Watstock, meine Erfahrungen!

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
Benutzeravatar
Kurt Mack
...
Beiträge: 183
Registriert: 21.09.2010, 15:29
Wohnort: 66292 Riegelsberg
Kontaktdaten:

Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Kurt Mack »

Hallo!

Seit dem ich an der Mur fische, benutze ich wegen des teilweise grob felsigen, extrem rutschigen Untergrund und der teilweise starken Strömung (40-55 m³/s) einen Watstock. Zuerst so einen teleskopierbaren Wanderstock vom Sperrmüll, danach einen im Forum empfohlenen Alustock aus mehreren Steckteilen. Aber so richtig sicher fühlte ich mich nie damit und auch in der Praxis verfing sich oft die Fliegenschnur oder der Stock störte einfach.

Seit 3 Jahren benutze ich verschieden lange Haselnussstöcke und bin restlos zufrieden damit. Trotz meines Übergewichts und meiner nicht mehr ganz fitten Knie, wate ich ohne Probleme auch unter schwierigen Bedingungen. Auch an Land bei Böschungen, Brennnesselfeldern und auf Viehweiden hat sich der Stock bewährt.
Mein meist verwendeter Watstock ist 120 cm lang (was etwa der Länge Ellenbogen - Boden entspricht) und 2,8 cm stark, als Griff habe ich einen Fahrradgriff aus Gummi und zur Befestigung nutze ich eine Ösenschraube mit 50 bis 70cm Expanderseil mit Karabiner. Aber seht euch einfach die Bilder an.

Bild

Bild

Bild

Am Anfang vermutete, dass sich der Stock am Gewässergrund schnell abnutzt, reißt oder fault. Aber in 3 Jahren, in denen ich den Stock zu 50% meiner Fischgänge genutzt habe, ist er gerade mal 7 cm kürzer geworden.

Bild

Beim Fischen hänge ich den Watstock mit dem Karabiner an den D-Ring meiner Weste/Jacke im Rücken oder an den hinteren Hosenträger der Wathose. Wenn ich den Watstock brauche, greife ich nach hinten und ziehe den Stock am Expanderseil bei. Beim Waten hilft die Dehnung des Expanderseils den Stock ohne Einschränkung zu nutzen. Während dem Fischen schwimmt der Stock meist ohne zu stören hinter oder neben mir. Durch die Befestigumng verhängt sich die Fliegenschnur im Prinzip nie am Watstock.

Das Expanderseil (3 mm) habe ich am Ende umgenäht, geklebt und mit einem Stück Schrumpfschlauch überzogen.
Die Griffe sind vom BMX-Sport. Gibt es bei ebay auch in vielen anderen Farben.
http://www.ebay.de/itm/BMX-Singlespeed- ... 3a90c82e9d
Der Haselnussstock ist unbehandelt, einfach nur die Seitenäste und Augen mit einem Messer abgeschnitten. Falls er mal zu kurz wird oder brechen sollte, schneide ich mir einfach einen Neuen. Dieser sollte aber 2-3 Wochen trocknen, wobei er 20-30% dünner wird.

Vielleicht hilft euch meine Ausführung. Jünger werden wir ja nicht.
Ach ja, seit ich einen Watstock nutze, bin ich beim Fischen nicht mehr schwimmen gewesen.

Tschüss, Kurt
Benutzeravatar
schöngeist
dorfspacken
...
Beiträge: 653
Registriert: 21.12.2009, 12:55

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von schöngeist »

Hallo, Kurt!

Schöne Sache, manchmal können komplizierte/teure Dinge auch ganz schlicht/günstig gelöst werden.
Dem einen oder anderen mag ein SIMMS-Schriftzug fehlen, ich bin da in den letzten Jahren immer pragmatischer geworden und suche nach funktionierenden Lösungen..

Guten Halt weiterhin beim Fischen!

