10' EH - Speerspitze und Problemlöser

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fly fish one
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10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Vor ca. 1,5 Jahren habe ich mich mal getraut endlich einen anzuschaffen! Schon lange schlich ich um diese Länge, aber hoher WG, drum herum, eher vermutend denn wissend, was für herrliche Aktionen diese Länge allein schon konstruktionsbedingt besitzen. Sie flexen herrlichstens mit richtig viel Power und Druck im Wurf! Nicht diese Schwabbelnymphomaninenenenen mit denen man höchstens offene Scheunentore oder die eigenen Füße trifft! :lol:

Ich habe jetzt 2 Stück:

1) Eine alte Sage SP Graphit IV Baujahr ca. 1994, Messwert 22 Gramm. Sie kam noch fast neu zu mir, nennt sich wohl NOS und es war Liebe auf den ersten Wurf! Sie hat eine Farbe wie die Winstons, noch einen Kork von dem heute alle träumen, der Blank ist filligran, wirkt unschuldig. Im Wurf mit 10' und trotz 13 - 15 Meter Leinen mit rund 22 Gramm echt smart. Aber das täuscht, denn sie macht richtig Druck auf die Weite und mit diesen Leinenlängen ja keine Kleinigkeit. Sie ist mein Liebling und ich schone sie regelrecht ein wenig, weil ich so an ihr hänge.

2) Kytes alte Sage TCR, Baujahr habe ich nicht auf dem Schirm, aber auch schon älter, war der Vorgänger bis die Methods usw. kamen. Mit dieser Erwähnung weiß man schon wo die Reise hingeht! Kystes alte TCR ist gewalttätig!! und kommt fast auf einen Messwert von 25 Gramm. Mit korrekten Leinengewichten von rund 25 Gramm belastet, Leinenlängen wiederum 13 - 15 Meter, richtig herrlich flexend, entfesselt sie die Hölle und man ist im Nu bei 30 Meter Wurfweiten! Die kann man auch entspannt nachmessen, dass wird nicht weniger! :lol:

Ein Wort zur Physik:
Eine längere Rute hat zwar einen längeren Hebel, aber es ist trotzdem kein Perpetuum Mobile! Man entwickelt nur aus der Rutenlänge keine zusätzlichen Energien und damit Wurfweiten! Das ist alles Quark. Klaus aka Simple Shrimp und ich haben das hier im Forum auch mal ausführlich diskutiert. Sie bringt Vorteile durch die Bodenfreiheit und ihre Aktionsformen sind fantastisch, unvergleichlich, begeisternd und ihre wahre Stärke ist der Mischbetrieb aus Überkopf und Wasserwurf. Da ledern sie alle anderen Rutenlängen nach Strich und Faden ab, dazu WG und auch mit größeren Leinenlängen, dass man sich nur noch die Augen reiben kann!

Ich habe mir für beide Ruten vor allen WF Leinen gebaut, weil die auch im Wasserwurf fliegen wie Schmidts Katze und jeder Spey Leine Überkopf weit überlegen. Ich bewege dann z.B. eine ca. 12 - 13 Meter lange WF in reinrassigen Spey Würfen - sowas sind schon schon gute Scandi Längen an 13,x' bis 15' echten ZH!! Das macht tierisch Laune und damit Wasserwürfe auf ehrliche 25 Meter.

Und Nein, ich nutze sie nicht, wie man meinen könnte, zum Hechtfischen (dafür sind sie mir viel zu schade), sondern von Lachstuben bis zu feinsten Trockenfliegen winzigster Art! Ich habe dem ganzen auch einen Namen verpasst: Trockenfliegenfischenspezialkonzept! :lol: Die langen Leinen laufen auf langen Front Leadern sehr leicht aus, dass sowas kein Problem darstellt! Ich habe mir Rio Gold Leinen (8er) umgebaut und verlängert und Gewicht erhöht. Es kommt also vor, dass ich in reinsten Forellengewässern höchster Sichtigkeit, die Ruten mit Fighting Butt, langen WF stehe und mit den beiden 10füßern Trockenfliegen fische - mit Erfolg! Es macht tierisch Laune und gerade Wasserwürfe sind in solchen Gewässern oft unabdingbar und dann fliegen Fliegen auf sehr große Weiten im Vergleich zu den sehr leichten Klassen, wo man sich viel mehr mühen muss um amtliche Weiten zu erreichen. Diese Fischerei und Werferei, sind neben den großen ZH, im Bereich der EH meine ganz große Leidenschaft!

