Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Natürlich interessieren wir uns nicht nur für die erfolgreiche Fischwaid, sondern auch für jegliche Hintergrundinformationen über unsere silbernen Kameraden. Nur wer sein Gegenüber genau kennt, der kann sich auf ihn einstellen.

Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Frank Carstensen » 12.12.2019, 15:48

Moin.
Ich gebe seit 4 Jahren meine Fangzahlen bei der DTU (Technical University of Denmark) ab. Als dank erhält man Auswertungen & Statistiken über die Mefo-Fischerei aus der westlichen Ostsee. Norwegen wird nicht berücksichtigt. Ich vermute mal, weil da eh keine Menschen leben, die davon Ahnung haben. ;) Spaß!

Bei der aktuellen Auswertung wurden jährlich im Schnitt 16.300 Stunden Herbstfischerei auf Mefo erfasst. Demnach war die Fischerei dieses Jahr identisch mit 2016, besser als 2017 und schlechter als 2018. Was meint ihr, haut das hin? Ich persönlich fand 2019 besser als 2018.

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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Achim Stahl » 12.12.2019, 17:54

Wow,

im Schnitt knapp alle drei Stunden eine Meerforelle... :oops

Ich würde mal sagen, dass an der Studie nicht unbedingt Durchschnittsangler in Durchschnittsrevieren teilnehmen. Ich kenne da so ein paar Experten, die würden die Stundenzahl in dieser Untersuchung drastisch durch die Decke gehen lassen. :lol:


Viele Grüße!


Achim
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Frank Carstensen » 12.12.2019, 18:22

Achim Stahl hat geschrieben:... nicht unbedingt Durchschnittsangler in Durchschnittsrevieren teilnehmen.

So um die 1.200 Mefoangler sind bei der DTU registriert und geben ihren Bericht ab. Was das genau für Leute sind kann ich nicht sagen, da nur anonyme Zahlen veröffentlich werden, keine Personenprofile. Aber vermutlich sind das alles Enthusiasten, wer sonst macht sich die Mühe. Auch wird nichts zur Größe der Mefos geschrieben, es wird alles gezählt. Es wurde in dem Bericht noch erwähnt, dass der Herbst die mit Abstand höchsten Fangzahlen im Jahr aufweist. Alle anderen Jahreszeiten liegen zusammen bei durchschnittlich 6 Stunden pro Fisch. Vielleicht liegt die Herbst-Quote so hoch, weil die Dänen auch gefärbte Fische geziehlt beangeln/entnehmen die Richtung Heimatfluss ziehen und so leichter zu fangen sind.
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon orkdaling » 12.12.2019, 19:43

Wieder diese Pauschalisierungen - die Dænen !
Auch da gibt es Regeln fuer Fische im Laichkleid - das solltest du wissen wenn du dort unterwegs bist!
https://fiskeristyrelsen.dk/media/11345 ... n-2019.pdf
Ich vermute mal das die Dænen wissen wann und wo die Mefos zu finden sind (Biologie und Wanderverhalten - wann stapeln sich die Fische vor den Aufstiegsbæchen und warten auf guenstigen Wasserstand?)
und ich denke das viele dænische Sportfreunde wissen warum sie ihre Fænge an DTU / Fiskepleje melden.
Ich vermute weiterhin das das Zeitfenster arg nach oben schnellt wenn die Fliegenwedler der Weitwurffraktion einen Spot einnehmen und dort stundenlang zum Horizont werfen (achso, es ging ja um Dænen - Spass!)

Einer geht noch - nach drei Stunden liegen die Dinger doch længst in der Pfanne , hahaha.
Und damit das so bleibt mach ich mich schnell wieder an die Arbeit, die Tobis fuer 2020 sind fertig, nun folgen Ameisen, eben alles fuer den Spætsommer/Herbst.
Ohje, das war ja wieder Halbwissen oder Besserwissen oder...
Gruss Hendrik
Willst du morgen noch lokal handeln musst du heute daran denken !
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon SIMPLE SHRIMP » 12.12.2019, 19:55

Frank Carstensen hat geschrieben:
... Auch wird nichts zur Größe der Mefos geschrieben, es wird alles gezählt. Es wurde in dem Bericht noch erwähnt, dass der Herbst die mit Abstand höchsten Fangzahlen im Jahr aufweist. Alle anderen Jahreszeiten liegen zusammen bei durchschnittlich 6 Stunden pro Fisch. Vielleicht liegt die Herbst-Quote so hoch, weil die Dänen auch gefärbte Fische geziehlt beangeln/entnehmen die Richtung Heimatfluss ziehen und so leichter zu fangen sind.


