Savinja - Traumfluss in Slowenien / Teil I

Ein weites Feld, was von den Gebirgsseen in Österreich bis hin zum Mittelmeer reicht. Umso vielfältiger dürften die Eindrücke und Erlebnisse sein, über die es zu berichten gilt.

Savinja - Traumfluss in Slowenien / Teil I

Beitragvon marasso » 23.08.2015, 15:40

Welcher Fliegenfischer kennt sie nicht, die Topreviere Europas, die Gaula, die Traun, die Vellach, die Sava etc. und: Die Savinja! Dieses Jahr wollte ich mich selber davon überzeugen, ob all die Eulogien in den Fliegenfischermagazinen und diversen Blogs der Realität standhalten können. Nachdem ich zuvor schon 2 wunderbare Fischtage in Südtirol hatte kamen meine Freundin und ich nach einer weiteren Woche Erholungsurlaub in der Toskana nach staureicher Anfahrt in Luče ob Savinji an. Leider war an unserem Anfahrtstag in Italien Ferragosto, so dass wohl jeder Italiener der ein Auto besitzt an diesem Tag auf der Autobahn unterwegs war.
Wir mittendrin, aber die Müdigkeit war wie weggeblasen als wir unsere hübsche Ferienwohnung beziehen. Mitten im Grünen mit Balkonblick direkt auf die Savinja!
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Als Willkommen gibt´s von unseren Vermietern erstmal ne kleine Brotzeit und einen Schnaps, so kann´s weitergehen !
Am nächsten Morgen will ich erstmal Fischtageskarten kaufen, dazu führt mich der Weg nach Ljubno ins Fischereivereinsheim RD Ljubno. Dort angekommen schlägt mein Herz beim Anblick der Zuchtteiche und vor allem deren Inhalt gleich mal zwei Gänge höher, einfach herrlich:
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Wir trinken auf der Außenterasse erstmal einen Cappuccino und schauen uns die Huchen an:
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Das sind einfach vorbildliche Zuchtteiche, perfekte Bedingungen für die Fische.
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Beim Kartenkauf muss ich dann doch etwas schlucken als ich drei 50 € Scheine für drei Tageskarten auf den Tresen lege, aber die Vorfreude vertreibt die Bedenken sofort. In der Savinja ist nur Fliegenfischen mit einer Fliege ohne Widerhaken erlaubt, Bachforelle und Huchen sind generell geschützt und als Tagesbeute in Revier 2&3 ( Revier 1 ganz oben ist Catch & Release ) sind 2 Regenbogner zwischen 30 - 40 cm oder eine Äsche über 50 cm erlaubt.

Tag 1 : Es ist angerichtet, ich bin da wo ich seit Wochen davon geträumt habe zu sein. Leider ist das Wetter nicht optimal, sehr bedeckt und etwas kühl mit gelegentlichen leichten Regenschauern. Davon lasse ich mich aber gar nicht beirren und suche mir eine Ausgangsstelle kurz hinter Ljubno aus und beginne zu fischen. Natürlich fällt die Wahl wieder auf ne trockene, ich entscheide mich für eine Rehhaar-Caddis. Ich sehe am Vortag den ein oder anderen Kollegen, die alle mit Nymphe unterwegs sind aber ich will bei meinem Weg bleiben.

Um es gleich mal vorwegzunehmen: Der Fluss ist Bombe!! Selten habe ich so ein wunderschön blau-türkis gefärbtes Wasser gesehen und die Natur entlang der Savinja ist atemberaubend.
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Nachdem ja durchaus auch mit einem größeren Fisch zu rechnen ist, bleibt meine feine Bachrute im Futteraal und meine alte Hardy #5 kommt zum Einsatz. Die ersten Fische lassen auch nicht lange auf sich warten, Regenbogner und Bachforellen zwischen 15 und 35 cm liefern zum Teil spektakuläre Drills, ich komme mir vor wie im Paradies. Hinter jeder Kurve ändert sich der Charakter der Savinja, schnelle Rauschen mit großen Felsblöcken, tiefe Pools und flache Abschnitte stellen immer andere Anforderungen an den Angler. Ich wende den gleichen Trick an, der mir in Südtirol schon einige schöne Fotos beschert hat und schnalle die GoPro wieder unters Knie, hoffend dass dabei wieder mal ein Zufallstreffer gelingt. Die Savinja-Forellen sind aber wahnsinnig flinke Genossen und so bleibt es bei zwei Fotos mit erkennbarem Motiv. Alle anderen zeigen leider nur Wasser oder unscharfe Silhouetten der Fische.
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Sehr Dali-esk, das Oben und das Unten....
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Leute, das ist einfach eine Wahnsinns-Fischerei die sich dort bietet. Bis zum Abend habe ich so an die 20 Forellen am Haken gehabt, ausnahmsweise sogar mit einer sehr geringen Aussteigerquote, was bei meinem Glück in diesem Jahr durchaus was heißen will....In dieser herrlichen Umgebung zu angeln ist einfach unvergleichlich. Viele Fische lassen sich in dem glasklaren Wasser zum Teil schon auf 8 Meter Entfernung ausmachen und gezielt anwerfen. Die ersten Bisse, die ich komplett mitverfolgen kann versemmle ich allerdings, weil ich in der Aufregung einfach zu früh den Anhieb setze. Unglaublich spannend zu sehen wie der Fisch seitlich ausbricht, dann nach oben steigt um die Fliege zu nehmen und dann zupackt. Da ist jedesmal der Adrenalinpegel am Anschlag und es funktioniert immer wieder!

Auch am ersten Tag kriege ich die Punktlandung fürs Abendessen hin: Regenbogner, 40 cm ? Voila!
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Der hier lässt sich aus dieser Rausche kitzeln:
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Ein toller erster Tag geht zu Ende und auf dem Weg nach Hause berühren meine Füße nicht mehr den Erdboden....

Am Abend träume ich noch von diesem herrlichen Fluß und dabei habe ich solche Bilder vor mir:
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weiter geht´s mit Teil II
Ich bin jung,
ich kann waten.
Bild
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Re: Savinja - Traumfluss in Slowenien / Teil I

Beitragvon Ralph Hertling » 25.08.2015, 13:06

Danke für's Mitnehmen!!!
:+++: :l: :grin:
TL
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Re: Savinja - Traumfluss in Slowenien / Teil I

Beitragvon Cowie » 25.08.2015, 14:55

PETRI & guten Appetit, Tilmann :+++: :l:

Super Bilder, traumhafte Landschaft und tolle Fische, DANKE :wink: :zsch:
Liebe Grüße und T. L.


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