Das Handgelenk, dass darf nicht unerwähnt bleiben, muss echte Arbeit leisten, aber gerade Wasserwürfe stressen eher nicht. Mein linkes Handgelenk schwächelt, im Gegensatz zum Rechten und ich kann Kytes alte TCR nicht mit links Überkopf und richtig langer Leine wedeln. Das geht nur mit der rechten Hand bei mir. Ich rede dabei auch von der Tatsache, dass ich dann die volle Leinenlänge von 12 - 13 Meter in einem Rückschwung aus dem Wasser hole. Da "gehorcht" mir mein linkes Handgelenk nicht mehr. :zsch:

Wenn man so agiert, hat man sofort große Leinenlängen in der Luft und kann im Extrem mit nur einem Rückwurf die Leine wieder ausbringen, oder 2 - 3 Rückwürfe und Leine in der Luft in die RL verlängern und dann ist man auf sehr großen Wurfweiten unterwegs. Mit das geilste was ich mit EH je erlebt habe und hat mich so angefixt, dass ich weitere 10füßer anbauen möchte. Ich möchte versuchen mit diesen 10' mal versuchen das WG weiter zu steigern, solange ich es mit der rechten Hand noch richtig amtlich werfen kann. Vielleicht schaffe ich 30 Gramm. :zsch:

Von der Stange gibt es da nichts, weil sich das kaum einer antut, denn schon die TCR markiert eine Grenze mit ihren fast 25 Gramm WG. Von CTS gibt es Custom Blanks in 10' und dem WG das man sich aussuchen kann!
Wasserwürfe (mit 10' EH), dem Schnurzug mit der Schnurhand, dass ist im Wasserwurf die brutalst mögliche Beschleunigung und jedem echten ZH deutlich überlegen! 25 Gramm mit der 10' Sage TCR meucheln jede Trout Spey, Switche, oder was auch immer an Zahnstochern auftaucht und in diesen WG liegen, spielend! 25 Meter schafft die TCR mit 25 Gramm im Wasserwurf gut! Mit 30 Gramm gehen 10füßer im Wasserwurf vielleicht auf 30 Meter... :zsch: Und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, weil es theoretisch 35 Gramm ZH überlegen ist!

Das sind für EH Dimensionen in Wasserwürfen die normal nicht in unserem Denken sind, aber Tatsache, weil die Möglichkeit die Leinen völlig anders und kräftiger zu beschleunigen. Überkopf ist es ja noch krasser, dass weniger WG mit EH ausreicht um Weiten reiner ZH mit mehr WG zu erreichen. Für die reine Überkopfwerferei würde ich aber 9' oder 9,6' und hohe WG präferieren, in der Kombi mit Wasserwurf und das ist der entscheidende Spaßfaktor, nur 10' und nix anderes! <-3

Und noch einmal! Nicht zum Hechtfischen! Wie es leider oft einschränkend mit hohen WG betrachtet wird und mancher spricht: "Im Belly Boot sind 10' EH #8 gut!" Das trifft nicht mal im Ansatz die echten Möglichkeiten die diese Blanks bieten, wenn sie kleinere Fliegen bewegen dürfen und vernünftige Leinen!!! Nicht diese Kurzköpfe für die Hechterei. Dafür würde ich mir immer einen Wald- und Wiesenblank suchen und über die Wurfweiten einen Mantel des Schweigens legen! Die großen Fliegen und blöden Leinen dazu machen alles, nur nicht wirklich fliegen!! :lol: :lol: :lol: Fliegen bis zur größe von Forellenstreamern und kleineren Lachstuben fliegen dagegen sehr gut und echte Trockenfliegen/Nymphen/Nassfliegen sogar berauschend gut! :zsch:

LG,
Frank
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fly fish one
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Vorweg, ich schrub es schon sehr oft, geht es nicht immer um Wurfweite. Wurfweite ist ein Synonym für Lässigkeit auf allen Distanzen und das braucht GEWICHT! Dazu gehört auch das 13füßer keine Allrounder sind, sondern 15füßer mit einer ganzen Ecke mehr WG... aber auf mich hört ja keiner. :no:

Ich mache hier mal ein wenig weiter. Mancher versteht nicht warum Zahnstocher, also alles was da Trout Spey und Switch gerufen wird, im Sinne der Leistung/Wurfweite in der Regel keine Sonne sieht gegen einen 10' Blank hoher WG.

