Die fränkische Schweiz, Waischenfeld. Bericht.

Unsere Auen, Flüsse und Seen haben von Flensburg bis in die Alpen so viel zu bieten, dass sie immer einen Besuch wert sind. Hier steht Gefangenes, Erlebtes und Beigesterndes von Touren durch das Binnenland.
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Murtz
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Die fränkische Schweiz, Waischenfeld. Bericht.

Beitrag von Murtz »

Hallo.

Ich war über Himmelfahrt in der fränkischen Schweiz bei Bayreuth unterwegs.
Genauer in Waischenfeld an der Wiesent, ein top Maifliegen Gewässer(chen).
Als blutiger Anfänger in Sachen Fliegenfischen habe ich dort in der Hammermühle
einen Anfänger bzw. Fortgeschrittenen Kurs belegt. LINK
Der Lehrer, Herr Hermann, ist schon etwas älter & leider nichtmehr so agil,
aber sein Wissen ist dafür umso größer! Er hat mir erfolgreich die Grundlagen des
Fliegenwerfens vermittelt. Also ein perfekter Werfer ist aus mir nach 2 Tagen Training
natürlich nicht geworden, aber das darf man denke ich auch nicht erwarten...

Nach zwei Tagen Kurs ging es für mich dann am Abend das erste mal "scharf" ans
Wasser, die Stadtstrecke. Wir sind von der Hammermühle ausgehend nach dem ReWe
gleich hinter der Brücke gestanden. Dort kann man in relativer Ruhe, der Gehweg ist dort
nichtmehr vorhanden, fischen. Leider war das wasser die ganze Zeit sehr trüb, also keine
perfekten Bedingungen.
Es ist zwar etwas beengt, hinten ist ein wenig störender Zaun in 3-4 Meter entfernung,
und sonst ist die Wiesent auch recht bewachsen mit allem was so Wächst.
Aber ich als Anfänger konnte trotzdem gut werfen, der Fluss ist recht schmal so 5 Meter.
An diesem schönen Abend, Wetter war hervorragend, fing ich tatsächlich sogar meine
erste Regenbogenforelle mit der Fliegenrute! Auf eine braune Nymphe. Leider fehlt es mir hier an
an Spannungsbogen, denn den eigentlichen Biss habe ich kaum bemerkt. Irgendwie
war Sie einfach dran... mit knapp 30 cm hat die kleine Salmonide trotzdem
einen Kampf geliefert und bleibt mir als "erster" Fisch lange in Erinnerung. :wink:

Die Spannung beim Nymphenfischen ist trotz fehlendem Sichtkontakt sehr hoch
und die folgenden Bisse waren sehr aufregend. Leider blieb kein weiterer Fisch hängen.

Am folgenden Tag fischte ich ab ca. 16.40 ebenfalls die Stadtstrecke weiter unten.
Unterhalb der Fußgängerbrücke versuchte ich zunächst erfolglos die Nymphe vom
Vortag aus.
Leider landete Sie in eine Baum. :oops
Da ich schon einige Fische beim steigen beobachten konnte entschloss ich mich
eine Trockenfliege ans 17er Vorfach zu knüpfen. Grau hatte man mir empfohlen.
Fragt mich nicht welche, Adams?, Ruphus?, wasweisich.
Tatsache ist gleich beim ersten Wurf wurde das kleine Ding mit einem schönen
"Schlurf" von der Wasseroberfläche gesaugt.
Instinktiv konnte ich irgendwie einen Anhieb durchbringen und nach einem schönen
Drill konnte ich meine "erste" Bachforelle alá Trockenfliege landen.
Eine schnelle Messung ergab 30cm, leider zu klein also flog sie im flachen Bogen wieder
in Ihr Element zurück. :wink: (MM 32cm)

