Spielt der Geruchsinn eine Rolle?
Spielt der Geruchsinn eine Rolle?
Hallo liebe Sportkollegen,
immer wenn ich meine Fliegen binde gehört für mich auch eine Portion Gemütlichkeit dazu. Und zwar in Form von guter Musik, ein kühles Weizen und die eine und noch eine selbstgedrehte Zigarette. Und oft denke ich dann, wie sich das wohl auf den Geruchsinn der Forelle auswirken mag. In wie weit hat er wohl Einfluss auf das Jagdverhalten?
Im Jahr 2006 habt ihr im Forum zum Thema akkustische und visuelle Wahrnehmung diskutiert. Piscator und etliche andere haben intessantes zu diesem Thema geschrieben! In einem weiteren Thema wurde auch über Fischöl auf Fliege geschrieben. War auch ein interessantes Thema!
In einer älteren Ausgabe von FliFi wurde berichtet, dass männliche Hormone, die man in einen Fluss eingebracht hatte den Aufstieg der Lachse verzögerte, während weibliche Hormone die Wanderung nicht beeinflussten. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass Fliegenfischerinnen im Vergleich zu den männlichen Kollegen im Schnitt größere Lachse fingen.( Ich hoffe alles richtig wiedergegeben zu haben , ich habe die Zeitschrift nicht mehr)
Zurück zu meiner eingangs gestellten Frage. Glaubt ihr, dass eine mit Nikotin belastete Fliege die Fische verschreckt?
Tight lines, Niko Rollo :grin:
immer wenn ich meine Fliegen binde gehört für mich auch eine Portion Gemütlichkeit dazu. Und zwar in Form von guter Musik, ein kühles Weizen und die eine und noch eine selbstgedrehte Zigarette. Und oft denke ich dann, wie sich das wohl auf den Geruchsinn der Forelle auswirken mag. In wie weit hat er wohl Einfluss auf das Jagdverhalten?
Im Jahr 2006 habt ihr im Forum zum Thema akkustische und visuelle Wahrnehmung diskutiert. Piscator und etliche andere haben intessantes zu diesem Thema geschrieben! In einem weiteren Thema wurde auch über Fischöl auf Fliege geschrieben. War auch ein interessantes Thema!
In einer älteren Ausgabe von FliFi wurde berichtet, dass männliche Hormone, die man in einen Fluss eingebracht hatte den Aufstieg der Lachse verzögerte, während weibliche Hormone die Wanderung nicht beeinflussten. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass Fliegenfischerinnen im Vergleich zu den männlichen Kollegen im Schnitt größere Lachse fingen.( Ich hoffe alles richtig wiedergegeben zu haben , ich habe die Zeitschrift nicht mehr)
Zurück zu meiner eingangs gestellten Frage. Glaubt ihr, dass eine mit Nikotin belastete Fliege die Fische verschreckt?
Tight lines, Niko Rollo :grin:
- Loop de Mer

- Beiträge: 352
- Registriert: 28.04.2010, 20:18
- Wohnort: Hannover
Gute Frage. Wenn Lachse und Meerforellen Ihren Heimatfluß wie immer wieder beschrieben hauptsächlich mit dem Geruchssinn wiederfinden (und das in nahezu unendlicher Verdünnung), dürfte eine mit Nikotinfingern angetüdelte Fliege zumindest anders wahrgenommen werden als natürliche Beute...
Rauche auch gerne mal eine am Strand, fange aber besser mit "Lakritzfingern". Glaube ich...
Gruß,
Lars
Rauche auch gerne mal eine am Strand, fange aber besser mit "Lakritzfingern". Glaube ich...
Gruß,
Lars
Hi Leute,
wie sich das bei Forellen verhält, weiß ich nicht aber in grauer Vorzeit im ersten Leben, als ich noch dem Sackfischen frönte, habe ich auf Antaten der Spezialisten des Fachs, beim Aalangeln meine Kippe durch ein Röhrchen geraucht, um keinen Gestank an den Wurm zu bringen.
Die heimlichen Schlängler suchen allerdings ihr Nachtmahl ja auch gezielt mit dem Geruchssinn. Ich vermute, dass für Forellen eher Auge und Seitenlinie die Reize für den Jagdtrieb verursachen.
Es gab auch mal eine Untersuchung bei Schleien (irgendein Fisch&Fang-Heft aus den 70ern des vorigen Jahrtausends), die auf Köder mit Teeraroma besser bissen als auf unbehandelte.
