Nachläufer

Hier können Fragen und Anregungen rund um das Gerät zum Fliegenfischen ausdiskutiert werden.
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Bernd Ziesche
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Nachläufer

Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo :wink:

Kennt Ihr das?

Man zieht die Fliege bis vor die Füße, führt sie langsam an sich vorbei, um sie anzuschauen, und plötzlich ... schwimmt eine richtig gute Meerforelle der Fliege hinterher, dreht ab, und ist für immer in den Tiefen der Ostsee verschwunden.

Oder man hebt die Fliege aus dem Wasser, und kurz darauf sieht man einen deutlichen Strudel - der eine gute Meerforelle verrät, unterhalb der Rute aufgehen.

Oder es zupft ein bis zweimal zaghaft am Ende der Schnur, und man fragt sich, wie groß oder klein der Fisch wohl war, geht aber mit dem Gefühl, dass dies eine Meerforelle war, in den nächsten Wurf über. Der Fisch beisst kein zweites Mal.

Wie oft habt Ihr solche Erlebnisse?
Was tut Ihr, um den Fisch zu überlisten?

Und wieso nimmt die Meerforelle eigentlich die Fliege nicht, obwohl sie zumindest eine Art Interesse zeigt?

Meine Erlebnisse diesbezüglich haben sich im Laufe der Jahre gravierend verändert. Wie sehen Eure Erfahrungen aus?

Beste Grüße
Bernd
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Fliegenfischerschule
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TOBSN
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Beitrag von TOBSN »

Moin,

ich habe komischerweise nie Nachläufer mit der Fliege. Vielleicht bin ich auch einfach blind...

T
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DerDude
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Beitrag von DerDude »

hehe witzug habe gerade gestern einen schwarm erwischt und dutzend nachläufer gehabt. ich konnte aber nur einen genau vor den füssen haken und landen....der rest hat sich mit kurzen harten stuppsern oder bugwellen aus dem staub gemacht. ich konnte dann noch 2 weitere fische erwischen indem ich die fliege mit doppelhandstrip schnell durchs wasser gezogen habe....kurzen "spinnstop" und bams! beim nächsten wurf hab ich eine forelle gut 15m an mich hergestrippt....stuppser....welle....stuppser....welle....nix biss und weg war sie obwohl sie 15m an meiner fliege interessiert war....aber wie gesagt das war ein schwarm und fisch war am platz.

ich glaube wir können uns gar nicht vorstellen wie oft unsere fliege oder auch blinker von fischen verfolgt wird....gerade wenn man die fliege mit der rute beschleunigt um neu zu werfen kommen die bisse...der fisch ist mit sicherheit der fliege hinterher geschwommen und durch die plötzliche andere führungsweise zum biss verleitet worden.

das problem ist man sieht die nachläufer ja leider meistens nicht und ist oft genauso erschrocken wie der fisch selbst....wenn man ihn sieht....fliege kurz absinken lassen und dann mit schnellen kurzen rucken einholen....gestern hats teilweise funktioniert ;-)
verstærkt spackige fluefiskeri pa Havørreden du...
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Ralph Hertling
Special Agent Silver
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Beitrag von Ralph Hertling »

Moin!!

Mir geht es auch wie TOBSN. Bin froh dass es noch Jemand anderes sagt der öfter als ich fischen geht.
Was dagegen spricht ist dass ich den einzigen Nachläufer an den ich mich erinnern kann hatte beim Guiding mit und von Bernd gesehen wurde.

Aber jetzt konkret.
Ich fische rund 10-14 Tage netto im Jahr auf Meerforelle an der Kyste und seit gut zwei Jahren gebe ich mir echt Mühe etwaige Nachläufer zu erkennen.
Aber ich strippe die Leine auch nur so weit ein bis ich die Fliege 6-7 Meter (incl. Vorfach) vor mir deutlich erkennen kann und ob jemand dahinter her ist. So weit bis die Fliege wirklich neben mir ist strippe ich zumeist nicht ein.
Das mache ich aus Faulheit damit ich die Rute in weniger Schwüngen aufladen kann.