Ich habe keine Beziehung zu dem Händler es geht nur um die Angaben zu den Ruten:
https://www.adh-fishing.de/guideline-lp ... ute?main=1

Das sind alles typische Switch Werte und in diesem Fall von Guideline. Die 6/7 und 7/8 mit diesen Leinengewichten haben keine Chance gegen einen 10füßer wie meiner mit einem Messwert von 25 Gramm, auf dem ich Leinen im Wasserwurf schmeiße die sie so bei 27 Gramm liegen! Wenn die genannten Switchen klassisch geworfen werden, also brav beide Hände am Griff - haben sie keine Chance! Und warum sollte Jemand eine Switch im Wasserwurf überhaupt wie einen EH werfen? Der Sinn der Switch ist genau das, ihn wie einen ZH in Wasserwürfen zu werfen! Der Schnurzug im Wasserwurf der EH ist der Schlüssel zu extremer Beschleunigung den kein ZH im Wasserwurf je schafft!

Wenn sich Jemand mit der Physik etwas auskennen würde, würde er von allen dummen Switschen die Griffe unten absägen und sie wie EH werfen, in Kombi von Überkopf und Wasserwurf!
Und übrigens auch der Guideline 8/9 Switch wird sich schwer tun im Vergleich mit dem 10' EH - also explizit meinen! Wenn man jetzt als Guideline Switschen Besitzer clever wäre, also so richtig, würde man die von Guideline genannten WG in Frage stellen und die Ruten vermessen! Es dürfte werfende Realität sein, dass die Blanks mehr WG können, und dann, ist zu vermuten das der 8/9 "Schwips" gegenüber meiner 10' vielleicht doch die Nase vorn hat, weil der vielleicht bei einem 40 Gramm Messwert liegt!

In der Regel ist Ruten vermessen aber verpönt, sie haben ja auch "Fenster" und so leder ich die ganzen Switschen nach Strich und Faden ab! :lol:

Übrigens in meinem Kopf reifen Pläne von CTS Custom Blanks als pure EH, zwischen 10' und 11' mit 35 Gramm WG... die Motivation ist, sowohl Überkopf als auch Wasserwurf, außergewöhnliches zu erreichen! Schon ausgesuchte 10füßer machen auf diese Art geworfen so unglaublich viel Laune!

Wenn man Wasserwürfe richtig kann, also nicht nur Rollwürfe, ist mit allen EH, bis rauf zu hohen WG, die ganze Entwicklung von Trout Spey und Switsch völliger Kappes! Aber, wie o.g., auf mich hört ja keiner.... :zsch: Solange mich Klausens nicht stützen muss das ich nicht ins Wasser falle, ich nicht so morsch werde, dass ich schon froh bin überhaupt noch ans Wasser zu kommen - werde ich dem ganzen Trend nicht hinter her laufen! Es gibt ganz klar definierte WG und Rutenlängen, wo mit einem EH die Handgelenke schlicht versagen, wo der Wechsel auf höchste WG und Rutenlängen als ZH erfolgt! Den Blödsinn dazwischen braucht kein Mensch! Natürlich, um es als letzten Satz anzufügen, ist der Spaß oberste Prio und das respektiere ich immer! Aber technisch..... :zsch:

LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von Allroundangler »

Wem sagst du das.
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von trutta1 »