Es stellt sich die Frage, ob die Forelle im kristallklaren Bergbach auch riecht oder schmeckt an welchen Exkrementen die fette Fliege oder der knusprige Käfer kurz vorher genascht hat.
Gruß vom platten Niederrhein
wie sich das bei Forellen verhält, weiß ich nicht aber in grauer Vorzeit im ersten Leben, als ich noch dem Sackfischen frönte, habe ich auf Antaten der Spezialisten des Fachs, beim Aalangeln meine Kippe durch ein Röhrchen geraucht, um keinen Gestank an den Wurm zu bringen.
Die heimlichen Schlängler suchen allerdings ihr Nachtmahl ja auch gezielt mit dem Geruchssinn. Ich vermute, dass für Forellen eher Auge und Seitenlinie die Reize für den Jagdtrieb verursachen.
Es gab auch mal eine Untersuchung bei Schleien (irgendein Fisch&Fang-Heft aus den 70ern des vorigen Jahrtausends), die auf Köder mit Teeraroma besser bissen als auf unbehandelte.
Es stellt sich die Frage, ob die Forelle im kristallklaren Bergbach auch riecht oder schmeckt an welchen Exkrementen die fette Fliege oder der knusprige Käfer kurz vorher genascht hat.
Gruß vom platten Niederrhein
Fliegenruten werfen Masse...............nicht Klasse
jau..
der geruchssinn der fische ist sicherlich nicht zu leugnen. auch ich habe mal in teichen karpfen, schleie und weißfisch nachgestellt. einer meiner fängigen lieblingsköder war teig mit vanilinzucker. auch gekochte salzkartoffeln waren beliebt, hingegen brachten pellkartoffeln nie einen fangerfolg.
wirfst du eine zigarettenkippe, eine papiertaschentuchkugel oder etwas ähnlich unnatürliches in eine ansammlung von, z.b. bachforellen, werden sie sich unweigerlich darauf stürzen. hier vermute ich allerdings eher futterneid und die reaktion auf einen visuellen reiz.
in der unruhigen ostsee spielt das sicherlich auch eine rolle und die option für den fisch, dass die beute gleich im tang verschwindet.
ich glaube nicht wirklich, dass es eine große rolle spielt, ob du nikotin oder irgendeinen anderen siff an den fingern hast, abgesehen vielleicht von teeröl oder H2S. vielleicht lieben die fische das was wir nicht riechen können.
aber wenn ich ehrlich bin, ich lass es nicht drauf ankommen. sollte ich am wasser tatsächlich einmal eine gesellschaftszigarette rauchen, wühle ich gerne mit den fingern im seetang, im sand oder in sonstwas, was irgendwie an den strand gehört.
gr
mf
wirfst du eine zigarettenkippe, eine papiertaschentuchkugel oder etwas ähnlich unnatürliches in eine ansammlung von, z.b. bachforellen, werden sie sich unweigerlich darauf stürzen. hier vermute ich allerdings eher futterneid und die reaktion auf einen visuellen reiz.
in der unruhigen ostsee spielt das sicherlich auch eine rolle und die option für den fisch, dass die beute gleich im tang verschwindet.
ich glaube nicht wirklich, dass es eine große rolle spielt, ob du nikotin oder irgendeinen anderen siff an den fingern hast, abgesehen vielleicht von teeröl oder H2S. vielleicht lieben die fische das was wir nicht riechen können.
aber wenn ich ehrlich bin, ich lass es nicht drauf ankommen. sollte ich am wasser tatsächlich einmal eine gesellschaftszigarette rauchen, wühle ich gerne mit den fingern im seetang, im sand oder in sonstwas, was irgendwie an den strand gehört.
gr
mf
- Martin 1960

- Beiträge: 919
- Registriert: 20.09.2010, 10:58
- Wohnort: Niedersachsen, Rosengarten
Hallo und guten Abend wünsche ich.
Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt,
habe auch schon versucht meine Fliegen mit Fischölen und Wurmtunke zu "präparieren".
Ja, nun zu den Resultaten:
Nassfliege mit Krabben-Öl im Fließgewässer ergibt eine lustig dahin ziehende Ölfahne im Wasser,
leider zieht diese Geruchsfahne nicht synchron mit der Fliege (nicht Richtung, oder Tiefe), als hitching für Fischnasen,
gut um Fische von der Fliege weg zu locken.
