Rutenbauprojekt Quickline

Viele der edlen Wekzeuge und Hilfmittel, mit denen wir bei unserem Hobby hantieren, müssen nicht unbedingt von der Stange aus dem Ladenregal sein.
Watstock, Schnurkorb, Kescher und Co. können auch aus eigener Produktion sein, die gemeinsam mit Freunden oder allein eisige Winterabende füllen kann.

Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon hennes2121 » 13.12.2016, 09:45

Moin,
das Risiko liegt in der erhöhten Anfälligkeit der Ringe für Verbiegen und Brechen, wenn sie so nah an der Teilungsstelle sitzen.
Ich würde die Ringe in dem Fall auch unterwickeln und ggF noch mit elastischem Heisskleber unterfüttern, dass die Belastung des Blanks nicht zu hoch wird.
TL hennes
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon piscator » 13.12.2016, 10:24

Moin, auf jeden Fall die Ringe oberhalb der Schnittstelle anbringen! Wenn unterhalb, dann wird die Schur ständig gegen die Schnittkante gepresst (nicht gut für Schnur). Sonst hab ich da auch nach Jahrzehnten keine Probleme ausser Alterung (der Ringwicklungen) gehabt.
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon orkdaling » 13.12.2016, 10:59

moin moin Juergen,
interessant, wenn ich dich richtig verstehe dann kønnte man sich eine zB 6 teilige Reiserute oder besser Bergwanderrute bauen und die Ringe æhnlich einer Teleskop anbringen? Nur das es halt Steckverbindungen sind.
Gruss Hendrik
Willst du morgen noch lokal handeln musst du heute daran denken !
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon sprottenfan » 13.12.2016, 11:26

Hi Hansemann, ich würde den Ringen an den brisanten Stellen jegliche 'Schärfe' nehmen, indem du die Ringfüsse abpolsterst durch Tape und dann unterwickelst, um den Blank zu schützen, da wirken Scherkräfte vom allerfeinsten und das sind nacher im Endresultat nur 6g mehr an Gewicht. ;)
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon SIMPLE SHRIMP » 13.12.2016, 13:33

piscator hat geschrieben:Moin, auf jeden Fall die Ringe oberhalb der Schnittstelle anbringen! Wenn unterhalb, dann wird die Schur ständig gegen die Schnittkante gepresst (nicht gut für Schnur). Sonst hab ich da auch nach Jahrzehnten keine Probleme ausser Alterung (der Ringwicklungen) gehabt.

Diese Ansicht teile ich wegen der Optik, sonst sehe ich "keinen" Unterschied.

hennes2121 hat geschrieben:Moin,
das Risiko liegt in der erhöhten Anfälligkeit der Ringe für Verbiegen und Brechen, wenn sie so nah an der Teilungsstelle sitzen.
Ich würde die Ringe in dem Fall auch unterwickeln und ggF noch mit elastischem Heisskleber unterfüttern, dass die Belastung des Blanks nicht zu hoch wird.
TL hennes

Kann ich nicht nachvollziehen.

sprottenfan hat geschrieben:Hi Hansemann, ich würde den Ringen an den brisanten Stellen jegliche 'Schärfe' nehmen, indem du die Ringfüsse abpolsterst durch Tape und dann unterwickelst, um den Blank zu schützen, da wirken Scherkräfte vom allerfeinsten und das sind nacher im Endresultat nur 6g mehr an Gewicht. ;)

Geht mir gar nicht runter.

Ringfüße anschleifen und entgraten ist ok, aber - es geht hier um den Aufbau einer Fliegenrute!

Echtes Hintergrundwissen oder Mutmaßungen? An anderer Stelle gibt es z.B. ernsthafte Empfehlungen, an eine Switchrute Klasse 6 (3,75° Auslenkungsgewicht ~16 g, also Einhandklassifizierung) 26-31 Gramm dranzuhängen.