(Edel-/Esskastanie sollte auch sehr gutes Holz für deine Zwecke liefern, wenn mein Guideline-Stock das Zeitliche segnet, werde ich mal probieren, damit was hinzuzaubern)

:wink:
Benutzeravatar
Harald aus LEV
...
Beiträge: 740
Registriert: 12.11.2005, 11:41
Wohnort: Leverkusen, Rheinland
Kontaktdaten:

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo Kurt,

schöne Stöcke. Ich benutze auch gerne Haselstöcke.
Zum Wandern habe ich mir einen 1,80 langen Wanderstab gefertigt. Sieht zwar etwas oldschool aus, ist aber super praktisch.
Einen Tip hätte ich jedoch.
Wenn Du das untere Ende des Watstocks beschwerst, schwimmt er nicht auf und kann sich nicht in der Leine verfangen, sondern steht hinter/neben Dir im Wasser.
Hierzu kann man sich im Baumarkt Verbindungen von Kupferrohren kaufen (Pfennigartikel), gibt es in unterschiedlichen Durchmessern. Das zum Stock passende Stück kaufen, evtl. den Stock etwas an das Rohrstück anpassen und teilweise einstecken/kleben und unten flüssiges Blei einfüllen. Wer kein Blei nehmen möchte kann z.B. auch Tungstenperlen vom Fliegenbinden, kleine Schraubenmuttern o.ä. nehmen. Zum Schluss eine Gummikappe drüber und fertig.

Immer einen sicheren Tritt und

Gruß
Harald
http://www.kurs-fliegenfischen.de
- Der natürliche Weg -
Fliegenfischerkurse naturnah + praxisorientiert

RFFS - Rheinischer Fliegenfischer Stammtisch

*** Open Mind for a different view ***
*** Forever trust in who you are ***
(Metallica)
Stephen
...
Beiträge: 1057
Registriert: 10.08.2014, 17:20
Wohnort: Münster

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Stephen »

hallo!
einerseits: feine sache das!
andererseits: wenn das terrain so heftig wird, daß ich' n stock brauche, bin ich 'raus.

no country for old men,
stephen
" the last white christmas was in '79 ..."
(basement 5)
Benutzeravatar
Kurt Mack
...
Beiträge: 183
Registriert: 21.09.2010, 15:29
Wohnort: 66292 Riegelsberg
Kontaktdaten:

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Kurt Mack »

Hallo Harald!

Die Empfehlung den Stock zu beschweren habe ich schon häufiger gelesen und habe dies bei meinen Vorgängerstöcken auch bemängelt: deutlich schwerer, störend beim Drill. Gerade die leichten Haselnussstöcke schwimmen ohne zu stören. In starker Strömung kann man mit den beschwerten Stöcken angeblich besser waten, aber ich empfand den Strömungswiederstand viel nachteiliger als den Auftrieb.
Außerdem rutscht eine Gummikappe viel mehr. Es ist schon erstaunlich welchen Grip abgestossenes Holz entwickelt.

@ Stephen: Mit einem Watstock läßt sich auch schön tasten: Ist das ein dicker,dunkler Stein oder nur eine flache Algenfläche?

Tschüss, Kurt
jens_hh
...
Beiträge: 762
Registriert: 15.10.2013, 01:00
Wohnort: Norderstedt

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von jens_hh »

Schöne Sache mit der Haselnuss. Ich möchte meinen Watstock auch nicht missen. Bei neuen und noch fremden Spots, sowie bei vielen Steinen oder auch im Winter bei matschigen schlammigen Abschnitten ist er immer dabei. Auch ich habe mir eine Kostengünstige Alternative gesucht und in Form eines Skistockes gefunden. Stabil aus Alu, da kann auch nichts rosten, mit einem Seil am Karabiner zu befestigen. Mit gerade mal 5€ gebraucht aus der E-Bucht fast unschlagbar günstig.
Benutzeravatar
Maqua
...
Beiträge: 5656
Registriert: 23.06.2009, 15:24
Wohnort: bei Aachen

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Maqua »

Hallo Kurt, danke für den Tip, bin auch sehr für einfache und kostengünstige Lösungen.
ABER, ich fische am Fluss sehr oft flussabwärts, in direkter Strömungslinie auf Äsche.
Da stelle ich mir einen vor mir schwimmenden Stock am Seil eher hinderlich beim Fischen und beim Drill vor.
Zum Glück brauche ich noch keinen.
Für das Fischen flussauf ist die Lösung aber prima. :+++:
Gruss Manni :wink:





______________________________________
Benutzeravatar
Kurt Mack
...
Beiträge: 183
Registriert: 21.09.2010, 15:29
Wohnort: 66292 Riegelsberg
Kontaktdaten:

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Kurt Mack »

Hallo Manni!

Mit dem kurzen Expanderseil von 50cm schwimt der Watstock beim stromab fischen nicht vor dir, sondern daneben. Obwohl ich meine meisten Fische in meinem Strömungsschatten ausdrille, hat mich der Watstock noch nicht behindert.
Vielleicht können wir im Herbst mal wieder zusammen fischen gehen, dann kannst du dir ein genaues Bild machen.

