Eine Woche Taurach

Ein weites Feld, was von den Gebirgsseen in Österreich bis hin zum Mittelmeer reicht. Umso vielfältiger dürften die Eindrücke und Erlebnisse sein, über die es zu berichten gilt.

Eine Woche Taurach

Beitragvon Hawk » 16.08.2015, 10:57

Vor Rund einer Woche ging es bei mir Richtung Untertauern.

Tag 1:

Ich hatte vorher schon eine Woche in Wien verbracht und Frühstückte dort auch am Sonntag Morgen noch gemütlich mit meiner Frau. Da für die Region Untertauern ordentlich Regen vorhergesagt war konntrollierte ich gefühlt alle 5 Minuten den Pegel, und beim Frühstück gabs dann bereits einen leichten Auschlag nach oben.
Während der 4 stündigen Fahrt bei der es fast ununterbrochen am schütten war überquerte ich auch den einen oder anderen sehr hohen und sehr eingetrübten Bach. Auch der Pegel der Taurach stieg bis zu meiner Ankunft um über 20cm an. Das hört sich nicht viel an, bedeutet aber leider einen fast doppelt so hohen Durchfluss.

Und so war auch als ich um 16 Uhr im Hotel ankam die Antwort wie es denn heute mit dem Fischen an der Taurach aussehe eher ernüchternd. Die Antwort war in 1-2 Tagen wird der Bach wohl wieder gut befischbar sein. Aber der Tauernkarsee, ein ca. 1700m hoch gelegener Bergsee sei auch sehr schön ...

Also schnell die Sachen ins Hotelzimmer geschmissen und ins Auto gesetzt Richtung Bergsee.
Zuerst ging es eine gut ausgebaute aber für unsere norddeutschen Verhältnisse sehr steile Straße hoch, hin und wieder konnte man einen Blick auf die Taurach werfen, die mit enormer Strömung richtung Tal donnerte. An Fischen war dort wirklich kaum zu denken.

Die letzten 5km bzw. ca. 400 Höhenmeter ging es dann einen Forstweg steil bergauf, streckenweise kam ich selbst im ersten Gang nur recht schleppend voran.

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Dann lag allerdings endlich der See ruhig und Still vor mir und die tolle Landschaft sowie die ersten Forellen und Saiblinge die ich bereits im klarem Wasser erkennen konnte ließen die anstrengende Anfahrt sofort vergessen.

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Ich zog erstmal keine Wathose an sondern montiere so schnell ich konnte meine #000er Sage, band eine Damsel Nymphe an und warf einen Trupp Saiblinge an. Die Fische sehen sich die gezupfte Nymphe recht neugierig an, aber ansonsten keine Reaktion.
nach 3 Würfen mit ähnlichem Ergebnis Fliegenwechsel auf recht realistisches Eintagsfliegenmuster. Auch hier leider die gleiche Reaktion.

Als nächstes kommt meine Geheimwaffe dran, eine sehr bewegliche Imitation einer größeren Eintagsfliege die nur sehr leicht beschwert ist. Auch hier erstmal das gleiche Ergebnis, erst als ich die Fliege bewegungslos absinken lasse erbarmt sich endlich ein kleiner Saibling zum Biss, der Anhieb sitzt aber nicht.

Aber jetzt weiß ich ja wie es geht, ich werfe einen größeren Fisch an der am Auslauf des Sees umherzieht und immer wieder etwas aus dem dort angestautem Geäst pickt. Der Fisch beäugt die absinkende Nymphe neugierig beißt aber nicht zu. erst als die Nymphe bereits auf dem Boden liegt sammelt er sie vorsichtig ein, ich setzte den Anhieb und am leichten Gerät geht ein ordentlich Tanz los.

Diesen Fisch kann ich dann zum Glück landen, und so starte ich den Urlaub mit dieser wunderschönen Forelle:
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Es folgen noch 2 kleine Saiblinge, dann ziehe ich mir in Ruhe meine Wathose an und mache mich auf den Weg um den See.
Neben dem Bootshaus entdecke ich zwischen einer schwimmenden Graswiese und dem Sandufer eine weitere große Forelle.

