich Gönne Mawill die so gefangen Fische auf jeden Fall!
Zuletzt geändert von Kystefisker am 20.03.2011, 11:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Wolfi 090361
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Neue Trends

Beitrag von Wolfi 090361 »

Hallo Jürgen!
Ist ja ein interessanter Trend.Ich habe die Entwicklung von den schwereren Schnurklassen zu den leichteren sehr genossen.Das war schon alleine wegen meiner schmerzenden Gelenke sehr angenehm.
Nun fische ich #6 und #5 .An den letzten 9 Kilo-Fisch an meiner 6 er Rute kann ich mich irgendwie gar nicht mehr so recht erinnern.Ach jetzt fällts mir ein,den gabs ja "noch"nicht! Dennoch wünscht sich wohl jeder von uns solch ein Glücksmoment und ich gönne ihn auch dem Fänger in Argentinien von Herzen.
Eine 8 er Rute steht bei mir im Schuppen , wird aber eh nur im Fluß eingesetzt.Auch wenn die neuen Ruten schon sehr leicht sind , die Schnüre sind`s nicht. Und große Fliegen sind auch Geschmacksache .Ob nun mit 6 er oder 8 er Rute ,die großen Fliegen werfen sich für mich bescheiden. Fliegen der Hakengröße 2 binde ich höchst selten für die Ostsee , eher 4 bis 8 und für die wärmere Zeit noch viel kleiner.
Das alles hängt aber bestimmt auch davon ab , wo man fischt , bei welchen Wasserbedingungen und wie hart man am Wind steht.Viele Grüße,Wolfgang.
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Martin 1960
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Beitrag von Martin 1960 »

Hallo Jürgen,
guter Thread, interessant.

Ich persönlich bin den Trend zur #5 beim Mefo fischen nie gegangen,
meine Mefo-Schnüre sind in #7-#8,
denn über den Tag kommt immer Wind auf, früher oder später.

Die Änderung war bei mir der Umstieg auf eine #5 Switch-Rute,
die aber, weil nach Zweihand klassifiziert, immernoch die #7-#8 Schnüre wirft.
Auch sind die längeren Switch-Ruten, beim tiefen einwaten besser,
und können auch mit dem Kauf geworfen werden, was ja kraftsparender ist.

Auch fische ich ungerne mit Schußköpfen,
da ich meine Fliegen sehr weit einstrippe, um zu sehen ob ein Nachläufer folgt.

Sehr hilfreich sind die längeren Switch-Ruten auch,
um per C-Pickup oder kleinem Rollwurf, die Schnur anfäglich wieder auszubringen,
und erst wenn wieder mehr Schnur-Gewicht vor den Spitzenring ist,
zum Überkopfwurf zu wechseln.
Mit freundlichen Grüssen Martin.

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Sundvogel
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Beitrag von Sundvogel »

Martin 1960 hat geschrieben: Auch fische ich ungerne mit Schußköpfen,
da ich meine Fliegen sehr weit einstrippe, um zu sehen ob ein Nachläufer folgt.
Der Zusammenhang ist mir jetzt unklar.

Ich werde demnächst auch wieder zur 8er zurückkehren. Insbesondere größere Fliegen sind an der 6 nicht so schön zu werfen. Ich hatte mir zum WE ein paar "Wiggler" gebunden und hätte mir Freitag/Samstag schon etwas mehr Leinengewicht gewünscht.
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Harzer99
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Beitrag von Harzer99 »

Aus meiner Sicht habe ich vornehmlich die Umstellung von Schussköpfe auf schusskopfähnliche Schnüre umgestellt. Weiterhin benutze ich eine relativ weiche und leichte Rute fürs entspannte Fischen bei wenig Wind womit sich dann auch nur kleinere Fliegen schön werfen lassen sowie eine Xi2 #7 für die steife Brise von vorn. Bei der Fliegenwahl nehme ich bevorzugt die Gr. 6 in unterschiedlichen Schenkellängen als Allround-Größe.