Hallo Namensvetter,
auch wenn Du Deine 10' Ruten nicht für 's Hechtfischen favoritisierst, werde ich das nicht ändern! Meine Sage XP in Klasse 8 ist in dieser Länge mein bester Stock.
Auch meine noch ältere 9-er RPL mag ich sehr.
Aber vielleicht liegt es daran, dass ich es nach einem gescheiterten Versuch auf Lachs, nie mehr versucht habe, dem König der Salmoniden nachzustellen.
Nicht dass ich keinen ausreichenden Ehrgeiz hatte, nein der Fluss in Südnorwegen, hatte schon bei unserer Ankunft wenig Wasser.
Dann hatte ich genau 2 Wochen Zeit und jeden Tag waren es auch für Südnorwegen ungewöhnliche 25-30 °C. Ich hatte einen ganzen Haufen Lachsfliegen gebunden und war heiß wie Frittenfett. Ich hoffte jeden Tag auf Regen, Gewitter oder was auch immer. NICHTS!
Am Fossen hatten sich hunderte Lachse versammelt. Schön wenn man sie sieht, aber dort halt nicht befischen darf. (Dort natürlich sehr richtig!)
Jedenfalls hätte ich diesen Fluss durchaus gut mit der EH befischen können, aber nach diesen 2 Wochen war es das für mich!
Als Einsteiger beim MF- fischen vor 30 Jahren, war ich auch erst einmal erfolglos.
Mein Gefühl sagte mir aber beständig : "da geht was"!
Irgendwann schlug es ein und ich war infiziert!
Ist beim Lachsfischen ganz sicher nicht anders, nur ist das "Zweihandgeschläudere" 😉 nicht meins.

TL, der andere Frank.
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Ein ganz großer Teil meiner Motivation kommt rein aus den Ruten, dem Werfen, gar nicht so sehr die Lachse. In diesem Wind segeln auch die 10füßer. Die Bio um die Fische z.B. bin ich bis heute dermaßen "blind" und unwissend, dass ich immer noch Gefahr laufe Meerforellen für Lachse zu halten. Da gibt es astreine Brüller als "Gechichten" von mir an der Orkla 2019..... :lol: Ich bin seit dem nicht besser geworden. :lol:

LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Nun geht es hier mal weiter, praktisch die Speerspitze der Speerspitze gerade im Aufbau:

viewtopic.php?p=433058#p433058

Ich kann euch flüstern, ich habe sonst vor keinem Blank Angst, große 18' ZH sind kein Problem, aber vor diesem EH habe ich richtig Muffe! Wenn man schwibbelt, ist er bleischwer und biegt sich null, man könnte auch einen Besenstiel schütteln und man hat immer das Gefühl die zweite Hand anzulegen! Die Chancen stehen ungefähr 50:50 das er irgend wann nur an der Wand hängt.... weil ich den Hals nicht voll kriegen konnte mit WG und dabei nun vielleicht weit übers Ziel hinaus schieße... 55 Gramm Messwert bei 3.75 Grad.... :zsch:

LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Einen habe ich noch. Soll ich den Eumel ausbalancieren? :zsch:

Nach Hebel verhalten sich Kräfte/Gewichte umgekehrt proportional zu den Einzelhebeln in einer Verhältnisgleichung:

2,8 m / 0,2 m = X Gramm / 55 Gramm (vor der Rutenspitze) und das bedeutet eine "Konterrolle" von 770 Gramm + 100 Gramm nackter Blank + 60 Gramm Aufbauteile + 55 Gramm Leine => 985 Gramm, na sagen wir bummelige 1 Kilo zum Werfen! :zsch: :zsch: :zsch: :zsch: Mit 30 Gramm Leine eine Konterrolle von 420 Gramm + Blank + Aufbau + Leine sind ja nur rund 600 Gramm zum Werfen! :lol: :lol: :lol: :lol:

Ich rotiere den Eumel ja nicht auf Hüfthöhe entspannt haltend um die Rollenachse, sondern erhebe sie sicher oft über meinen Schulterbereich und wuchte, von wedeln kann nicht mehr die Rede sein, in 3 - 4 Leerwürfen überkopf oder 1 Wasserwurf...

Auch 9' Blanks mit weniger Leinengewicht in Bereichen #10 bis #12 (Salzwasserfischen) sind völliger Wahnsinn sie auszubalancieren! Es gibt immer wieder Strategen die auf Abwege geraten. Man kann diesen "Systemgewichten" nichts entgegen setzen außer männlicher, nackter, roher Gewalt und das ganze nicht noch durch Konterrollen auf unbeherrschbare Gewichte katapultieren! Sondern möglichst smarte Rollen zu spendieren, auch keine 300 Meter Backing, um das ganze Systemgewicht möglichst gering zu halten. Das Handgelenk ist gar nicht so das Problem, aber die Schulter...

