Zweihand Switch - Ruten

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
AndreasKR

Zweihand Switch - Ruten

Beitrag von AndreasKR »

Daagestiet,
ich spiele mit dem Gedanken mir eine #6 oder #7 Zweihandrute, Länge 10 oder 11Fuß zu zulegen. Mach das Sinn? Den ganzen Tag mit einer #7 Einhand am Wasser zu wedeln mag ich nicht so gerne, dass machen zarten Arme nicht lange mit. :grin: Wer fischt solche Ruten und wie sind Eure Erfahrungen.
Hardi

Beitrag von Hardi »

Moin Andreas,
da gibt es meiner Meinung nach zwei Wege.
Einhand Switchruten um die 10 feet bis 10'6'', mir bekannt z.B. basierend auf Switschblanks von DanCraft/Five Rivers, Forecast/Batson Enterprises oder Beulah - Lange 1 Handruten.
Altenativ eine leichte Zweihandrute wie ich sie z.B. nutze, basierend auf eiinem Forecst Blank in 11'6'' #6-7. Habe heute bei K + HD in Hamburg einen leichte 2 Handrute in # 6 von Vision in der Hand gehabt. Die scheint meiner sehr ähnlich zu sein.
Bei beiden Alternativen bewegst Du Dich bei Wurfgewichten um 20-23 Gramm.

Gruß Thomas
Zuletzt geändert von Hardi am 02.11.2009, 23:28, insgesamt 3-mal geändert.
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Andreas :wink:

Switchrute = zwischen einhändig werfen und beidhändig werfen wechseln.

Ich selbst halte nichts davon, eine 11 Fuß oder 10+ Fuß lange Rute einhändig zu werfen, wenn man "zarte Arme" besitzt. Ergo ergibt die grundsätzliche Idee irgendwie schon nicht mehr den angedachten Sinn her.

Für mich sind diese Ruten klare Zweihandruten, die allerdings im Vergleich des charakteristischen Leistungsspektrums der typischen Zweihandruten (13 Fuß und länger) schlecht abschneiden.

Ich würde mich für eine 13 Fuß Zweihand - also immernoch eine leichte Zweihandrute, entscheiden.
Oder eine kurze, leichte Einhandrute: 9 Fuss und Schnurklasse 6-7. Das sollten Deine Arme verkraften ;) ?!

Beste Grüße
Bernd
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tangathotty
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Beitrag von tangathotty »

hey Andreas,

hab neulich am speyday neben dem obligatorischen restlichen "waffenarsenal"
auch eine echo switch klasse 6 in 10,1 füsschen geworfen.

geht mir genau wie Berni, ich halt da gar nichts von...

und wenn du nicht drauf klar kommst mal nen tag lang mit einer einhand zu fischen
solltest du vielleicht auch im restlichen leben einfach mal mehr hochheben als bloß
eine kaffetasse im büro... *mieser spass, ich weiss*

grüßung
Thotty
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sil
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Beitrag von sil »

heysa Andreas!

Ich besitze einer '10'10 #8 Echo Switch. Meine Leiblingsrute für's Zweihandrutentraining und für die leichte Lachsfischerei an Lachsflüssen wie die Mörrum z.B..
Nun bin ich vor 2 Wochen mal los an die Küste zum Hechteln. Wir hatten starken Wind und so nahm ich meinen Schnurkorb, Switchstange und einen Rio Skagit Short mit (30gr, ich weiss ein sehr schwerer Kopf- war gewollt). Also... ich hätte ohne Probleme bis Bornholm werfen können :lol:
Bei Starkwind ist das Werfen kinderleicht und es funzt. :+++: Ein Rückschwung/Switchcast und schon ist die Schnur wieder draussen. Sehr angenehmes fischen.
Defizite: Die Presentationswürfe sind Gewöhnungsbedürftig (man könnte meinen man hat ein Knick in der Linse, machen die 10'10 und 2Hand), sowie das praktische Fischen mit der Schnur (inwieweit ich die Schnur einstrippe- und dann nach dem abfischen wieder Schnur lasse). Das sind die gängigsten Probleme die man mit Switch/ 2Handküstenfischerei hat.

Fazit: Ich würde die Möglichkeit mit einer Switchrute oder leichten 2Handrute an die Küste zu gehen nicht ausschliessen. Es bringt Spass! Es ist nur keine Einhandfischerei.

Gruss

Sil
:wink:
"..Laksedronning.."
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Harald aus LEV
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Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo Andreas,
wenn Du mich das nächste mal besuchen kommst, bringe etwas Zeit mit.
Dann fahren wir ans Wasser und Du kannst mal verschiedene testen. Dann siehst Du, ob Dir 1-, 1 1/2-, 1,3/4- oder 2-händer liegen,oder nicht. :D
Gruß
Harald
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Hallo Andreas,

Du fragst:" Wer fischt solche Ruten und wie sind Eure Erfahrungen."

