Ahoi
Klar ist, dass die seitliche Führung der Rute im Drill den Fisch erheblich schneller ermüden lässt. Gleiches gilt für das ständige Verlagern des Druckes entgegengesetzt seiner Schwimmrichtung. Das belegt die Praxis mehr als eineindeutig.
Zur Physik dainter:
Man nehme ein Stück Vorfach und binde es an einer Öse o.ä. fest. Die Öse sollte nicht beweglich sein. Wenn man nun das Vorfach senkrecht nach unten führt, auf Spannung festhält und das waagerechte Schlagen des Fisches imitiert, wird man feststellen, dass es leicht ist, seinen Unterarm waaagerecht hin und her zu schwenken.
Und jetzt der Clou:
Die Strecke von den Endpositionen links nach rechts (bezogen auf die Hand) ist zum Beispiel 50cm lang. Die Dehnung des Vorfaches aber wird nicht annähernd um 50cm belastet (was auch nicht möglich wäre, sofern wir keine x Meter Vorfach nutzen...).
Wenn man jetzt das Vorfach waagegerecht zur Öse hält, kann man nicht annähernd die 50cm Strecke ziehen, weil jeder Zentimeter Handbewegung das Vorfach dehnt.
Fazit: Je steiler der Winkel, desto weniger Druck baut sich durch das Schlagen des fisches für diesen auf.
Hinzu kommt die Sache mit der Erdanziehung. Sobald der Fisch oben ist, kann er die Erdanziehung nutzen, um gegen den Druck nach unten zu flüchten. Kommt der Druck seitlich, kann er sie mindestens weit weniger nutzen.
Hat schon mal wer vom BB gedrillt? Vielleicht ist dabei ja etwas bezüglich der Drillzeit aufgefallen?
@Thotty: Die Rückstellkraft der Rute ist eine Kraft, die in der Rute gespeichert wurde, nachdem Du selbst vorher diese (genaugenommen einiges mehr) Kraft aufbrachtest. Die Rute selbst besitzt keine Kraft.
wenn, denn der Fisch gerade in entgegengesetzter Richtung zieht, so bringt er auch etwas Kraft gegen die Rute, klar. Aber in der meisten Zeit forcierst Du die Biegung (mind. zum größten Teil).
Würde unser Vorfach nicht reißen, wäre der Fisch ohne Biegungspotential der Rute viel schneller müde... Das Abfedern ermöglicht das Verhindern von kurzfristig zu hohen Belastungen, aber verlängert den Drill.
@Karstein:
Der Heilbutt schlägt senkrecht. Deswegen ist die senkrechte Schnurführung effektiver! Entscheidener Unterschied!
Beste Grüße
Bernd
p.s. Hanne, den Fisch besser immer gehen lassen, wenn er richtig gehen will! Das hat Priorität. Einen guten Fisch kann man schwer stoppen, sofern er Gas gibt. Erst, wenn er ruhiger wird, ist es an der Zeit den druck in den richtigen Momenten zu verstärken.
will er wieder gehen, gehen lassen.