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Ich werfe sie an und der Fisch stürzt sich ohne zu zögern auf die Nymphe.

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Auch dieser Fisch gibt ordentlich Gas, mit dem leichten Gerät schaffe ich es grade so ihn von der Flucht in die Grasmatten abzuhalten. Fantastisch, ich fische noch nicht einmal eine Stunde und habe schon fast genausoviele große Bachforellen erwischt wie über die komplette Saison an meinem Vereinsgewässer :grin:

Auf meinem Weg entlang des Sees kann ich jede Menge weitere Forellen und Saiblinge entdecken und zumindest von letzteren auch einige Fangen. Die Saiblinge sind zwar nicht so groß wie die Forellen, aber dafür herrlich gezeichnet.

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Am Einlauf eines kleinen Baches sind mehrere schöne fische im seichtem Wasser zu sehen.
Einem davon zeige ich meine halbe Fliegendose, auf eine winzige CDC Trockenfliege kommt dann der Biss und der Fisch stellt sich als große aber sehr schlanke Äsche heraus.

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Auch ein schöner Saibling lässt sich noch von einer dicken Caddis überzeugen.

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Da ich nicht weiß ob ich den Bach auch befischen darf folge ich ihm noch ein kleines Stück nach oben ohne zu fischen und mache mich dann richtung Hotel zum Abendessen.

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Außerdem nutze ich den Hoteleigenen Bindetisch um meinen Vorrat an den Spezial Nymphen aufzufrischen.
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Fazer » 16.08.2015, 11:19

Schöne Bilder und netter Bericht Sven. :+++:
Weiter machen :l:
Gruß
Nico

Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen (AdMeeF) Bild
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon leine-leroy » 16.08.2015, 12:41

Petri Hawk!

Dann kommen Erinnerungen wieder hoch. Vor zwei Jahren war ich auch ein paar Tage am der Taurach.
Auf Grund von Schmelzwasser mussten wir auch am Bergsee beginnen.
Der Einlauf des Baches war den Wahnsinn.
Aber auch vom Boot aus haben wir tolle Saiblinge gefangen

Freue mich schon auf die weitere Berichterstattung. :+++:

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Petri Heil!
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Kielerkrabbe » 16.08.2015, 13:03

Hawk hat geschrieben:...streckenweise kam ich selbst im ersten Gang nur recht schleppend voran...


Ja, so ein Auto hatte ich auch mal... ;)


Klasse Bericht Sven und vielen Dank für´s Mitnehmen. :wink:
...mit der Zeit wird die Zeit immer wichtiger.
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Cowie » 16.08.2015, 13:24

PETRI Sven :+++:

...und danke für den Bericht und die tollen Bilder :l: ; freue mich schon jetzt auf Deine weiteren Tage :!:

Es ist schön zu sehen, dass es irgendwo in Europa auch noch so etwas, wie einen Sommer gibt :oops ;)
Liebe Grüße und T. L.


Wolfgang
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Hawk » 16.08.2015, 13:27

Tag 2:

Morgens quälte ich mich nach wenigen Stunden schlaf bereits um kurz vor 5 aus dem Bett.
Im ersten Morgengrauen ging es den Forstweg hoch zum Bergsee.

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Mit einem der für die Hausgäste bereitliegenden Booten ging es auf den See.

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Im klarem Wasser konnte ich einige wirklich gute Fische ausmachen, die zeigten sich allerdings wenig Beeindruckt. Ich vermute mal dass das Fischen vom boot einfach zu Auffällig ist und die Fische da schon wissen was Sache ist.

Aber zumindest einige schön gefärbte Saiblinge konnte ich vor dem Frühstück landen.

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Zwei mal wurde einer der Saiblinge im Drill allerdings von einer wesentlich größeren Forelle oder Saibling attackiert. leider ist Streamern am See verboten, hätte ich gerne mal getestet ob sich die Fische ggf. von nem großem Streamer reizen lassen.