Mefo-Fliegen und Fisch-, bzw. Krabben-Öl in der Ostsee,
ausser stinkenden Finger und Rutengriffen und einer "verseuchten" Fliegendose,
nichts aufregendes passiert,
ja, doch etwas passiert, die Fliegendose muste ich schweren Herzens entsorgen
Das einzige Geruchsmittel das ich noch verwende ist Bienenwachs um Bindefäden zu wachsen.
Von den restlichen "Möglichkeiten" bin ich kuriert.
Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt,
habe auch schon versucht meine Fliegen mit Fischölen und Wurmtunke zu "präparieren".
Ja, nun zu den Resultaten:
Nassfliege mit Krabben-Öl im Fließgewässer ergibt eine lustig dahin ziehende Ölfahne im Wasser,
leider zieht diese Geruchsfahne nicht synchron mit der Fliege (nicht Richtung, oder Tiefe), als hitching für Fischnasen,
gut um Fische von der Fliege weg zu locken.
Mefo-Fliegen und Fisch-, bzw. Krabben-Öl in der Ostsee,
ausser stinkenden Finger und Rutengriffen und einer "verseuchten" Fliegendose,
nichts aufregendes passiert,
ja, doch etwas passiert, die Fliegendose muste ich schweren Herzens entsorgen
Das einzige Geruchsmittel das ich noch verwende ist Bienenwachs um Bindefäden zu wachsen.
Von den restlichen "Möglichkeiten" bin ich kuriert.
Mit freundlichen Grüssen Martin.
"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
Hallo Kollegen,
danke für eure Kommentare und Einschätzungen!
Vielleicht sollte ich, um ganz sicher zu gehen, meine frisch gebundenen Fliegen meiner Frau für eine gewisse Zeit unterschieben. Zwecks Geruchüberlagerung sozusagen. Ich denke da an..... als Brosche an die Bluse heften, oder heimlich unters Kopfkissen? :grin:
Gruß, rollo
danke für eure Kommentare und Einschätzungen!
Vielleicht sollte ich, um ganz sicher zu gehen, meine frisch gebundenen Fliegen meiner Frau für eine gewisse Zeit unterschieben. Zwecks Geruchüberlagerung sozusagen. Ich denke da an..... als Brosche an die Bluse heften, oder heimlich unters Kopfkissen? :grin:
Gruß, rollo
Moin, auch das hatten wir in dem Lärm-Thread mal mit angesprochen -- aber hier nochmal in Kürze:
Im offenen Ozean werden die großen Räuber manchmal mit einer Duftspur zum Boot gelockt, wo dann der fiese Fliegenfischer auf sie wartet. Entweder wird die Duftspur vom verankerten Boot ausgehen oder aber hinter dem langsam fahrenden Boot hergezottelt. In jedem Fall brauchen die Duftmoleküle Bewegung um sie zum Fisch zu bringen. Das macht im Fluß die Strömung und im offenen Ozean machen das die Gezeiten-Strömungen.
Am gemeinen Ostseestrand gibts aber so etwas nicht oder nur gering -- deshalb werden Duftstoffe nicht effektiv transportiert und spielen nur im Nahbereich des Köders eine Rolle. Deshalb frisst die Forelle wohl den echten Wurm aber nicht die Fliege -- finden tut sie die Beute aber eher akustisch oder visuell.
Im offenen Ozean werden die großen Räuber manchmal mit einer Duftspur zum Boot gelockt, wo dann der fiese Fliegenfischer auf sie wartet. Entweder wird die Duftspur vom verankerten Boot ausgehen oder aber hinter dem langsam fahrenden Boot hergezottelt. In jedem Fall brauchen die Duftmoleküle Bewegung um sie zum Fisch zu bringen. Das macht im Fluß die Strömung und im offenen Ozean machen das die Gezeiten-Strömungen.
Am gemeinen Ostseestrand gibts aber so etwas nicht oder nur gering -- deshalb werden Duftstoffe nicht effektiv transportiert und spielen nur im Nahbereich des Köders eine Rolle. Deshalb frisst die Forelle wohl den echten Wurm aber nicht die Fliege -- finden tut sie die Beute aber eher akustisch oder visuell.
Mir hat man erzählt, dass Fische einen sehr, sehr guten Geruchssinn haben.
Daher wird eine mit Nikotin "verseuchte" Fliege gemieden.
Das sind auch die Erfahrungen von Anglern.
ABER - - - kann man alles glauben, was Angler erzählen? :grin:
Daher wird eine mit Nikotin "verseuchte" Fliege gemieden.