Moin Frank,

welche Monate umfasst die 'Herbstzeit' und wie sind die Fangzahlen denn definiert? Absolute Zahlen oder Fänge in Relation zu Angeltagen?

Wie sind Deine Erfahrungen, ist die Fischdichte im Herbst auch außerhalb der Schutzzonen höher und hat die vermeintlich verminderte Nahrungsaufnahme 'im Laich stehender' (*) Fische keinen Einfluß auf das Beißverhalten?

Gruß
Klaus

(*) Ich fische nur noch in Dänemark, halte mich an die Regeln und esse auch die sogenannten 'Gefärbten'.
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Frank Carstensen » 12.12.2019, 20:23

SIMPLE SHRIMP hat geschrieben:... welche Monate umfasst die 'Herbstzeit'
... wie sind die Fangzahlen denn definiert?
... ist die Fischdichte im Herbst auch außerhalb der Schutzzonen höher.

... die Zahlen sind vom 01.10. bis jetzt.
... so wie ich das sehe, sind es absolute Zahlen. Aber so genau schreiben die das nicht.
... ich finde ja.

:s+3: Einen Punkt möchte ich korrgieren. Die Auswertung wurde von 11.069 Anglern (99,9 % Dänen) ermittelt, die bei dem Projekt registriert sind und ihre Berichte aus dem Fanggebiet DK abgeben. 1.200 Personen war falsch, ich bin da in einer Zeile verrutscht.

Hier was zu den Uhrzeiten, wann die meisten Leute im Zeitraum "Herbst" am Wasser standen..:

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Und wie sie angelten. Wobei ich die Grafik nicht ganz verstehe.

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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Thomas. » 13.12.2019, 00:04

Frank Carstensen hat geschrieben: Einen Punkt möchte ich korrgieren. Die Auswertung wurde von 11.069 Anglern (99,9 % Dänen) ermittelt, die bei dem Projekt registriert sind und ihre Berichte aus dem Fanggebiet DK abgeben.


Frank, bist du sicher? Ich denke die 11.069 haben sich bei Fangstjournalen angemeldet. Aber wieviele haben in dem Zeiraum einen Angelausflug registriert? Habe da nicht weiter gesucht, auch nicht, was 'Verberge Null-Tour' bedeutet.

orkdaling hat geschrieben:Ich vermute mal das die Dænen wissen wann und wo die Mefos zu finden sind (Biologie und Wanderverhalten - wann stapeln sich die Fische vor den Aufstiegsbæchen und warten auf guenstigen Wasserstand?)


Natürlich kennen die, wie du deines, ihr Revier. Die kleinsten Rinnsale haben ab 16.9. eine Schutzzone mit 500m Radius, so dass es auch wenig Sinn macht nach den Produktivsten hier https://kort.fiskepleje.dk/ zu suchen.

Gruß
Thomas
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Anarhichas » 13.12.2019, 00:08

Danke Frank, sehr aufschlußreich.
Von einem süddeutschen Freund kann ich folgendes berichten. Seine Fangstatistik ist sehr aussagekräftig.
Er hält sich seit mehr als 10 Jahren immer für 6Wochen im April Mai in DK auf. Immer auf dem selben Campingplatz und er fährt jeden Tag um 8:30Uhr mit seinem Schlauchboot raus und ist stets zum Mittagessen um 14:00Uhr zurück.
2018 war für ihn das erfolgreichste Jahr.
Meine Fangergebnisse sind nicht aussagekräftig, da ich den Zeitfaktor nicht benennen kann, den ich auf dem Wasser verbrachte.
Über die Herbstzeit kann ich noch weniger sagen, da ich das Fischen auf Mefo Ende September einstelle. Dafür bin ich jedoch an den ersten sonnigen Tagen im Januar wieder am Wasser, denn dann erwarte ich die Überspringer und glaube der letzte laichbereite Fisch ist im Bach.
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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon Matthias » 13.12.2019, 09:30

Danke Frank :+++:

....im Schnitt eine Forelle in drei Stunden kann ich zwar kaum glauben aber ich bin ja auch der "Meerforellenschonbezirk".