Ein Stück weiter oben kurz nach dem Wehr/Wasserfall/Pool dingsda wo die Wiesent
auf etwa 30 Meter etwas mehr Fahrt aufnimmt habe ich mich zu zwei weiteren Anglern
gesellt. Welche intensiv eine Stelle am anderen Ufer befischten. Ein weiterer Kollege
welcher meine vorherigen Fang von der Brücke aus beobachtet hatte stand ebenfalls
dort, wir kahmen ins Gespräch. Als plötzlich unter fluchen dem einen, ohne
ersichtlichen Grund, die Rute brach...
"Die war teuer, eigenbau, ich hol mal ne andere..." :o

Naegal des einem Leid des anderen freud, so hatte ich Platz um die interessante
Stelle zu beangeln. Mir wurde geraten eine weiße Trockenfliege anzutüddeln.
Doch der Angler ohne Angel nahm mir meine Rute und machte
selber ein paar Wüfe bevor ich die Fliege selber testen konnte.
"So geht das" .... und so bekahm ich meine nächste Lehrstunde..
Schon beeindruckend wie einfach und sicher man mit der Fliege fischen kann.
Nach einigen Würfen meines spontan "Guides" tat ich es ihm nach und konnte
tatsächlich zwei weitere (mickrige) Forellen landen. (ohne sie dem kühlen Nass zu entreissen)
Die Tips von erfahrenen Fischern sind Gold wert! :+++:

Also das Fliegenfischen hat mich überzeugt :l:
Die Gegend um Waischenfeld ist sehr schön, nur kann ich leider nicht bestätigen, dass es dort
große Forellen gibt. Aber man kann dort auch gut Kletter, Radfahren oder auch nur Wandern.

Als Unterkunft kann ich die Pension Hammermühle empfehlen, das Frühstück ist ordentlich,
die Zimmer sind sauber und es sind Hauptsächlich gleichgesinnte dort beherbergt.
Morgens ab 9.30 kann man bei Hrn. Hermann Fliegen, Erlaubniskarten, Zubehör kaufen.
Wer nett Fragt bekommt sicherlich auch den ein oder anderen Tip aus über 25 Jahren
Erfahrung rund um die Wiesent.

Die "Pizzaria Stahäusla" kann ich empfehlen, große Auswahl an Pizzen auch zum
mitnehmen.. Andere Lokale hab ich nicht getestet. Allerdings kostet das 0,5l Bier
nur um die zwei Euro!! Das alleine lohnt sich schon ;-)...


Tschüß..
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Polar-Magnus
Eigentlich war ich's nicht...
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Re: Die fränkische Schweiz, Waischenfeld. Bericht.

Beitrag von Polar-Magnus »

Moin Murtz,

Gratulation zu den ersten Erfolgen :!: Sicherlich gibt's in der Wiesent auch größere Fische,
nur hat die Bachfischerei auch eine Menge mit Erfahrung zu tun, die man sich eben
erst einmal aneignen muss oder darf.

Speziell die Stadtstrecke in Waischenfeld ist ja nun aber auch durchaus stark besucht.

Von meinem Trip vor 2 Jahren gibt's hier irgendwo einen Reisebericht, müsstest Du
mal nach "Mit dem Zug an die Wiesent" oder so ähnlich suchen. Da sind auch neben
etlichen Impressionen auch einige gewässerspezifische Schwierigkeiten beschrieben.

Grüße

Ingo :wink:

PS: Dranbleiben...
Ein Fliegenfischer ist manchmal glücklich, aber nie wunschlos.

Du bestimmst das Ziel, du bestimmst den Weg und du bestimmst die Regeln. Es ist dein Spiel, dein Leben.
Zitat von gonefishing aus seinem sagenhaften Patagonien Reisebericht.
Murtz
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Re: Die fränkische Schweiz, Waischenfeld. Bericht.

Beitrag von Murtz »

Moin Ingo,

ja deinen Bericht habe ich auch gelesen..
Kann mir auch gut vorstellen, dass es Anfang Juno dort ziemlich eng wird am Wasser...
und in den Herbergen :P

Ich bin auf jedenfall infiziert, und überlege wie ich meinen aufkommenden
Kaufdrang finanzieren könnte.. (da bleibt mir fast nur der Verkauf meiner Spinnrute(n) :cry: )

Ich bleib auf jedenfall dran.. ;-)
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