Expertenmeinung oder PURPLE MOON - Das ist immer die Frage. ;)

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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon BlackZulu » 13.12.2016, 16:34

Ich denke "Purple Moon" :lol:
Wäre mal interessant zu lesen, wie viele brauchbare Ruten so mancher Ratgeber, der hier Tipp's gab, gebaut hat ;)

Gruß Holger
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon wusdorf » 13.12.2016, 20:41

Moin,

ich probiere immer die Ringe auf die Überschübe zu bringen bei der Ringverteilung. Man spart sich halt eine Wicklung.
Warum an der Stelle besondere Kräfte wirken sollen, wie hier geschrieben wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist ja ehr so, dass in dem Bereich der Überschübe eine leicht Versteifung des Blanks stattfindet wegen dem doppelten Material.

Auch eine Anfälligkeit für verbiegen und brechen der Ringe konnte ich nicht feststellen.

@Hansemann
Wenn du ein Beringungsschema für 9' Ruten haben möchtest kann ich dir das gerne schicken.

Gruß, Hendrik
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon sprottenfan » 14.12.2016, 09:46

@ blackzulu: Na auf jeden Fall nicht solche, an deren Ringwicklungen nacher beim Händler steht: it's not a Bug, it' s a feature!
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon Hansemann » 14.12.2016, 13:37

Hallo,
ich danke euch für eure zahlreichen und schnellen Antworten. Insbesondere die Bilder waren hilfreich für mich, Larsi und Henrik!
Ich habe mich nun entschieden, bei den Ringen auf den Überschüben zu bleiben und sie so anzusiedeln, dass ziemlich mittig auf dem überlappenden Bereich sitzen. Deine Ringeinteilung für eine 9 Fuss-Rute würde mich natürlich trotzdem interessieren, Henrik!
Das Argument zur Schnurreibung (an den Überschubkanten) durch die nahe Beringung an den Überschüben kann ich nachvollziehen. Aber ich denke diese Kanten liesen sich runden und mit Micromesh-Leinen bis auf 12.000 Körnung hoch polieren, dann dürfte das Coating keinen Schaden mehr nehmen. Ich probiere es zumindest mal aus...
Wenn ich soweit bin, werde ich euch das Endprodukt hier noch einmal vorstellen!

Grüße von
Christian
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon DrMabuse » 14.12.2016, 18:37

Micromesh mit 12.000 Körnung?
Gibt es bitte wo ? - Beim Zahnarzt ?
Die Idee damit zu arbeiten finde ich gut
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon Maqua » 14.12.2016, 19:03

Hansemann hat geschrieben:Das Argument zur Schnurreibung (an den Überschubkanten) durch die nahe Beringung an den Überschüben kann ich nachvollziehen.

Hallo Christian, ich denke das gilt nur für eine Ringplatzierung auf dem Einschubteil(männlich), wenn du den Ring auf das Überschubteil (weiblich) platzierst, kann die Schnur nicht die Kante berühren und du kannst dir das polieren sparen.
Gruss Manni :wink:





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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon piscator » 14.12.2016, 20:59

Moin für Micromesh gibts ungefär 1 Mio Anbieter -- am besten als Set -- ich benutz das sein Langem für meine Acryl / Holz Spacer.
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon SIMPLE SHRIMP » 15.12.2016, 14:14

Maqua hat geschrieben:
Hansemann hat geschrieben:Das Argument zur Schnurreibung (an den Überschubkanten) durch die nahe Beringung an den Überschüben kann ich nachvollziehen.

Hallo Christian, ich denke das gilt nur für eine Ringplatzierung auf dem Einschubteil(männlich), wenn du den Ring auf das Überschubteil (weiblich) platzierst, kann die Schnur nicht die Kante berühren und du kannst dir das polieren sparen.

