Das Thema Catch & RELEASE wird immer aktueller.
Die oberste Grundlage für das erfolgreiche Zurücksetzen eines Fisches sollte stets die gute Überlebenschance sein.
Von erheblicher Bedeutung hierbei ist die Dauer des Drills.
Kürzlich war ich in Spanien für einen Wurfkurs zusammen mit einem anderen Instruktor. Dieser hielt eine klasse Demo zum Thema Druck ausüben mit der Fliegenrute.
Die meisten von uns halten ihre Fliegenrute im Drill senkrecht gen Himmel.
Wenn man nun eine Federwaage an das Vorfach hängt, so stellt man fest, dass man mit einer Rute für Schnurklasse 4 fast den gleichen Druck ausüben kann, wie mit einer Rute für Schnurklasse 7!
Wieviel Druck kann man auf die Federwaage ausüben?
Ca. 380-450 Gramm. Mehr ist nicht machbar.
Jener Instruktor zeigte eindrucksvoll, wie man selbst eine 1 Liter Flasche Wasser (gefüllt) nicht über den Rasen schlittern kann. Man bekommt sie nicht bewegt.
Es sei denn, man senkt die Rute ab, kippt die Rutenspitze der Flasche etwas entgegen und hält das Handgelenk und den Unterarm inaktiv. Nun übt man mit dem ganzen Körper Druck aus. Auf diese Weise (am besten geht man rückwärts) kann man a) erheblich konstanter Druck ausüben und b) nutzt man die Kraftreserven des Unterteils der Fliegenrute. Und genau hier kommen auch die Unterschiede der zwei Ruten etwas stärker zur Geltung.
Mit letzterer Methode kann man die Federwaage schon deutlich bis über einen Kilo belasten (also mehr als doppelt so stark).
Die Flasche kommt ins Rutschen
Um effektiv zu drillen, empfiehlt sich das Gewicht zu verlagern. Man wechselt die Seite und übt mal links und mal rechts Druck aus. Dabei die Rute möglichst flach halten.
Natürlich, wenn die Forelle durch den Blasentang marschiert, ist auch mal die Rute nach oben gefordert. In dieser Phase bekommt man die Forelle nicht so schnell müde. Sobald wieder die Chance besteht, seitlich Druck ausüben!
Fazit:
1. Den Druck flach übers Wasser (horizontal) ausüben!
2. Den Druck ständig von einer Seite zur anderen verlagern (entgegengesetzt der Bewegungen des Fisches).
3. Mit der Kraft des Unterteils arbeiten.
4. Den Druck konstant ausüben, was am besten aus dem Körper heraus kommen sollte.
Und ganz wichtig: Viele Fische gehen verloren, weil zu wenig Druck auf den Haken ausgeübt wird, und er rausspringt.
Obig beschriebene Vorgehensweise ERHÖHT den Fangerfolg.
Man sollte insgesamt die Ruhe bewahren, besonders in der Endphase nicht hitzig drillen. Dies bedeutet nicht, besonders sanft zu drillen!
Gruß
Bernd
p.s. Vor jener Demo wollte übrigens niemand glauben, dass der Unterschied zwischen der 4er und 7er Rute unerheblich ist, was den Druck im Drill anbelangt (solange man die Rute konstant senkrecht führt).