Ich fische an der Küste seit Jahren nur noch mit Zweihändigen und an Stillgewässern auch mit 1 1/2 Händern oder sogenannten Switchruten. Bei den kurzen und leichten Zweihandmodellen ist, wie von Thomas schon festgestellt, keine scharfe Trennung zu machen.

In diesem Grenzbereich, wo man nicht sagen kann, noch eindeutig Einhandrute oder schon klar Zweihandgerät, wo man, wie Bernd sagt, auch wechselweise so oder so werfen kann, entscheide ich nach der überwiegenden Nutzung des Gerätes und wähle die passende Griffform.
Entweder längeren Einhandgriff mit Verlängerung oder gleich einen kurzen Zweihandgriff.

An der Küste werfe ich fast nur über Kopf und einhändig nur mal kurzzeitig wenn ich Fische im Nahbereich bemerke. Deshalb verwende ich an der Ostsee wie Thomas Zweihandgriffe und Rutenlängen von 11,5 - 12,5 Fuß. Auch bei den Wurfgewichten mit 20 -23 Gramm bin ich bei Thomas, die Schussköpfe schneide ich aus preiswerten 10er DT-Leinen (~10,5 m) weil diese am besten fliegen und sich auch gut strecken.

Ich halte es wie Sil, wenn man das passende Gerät verwendet, macht das Fischen damit auch Spass. Will man seine Wurfkünste ausspielen wie Bernd, kommt man aber mit Einhandgerät vielleicht besser zurecht.

Würde ich mir noch eine Rute für die Küste kaufen, wäre sie leicht, 12' lang, würde 20 g gut werfen und hätte einen kurzen Zweihandgriff.

Klaus
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Ralph Hertling
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Beitrag von Ralph Hertling »

Moin zusammen!

Ich war ja letztens auch mal wieder an der Küste.
Dabei hatte ich mir mal den Spaß erlaubt meine neue kurze 12 Fuß Zweihand mit einem passenden 21gr.-Schußkopf auszuführen.
Fazit:
Ich muss noch ein wenig an meinem Wurf arbeiten, weil ich wenn mir der Wind ins Gesicht bläst und ich Fische vor mir haben könnte, welche vielleicht sogar auch noch beissen würden immer ein wenig zum hektischen Fuchteln mit der Rute neige. Aber wenn ich bedenke dass der vergleichsweise starke Wind fast genau von vorn kam war ich mit der Wurfweite sehr zufrieden, und das Handling war mit den 12 Fuß zwar etwas sperriger als mit der 9 Fuß Einhand, aber auch nicht unmachbar.

Bei Gelegenheit werde ich das ganz sicher wiederholen.
TL
Ralph
AndreasKR

Beitrag von AndreasKR »

Daagestiet,

da gehen die Meinungen ja ganz schön auseinander. Ich glaube ich werde Harry aus LEV besuchen, Kaffee trinken und Kuchen essen und dann sämtliche Ruten durchwerfen, Mit meinen schwachen Arm war natürlich ein Scherz den der Umfang ist 50 cm. Bild Danke für die Antworten und sollte ich mir eine Rute zulegen, lasse ich es Euch wissen.

(jetzt weis ich garnicht was ich machen soll)
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tangathotty
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Beitrag von tangathotty »

hey @ all

und ja, nicht das ich hier falsch verstanden werde, ich finde 2 handruten klasse,
weil die fischerei mit ihnen eine easyness hat, die einfach spass macht.

Bert Schaaf, ein freund von mir hier aus giessen fischt an der kyste 15ft. klasse 6
und erreicht damit weiten bei denen die UL spinnfischer neidisch werden..

diese easyness der zeihandruten bedeutet, dass man extrem relaxed super
viel mit der leine manipulieren kann: kontrollieren, menden ??! etc..
je kürzer die ruten aber werden, umso kleiner wird natürlich dieser effekt.
(und wer will an der kyste ernsthaft menden ??) :-q:

von daher hört für mich persönlich der sinn von 2hand ruten bei etwa 12ft irgendwo auf...
ich mein, was kann ich mit einer switch rute von 10,1 ft machen, was ich mit meiner
TCR 7100 nicht auch machen könnte ? die hat ja auch einen kleinen fighting butt... :+q:

ich gebe zu bei ladies mag das ganze noch etwas anders sein, aber ich bin ein kerl
von 1,90 und hab oberarme wie axel schulz :no:

grüßung Thotty

:lol:
-- dry or die --
AndreasKR

Beitrag von AndreasKR »

Daagestiet Thotty,

ich bin eigentlich auf eine Zweihand gekommen als wir dieses Jahr in Österreich an einen See auf Forelle, Saiblinge usw. gefischt haben. Die Fische stiegen weit draußen wo ich mit meiner #4 nicht hinkam und da kam mir der Gedanke. Diese Fische liebten einen kleine grau/rote Fliege die man einstrippen müßte und da würde eine sehr lange Rute nur hindern und der zweite Gedanke war dann das Meerforellenfischen. Zwei Fliegen mit einer Rute (Klappe)geschlagen.
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tangathotty
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Beitrag von tangathotty »

hey Andreas,

ja ich kenne das phänomen..