TL
Ralph
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tim
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Beitrag von tim »

Hallo zusammen,

mir geht es wie TOBSN und Ralph. Ich habe bis heute noch keinen Nachläufer gesehen. Oder habe ich habe ihn nicht erkannt. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich erst seit Anfang des Jahres mit Polbrille fische.

Habe ich mal einen Anfasser den ich nicht verwerten kann, dann fische ich im Grunde genauso weiter wie zuvor. Tut sich nix ändere ich die Geschwindigkeit.

Gruß von Tim, der er wie Ralph erleichtert ist, dass er nicht der einzige ist, der keine Nachläufer sieht.
Wenn der Rat gut ist, spielt es keine Rolle, wer ihn gegeben hat.
Ostsee-Silber

Beitrag von Ostsee-Silber »

Hallo Bernd, Anfang September hatte ich erst wieder einen ähnlichen Fall, zweimal war ein Strudel hinter der Fliege, als ich sie raushob. Der dritte Fisch hing.

Warum, das wird wohl immer auf die Situation ankommen und da fehlen mir auch die Praxishäufungen dieser Art. Wegen der wechselnden Lichtverhältnisse habe ich aber inzwischen zwei Polbrillen und verschiedenfarbige Wechselgläser, die ich nicht mehr missen möchte.

Warum biss der dritte Fisch, der es vielleicht auch vorher schon war? Ich hatte die Führung verändert und meinen Standort. Die ersten beiden Fische waren sehr nah vor meinen Füßen auf Nahrungssuche, der eine drehte um, als er die Fliege sah, erblickte aber auch meinen Schatten. Die Fliege habe ich ziemlich aggressiv geführt, es war ein großer Sandaal.

Ich ging etwa 10 Meter zurück und verlängerte meine Schnur, warf etwas schräg über die Kante an der Sandbank und führte den Sandaal nun anders, nicht mehr schnell und ruckartig, sondern langsamer und bei jedem zweiten Strip hob ich zusätzlich die Rute, der Sandaal stieg so bei jedem zweiten Strip nach oben und das machte er dreimal, da biss es.

In diesem Falle denke ich, habe ich einfach nur falsch gestanden und war zu nah an den Fischen. Hinter den Fischen fischte die Fliege zuviel „totes Wasser“ und als es spannend wurde, war die Präsentation fast zu ende.

Wenn Nahrung im Überfluss da ist, gibt es öfters mal einen Schwall, auch oft nur sehr unterschwellig zu bemerken, aber Fisch ist da. Vielleicht passt dann die Fliege gerade nicht, ist zu groß oder zu klein und oft wird diese Antwort gefunden, wenn man dann mal auf zwei Fliegen umbastelt. Etwas kleines Unscheinbares und etwas Größeres, gerne Bunt, funktioniert sehr oft. Was dann passiert, kommt wieder auf die Situation an.

Ein Nachläufer zeigt aber immer an, dass überhaupt eine Chance besteht.
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Thomas090883
Pääääng und wieder die Fliege in der Mütze
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Beitrag von Thomas090883 »

Moin zusammen,

wir hatten am Wochenende auf Als mit sechs Leuten auch wieder dermaßen viel Fisch gesehen.
Erst hat ich einen Schwall beim Abheben der Fliege gesehen. Dann stand ich erhöht an der Küste hab n Kumpel zugeschaut. Er musste rückwärts werfen, da der Wind stark auf die Rutenhand wehte. Als er sich gerade wieder umdrehte um neu "auszuholen" sah ich noch die Forelle hinterherschnappen und mit einem Schwall war sie dann wieder weg.... sah schon schön aus. Ich rief noch zu, dass eine Forelle hinterher kommt aber da wars schon zu spät und er sah auch nur noch den Schwall. Wir hatten an diesem Tag alle mehrere Kontakte, den ganzen Tag über...gefangen wurde nur Eine. :x