Moin Manni,

man müßte als Staubkörnchen auf der Leine sitzen, um zu sehen, wo diese "langschleift". Und "Millionen" Staubpartikel und "Körner", die an einer "fettigen" Fliegenschnur kleben, rutschen gern auf 12.000er Oberflächen. :grin:

Klaus :wink:
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Re: Rutenbauprojekt Quickline/CTS Affinity FX

Beitragvon Hansemann » 04.01.2017, 23:09

Guten Abend die Herren,
nun melde ich mich endlich zurück, nach einer längeren Weihnachts- und Neujahrspause!
Zunächst noch einmal zum Thema Micromesh Schleifleinen. Ich beziehe das bei
http://www.dictum.com/de/
das ist der Laden mit den feinen Werkzeugen (v.a. aus Japan) für Holzwürmer. Gibt aber sicher auch viele Dinge, die sich im Sortiment eines Rutenbauers gut machen. Kenne das Zeug vor allem als klassischer Gitarrist, weil man sich damit die Nägel der Zupfhand super glatt polieren kann und der Sound auf diese Weise sehr klar und brilliant wird.
An den Überschüben der Rute habe ich mir das jedenfalls gespart mit dem mühseligen hochschleifen, - war halt nur eine Idee.

Nun aber zum Haupthema:
Die Rute ist fertig, die Ringe sind im ausgehärteten Lack und das Probefischen (leider Doc Schneider) wurde mit Bravour bestanden.
Mit der Funktionalität dieser Rute bin ich über die Maßen zufrieden. Und mein Ursprungsziel, eine Rute für die härteren Bedingungen an der Küste zu gestalten wurde erreicht. Bisher habe ich eine Rio Outbound Short WF 7/I damit gefischt und diese ließ sich klasse in engen Schlaufen auch in den Wind werfen. Habe auch kurz eine 8er Coastel probiert, funktionierte auch, gefiel mir aber nicht so gut wie die Rio. Vielleicht aber auch weil die Schnur schon einige Jahr auf dem Buckel hat. Natürlich muss ich mich nach meiner gemütlicheren SP+ erst einmal an die neue Schnelligkeit gewöhnen aber es klappt schon recht gut.
Was die Ästhetik angeht, bin ich mit dem meisten ganz zufrieden. Das Projekt war ja nach meinen Jugendspielereien vor 25 Jahren der erste ernstzunehmende Neuaufbau. Die Arbeiten rund um den Griff und den Rollenhalter gingen reibungslos und sauber von der Hand. Mit den Wicklungen der Ringe hatte ich zunächst Schwierigkeiten, weil ich meinen Fliegenbindebobbin als Spulenhalter genutzt habe und mir der Bindefaden leider an einigen Stellen aufgefasert ist. Ich musste die Halterung umkonstruieren und dann einige Wicklungen wiederholen. Leider habe ich dies beim Überschub des Spitzenteils versäumt. Ich dachte das ginge schon und die Fasern würden sich mit dem Lack ablegen, -Greenhorngedanke- , aber das war natürlich quatsch und nun ist diese Lackierung recht Pickelig geworden :cry: . Bin noch am Überlegen, was ich damit jetzt mache. Runterschneiden und neu machen oder anschleifen (Micromesh :grin: ) und eine zweite Schicht Epoxy stehen zur Auswahl. Ihr seht das auf dem Foto mit den Überschüben.
Ich habe sehr viel an diesem Projekt lernen können und es wird mit Sicherheit nicht die letzte Rute sein, die in meinem Kellerlabor entstanden ist.
Hier noch ein paar Fotos für euch mit Dank für die rege Beteiligung und Begleitung auf dem Weg zum Ziel!
Euch allen einen guten Start in die neue Saision 2017!
Gruß von Christian
kneag og break
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Zuletzt geändert von Hansemann am 07.01.2017, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rutenbauprojekt Quickline

Beitragvon selfmade » 05.01.2017, 12:54

Top! Da wirst du noch ganz viel Freude dran haben. Habe eine 6er Affinity X, die macht sich richtig gut.
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