Gruss Harzer :wink:
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Martin 1960
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Beitrag von Martin 1960 »

Hallo Sundvogel,
Martin 1960 hat geschrieben: Auch fische ich ungerne mit Schußköpfen,
da ich meine Fliegen sehr weit einstrippe, um zu sehen ob ein Nachläufer folgt.
Die Verbindung Schußkopf zur Runningline, ist ja meistens Schlaufe in Schlaufe, das durch die Ringe gestrippt
ist nicht so schön wie eine Voll-Leine, ohne jegliche Schlaufe.
Mit freundlichen Grüssen Martin.

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

Moin!

Mein "Trend", da ich fast nur Frühjahr an die Kyste komme und zu der Zeit generell eher zu größeren Fliegen tendiere, geht auch ganz klar "back to the roots", zur Klasse acht. Zudem gönne ich mir den Luxus zur leichten, kurzen ÜberkopfZweihand jeweils eine Rolle mit einer Volleine und eine mit einem Schußkopfsystem vom Schwimmenden bis zum leicht Sinkenden bereit zu halten.
Falls ich mal etwas weniger Wind habe, nutze ich eine leichte 8 Fuß Klasse 8 Einhand, und wenn es dann noch kleinere Fliegen sein dürfen ist da meine Winston bIIx in Klasse 6.

Fazit:
Ich bleibe gerne variabel und im Frühjahr fische ich grundsätzlich schwer und groß, wobei das Gerät gerne kraftschonend sein darf.
TL
Ralph
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Jürgen, für mich hast Du mit der Pounch und der 8er Rute ins Schwarze getroffen.

Die Pounch ist ja eigentlich ein Schusskopf, nur klappert es nicht und meine 8er Ruten können was ab, werfen bei fast jedem Wetter fast jede Fliege einfach einfacher und sind nicht zu hart und machen auch am kleineren Fisch Laune.

Bei den Fliegen greife ich jedoch nur ab und an zu Mustern wie einem großen Sandaal, da muss das Drumrum passen. Ansonsten binde ich meist nur eine Garnele an, da ich die Garnelenfresser will, nicht die Heringsfresser und ich möchte mit kleinen Zupfern ganz entspannt fischen.

Hach bin ich jetzt trotzdem trendy? :lol:
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piscator
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Beitrag von piscator »

Sind wir nich alle 'n büschen trendy???

Ich hab ja alle Schußköpfe (oder ehemalige WF-Köpfe) immer fest verbunden mit den Runninglines -- weil es natürlich Unsinn ist, dass man die am Wasser wechseln muss; deshalb ist eine Schlaufenverbindung auch überflüssig.
Welche Schnur entscheide ich immer schon am Auto: Windvon vorn == Rolle mit kurzem fettem Kopf; Starkwind von der Seite == Intermediate Kopf und sonst F/I Kopf.
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Fjorden
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Beitrag von Fjorden »

Hallo,
die Schnüre mit Kurzkeule oder Schußkopf ähnlich gab es schon immer. Supreme 2 Bass, 9,1 m Kopf, oder die gute Loop Long Distance, WF 7 f mit 11 m Kopf oder die WF 8 F mit 11,50 m Kopf, die Loop Distance 75 mit 7,3 m Kopf und vor allem alle schön einfarbig!!! Die Pounch gefällt mir persönlich überhaupt nicht, ich halte auch von den Triangeltapern nichts, das Gewicht müßte m.E. vorne sein und nicht hinten, vielleicht bin ich auch nur Old Style mit klassischem Schnurprofil.
Grüße
Torsten
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knoesel
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Beitrag von knoesel »

Ich bin von der Flussfischerei erst durch das Forum auf die Ostsee aufmerksam geworden.
Im Fluss fischte ich MeFo von vornherein mit kurzen Zweihändern und WF-Sinkern
oder sinkenden SKs der #8 oder sogar #8/9. (Auf Lachs größer und schwerer, klar).

Weil: wir im Norden immer Wind haben (meist von der falschen Seite)
und die Schnur mittels Zweihand besser über Schilf etc. geführt werden kann.
Das waren meine damaligen Überlegungen.
Außerdem fische ich mit der Zweihand (altersbedingt?) entspannter als mit der Einhand.