Ich nehme für die Lachse mit diesem Blank eine 7er Rolle, möglichst perforiert, Bremse muss nur einigermaßen ok sein, 50 Meter Backing, 20 Meter RL, 13 - 14 Meter WF Leine. Ich habe noch eine sehr schöne und leichte Hatch in dieser Größe. Ich hätte noch 12er und 8er Danielsson Control, die sind vom Prinzip auch keine Schwergewichte, aber trotzdem totaler Quark und zu schwer! Die Hatch wird mit Leinen ca. 300 Gramm haben.... nackte Rollen mit fast oder drüber, 300 Gramm sind ein Wahnsinn an EH wenn man richtig werfen muss und dann noch Kontergewichte....dann wirft man Halbkilogewichte mit Sicherheit, wenn das reicht...

LG,
Frank

Nachtrag zum Ausbalancieren: Ich las kürzlich, dass dadurch die Rotation über das Handgelenk "leichter" wird. Nichts gegen den Handgelenksschwip, aber ich fürchte, dass es nicht darum geht! Ich fürchte hier wirft jemand tatsächlich müde auf Hüfthöhe vor sich hin, so ein laues Lüftchen ohne Dampf und Beschleunigung... Beißen denn die Raketen aus dem Salzwasser nur vor den Füßen? :zsch: Also, dann wäre das auch was für mich, Flasche Bier in der Weste, Flachmann mit lecker karibischen Rum und Zigarren sollten auch kein Problem sein. Den Guide würde ich auch bestens versorgen, so könnte das ein lustiges Happening werden. Zum Schluss muss ich nur wieder aus dem Wasser raus finden! :zsch:

Einen habe ich noch einen habe ich noch: Alle reden von Konterrollen, ich bräuchte am nächsten Tag vermutlich eher ein Konterbier! :lol:
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Ich fang jetzt bald das Probewerfen mit angetapten Ringen an, aber vorher tüddel ich den Spitzenring und die Überschubsicherung noch fest an und lackiere. In der Zwischenzeit mache ich mir Gedanken über meine Leinen.

Grundsätzlich finde ich es äußerst problematisch, dass es für die EH und Switchruten in Wasserwürfen in meinen Augen zu einer Spezialisierung auf spezielle Wasserwurfleinen kommt. Ich lese immer wieder auch in solchen Fäden https://www.fliegenfischer-forum.de/fly ... 9&start=15 ,
dass diese spezialisierten Leinen den normalen WF oder DT Leinen im Wasserwurf überlegen sind, ja das es sogar spezielle "Switchaktionen" der Ruten geben soll "Kopf---->Tisch" um das alles "leichter", "performanter" zu machen!

Eine echte Wasserwurfleine mit einem steilen Masseprofil gleich von Anfang an startend, erleichtert tatsächlich den Wasserwurf und hilft die Leine besser zu beschleunigen..... aber das gilt nicht ausschließlich, weil eine ebenfalls gut beschleunigte WF Leine nicht minder weit und gut fliegt. Es ist nur eine Frage der Skills, rein technisch sind diese Argumente nämlich nicht zu halten. Diese speziellen Wasserwurfleinen zustören die eigentlich guten Konzepte der Switchruten, die dann eben nicht mehr "geswitched" werden können! Eine richtige Wasserwurfleine ist nämlich überkopf gewedelt ein echt fürchterliches Teil! Sie schlägt an den dünnen RLs regelrecht hin und her.

Also ist eine feine WF Leine ein sehr gutes Mittel um wahrhaftig zu "switchen"! Spannend ist die Frage, ob es nicht möglich ist doch eine Leine noch weiter für einen "Kombiwurf" zu optimieren?! Ich bin ja der Meinung, dass sowas mit einem Triangle Taper und einem Stück DT sehr gut möglich sein müsste! Die neue Guideline Küstenschnur mit ihrem Masseprofil, die ihr alle wohl ablehnt, brachte mich auf die Idee. Was von Werken als Kombileinen kommt, das was ich zumindest zu sehen bekam, sind einfach meistens sehr kurze DT Stücke! Das fliegt sowohl Wasserwurf als auch überkopf sehr gut - das ist aber jetzt keine neue Erfindung oder Innovation, sondern alter Tobak!