Tschüß, Kurt
Benutzeravatar
Maqua
...
Beiträge: 5656
Registriert: 23.06.2009, 15:24
Wohnort: bei Aachen

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Maqua »

Ja, können wir gerne machen im Herbst.
Das bisherige Jahr war ein Krampf wegen Niedrigwasser.
Ich hoffe auf Regen!
Gruss Manni :wink:





______________________________________
Benutzeravatar
Cowie
...
Beiträge: 4650
Registriert: 25.08.2012, 16:00
Wohnort: Bergisches Land

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Cowie »

Maqua hat geschrieben: Das bisherige Jahr war ein Krampf wegen Niedrigwasser.
Ich hoffe auf Regen!
Dito, bei mir auch Manni! :x :cry:
Liebe Grüße und T. L.


Wolfgang
Benutzeravatar
Rollo
...
Beiträge: 1599
Registriert: 15.03.2011, 22:04
Wohnort: 24211, Preetz

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Rollo »

Wir können uns hier oben über fehlenden Regen nicht beklagen, wir geben euch gern etwas Wasser ab. :grin: Gruß Rollo :wink:
Früher war mehr Lametta!
flyfly2
...
Beiträge: 4
Registriert: 26.07.2017, 09:59

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von flyfly2 »

Der Thread erinnert mich an die Zeiten, in denen ich mir manchmal einen Watstock spontan am Wasser baute. Einen guten Ast gesucht und ausprobiert. Aber das passende Holz findet man nicht überall, deshalb nehme ich an entsprechende Gewässer einen zusammensteckbaren Watstock mit. Bin auch relativ leicht, d.h. bisher hat er jeder Belastung standgehalten :zsch:
Benutzeravatar
Freund Hein
AHU
...
Beiträge: 288
Registriert: 17.02.2008, 12:25

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Freund Hein »

Hallo,

mir ist vor einem Jahr im Keller aufgefallen ,dass sich über die Jahre doch tatsächliche 3 Paar Unterarmgehstützen (Krücken) angesammelt haben. Diese sind ja von der Länge her justierbar. Die Armschale lässt sich mit einem gezielten Hammerschlag entfernen. Das Standardmodell der UAST war mir damit aber zu kurz. Im Baumarkt gab es für 1,60 € ein männliches Teil in anpassbarer Länge. Wichtig ist, dass man die Fixationslöcher im unteren Teil durch die Löcher des oberen Teils bohrt.
Als Spitze nutzte ich auf Bornholm einfach den Gummiproppen als Provisorium, das gab erstaunlicherweise keine Probleme.
Der Griff kann individuell gestaltet werden. Für den Transport ist er sogar einkürzbar. Eine Schnur wird durch das oberste Bohrloch fixiert. Funktioniert einwandfrei und war eigentlich nur als Provisorium gedacht. Arbeitsaufwand :20 min.

Viele Grüsse

Freund Hein
Benutzeravatar
Kai-Uwe
...
Beiträge: 153
Registriert: 17.03.2006, 16:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Kai-Uwe »

Hallo,

das ist eine Super Idee! :+++:

Ich habe seit vielen Jahren einen Watstock von Exori. Super Qualität mit Korkgriff. Leider in diesem Preissegment von damals nicht mehr zu bekommen. Nun hat sich das Expanderseil an den "Klappverbindungen" durchgescheuert.
Da ich noch keine Lösung gefunden habe, das Seil auszutauschen und mir 160 EUR für einen qualitativ hochwertigen Watstock zu teuer sind, werde ich mich an's basteln machen! :grin:

Eine Frage, Kurt:

Ist der Watstock bei längeren Fußmärschen (Küste) hinderlich? Dort hängt ja häufig auch noch der Kescher... :q:
TL

Kai-Uwe
Benutzeravatar
Kurt Mack
...
Beiträge: 183
Registriert: 21.09.2010, 15:29
Wohnort: 66292 Riegelsberg
Kontaktdaten:

Re: Watstock, meine Erfahrungen!

Beitrag von Kurt Mack »

Hallo!

Ich fische nicht an der Küste, aber beim Wechseln der Spots, wenn ich den Stock nicht gebrauche, ziehe ich ihn einfach hinter mir her. Durch den kurzen Expander und das leichte Gewicht stört der Stock mich nicht und bleibt nicht im Gebüsch hängen.
Auch mit einem Kescher auf dem Rücken hatte ich keine Probleme.

Tschüss, Kurt
Antworten