Mein Trend (Ostsee) ist rückläufig; zZt. fische ich am liebsten mit Zpey switch 9‘ 6“ #7
oder (je nach Wetterlage) die HMT #8 bzw. die HMT WF8F with loading zone, die ich auf Rollen mitschleppe.
Ich muss sowieso viel Gerödel im Rucksack rumtragen (z.B. Pfeifentasche mit Inhalt, Kamera, Getränk)
– da macht eine Rolle mehr oder weniger nichts mehr aus.

Bei den „Mücken“ probiere ich in letzter Zeit #4 – und weiß eigentlich nicht, warum,
denn die meisten MeFo im Fluss habe ich mit kleinen Mustern gefangen, wie z.B. Märzbraune.

Die Schlaufen am SK haben mich noch nie gestört (kleiner Trick dabei) ;) ;
auch auf den letzten 4 m vor den Füßen konnte ich beim Fliegenfischen noch keinen Nachläufer beobachten.
Das liegt aber vermutlich daran, dass ich eher andere Dinge beobachte.:grin: ;)
:wink:
Wir können den Wind nicht ändern -
aber die Wurfmethode anpassen.
;)
Petri-Heil ~~ Alleweil
Klaus aus Eckernförde
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Krzysztof Grzybowski
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Beitrag von Krzysztof Grzybowski »

Hi,
ich fische gerne mit leichten Geräten wie die 6er Fliegenrute. Aber im Kofferraum habe ich auch die 8er bereit.
Schnüre fische ich mehr Intermediate von Guideline Coastel leicht sinkende.Letzte Woche hat mir ein Kollege einen Schußkopf ausgeliehen und ich war leicht begeistert.Troztdem tendiere ich zur Vollschnur. :D

Die Fliegenmuster haben sich bei mir nicht verändet,es sind nur in den letzten Jahren nur zwei Fliegenmuster dazu gekommen:die Pate und Samsökiller. Sonst fische ich die klassischemuster weiter.

Ich glaube an meine Fliegen und werde hoffentlich weiter meine Fische fangen ;) :+++:

schönen Gruß
Christoph
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Fliegenfischen in Polen/Online-Shop
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Gregor
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Beitrag von Gregor »

Hallo,

ich bin wieder bei meiner 8ter Rute gelandet, die ich nur mit WF Schnüren fische, da ich die Fischerei mit SK nicht so entspannt finde.

Ich habe zwar die 6er Rute im Auto, aber die kommt wirklich nur bei sehr sehr gutem Wetter mit ans Wasser.
Ich möchte nicht die wenige Zeit damit vergeuden, dass ich zum Auto hetzte um die Ruten zu tauschen.

Zudem werfen sich alle meine Fliegen mit der 8ter Rute. bei der 6er ist das mit den großen nicht so entspannt.
Beste Grüsse

Gregor
marmoratalover
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Beitrag von marmoratalover »

Hi @ all,

Ich versuche möglichst flexibel zu sein, was die Schnüre angeht...Schussköpfe bei mittleren bis stärkeren Bedingungen, fische aber auch bei angenehmen Bedingungen sehr gerne eine Volleine. Ruentechnisch bevorzuge ich eine 7er mit einer spritzigen Wurfaktion, die aber auch für 40er Fische den Spassfaktor noch zuläßt, habe aber auch eine 6er und 8er für Spezialsituationen (z.B. Sink-SK mit Tobisfliegen im Herbst) immer dabei. Im Frühjahr glaube ich, dass die Fliegenwahl eher sekundär ist, beiswillige Fische zu finden ist mir hier wichtiger, im Herbst jedoch achte ich darauf alle meine Fliegen dabei zu haben, da ich schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe und extreme (Nicht)-Reaktionen auf div. Fliegenmuster erlebt habe. Alles in allem machmal trendy, manchmal konservativ.

TL
Chris :wink:
I´ve been looking for f... äh ...seatrout !!!
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