Fliegenrollenpflege

Hier soll erörtert und diskutiert werden, wie man sein Gerät richtig pflegt und eventuell repariert oder wo man es reparieren lassen kann.
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selfmade
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Fliegenrollenpflege

Beitrag von selfmade »

Moin Forum,
da meine Fliegenrollen in der Regel, für mein Empfinden, nicht lange halten, wollte ich mal erfragen wie ihr es mit der Pflege haltet.
Ich habe die "Pflege" auf klar abspülen nach Ostseeeinsatz bzw. trocknen lassen nach Süßwassereinsatz beschränkt. Schraubt ihr die Rollen soweit auf, dass ihr an das Lager kommt und fettet dieses? Meine erste und recht günstige Rolle eine Vision Koma ist so jetzt ca. 15 Jahre alt geworden. Sie ist nicht ganz so fein gearbeitet, Schnur rutscht da schon mal durch einen Spalt, abgesehen davon funktioniert sie nach all den Jahren tadellos. Jede andere Rolle(Vosseler, Orvis, Daniellson) ist mir im Laufe der Zeit kaputt gegangen. Hab meine kaputte Orvis Battenkill mal soweit aufgemacht, wie ich so komme und sie ist Quasi im "Innerstem" kaputt, freilaufend, hörbar schleifend und ohne Bremswirkung. Die meines Vaters scheint den selben Defekt zu haben. Ist das nun normaler Verschleiß? Fehlende Pflege?
Bin erst mal etwas ratlos und frage mich ob ich die Rollen anders Pflegen muss, oder meine Vorstellungen von Haltbarkeit mit denen der Hersteller auseinanderfallen. Freue mich auf Eure Meinungen.
Besten Gruß,
Michel
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IdEfIx
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von IdEfIx »

Hallo Michel,
Als die Glühbirne erfunden wurde, waren sie so stabil, bzw. der Glühfaden so dick, daß sie nie kaput gingen und die Herstellerfirma faßt in den Ruin brachte. Die Reduzierung des Glühfadendurchmessers reduzierte auch die Lebensdauer des Glühfadens buw. der Glühbirne und der Hersteller schrieb wieder schwarze Zahlen. 1928 fanden Bauarbeiter in einem Theater hinter einer vermauerten Tür einen vergessenen Raum, in dem sich eine brennende Glühlampe und ein Kalender aus dem Jahr 1906 befanden; die Lampe brannte also wahrscheinlich ununterbrochen. Theoretisch könnte man heutzutage Dinge herstellen, die unkaputbar wären, was aber nicht im Sinne der Hersteller wäre. Dinge dürfen nur eine begrenzte Lebensdauer aufweisen, so funktioniert heute Wirtschaft.

Wenn Du Deine Angelrolle nach Gebrauch mit klarem Wasser abspülst, zeitweise mal einen Tropfen Öl oder auch mal fettest wird sich die Lebendauer durchaus erhöhen. WD-40 ist ein beliebtes Reinigungsöl, es beseitigt quietschen, verdrängt Feuchtigkeit, löst angerostete Teile und lockert festsitzende Machanik, darf aber niemals auf Lager aufgebracht werden, weil es eindringt und das Fett verdrängt und die Lager somit trocken laufen. Einmal pro Jahr empfielt sich eine Grundreinigung oder man schickt sie an einen Rollenservice, mehr kann man als Ottonormalverbraucher nicht tun.

Gruss Rudi :oops
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knoesel
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von knoesel »

Rudi schreibt: "WD-40 ist ein beliebtes Reinigungsöl, es beseitigt quietschen, verdrängt Feuchtigkeit, löst angerostete Teile und lockert festsitzende Machanik, darf aber niemals auf Lager aufgebracht werden, weil es eindringt und das Fett verdrängt und die Lager somit trocken laufen."
Das ist mir neu.
Verhält sich Ballistol genauso :?:
Wir können den Wind nicht ändern -
aber die Wurfmethode anpassen.
;)
Petri-Heil ~~ Alleweil
Klaus aus Eckernförde
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Frank Carstensen
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von Frank Carstensen »

Hallo Michel,
ich spüle nach ca. einer Woche Küsteneinsatz meine Rolle mit Leitungswasser durch und alle paar Monate verpasse ich eine gründliche Rollenpflege mit ordentlicher Schmiere. Das reicht eigentlich. Ein paar Punkte dazu findest du hinter dem Link...:

Bild

Gruß Frank
Zuletzt geändert von Frank Carstensen am 02.09.2019, 15:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße // Frank
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IdEfIx
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von IdEfIx »

knoesel hat geschrieben:Rudi schreibt: "WD-40 ist ein beliebtes Reinigungsöl, es beseitigt quietschen, verdrängt Feuchtigkeit, löst angerostete Teile und lockert festsitzende Mechanik, darf aber niemals auf Lager aufgebracht werden, weil es eindringt und das Fett verdrängt und die Lager somit trocken laufen."
Das ist mir neu.
Verhält sich Ballistol genauso :?:
Ballistol ist natürlich auch ein perfektes Mittel zur Pflege, aber in Lager gehört Fett und keinerlei Öle.
Die Kriecheigenschaft von Ballistol kenne ich nicht.
ArminK
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von ArminK »

Hallo Michael
selfmade hat geschrieben: Jede andere Rolle(Vosseler, Orvis, Daniellson) ist mir im Laufe der Zeit kaputt gegangen
Was hat denn bei den Rollen nicht mehr funktioniert?

Die Pflege der Rollen verlängert nicht nur die Lebensdauer, sondern sorgt auch für eine "reibungslose" Funktion.
Ohne Pflege kommt es auch bei der besten Rolle zu Korrosion und dann treten Fehler wie z.B. Bremswirkung in beide Drehrichtungen usw. auf. Das Zerlegen der Rolle zum reinigen und fetten ist keine komplizierte Sache, aber wenn man es sich nicht zutraut, ist der Händler der richtige Ansprechpartner. (oder wie von Rudi erwähnt ein Rollenservice)

VG
Armin
orkdaling
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von orkdaling »

Willst du morgen noch lokal handeln musst du heute daran denken !
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Kystefisker
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von Kystefisker »

Ein Danillson 4seven habe ich so gut wie nie Gepflegt und das +10 Jahre lang nicht, eine "Generalüberholung" hat sie bekommen als ich sie Verkauft habe an den "Turnvadder", da kann sie jetzt nicht kaputt gehen.... :oops

Fische jetzt "nur" noch Nautilus- und Waterworksrollen, beide Rollen werden nur mal mit'nem Lappen nach'm Spulenabziehen ausgewitschert um Salz-u Strandrückstände zu entfernen, 2x im Jahr bekommen die Sitze für die Spulen und die Lager einen Kleckst "Blue Grease" von KENT, mit Öl arbeite ich überhaupt nicht an allen Rollen (.... auch nicht an Spinnrollen !).

Ballistol & WD 40 gehören m.M.n. überhaupt nicht an Rollen, viel zu Dünnflüssig und nichts für Sachen die mit Salzwasser in Berührung kommen !

Was mit euren "Battenkill" im Dutt ist läßt sich so schwer Diagnostizieren ohne Bilder oder noch besser die in der Hand zu halten, wie weit hast du die Rollen denn "Freigelegt" bekommen.... ?

Wenn das Innenleben so aussieht könnten die "Knubbel" vom Bremssystem abgenutzt sein, wie im Link von Frank anschaulich beschrieben.... !

"kf"
"Good fishing trip means also good time with your friends, people who have the same burning passion to fly fish, find the peace in it and respect mother nature."
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Freund Hein
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von Freund Hein »

Tach,
Ich habe RST Rollen, Vosseler und Stenzel.All diese Rollen nutze ich teilweise schon 10 Jahre und mehr und die Rollen werden sowohl an der Ostsee als auch im Süßwasser häufig genutzt. Bei der Pflege war ich sehr zurückhaltend..... Max. Einmal abspülen nach einer Woche Bornholm und ein wenig Nähmaschienenöl alle 1-2 Jahre. Bei der Vossler bestimmt halbjährlich da ich die Spule regelmäßig tausche. Die RST schicke ich alle paar Jahre mal zum Service ein. Bisher funktioniert auch alles tadellos. Bei meiner Koh-i-Noor habe ich eben das erste Mal seit ich sie besitze , die Spule mal abgezogen. In den letzten 3-4 Jahren meine am häufigsten genutzte Rolle an der Küste, sie sieht jungfräulich aus und ein klarer Fettfilm zeigt sich innen. Mechanisch ist sie tadellos. Ich komme auf 50-70 Angeltage an der Küste.
Welches Fett würdet ihr eigentlich favorisieren?
VG
Hein
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von orkdaling »