..auf schnell geführte kleine orange Garnele am Spiro

Gruß Thomas
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Vossi
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Beitrag von Vossi »

......sobald ich einen Nachläufer erspähe überkommt mich eh' die Panik und ich mache fast alles falsch :c

Nee im Ernst......

vier Möglichkeiten :

ich erschrecke mich ganz fürchterlich und ziehe dem zubeissbereiten Fisch die Fliege quasi wieder aus dem Maul :o

ich bemerke den Fisch rechtzeitig und verändere die Einstripgeschwindigkeit schlagartig

ich bemerke den Fisch und führe die Fliege zügig Richtung Wasseroberfläche (Fluchtverhalten)

Ich bemerke den Fisch nicht und sehe nur den Schwall....dann fächere ich das Gebiet mit kurzen Würfen ab.


Erfolge ??

bisher nur bei der zweiten und dritten Variante.
Ich denke, dass es sehr auf den Fisch und die Situation ankommt.
Ist der Fisch hungrig, wird er nicht lange fackeln. Ist es nur Neugier, kann das Fluchtverhalten (schnelles Einstrippen, Flucht zur Oberfläche) den Beissreflex auslösen..... kann....muss aber nicht.
Am liebsten sind mir deshalb Fische, die nicht lange fackeln und am besten gleich nach dem Wassern der Fliege auf den ersten zwei drei Strips anfassen.
Nachläufer lassen aber an manchen schwierigen Tagen die Motivation schlagartig wieder in die Höhe schnellen

:wink:
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Fjorden
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Beitrag von Fjorden »

Hallo,
wenn man den Fisch sieht ist es für mich meistens schwierig, meistens bin ich so perplex das ich nicht richtig anschlage.
Eine lustige Situation hatte ich mal auf Mön bei Wellengang, oh da ist ja ein Fisch neben meinen Füßen, schnell die Rutenspitze liften und versuchen die Fliege in seine Bahn zu befördern, was ist das denn, wo ist die Fliege, warum biegt sich die Rutenspitze, ein Schlag und weg, tja da hatte die MF die Fliege schon inhaliert gehabt.
Ich strippe in der Regel bis vor die Füße und es sind doch immer wieder Fische die so dicht, kurz vor der Sandbank zuschnappen, meistens gewinnen die MF, da man doch immer wieder überrascht ist. Beim Zanderfischen geht mir das ähnlich, viele Bisse unter der Rutenspitze...und mindestens die Hälfte bleibt nicht hängen.
Gruß
Fjorden
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Dornhai
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Beitrag von Dornhai »

Also ich strippe die Fliege auch bis in den Nahbereich.Bei einem Nachläufer hole ich sehr schnell ein der Fisch dreht meist ab . Nun kommen kurze Würfe und Vächern den Bereich noch mal ab.
Hatte damit schon zwei mal Erfolg.
Gruß Steffen
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meyer
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Beitrag von meyer »

Moin

Nachläufer kenn ich so gut wie gar nicht. Aber den Schwall, wenn ich mitten "in den Fisch" werfe, den kenne ich gut. :roll:

mfg meyer
Nicht ganz dicht...!
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holg_HL
zwischen Honk und Gott
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Beitrag von holg_HL »

Hallo,

Mit der Spinnrute habe ich besonders bei klarerem Wasser des öfteren Nachläufer, und das sind dann häufig auch nicht gerade die Schlechtesten. Es gibt ja auch gute Gründe, warum große Forellen so groß geworden sind. ;)
Echte Nachläufer habe ich mit der Fliege aber auch eher selten.