Das sind auch die Erfahrungen von Anglern.
ABER - - - kann man alles glauben, was Angler erzählen? :grin:
Zuletzt geändert von Hanne am 08.04.2011, 13:57, insgesamt 2-mal geändert.
Tight Lines
Hanne
Hanne
Hanne,
ich wills dir noch mal erklären: wenn in deiner Nähe einer einen fahren lässt und sich absolut ruhig verhält und kein Windhauch ist, dann dauert es ewig bis die Gerüche bei dir ankommen. Wenn allerdings ein Ventilator in deine Richtung bläst - haste gleich was davon. Das ist ziemlich unabhängig davon ob du eine gute Nase hast oder nicht, hier ist die bewegte Luft der Übertrager. Die gute Nase ist dann nur bei grenzwertigen Verdünnungsreihen (Transport über große Distanzen) wichtig.
ich wills dir noch mal erklären: wenn in deiner Nähe einer einen fahren lässt und sich absolut ruhig verhält und kein Windhauch ist, dann dauert es ewig bis die Gerüche bei dir ankommen. Wenn allerdings ein Ventilator in deine Richtung bläst - haste gleich was davon. Das ist ziemlich unabhängig davon ob du eine gute Nase hast oder nicht, hier ist die bewegte Luft der Übertrager. Die gute Nase ist dann nur bei grenzwertigen Verdünnungsreihen (Transport über große Distanzen) wichtig.
- Polar-Magnus
- Eigentlich war ich's nicht...

- Beiträge: 2610
- Registriert: 22.04.2008, 12:27
- Wohnort: Wedemark bei Hannover
Schönes Thema,
ich hatte da auch drüber nachgedacht. Ich habe mir weniger um Nikotin Sorgen gemacht. Ich hatte Angst, dass die Gerüche des Sekundenklebers oder des Nagellacks die Fische vergraueln. Gefangen hab ich aber auch mit Nagellack und Sekundenkleber Fliegen... Man macht sich halt n Kopf...
Liebe Grüße
Jan
ich hatte da auch drüber nachgedacht. Ich habe mir weniger um Nikotin Sorgen gemacht. Ich hatte Angst, dass die Gerüche des Sekundenklebers oder des Nagellacks die Fische vergraueln. Gefangen hab ich aber auch mit Nagellack und Sekundenkleber Fliegen... Man macht sich halt n Kopf...
Liebe Grüße
Jan
- Achim Stahl
- Fusselschmeißer

- Beiträge: 2045
- Registriert: 19.07.2006, 13:23
- Wohnort: Kiel, ganz dicht am Fisch!
- Kontaktdaten:
Moin,
als ich noch in Dunkeldeu... ääh Bayern lebte und mangels silbernen Meerforellen goldenen Karpfen mit der Fliege nachstellte, habe ich auch mal mit Geruchsstoffen experimentiert. Da die Karpfenfischerei mit der Fliege ja reines Sichtfischen ist, kann man da wunderbar Beobachtungen anstellen.
Das Resultat war in kurzen Worten:
Den Karpfen war es absolut egal, wie die Fliege roch.
Möglich, daß es Gerüche gibt, die Fische abstoßen; mit Fisch-Ex und Kippenaroma haben wir nicht experimentiert. Aber anlocken liesen sich die Fische definitiv nicht. Vielleicht hilft eine Duftspur im Futter, Fische aus einer großen Distanz zum Angelplatz zu locken, aber ist die Fliege erst mal gesehen, ist ein Duftstoff vollkommen unnötig.
Viele Grüße!
Achim
als ich noch in Dunkeldeu... ääh Bayern lebte und mangels silbernen Meerforellen goldenen Karpfen mit der Fliege nachstellte, habe ich auch mal mit Geruchsstoffen experimentiert. Da die Karpfenfischerei mit der Fliege ja reines Sichtfischen ist, kann man da wunderbar Beobachtungen anstellen.
Das Resultat war in kurzen Worten:
Den Karpfen war es absolut egal, wie die Fliege roch.
Möglich, daß es Gerüche gibt, die Fische abstoßen; mit Fisch-Ex und Kippenaroma haben wir nicht experimentiert. Aber anlocken liesen sich die Fische definitiv nicht. Vielleicht hilft eine Duftspur im Futter, Fische aus einer großen Distanz zum Angelplatz zu locken, aber ist die Fliege erst mal gesehen, ist ein Duftstoff vollkommen unnötig.
Viele Grüße!
Achim




