Balance Rute/Rolle

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
Karstein

Beitrag von Karstein »

Heiländer hat geschrieben:Hallo Karsten, die Helios wiegt 81 Gramm. Gruß
Ist natürlich irre leicht - da dürfte sogar die FW 5eight bestens passen?

Gruß gen Du

Karsten
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin, da geb ich meinen Senf auch mal dazu. Einziges Kriterium ist die technische Qualität der Rolle und der EInsatzbereich. So fisch ich z.B. auf meiner 7er Loomis ne schöne ATH S1, die ist bestimmt kein Leichtgewicht -- hält seit 20 Jahren und ist immer noch ne coole Rolle. Selbstt ich mit meinem Mausarm kann mit dieser schlecht balancierten Kombo den ganzen Tag fischen ohne Ausfallserscheinungen -- mindestens nicht im Arm :grin: ,

Balance ist völlig überbewertet -- ebenso wie Doppelzug

Jürgen,der motorisierte
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
http://www.baltic-cane.de/
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Beitrag von AGV Furrer »

@ Fliegenjeck

[quote]Ich dachte es geht generell um Ausgleich ,egal welche Rute. /quote]

Du machst hier einen Gedankenfehler. Beim Spinnfischen hast Du die Rolle in der Hand (Rollenfuss zwischen deinen Fingern). Sollte die Rute z.b. Kopflastig sein kannst du dieses also nur durch Gewichte am Griffende ausbalancieren, nicht aber durch eine schwerere oder leichtere Rolle.


Beim Fliegenfischen liegt die Hand jedoch deutlich vor der Rolle, d.h. das Rollengewicht hat einen direkten Einfluss auf die Balance der Rute.
Petri Heil


Volker
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Fliegenjeck
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Balance...

Beitrag von Fliegenjeck »

Hallöchen,eben.
Neulich hat mir einer seinen geheimen Angelplatz verraten. Er war so geheim, nicht mal die Fische kannten ihn. :+grin:
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Ahoi :wink:

Da erinnere ich mich an die alten Loop 3Ws. Die waren auf beiden Seiten gleich schwer.
Viele Rollen sind auf der Seite, wo das Bremssystem installiert ist, schwerer.
Wenn man nun beim Werfen eine ellyptische Bewegung ausführt, schwingt das höhere Gewicht, welches weiter außen sitzt etwas stärker nach außen (Zentrifugalkraft).
Wer mal eine 3W im Vergleich zu einer schweren Abelrolle an der Zweihandrute hatte, kennt den Unterschied.

Allerdings hat die Abel andere Vorzüge, die auch nicht zu unterschätzen sind :grin: .

Beim Werfen mit der Einhandrute hat man mit der schweren Rolle ein Gegengewicht, wenn man die Rute stoppt.

Am besten mal ganz ohne Rolle werfen gehen. Man merkt schnell, dass das nicht gerade die Stopps verbessert!

Ich halte es für am besten die rolle nicht zu leicht (kein Plastikbomber) und nicht tzu schwer zu gestalten.
Denn wie meistens haben wir etliche Vor- und Nachteile in beide Richtungen des Extrems.

Die Zweihandrute halte ich während der Driftphase in ausbalancierter Position.

Gruß
Bernd
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Gewicht und Stopp...

Beitrag von Fliegenjeck »

Hallöchen Bernd,
entschuldige aber das wiederspricht allen Gesetzen der Schwerkraft.
Wenn die Rolle ein Gewicht hat und du Bremst dieses Gewicht plötzlich ab,dann entstehen Fliehkräfte und um so schwerer die Rolle um so größer dieses Gewicht um so größer die Kraft!
Masse mal Beschleunigung!
Also kann dir das beim Bremsen eigentlich kaum helfen!?!
Du sprichst hier die Bremse einer Rolle an.Diese liegt etwas außerhalb des Rollenkerns und hat demnach Einfluss auf die Bewegungsbahn deiner Rute!Wenn dieses Minimum an Gewicht schon Einfluß nimmt, wie ist es dann erst bei einer schwereren Rolle?
Es sei denn ich habe das mit der Aufhebung deiner Balancen nicht genügend inhaliert.
Aber das Gewicht bleibt!
MfG Nobby...
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HO!GER
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Beitrag von HO!GER »

Wenn die Rolle ein Gewicht hat und du Bremst dieses Gewicht plötzlich ab,dann entstehen Fliehkräfte und um so schwerer die Rolle um so größer dieses Gewicht um so größer die Kraft!
Richtig!