In der vergangenen Woche war ich auf Aeroe, und hatte beim herausheben der Fliege einen Nachläufer bzw. eine missglückte Attacke. Habe die Fliege einfach an der kurzen Schnur wieder kurz vor der Stelle versenkt, und nach zwei Sekunden straffte sich die Schnur und zog nach links weg. Rute angehoben, kurzer Drill im Nahbereich, 47cm. Allerdings war das Wasser schon sehr trüb und die Sonne war auch noch kurz vorm aufstehen. Ich bin mir sicher, bei klarem Wasser wäre das nicht passiert, auch wenn die Forelle noch so hungrig ist. :+grin:

Viele Grüße
Holger
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TOBSN
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Beitrag von TOBSN »

meyer hat geschrieben:Moin

Nachläufer kenn ich so gut wie gar nicht. Aber den Schwall, wenn ich mitten "in den Fisch" werfe, den kenne ich gut. :roll:

mfg meyer
Genauso meine ich das auch! Ich bin immer relativ aufmerksam beim Fischen, hab meine Nachläufer aber wenn dann auf Eisen. Da fällt mir ne nette Begebenheit ein die sich folgendermaßen abspielte:

ich stehe im Wasser auf dem letzten erreichbaren Stein einer Sandwüste. Vor mir beginnt der dunkle Streifen und tieferes Wasser. Seit etwa 'ner halben Stunde fische ich mit Eisen, als ich plötzlich, in etwa 15 Metern Entfernung, einige kurze Anfasser bekomme. Ich erhöhe die Geschwindigkeit und ne knappe 60er dackelt hinterher. Das Wasser ist ginklar und so kann ich das Ganze wunderbar beobachten. Ich führe den Blinker an der Seite vorbei, lasse ihn fallen und sehe wie die Trutte rauflascht, aber nicht hängenbleibt. Der Fisch zieht wieder ab und ich denke zwar das war's, werfe aber trotzdem hinterher. Erstaunlicherweise beginnt das Spiel wieder von vorne. Kurze Kontakte, bis vor die Füße geführt, Eisen fallen lassen und wieder beißt der Fisch, verfehlt und zieht ab. Alle guten Dinge sind drei und auch beim dritte Mal bekomme ich die Bisse, führe den Fisch vor die Füße, lasse den Bliker fallen und die Gräte verfehlt. Ich führe das Eisen weiter und drehe mich dabei auf dem Stein. Fallenlassen, Biss - Fehlbiss! Ein letztes Mal lasse ich das Eisen fallen und endlich inhaliert die Gräte den Blinker und ich schlage an. Fazit = Eine 1A Vorstellung über das Beissverhalten von Forellen und zwar vor meinen Füßen. Der Fisch gefangen und zurückgesetzt und die Erkenntnis, dass Spinnstopps das beste Mittel sind um Trutten aus der Reserve zu locken...

T
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piscator
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Beitrag von piscator »

Moin, früher hatte ich mal Nachläuferinnen, aber das ist lange her :c

aber bei den Forellen kenn ich das auch, auch mal mehrere gleichzeitig hinter der Fliege her, meist vom BB. Ich glaube das liegt daran, dass man vom BB über tieferem Wasser fischt und die Fische noch keine Angst haben, dass ihnen die Beute entkommt.

TL, Jürgen
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
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Talisker
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Beitrag von Talisker »

Nachläufer habe ich selbst noch nicht gesehen. Einen Schwall hinter der Fliege kenne ich aber wohl. Eine andere Sache ist mir aber schon mehrmals passiert, glücklicherweise nur bei lütten Trutten. Beim Auswerfen bewegt sich hin und wenn mal die gesamte Schnur als riesiger Wulst aus dem Schnurkorb in Richtung Leitring. Also erstmal alles Schlaufe für Schlaufe auseinandertüdeln. Doch wer zieht da die Schlaufen wieder dicht? :o Teilweise muss die Fliege schon einige Zeit auf dem Grund gelegen haben, als sie genommen wurde.
Gruß Sebastian

Nur nicht die Nerven verlieren!
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