wenn z.b. auch die renken in schwedischen seen steigen und man sie selbst vom boot
kaum erreichen kann, weil sie so große fluchtdistanzen haben..

dafür haben die schweden was erfunden:
Loop opti peak

11ft. klasse 3 und 11ft. klasse 4

aber ich möchte dich bescheiden auf einen kleinen denkfehler aufmerksam machen:
mit einer zweihandrute einer kürzeren bis mittleren länge wirst du nicht weiter werfen,
als mit einem doppelzug an der einhand (bei einigermaßen kundiger technik..)
denn wenn`s nicht grad 15 füsse sind, ist der doppelzug genauso stark,
wie der "mehr bumms" durch zwei hände.

so ist zumindest meine erfahrung. was denkt der rest des forums darüber ?

grüßung
Thotty
-- dry or die --
AndreasKR

Beitrag von AndreasKR »

Daagestiet Thotty,

da bin ich mal mal gespannt was bei dieser Frage rauskommt.
symax
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Beitrag von symax »

tangathotty hat geschrieben: so ist zumindest meine erfahrung. was denkt der rest des forums darüber ?
Hi Thotty :wink:

Je nach den Anforderungen der Situation am Fischwasser, wähle ich die passende Fliege, das Vorfach und die Fliegenschnur aus.
Wenn diese Zusammenstellung gewählt ist, entscheide ich mich für eine passende Rute.
Hierbei spielt einerseits die gute Werfbarkeit des Systems "Fliege/Vorfach/Fliegenschnur" - also die reine Geräteabstimmung eine entscheidene Rolle, und andereseits spielen die Anforderungen der fischereilichen Situation eine entscheidene Rolle.

Nun kann es natürlich gut sein, dass ich ein zur Situation passendes System zusammengestellt habe, und es sowohl mit der sehr leichten Zweihandrute wie auch mit der passenden Einhandrute gut werfbar ist.

Nehmen wir mal das Hechtfischen.
Vorteile der Einhandrute (z.B. 9 Fuß AFFTA 8 ):
Besseres Fischen der Fliege im absoluten Nahbereich (kürzere Rute...).
Der Doppelzug mit all seinen Vorzügen steht mir zur Verfügung.
Ich präsentiere die Fliege und kann unmittelbar Kontakt aufnehmen (bei der Zweihandrute muß ich erst umgreifen nach der Präsentation).
Die Einhandrute hat weniger Gewicht, welches mir im Laufe des Tages erheblich zu gute kommt.
Beim Aufnehmen des neuen Wurfes per Rollwurf muß ich ebenfalls nicht umgreifen und kann direkt in den neuen Wurf übergehen (klarer Handlingsvorteil).
Ich habe über die Einhandrute im Drill eine sensiblere Verbindung zum Fisch (so mein Gefühl) - geringerer Durchmesser der Rute spielt hier sicherlich eine Rolle.
Da ich den Hecht zumeist zurücksetzen möchte, ist es von deutlichem Vorteil, dass ich ihn an der Einhandrute (kürzerer Hebel) schneller zurück in sein Element entlassen kann.

Der lange Hebel der Zweihandrute bringt hohe Schnurgeschwindigkeiten mit sich. Für ein und dieselbe Schnur allerdings brauche ich eine bestimmte Geschwindigkeit, die ich ebenso über die Eindrute wie auch über die Zweihandrute erzeugen kann. Ab einer gewissen Länge steigt das Geschwindigkeitspotential über die Zweihandrute natürlich stark an. Allerdings hat man bei gewissen Längen zumeist auch eine höhere Schnurklasse und fischt dann mit einem Schnursystem, welches man mit der (in dem Fall schweren) Einhandrute nicht mehr (auf Hecht) fischen würde. Und wiederum auf tarpon würde niemand mit der Zweihandrute fischen, weil die Einhandrute auch dort klare handlingsvorteile bei der Präsentation und beim Drillen mit sich bringt.
An großen Flüssen kommt das Schnurmenden und das Beeinflussen der Driftgeschwindigkeit ins Spiel. Hier gewinnt die (längere) Zweihandrute klar an Boden (siehe Lachsfischen).

Der Spaß am Zweihandwerfen ist aus meiner Sicht das wesentliche Fundament für eine Switchrute, die eine Zweihandrute und keine Einhandrute ist - auch, wenn der Name "switch" irgendwie glauben machen möchte, man hätte auf Wunsch plötzlich die Einhandrute zur Verfügung.

Beste Grüße und frohes Fischen Dir ;) .

Gruß
B
Hardi

Beitrag von Hardi »

@Thotty,
kann mich zu Deiner Frage nicht aüssern, da ich die 2-Handrute nicht Fische um auf Weite zu kommen.
Gruß Thomas
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