Dann war erstmal Frühstück angesagt. hier konnte ich in Erfahrung bringen das auch in dem kleinen Bach das fischen erlaubt ist, also ging es direkt nach dem Frühstück dorthin.
Ich bin ja ein großer Fan von so kleinen Gewässern unter anderem weil ich das Gefühl habe das die Fischdichte in diesen gewässern meistens sehr viel höher ist als in größeren. Außerdem machts mir einfach Spaß mich auf kurze Distanz anzupirschen.
Indianerangeln halt :grin: .

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Auch hier zeigte sich wieder, überall wo das Wasser etwas ruhiger , etwas tiefer oder vom Ufergras überschattet war standen schöne Saiblinge und warteten nur drauf das meine Trockenfliege in ihrer nähe landete.

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Leider teilt sich der Bach nach ca. 150m, oberhalb davon wurde es dann in beiden Teilen mit den Fischen sehr schnell weniger.

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Nach einem Blick über die Hochebene fischte ich noch eine Weile im See und machte ich mich dann auf den Weg um es vor dem Abendessen noch eine Weile in der Taurach zu probieren.

ich entschied mich für den Abschnitt direkt beim Hotel, wo sich auch ein Forellenpuff befindet.

Der Schlachtplatz des Puffs liegt direkt am Wasser und bei der Internetrecherche bin ich mehrmals drauf gestoßen das man hier mit entsprechenden Imitationen erfolgreich sein kann. Also entschied ich mich für diese ca. 10cm langen "Spezial Streamer"

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Diese wurden nach möglichkeit Dead Drift gefischt, einzupfen in ruhigen Bereichen brachte nur Nachläufer.
Auch wenn mir vorher angekündigt wurde das diese Strecke voll mit guten Fischen sei tat sich erstmal außer einigen nachläufern in der Größenordnung 30-35cm sehr wenig.
Ich fand die Fischerei aber auch sehr schwierig da das Wasser immernoch sehr hoch war und deshalb ordentlich durchrauschte, zumal es auf dem Abschnitt relativ wenig Struktur gibt durch die sich ruhigere Bereiche bilden könnten.

Unterhalb des Forellenpuffs gibt es dann aber einen sehr schönen Spot wo das Wasser über einen Absatz in einen größeren Pool reinrauscht.
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Mir klappt die Kinnlade runter, denn ich sehe hier tatsächlich 2 Fische von einem ordentlichem Kaliber direkt unterhalb des weißen Wassers hin und her patrouillieren. Die größeren würde ich vom Anblick her auf locker 60cm schätzen, die kleinere auf vielleicht 50cm.

Beim ersten Wurf treibt mein Streamer leider unbeachtet an den Fischen vorbei, grade als ich zum nächsten Wurf ansetzen möchte spüre ich allerdings einen Widerstand und auf einmal ist die Rute mächtig Krumm.
Dem Fisch gelingt es mit der Strömung in den nächsten Pool zu flüchten, da kann ich ihn dann stoppen und nach einer kleinen Kletteraktion auch sicher Keschern. Ein schöner Saibling der die 40cm marke schon n gutes Stück hinter sich gelassen hat.

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Bei den nächsten Würfen schaffe ich es tatsächlich zwei mal den Biss der großen Forelle zu verpennen bzw. zu versemmeln.
Dann kommt auf einmal aus dem Nichts die kleinere der beiden hochgeschossen und bleibt auch hängen.
Dieser Fisch schaffts sogar 2 pools abwärts bis ich wieder die Kontrolle habe.

Und diese dicke Rainbow in den Kescher befördern kann:
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Nach dem Abendessen gehts dann zum Abschluss des Tages nochmal mit der Tenkara Rute an den obersten Abschnitt der Taurach.
Hier ist der Bach kleiner und führt auch deutlich weniger Wasser.