Und genau dieser höhere Kraftaufwand bewirkt einen deutlicheren, präziseren Stop.
Hast ja selber schon geschrieben, das Ding mit der beschleunigten Masse erfordert mehr Kraft, die nach dem Stop irgendwo hin muss ;) .
Wenn man gut ist geht ein Teil der Kraft in Wurfenergie über.

HO!
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Nobby,

1. Du hälst die Fliegenrute mit der Rutenhand am Griff über der Rolle fest.
Das könnte Dein Drehpunkt sein. Hängt etwas vom Wurfstil ab und würde zu weit führen, den Drehpunkt genau zu definieren.

2. Wenn Du nun die Rute stoppst, bildet das Rollengewicht ein Gegengewicht zur Rute, die z.B. weiter in Wurfrichtung zieht.

Am besten mal ohne Rolle werfen, und Du wirst sofort fühlen, was ich meine.

Holger hat es auch nochmal beschrieben :wink: .
Beste Grüße
Bernd
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Hallo Bernd,

Deine Theorien sind immer hochinteressant zu lesen. Ohne Rolle zu werfen, ist mir seit meinen Anfängen geläufig. Als ich mit dem Fliegenfischen anfing benutzte ich eine geborgte Rute mit einer Rolle, deren Fuß abgebrochen war, deshalb hatte ich diese in der Hosentasche. Es war schon ein komisches Gefühl bei der Handhabung meiner ersten eigenen Milbro-Rute mit montierter Rolle.
Seitdem kaufe ich immer nur die leichtesten Rollen und habe mich auch noch nie darüber gewundert, warum die meisten Rollen diese vielen Löcher haben.

Das mit dem plötzlichen Stop ist auch so eine Sache, ich halte die Drehbewegung einfach an, damit die gekrümte unter Spannung stehende Rute sich entspannen kann und dabei die Schnur noch beschleunigt.
Ist die Rolle weit unterhalb des Griffpunktes angebracht, stört mich das beim Werfen um so mehr. Aber vielleicht hat sich auch seit damals das richtige Wurfgefühl bei mir noch garnicht eingestellt. ;)
Ich werde üben!

Gruß, Klaus
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Klaus :wink: ,
das mit den immer häufiger zu findenden (gewichtseinsparenden) Löchern in vielen Rollen ist auf den ersten Blick ein gutes Argument.
Zumindest, um zu analysieren, worauf diese Tatsache basiert.

Das Hauptverkaufsargument ist und bleibt das Gewicht. Je leichter, desto besser. So lautet das Verkaufsargument für Ruten und Rollen.

Selbst Ruten mit zu kleinen Ringen werden vielfach besser verkauft, als diejenigen mit besser passenden Ringen, weil letztere auch mehr Gewicht bedeuten.

Wenn ich auf meine Wurfkurse in den letzten Jahren zurück blicke, so fällt mir ein wichtiger Punkt ein: Inaktives Handgelenk. Zumindest für einen optimalen Einstieg zu Beginn des Lernprozeßes.
Sehr hilfreich hierbei: Die Rolle auf die Außenseite drehen und gegen den Unterarm lehnen. Manche Wurflehrer binden sogar zusätzlich den Rollenfuß am Unterarm fest. Von letzterem halte ich denn mal nichts.
Aber die etwas gewichtigere Rolle liegt oft besser am Unterarm an, als zum Beispiel ein extrem leichter Plastikbomber.

Klar ist, dass Du und ich für sowas nicht die optimalen Testkandidaten sind. Denn wir können beide alles an Gerät gut werfen, was es da gibt ...

http://vimeo.com/10233779
Auf jenem Video kann man ganz gut sehen, wie die Rolle am Unterarm anliegt.

Unterm Strich würde ich dies Thema nicht überbewerten! Da sind wir uns einig.
Zumindest aber suche ich meine Rolle nicht nach dem Kriterium der leichtesten Rolle aus, denn dies hat längst nicht nur Vorteile.

LG Bernd
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Moin Bernd,

die Videostudie von Deinem einhändigen Wurf
http://vimeo.com/10233779
Auf jenem Video kann man ganz gut sehen, wie die Rolle am Unterarm anliegt.
zeigt eigentlich, wie wenig Einfluß die Rolle bei diesem Beispiel auf den Stop hat. Der Stop ist butterweich in die Schiebebewegung der Rute integriert, das würde ohne das Rollengewicht ganau so aussehen und funktionieren.
Manche Fliegenrutenbeweger wollen die Rolle nah an der Hand haben (z.B. Uplock Rollenhalter oder S-förmiger Rollenfuß) weil es sie stört, wenn die Rolle sich wie ein Pendel bemerkbar macht.