Moin,
frag mal den Hændler deines Vertrauens, vielleicht hat er das am Lager http://www.scandex.de/de/chemie/reelx.html
oder auch das gute blaue von Penn fuer die Meeresrollen.
Gruss Hendrik
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Thomas.
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von Thomas. »

Freund Hein hat geschrieben: Welches Fett würdet ihr eigentlich favorisieren?
Habe seit ü 30 J nur noch Top 2000 im Haus für Rad-, Rollen-, Winschenlager oder was sonst noch sein Fett abbekommen soll.

Gruß
Thomas
Gruß Thomas
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BjoernS
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von BjoernS »

orkdaling hat geschrieben:... das gute blaue von Penn fuer die Meeresrollen.
Gruss Hendrik
:+++: ...in meinen Augen das Beste Fett auf dem Markt!

Ich benutze das Penn Fett seit Jahren...sowohl für Fliegenrollen, als auch für stark beanspruchte Meeresrollen! Ich spüle sonst eigentlich nur mit Süsswasser (nach jedem Einsatz) und im Winter bekommen alle Rollen dann ihre Wartung mit Fett!

Ich habe das Penn Fett sogar mal für die Anhängerkupplung benutzt, als ich unterwegs war und ich vorher vergessen hatte den Kopf zu schmieren...funktioniert auch! :lol:

tl
Björn
tight lines

Björn :wink:

<°)))>< mbs-fishing.de | [Ö] bj-schumacher.de
orkdaling
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von orkdaling »

Moin Bjørn,
ja die Meeresrollen, fische da Rolle und Fett von dieser Bude , ist schon nicht schlecht.
Aber ich denke, bei der Beanspruchung der Rollen (Lachs und Mefo) wird es jedes nicht verharzende salzwasserbestændig Fett machen.
Rollenfett gibts ja bei jedem Hændler.
Mir war nur wichtig, WD-40 macht die Lager kaputt weil es eben reinigt oder sagen wir besser entfettet. Die Spray`s schmieren nur kurzzeitig.
Man kann die Rollen aber auch kaputt reparieren, jeder O-ring usw wird ja nicht besser durch mehrmaliges ein und ausbauen.
Ich nehme auch nur Wasser und wenn die Saison gelaufen ist kommt die Spule runter, altes Fett abgewischt, neues drauf, und seit Jahren nichts mehr kaputt gegangen. Werder bei den EH/DH Rollen von GL oder Waterworks und auch nicht bei den Meeresgerødel von Daiwa und Penn.

Gruss Hendrik
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Harald aus LEV
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Re: Fliegenrollenpflege

Beitrag von Harald aus LEV »

knoesel hat geschrieben:Rudi schreibt: "WD-40 ist ein beliebtes Reinigungsöl, es beseitigt quietschen, verdrängt Feuchtigkeit, löst angerostete Teile und lockert festsitzende Machanik, darf aber niemals auf Lager aufgebracht werden, weil es eindringt und das Fett verdrängt und die Lager somit trocken laufen."
Das ist mir neu.
Verhält sich Ballistol genauso :?:
Hallo Knoesel,
Meines Wissens nach ist in WD40 Reinigungsbenzin enthalten.
Ballistol besteht aus medizinischem Weißöl.
Es wurde im 1. Weltkrieg als Universalöl entwickelt für Maschinen, Waffen, Lederpflege (Zaumzeug) und auch als Desinfektionsmittel für mensch und Tier. Seit etlichen Jahren das Universalöl für Jäger. In den 70ern stand noch drauf, dass man es als Desinfektionsmittel für kleinere Verletzungen einsetzen kann. Später dann eingeschränkt auf den Jagdhund und heute gar nicht mehr, aber zur Pflege der Ohren (beim Hund).
Ich benutze Balistol seit Jahrzehnten für fast alles.
Aber für die Kugellager nehme ich auch lieber Fett.
Wobei ich früher bei Fahrrädern, als die Lager noch nicht gekapselt waren, alles mit Balistol gesäubert habe, bevor die neue Fettpackung hineinkam.

Gruß
Harald
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