Was die ganzen speziellen "Aktionen" von Spey- und Switchruten betrifft, ist das alles Marketing Geseiere! Sowas hat es noch nie gegeben, sondern wird als Marketing genutzt um das Zeug zu verkaufen. Der Blank weiß nicht was für eine Leine dran hängt.... Was es sehr wohl gibt, dass Blankbiegungen auf möglichst hohe Energiespeicher "getrimmt" werden, aber das gilt für Überkopf- und Wasserwurf.

Den allerersten Test mit der neuen CTS werde ich aber mal mit einem 45 Gramm schweren und ca. 9 Meter langen Skagitsystem, unverändert von meinen ZH, probieren. Damit möchte ich grundsätzlich testen, ob ich mit so hohen Leinengewichten am EH überhaupt klar komme, bevor ich jetzt anfange spezielle Leinen zu tüddeln. Ich muss testen welche Leinengewichte ich noch maximal beschleunigen kann. Ich vermute auch, dass die Überkopfwürfe ein deutliches Limit erzwingen.

In dem oben verlinkten Faden wurde von einem Kollegen auch völlig falsch berichtet, über die Abhängigkeiten der Wurfweiten von Leinengewichten grundsätzlich, von Leinengewichten in Abhängigkeit von Ruten, in Abhängigkeit vom Wurf (mit Schnurzug) im Wasserwurf oder Überkopf (mit Schnurzug) gewedelt! Man muss sich ernsthaft damit auseinander setzen und das auch mal testen! Ansonsten ist das alles Kokolores! :zsch:

LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Ich bitte mal sich diesen Film anzusehen, lässt sich auch in Deutsch abspielen. Es geht um "Spey" Aktionen und "Switch" Aktionen und vorweg: Der Kollege hat nicht recht!
Über
https://www.youtube.com/watch?v=t9Pob_YmUiY

Kurze Zusammenfassung des Inhaltes:

Spey Aktionen tief ladend "langsam!, mit fester Spitze, wenig Präzision, aber "Druck" und Switch Aktion mit "schneller" Spitze weil das für Überkopf mehr Präzision bringt...... :no:

Aber:

1) Eine "schnelle", "fast" Spitze ist in der Realität nicht schnell!
2) Eine "schnelle" Spitze ist flexibel und hat die Tendenz sich in alle Richtungen weg zu biegen!
3) Eine schnelle, aber weichere Spitze speichert weniger Energie!

4) Eine feste Spitze ist aufgrund der höheren Energie die in ihr gespeichert wird in der Realität wirklich und wahrhaftig schnell!
5) Die feste Spitze bricht weniger in alle Richtungen aus und ist viel präziser!
6) Eine feste Spitze sorgt für einen darauf abgestimmten unteren Teil des Blanks für eine extreme Biegung und dies ganze Konstrukt speichert sehr viel Energie!

Ehrlich, keine Ahnung was sich diese Jungs aus den Shops und dem Verkauf so zusammen reimen, die Techniker im Hintergrund die diese Ruten entwerfen wissen sicher was "Sache" ist! Natürlich agieren auch die nach "dem Markt", was der möchte und das ist auch immer wieder für mich völlig schrägt! Und die Shops wie Trident verbreiten in diesem Fall einfach nur Müll!

Wenn ich einen Blank haben möchte, der präzise wirft, Druck macht, ist der in den Augen der Ottonormalwerfer nicht "fast" (ist es aber trotzdem), hat eine feste Spitze, biegt sich bis vor das Handteil und es ist absolut shyce egal ob das jetzt für Wasserwürfe, Spey Switch oder Überkopf ist! Leistungsfähige, messerscharfe Blanks, sind ALLE so!

Wenn ich eine Switch Rute würde haben wollen, Gott bewahre, müsste sie eine Aktion wie meine beiden hier erwähnten 10' EH haben, also ca. 20 Zentimeter Untergriff mehr, einen Hauch über 20 Gramm, tief ladend und messerscharf!
Ob die neue CTS das schafft, weiß ich noch nicht - aber ich fürchte! :lol:

Trident sprach auch von "Problemen" mit Leinen! Auch das, betrachte ich völlig anders! Es gibt mit Sicherheit ganz verschiedene und hervor ragende Lösungen, aber gerade die Amis bekommen das vermutlich nicht auf den Schirm! Die wollen ihr Zeug aus dem Shop vertickern und der Markt ist hungrig.....auf Kokolores! :lol:

LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

fly fish one hat geschrieben: 02.05.2026, 18:44 ...
Wenn ich einen Blank haben möchte, der präzise wirft, Druck macht, ist der in den Augen der Ottonormalwerfer nicht "fast" (ist es aber trotzdem), hat eine feste Spitze, biegt sich bis vor das Handteil und es ist absolut shyce egal ob das jetzt für Wasserwürfe, Spey Switch oder Überkopf ist! Leistungsfähige, messerscharfe Blanks, sind ALLE so!
.....