Aber nehmen wir mal, um den Stop deutlicher werden zu lassen, das Werfen mit der Zweihandrute und als Beispiel Göran Anderson, der oft einen Wurf vor dem Körper demonstriert, bei dem er das untere Griffende bis an den Bauch zieht.
Er stopt die Rute ziemlich plötzlich weil der Bauch im Weg ist und eine weitere Rutendrehung um den Drehpunkt obere Hand verhindert wird.
Das angeblich für einen Stop so hilfreiche Rollengewicht drückt in diesem Fall nur den Bauch ein, bei seitlicher Rutenhaltung hätte es einen deutlich negativen Effekt.

Das für mich einzige Argument wäre eine Balance beim Fischen oder wenn ich die aufgeriggte Rute spazieren trage.

Grüße
Klaus
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Bernd Ziesche
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Beitrag von Bernd Ziesche »

Guten Morgen Klaus :wink:

Im Falle der Zweihandrute bin ich ganz Deiner Meinung. Dort ist es mehr das seitliche Auspendeln (Zentrifugalkraft), sobald man eine elliptische Beschleunigungsbewegung nach hinten ausführt.
GAndersson wirft natürlich in den meisten Situationen sehr eng am Körper, geradlinig in der Bewegung und mit eher kurzem Weg direkt vor dem Körper.

Auf dem Video stoppe ich die Rute speziell im Rückwurf sehr abrupt. Die Slowmo täuscht hier ein wenig darüber hinweg.
Ich habe das ohne Rolle probiert. Geht, aber ist merklich schwieriger. Mir fehlt a) die Auflagefläche der Rolle am Unterarm (natürlich gewichtsunabhängig) und b) das Gegengewicht.
Zumindest fühlt es sich für mich so an :grin: .

Du bevorzugst die leichte(ste) Rolle an der Einhandrute?
In die Tasche steckst Du Deine Rolle heute hoffentlich nicht mehr. ;) 8)

LG Bernd
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SIMPLE SHRIMP
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Beitrag von SIMPLE SHRIMP »

Hallo Bernd, :wink:

das mit der Auswahl des Gerätes und dem Optimieren desselben ist neben offensichtlichen erkennbaren Zusammenhängen auch einer sehr subjektiven Einschätzung unterworfen. Ich finde es für mich aber gut, wenn über diese Zusammenhänge diskutiert wird und dabei Kriterien oder Betrachtungen auftauchen, an die man selbst noch garnicht gedacht hat.

Ja, ich bevorzuge grundsätzlich leichte, in der Größe angepasste, den Zweck erfüllende Rollen. Mit Größe und Durchmesser wird manchmal übertrieben, das ist wie bei der Wahl der Keschergröße, soll wohl signalisieren, die kleineren Fische interessieren mich nicht.

Meine Versuche mit überdimensionierten Rollen waren unbefriedigend, bei den Zweihandruten wären mir zudem Rollenhalter willkommen, wie sie die früheren ABU-Ruten für Multirollen hatten, wo die Rolle fast in die Rute integriert war. Dann wäre das lästige Wegdrehen der Rute bei lockerem Werfen ohne verkrampfendes Festhalten, bei Richtungsänderung und Körperdrehung weniger störend, als mit schweren und übergroßen an der Rute hängenden und abstehenden Teilen.

Gruß, Klaus
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HolgerLachmann
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Beitrag von HolgerLachmann »

Hallo Bernd,

wenn ich richtig gesehen habe, ist an der Rute im SloMo-Video eine Waterworks ULA angeschraubt, was so ziemlich die leichteste Rolle ist, die man am Markt kaufen kann.

Abgesehen von der Auflagefläche, meinst du , dass sich ein Rollenmehr- oder Mindergewicht von ca. 50Gramm auf den Wurfablauf (Stopps...etc.) auswirkt?
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inkognitofly
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Beitrag von inkognitofly »

Hallo,
wenn ich richtig gesehen habe, ist an der Rute im SloMo-Video eine Waterworks ULA angeschraubt, was so ziemlich die leichteste Rolle ist, die man am Markt kaufen kann.
Nunja die Sage Click ist Leichter :-)

Hat zwar nun nix mit dem Thema so 100%tig zu tun, wollts aber gesagt haben :-)

TL
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