nachdem mich das Arbeitsleben seit zwei Wochen (gefühlten zwei Monaten) wieder zurück hat, möchte ich hier gerne noch einen kurzen Bericht über meinen letzten Urlaub in Dänenland schreiben.
Es ging (wie in den letzten Jahren eigentlich immer) wieder einmal nach West-Jütland. Als Surfer und Angler findet man dort halt einfach nur gute Bedingungen.
Ich muß sagen, dass mich die Skjern irgendwie fasziniert. Gut, man kann es nicht mit den grandiosen Erlebnissen vergleichen, die viele von Euch in Schweden oder Norwegen hatten. Aber trotzdem hat es mir dieser Fluß angetan. Vielleicht, weil ich immer erfolgreich war. Vielleicht aber auch, weil ich den Fluß kenne, bevor die recht großen Anstrengungen zur Renaturierung begonnen haben. Ich denke, dass die Leute Respekt verdient haben, die dieses Projekt in Angriff genommen haben. Ja, ich denke, sie haben schon etwas großartiges auf die Beine gestellt.
Die erste Woche war von Sonnentagen geprägt. Schwacher Wind und hohe Temperaturen machten ein Fischen auf MeFo oder Lachs erst gegen Abend sinnvoll. So war es dann eigentlich auch. Tagsüber haben ich und meine bessere Hälfte viel unternommen. Radtouren, Schwimmen oder Kanutouren standen auf dem Programm. Allabendlich ging es aber immer zum Wasser.
Bis Dienstag (Samstags ist bekannterweise Anreisetag) lief eigentlich gar nichts. irgendwie hatte ich schon insgeheim mit den Gedanken gespielt, mich bei einem der vielen Put-and-take-Seen zu versuchen. Geht ja auch nicht an. Teuere und umfangreiche Ausrüstung und nur Nullnummern....puuh!....die Versuchung ward groß.
Na, es dauerte aber zum Glück nur bis Dienstagabend. Ein wunderschöner Sommerabend. Nicht zu warm, die Sonne ging am Horizont unter, Windstille und absolute Ruhe am Wasser. Herz was willst Du mehr? Also, alles vorbereiten, noch schnell ein Pfeifchen Tabak rauchen und die Stille geniessen. Himmlisch. Selbst das Angeln wird da zur Nebensache. Na, ja....wozu ist man eigentlich da? ....also, die Rute geschnappt und ab ans Ufer. Nach ca. 10 Würfen Widerstand. Da der besagte Wurf relativ nahe der Wasserpflanzen landete, dachte ich an einen "Hänger". Ich wollte gerade damit beginnen, den Köder aus dem Grünzeug herauszuziehen, als es deftige Schläge in der Rute gab. Sch.... kein Hänger. Anschlag...tja, und dann ging der Tanz los. Flucht nach rechts, vorne, links, zurück ins Kraut...alle Finessen und Tricks wurden ausprobiert, um dieses lästige Zeugs wieder los zu werden. Bis jetzt hatte ich noch keine Ahnung, was dort am Haken hing. Lachs? MeFo? Hecht? Die Fluchten Richtung Kraut liessen aber auf einen Essox schließen.
Bis kurz vor dem Ufer ging das so. Mit der Zeit wurden die Fluchten langsamer und ich konnte meinen Gegenüber vorsichtig Richtung Wasseroberfläche dirigieren. Richtig vermutet. Ein schöner Hecht.
Also, schon einmal langsam alles für eine Landung vorbereiten, Kescher vom Rücken und....sch...ich habe vergessen, den Knoten aus dem Netz zu machen, den ich am Morgen gebunden habe, da ich zu dem Zeitpunkt mein Glück an der Omme Au auf Forellen versucht habe und der Kescher einfach zu tief für diese Fische ist. Jetzt wird es schwierig. Mit rechts den Fisch dirigieren, mit links den Knoten aus dem Netz pfriemeln. Klasse!!
Alles klappte. Fisch blieb gehakt, Knoten konnte gelöst werden. Jetzt zwei, drei Schritte ins Wasser und den Fisch langsam Richtung Netz führen....und....die nächste Überraschung....der Kescher war für den Fisch grenzwertig.
Ich kann sagen, es klappte. Aber hat schon einmal jemand einen wütenden Hecht von Hand gelandet? Meine Hände sahen jedenfalls so aus, als wären sie der Beißknochen eines Dobermann. Egal. Ein wunderschöner Fisch wurde erfolgreich gelandet. Und ich kann sagen, ...war ich von Hecht als Speisefisch nie so ganz überzeugt...dieser schmeckte einfach köstlich.
Die nächsten Tage verliefen wieder wie die anderen. Erholung war angesagt. ....und Nullnummern!
In der zweiten Woche frischte der Wind auf. Kurze Schauer und Sonne wechselten sich ab. Was tun? Surfen gehen? Nein! Irgendwie war der Hunger nach Salmoniden noch nicht gestillt. Also,...ab ans Wasser, Rute raus und los. Der Wind stand genau auflandig und selbst Würfe bis 20 Meter mussten schon mit viel Power abgeschossen werden. 1 Stunde lief gar nichts. Dann der erste Biss. Ein schöner Barsch. Vorsichtig abhaken und weitermachen. 4-5 Würfe später ein kräftiger Biß. Flach und schnell geführter Spinner....hmmmh! .....was könnte das sein? Nach nicht ganz 10 Minuten konnte ich einen Lachs von 5 kg als Erfolg verbuchen. Da es mein erster in diesem Jahr war wurde auch dieser nicht releast. In den nächsten zwei Tagen konnte ich noch 3 Lachse verzeichnen, die allesamt releast wurden. Einer davon hatte (geschätzt) ca. 1 Mtr. Länge und ca. 10 kg Gewicht.
Noch ein Wort zur Skjern. Die Statistiken zeichnen Borris oder Albaek als die erfolgsversprechendsten Stellen aus. Ich persönlich fand diese Gebiete aber nicht so schön. Es waren einfach zu viele Personen unterwegs. Vielleicht ist der Erfolg an weniger bekannten Stellen geringer. Dafür ist das Angeln umso schöner.
Na ja. Der Urlaub ist vorbei und es bleiben wieder einmal nur wunderschöne Erinnerungen.