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Bis zur Abenddämmerung kann ich auf meine kleinen Trockenfliegen noch einige Schöne Bachforellen und Rainis landen.
hier oben sind zwar keine Riesen dabei, aber dafür viele Fische im bereich 25-30cm. Die Fische sind im gegensatz zu der etwas mopsigen Forelle am Puff herrlich anzuschaue, haben perfekte Flossen und setzen sich gut zur wehr.
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Hansen fight » 16.08.2015, 14:21

Danke Sven :+++: Mal wieder ein toller Bericht von Dir.
Ich will auch mal wieder in die Berge :c
Gruß Christoph
Fliegenfischen macht froh.Fliegenbinden ebenso.
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon OnnY » 16.08.2015, 23:57

Hallo Sven.... :l: :+++:

Sehr schöne Bilder und Danke für das Dabeisein dürfen :wink: :wink: :+++: :+++:
Gruss Andreas
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Troka » 17.08.2015, 08:41

Moin Sven,

tolle Bilder - schön, dass du uns mitgenommen hast!
:wink: Jürgen

Manchmal kommt es besser, als man denkt!
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon MEERESLEHRLING » 17.08.2015, 08:46

Danke Sven :+++:
Schöne Fische, schönes Wasser und dann gute Texte vom erlebten......
was braucht man mehr für das "ich bin dabei" Gefühl ;)
Der Geselle

Live is short , go Fishing !

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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Meerforellenjäger » 17.08.2015, 15:07

Sehr schöne Aufnahmen und toller Bericht- danke dir !
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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Maqua » 17.08.2015, 16:32

Danke für Bericht und Bilder, Sven! :+++:
Das weckt bei mir schöne Erinnerungen an diese herrliche Strecke. :l:
Ich hoffe da kommt noch was? ;)

P.S.: Kannst du uns evtl. etwas über den neuesten Stand bezüglich des geplanten Wasserkraftwerks sagen???
Gruss Manni :wink:





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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Hawk » 17.08.2015, 19:32

Maqua hat geschrieben:Ich hoffe da kommt noch was? ;)
P.S.: Kannst du uns evtl. etwas über den neuesten Stand bezüglich des geplanten Wasserkraftwerks sagen???


Ja 5 Tage kommen noch :grin:
Bezüglich Wasserkraftwerk weiß ich leider nichts.

Tag 3:

Morgens vor dem Frühstück stattete ich bewaffnet mit meiner #5er Rute und einigen extra schweren Wooley Buggern der Taurach unterhalb des Hotels einen Besuch ab.

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Ich suchte die wenigen gut erkennbaren Standplätze sowie die ruhigeren Uferbereiche ab, bis es direkt neben einer Baumwurzel einen mächtigen Einschlag gab und mir erstmal die Schnur aus der Hand gerissen wurde.
Der Fisch nutzte die Strömung voll aus und ich musste ihm langsam Abwärts hinterherstolpern. Zum Glück gelang es mir den Fisch in den ruhigen Bereich hinter einem Stein zu lotsen und somit endlich unter Kontrolle zu bekommen.

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Danach war bis auf einige Nachläufer und Anstupser dann erstmal ruhe und ich machte mich auf den Weg um im Hotel erstmal ein deftiges Frühstück einzunehmen.

Anschließend hatte ich mir ein recht ehrgeiziges Ziel gesetzt: Ich wollte den obersten Abschnitt der Taurach von der Gnadenalm bis hoch zum Johannisfall, also eine Strecke von ca. 3km befischen. Ich ziehe mit der #3er Rute los und beginne erstmal mit einer Nymphe, wechsle dann aber recht schnell auf Trockenfliege, da diese genauso erfolgreich sind aber einfach noch mehr Spaß machen.

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Der Abschnitt beginnt mit einer herrlichen Wiesenstrecke, der Bach hat hier oben deutlich weniger Wasser als unten beim Hotel, außerdem ist das Gewässer etwas strukturreicher. Ich fange hier einige schöbe Regenbogenforellen, allesamt gut proportioniert, mit vollen Flossen und in größen von 10 bis 30cm. Wenn das Besatzfische sind, dann zumindest in allerbester Qualität. Solche Fische würde ich mir in der Eifel auch wünschen ...

