Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Ein weites Feld, was von den Gebirgsseen in Österreich bis hin zum Mittelmeer reicht. Umso vielfältiger dürften die Eindrücke und Erlebnisse sein, über die es zu berichten gilt.

Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Beitragvon Weste » 16.08.2011, 21:20

N'Abend allerseits!

Wer für kommendes Jahr noch ein Urlaubsdomizil sucht, dem kann ich wärmstens die französische Atlantikküste empfehlen. Sicherlich stellt der Norden und der äußerste Süden mit seiner teils zerklüfteten Felsenküste das interessantere "Jagdrevier" mit Spinn- und Fliegenrute da. Für einen Familienurlaub, bei dem Sonnen- und Wasserbad ein nicht unerhebliche Rolle spielt, ist der Bereich südlich der Gironde-Mündung bis nach Biarritz wesentlich geeigneter. Hier hat man mehrere hundert Kilometer (!) feinsten Sandstrand. Für Wellenreiter natürlich kein unbekanntes Terrain. Wir haben die vergangenen beiden Wochen zwischen Lacanau und dem Cap Ferret verbracht. Enspanntes Baden mit meinem Lüdden, Fischessen und Austernschlürfen stand auch auf dem Programm. Das Bassin d'Arcachon, welches sich hinter dem Cap Ferret ins Landeinnere erstreckt ist ideal für "Planschtouristen", denen die Wellen oder die Strömung der offenen Küste zu gefährlich ist. Der Wasserstand des Beckens variiert gezeitenbedingt um ca. 3 m. Hunderte Austernfischer säumen die Ufer.
Viele laden zum direkten Verzehr samt kaltgestelltem Vin blanc. Mmmmmm .... :zsch: ... Soviel zum Urlaubsdomizil an sich !

Gefischt haben wir an einem Strand, ca. 7 km nördlich des Caps. Ein schöner breiter Strandsand und ein ebenso sandiger Untergrund im Wasser ließ nicht unbedingt auf spannende Fischerei schließen. Ist doch gerade diese Art von Strand für die Raubfischjagd in unseren nördlichen Gefilden eher selten "the place to be" ... erst recht wenn's um die Meerforellenpirsch geht. Ein Kollege, der "zufällig" auch in der Region unterwegs war ( :+++: Gruß an "5-Trutten-Bibom" :+++: ) hatte sich am Strand jedoch mit einem Angler unterhalten, der ihm versicherte, dass auch auf diesen Küstenabschnitten mit Wolfsbarschen zu rechnen sei. Allerbest! Zwei Stunden vor "Haute Mer" (franz. =Flut) haben wir uns an den Strand gestellt und unsere Snaps in die Brandung geschleudert. Vor "unserem" Strand befand sich ein durch die Gezeiten / hiesigen Strömungen entstandenes Becken von ca. 30-40 m Breite und einer Länge von ca. 200-300 m. An drei Tagen haben wir, jeweils ab 7:00 Uhr morgens und auflaufendem Wasser, das Becken hoch und runter gefischt. Am ersten Tag gab es viele kleine Wolfsbarsche im Flachwasser. Alle ca. 10-20 cm. Auch am zweiten Tag, nur dass wir hier auch eher halbstarke Hornhechte fingen. Am dritten Tag fingen wir dann aber beide neben den kleinen Barschen auch jeweils 3-5 größere Fische. Wir waren an allen Tagen nur ca. 2-3 Stunden am Wasser. Als die Sonne anfing zu brennen und sich die Wogen nach komplettem Auflaufen des Wassers langsam legten, war's vorbei der Beißerei. Da das Abendessen auch gesichert war, haben wir den schönsten (50+) und 2 weitere ca. 40er released. Einen 50er haben wir filetiert ;) .

Der interessante Bereich lag immer hinter dem Punkt, an dem sich die Wellen brachen und Nahrung für die Fische freispülten. Weites Werfen war also nicht zwingend erforderlich. Ebenfalls spannend waren Bereiche in dem sichtlich mehr Strömung im Wasser war. Dort kamen die Bisse auch weiter draußen. Wir haben durchweg mit grünem und blau/silbernem Snaps zwischen 20 und 30 gr gefischt. Bei leichteren Ködern war es bei Wellen von 1-2 m schwierig den Kontakt zum Köder zu behalten. Bei straffem Wind und Wellen der Höhe (die unmittelbar vor einem brechen) haben wir beide die Fliegenruten im Bus gelassen und ausschließlich mit Blinkern und Springerfliege gefischt. Sowohl eine Polar Magnus als auch eine Fischchenimmitation brachten Bisse (leider meist von den kleineren Fischen).

Wolfsbarschfischerei werd ich wieder angehen.
Das nächste Mal vielleicht gen Holland :roll: ... oder wieder am Cap Ferret 8)


Gruß, "Anglerweste" Lars


PS: Da das Wasser einem beim Fischen manchmal "bis zum Halse" stand, hatten wir nie die Kamera dabei.
Ich hasse Fischbilder ...................................................................... mit Waschbecken im Hintergrund :evil:
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Küstenromantik
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... bei Basse Mer (franz.= Ebbe)
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Unser Strand
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beschwerlicher Weg (... mit Kinderwagen :-) )
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Re: Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Beitragvon dimona36 » 16.08.2011, 22:08

Schöne Bilder, hübsche Fische, toller Urlaub....fein

Und alles Gute zum Geburtstag, Lars :wink:

Gruß und TL Arnulf
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Re: Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Beitragvon Fliegenjeck » 17.08.2011, 09:50

Hallöchen Allerseits, schöne bilder und Bericht.Noch n' Tipp am Rande die Lumix kann sowas ab, das mit dem Wasser bis zum Hals.... :grin:
MfG Nobby...
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Re: Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Beitragvon VolkerB » 25.08.2011, 17:15

Spannende Fischstrecke.
Sind die Getupften eine andere Sorte?
Ich kenne eigentlich nur die uni-silbernen.

Volker
Sushi wird völlig überbewertet!
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Re: Wolfsbarsche am französischen Atlantik

Beitragvon Weste » 26.08.2011, 08:05

Moin Volker,

der gefleckte Bengel heißt Dicentrarchus punctatus.

Zitat von http://www.wolfsbarsch.com/portugal-1.html :

"... Der gefleckte Wolfsbarsch ist ein naher Verwandter des Dicentrarchus labrax.
Mit einer maximalen Länge von 70 cm bleibt der gefleckte Wolfsbarsch deutlich kleiner,
die durchschnittliche Größe liegt bei 40 cm. Sein Vorkommen beschränkt sich auf die
südlichen Küsten Europas. ..."

Da hatten wir wohl wirklich Glück. Der abgebildete gefleckte Kollege maß 50 cm :o
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