Wenn ich losgehe (ca. 20-30mal zwischen Oktober und Ende April), fische ich in der Regel zwischen 2,5 und 5 Stunden. Ich fische seit 1996 an der Ostsee auf Meerforellen und 2018 war von der Stückzahl her mein mit Abstand bestes Jahr. Dieses Jahr ist unterdurchschnittlich gewesen. Ich denke für jeden Fisch habe ich dieses Jahr 12 - 15 Stunden angeln dürfen.......und da waren wie immer auch einige richtig kleine dabei ;)

Tls

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Re: Fangquote im Herbst / westlichen Ostsee

Beitragvon orkdaling » 13.12.2019, 11:37

Moin nochmal,
Matthias 12 - 15 std. fuer einen Mefo ? Da machst du was falsch ! Spass!!!
Ok westliche Ostsee ist nicht mein Ding weil ich in N, S und Bornholm/Dk fische.
Aber das ist Wurst , eine Statistik kann (ueberall) nur so gut sein wie sie gefuettert wird.
Sie sagt nichts ueber die Fischer aus, ob es registrierte Gelegenheitsfischer sind, ob sie ihr Fanggebiet regelmæssig befischen,. ob sie sich morgens und abends auf den Weg machen oder tagsueber mehrere Stunden am Wasser stehen.
Wenn ich mal von mir ausgehe, hier nutze ich nur die Zeit des auflaufenden Wassers und kann mich max 3 Stunden vor Ort halten.
Bornholm oder Suedschweden sind im Fruehjahr besonders erfolgreich , hier eigentlich auch aber die Mefo im Mærz/April geschuetzt.
Sept. auf Bornholm , da gibt es bekanntlich 6 ganzjæhrig geschuetzte Bacheinlæufe bzw 500m Schutzzone davor, aber auch zahlreiche Zonen ab 16.9. - 28/28.2 mit 500m Schutzzone. Erlaubt sind alle Blanken Mefo mit losen Schuppen, gefærbte geschont.
Nun ist es so das ich (und meine Mitstreiter) sowohl im April wie auch im Sept fange, nur eben im Sept in der Næhe der Bæche wo die Fische erst mit Regen aufsteigen , also in deren Schonzeit. Ich kann mich nicht erinnern das ich einen Tag abgeschneidert habe, ich weiss aber das ich zB im Sept wo das Wasser noch recht warm ist erst kurz vor der Dammerung los gehe.
Der Durchschnitt/Mann/Tag liegt bei 3 Fischen im Fruehjahr, im Sept. sind es 1-2 Mefo /Abend - also keine 12 stunden, eher 2-3 std/Fisch.
Natuerlich gibts auch mal einen kalten Morgen mit Nullwertung, aber dann sind die Fische ab Nachmittag aktiv.

Wenn man sich im Fruehjahr vor den Bæchen rumtreibt, Brackwasser mit viel Kleinkram, na dann kann es auch mal dazu fuehren das man aufgibt weil nur unter- oder gerade mal massige anbeissen. Ich haue jedenfalls nach der dritten Sprotte ab.
Da die Mefos ueberall abhængig sind von ihrer anadromen Lebensweise (also egal ob N,D,DK,S) und noch viel stærker abhængig sind von Temperatur/Salzgehalt (sind nun mal wechselwarme Tiere die Salzueberschuss ausscheiden muessen) suchen sie im Laufe der Saison zwangslæufig ! verschiedene Gebiete auf. Mal folgen sie den Heringen und entgehen den stark erwærmten Kuestenstreifen, mal stehen sie bereits im Sept vor den Aufstiegsbæchen und warten auf Wasser.
Logischer Weise ist die Konzentration dann viel høher. Mich wundert diese Statistik also nicht. Sie bestætigt ja nur was die Fischer seit hunderten von Jahren wissen. Und genau darum wurden die Fangbegrenzungen weiter verschærft, Bornholm 3 Mefo/Tag hier gibt es gar keine aber dafuer sind sie im Mærz/April geschont (nur Trondheimsfjord und Seitenarme), in Suedschweden sind sie bis 1.1. geschont aber in Westschweden bis 31.3.

Somit reisen viele Fischer im Fruehjahr und Herbst die Ostsee rauf und runter was man dann in der Fangstatistik sehen kann.
Ich reise immer dahin wo man keine 12 std braucht, hahaha.
Interessant was hier geschrieben steht, also auch die Fyn - Fischer machen sich einen Kopf um die Jahreszeiten, vielleicht mal durch den Gockel jagen
https://seatrout.dk/planlaegning/tips-o ... g-faerden/
Gruss Hendrik

Das ist schon etwas irrefuehrend fuer die Statistik wenn man sich nur auf die gemeldeten dænischen Fischer bezieht aber wichtiger sind fuer die DTU wohl die gemeldeten Ergbnisse wie wann, wo, Grøsse, Gewicht, Fang markierter Fische usw.
Willst du morgen noch lokal handeln musst du heute daran denken !
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