LG,
Frank
Witziger Weise und ich finde Euren Faden nicht mehr, wo ein paar clevere Kollegen um Kyste etc. alte EH reanimierten weil die werfend eine astreine Figur abgeben, findet man diese Aktionen witziger Weise in meinen Augen bei EH heute eher bei "alten" Blanks (bei mir 10' Sage SP und Kystes alte 10' Sage TCR)! Wobei das einer Unschärfe unterliegt und ich kein pauschales Urteil über moderne EH grundsätzlich wagen würde!

Fakt ist, dass diese tief ladenden Aktionen höherer WG auch gute Werfer bedingen, ohne das ich mich dazu zähle, die diese Blanks auch erstmal so werfen können müssen um sie so tief zu biegen! Das sind alles sehr straffe Ruten schon aufgrund der hohen WG....

Diese weichen Schlabberspitzen von "fast" Ruten kann jeder biegen - wenn ich jetzt ganz provokant schreiben würde, aber 9' oder 10' 20 plus Gramm mit Schmackes gewedelt, dass sich der Eumel richtig weg biegt und zwar krumm bis vor das Handteil..... wer wirft denn so, wem ist das überhaupt bewusst....und dann hängen Strategen noch Ausgleichsgewichte/Rollen in die Blanks....
Ich muss immer dazu anmerken, dass dies Thema der Aktionen weit komplexer ist, als uns die Werbestrategen einbläuen und uns zusätzlich zu verwirren trachten indem mit "Empfehlungen " von WG gespielt wird! Ich blicke da nicht durch, bis heute nicht, aber ich weiß wie ich für mich Blanks eingrenzen kann und das ist eine Vermessung und dann mit diesem Gewicht werfen. Dabei zeigen sich Blanks in der Realität und dann wird vielleicht aus einem "fast" eine tief ladende Rakete, oder er bleibt ein laues Lüftchen weit verbreiteter "fast"... es kommt auch immer darauf wann was man möchte! Eiere ich vor ein paar Fischlöchern rum, suche spannende Drills, brauche ich keine 30 Meter Rakete... dann macht die "fast" Spitze einen guten Drill z.B.

Es ist nur wichtig das irgend wie etwas zu überreißen und sich nicht von der Industrie verarschen zu lassen! Und, die Altvorderen war schon sehr fit und sehr auf Leistung und es ist keine schlechte Idee sich danach zu orientieren und auch mal "moderne" Aktionen dagegen zu halten....

LG,
Frank
Zuletzt geändert von fly fish one am 05.05.2026, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Noch als Ergänzung! Ich bin ja praktisch noch grün hinter den Ohren was die ganze Zeitschiene und Entwicklung von FF Technik betrifft, aber unser Simple Shrimp aka Klaus aka mein Coach spricht, dass er 40 Jahre alte Sage der ersten praktisch fast noch Prototypen von Sage und Fenwick im Beritt hatte und hat ! , die nach diesem Prinzip konstruiert sind! Und es kommt nur über den Taperverlauf der Blanks, nicht aus dem Material! Dies ganze "Paket" an echten Aktionen und Verhalten in der Biegung hat das Potential eines echten Myth-Busters! Wenn man mal überlegt wie sehr wir von den Firmen zum generellen Verhalten und Eignung ihrer Blanks Jahr um Jahr eingelullt werden!

Nichts gegen Top aktuelle Ruten und Aktionen, ich erliege ihnen immer wieder, aber es gibt konstruktive Prinzipien und Eigenschaften die wie ein stählernes Rückgrat in der Rutentechnik von Anbeginn der "Zeitrechnung" vorhanden sind! Von Steinzeit Bambus bis zu Raumschiff CFK! Das meine ich ernst mit dem Bambus, man muss sich mal Bambusruten im Wurf ansehen, da kann man manchmal auch sehr schön tief ladende Aktionen betrachten. Ich sah neulich einen Bambus ZH und einer der Unbedarften Kommentoren sprachen von "zu langsam". Es zeigt das generelle Unverständnis des Verhaltens von verschiedenen Biegekurven und das auch der olle Bambus nicht grundsätzlich langsam sein muss - wenn der Bauer Durchblick hatte...ja gut, um wieder zu meinem Lieblingsthema zurück zu kommen: Die meisten scheitern schon an ihrem eigenen Tellerrand über den sie nicht hinaus blicken... "Langsam" oder "schnell" hängt nie, niemals am Material, sondern immer am Taperverlauf und wenn ich eine Prozentzahl nennen müsste, macht der Taperverlauf deutlich über 90 Pozent aus! "Alte" (und sie sind nie alt!!!) Blanks, also auch "alte" Werkstoffe reagieren konstruktionsbedingt auf das Material! Die Taperverläufe sind dann etwas anders als heutzutage. Daran kann man manchmal die verschiedenen Generationen erkennen. Aber ihr glaubt doch nicht, dass in einem Blindtest irgend jemand im Wurf, im Feeling je einen Unterschied spüren würde - außer spezifische Materialgewichte! Aus diesem Grund bin ich CFK treu und es ist furz egal wie alt: Leicht, sauschnell, brutal!


LG,
Frank
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Re: 10' EH - Speerspitze und Problemlöser

Beitrag von fly fish one »

Fehlt zwar der Butt noch, aber mal meine 10' Kanonen nebeneinander:

Bild
Sage und CTS - was sonst?! :lol:

Bild

Man achte mal auf die unterschiedliche Beringung zwischen Sage und CTS. Der Startring der CTS liegt noch mal gute 20 Zentimeter oberhalb der beiden im übrigen identisch beringten Sage (ab Werk).
Ich schaffe den Abstand zum Startring der CTS gut zu greifen - aber Sage muss natürlich auch auf die ganzen Schrumpfgermanen Rücksicht nehmen. :zsch: Warum: Leine läuft schräger in den Ring und führt auch zu insgesamt weniger Ringen, weniger Reibung. Dazu zwei Startringe dicht hintereinander, alle Ringe unten eher kleine Abstände, alle Ringe oben größere Abstände als unten. Ringe wie immer bei mir eigentlich, in diesen hohen Leinengewichten Fuji Titanringe mit Torziteinlage als Einsteger (bis auf den einen Starter), schwarz eloxiert und die Spitze ebenso und kein Tubenring.

Bild

Man achte auf die Dimension der CTS im Vergleich zu Sage. Inzwischen ist mein eigener Schrecken etwas relativiert, man gewöhnt sich auch an grausame Blanks! :zsch:

Bild

Ein Traum als Trident! Und ich schätze da stehen 20 - 30 Jahre als Blankalterunterschied nebeneinander! Ich komme immer ins Schwärmen mit den Dreien, die Mitte mit der grünen SP Graphit IV, die würdet ihr mir aus der Hand reißen um sie zu werfen, ein Feinsinn als Blank, sanft mit Druck! Die TCR links daneben, wie ich bereits weiter oben mal schrub, überschreitet schon eine harte Grenze und gehört zu den gewalttätigen Blanks wie die CTS die das weiter ins Extrem steigert. Wenn man so von eher harmlosen 9füßern kommt, knickt man mental mit den Dreien eher erstmal ein, weil 10' nun mal 10' sind und nicht 9', aber werfend kommt direkt und zuerst völlig überraschend ein tierischer Speed raus. Das feuern diese Blanks allesamt aus dieser grandiosen Aktionsform mit kräftigen Spitzen und tiefer Biegung, sie sind unfassbar schnell! Schneller als alles was ihr je geworfen habt und zwar in echter Geschwindigkeit der Rutenspitze und damit der Leine! Manchmal ließt man diese Aktionsformen auch als "Fast Full Flex" und ist die einzige korrekte Beschreibung die ich jemals las, in diesem ganzen Quark aus Marketingsprüchen und dummen, technisch völlig unsinnigen Bezeichnungen!

LG,
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