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Außerdem gibt es auch viele Bachforellen, die aber alle etwas schlanker als die Rainis wirken. Saiblinge erwische ich nur einen einzigen was mich etwas wundert da die bedingungen hier oben für diese Fische eigentlich gut sein müssten.

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Irgendwann kommt von rechts ein kleiner Seitenbach in die Taurach und ich kann im ersten kleinen pool gleich 2 schöne und vor allem fressende Rainis erkennen. Einen Wurf kann ich mir nicht verkneifen, leider ergreifen die beiden fische sofort die Flucht.

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Anschließend geht der Fluss langsam in eine bewaldete Schlucht über, der Bach hat hier deutlich mehr Gefälle, aber auch enorm viel Struktur. Hier ist jetzt wirklich Pocket Water Fischerei auf kurze Distanz angesagt. Und das schöne ist, in jeder kleinen Strömungstasche steht auch tatsächlich ein Fisch und wartet auf meine Buschige Buck Caddis oder Stimulator, in den größeren Gumpen stehen häufig sogar 3 oder vier Fische.

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Es sind zwar alles keine Riesen, aber n bisschen über 30cm haben die größten, und so eine 30cm Raini kann auch ganz gut Radau machen :o

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Langsam aber sicher bekomme ich vom Laufen gegen die Strömung und vom klettern über Steine und Bäume lahme Beine und meine Wasservorräte gehen auch zur Neige, aber ich bin entschlossen das gesteckte Ziel auch zu erreichen.

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Mehrmals muss ich kleinere Wasserfälle oder 3-4m hohe Absätze außenrum umgehen bzw. umklettern. Was natürlich zusätzlich Kraft kostet. ich bin schon kurz davor aufzugeben, mich treibt eigentlich nurnoch die wohl jedem Fliegenfischer bekannte Neugier an (nurnoch gucken was hinter dieser Kurve ist / Dahinten hinter dem Felsen mache ich Schluss / usw...).
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irgendwann taucht in der Entfernung aber doch der ersehnte Wasserfall auf und ich mache mir sogar die Mühe fast bis unter den Wasserfall zu klettern. Der Wind pustet die Gischt des Wasserfalls zu mir rüber und ich mache in der angenehmen Kühle erstmal eine 20 Minütige Pause und genieße den Ausblick.

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Mental bereite ich mich schonmal darauf vor das ich den Weg jetzt auch wieder zurück muss. zum Glück begegne ich nur wenige 100 Meter weiter einem Wanderer und kann den Rückweg so zuerst auf einem kleinem Wanderpfad und dann auf einem gut befestigtem Weg zurücklegen.

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Ich komme trotzdem völlig erschöpft am Auto an und stelle fest das es auch langsam zeit wird das ich mich auf dem Weg zum Abendessen mache.

Nach dem Essen gehts nicht mehr ans Wasser, denn ich habe über den tag festgestellt das ich meine Box zwar mit allen möglichen Fliegenmustern in rauhen mengen gefüllt habe, ein wichtiges Detail habe ich dabei aber übersehen: meine Trockenfliegen haben fast alle entweder garkeine oder eine Weiße Sichthilfe. beides ist bei den hier vorherrschenden Bedingungen leider selbst auf kurze Distanz kaum zu erkennen.

Daher verwende ich den Abend dazu bei nem schönem Radler und zusammen mit einem anderen Fliegenfischer einen Schwung Buck Caddis, ein paar Stimulator sowie zwei unglaublich hässliche Foam Käfer zu tüddeln.

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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Loop de Mer » 17.08.2015, 21:53

Langsam aber sicher bekomme ich vom Laufen gegen die Strömung und vom klettern über Steine und Bäume lahme Beine und meine Wasservorräte gehen auch zur Neige, aber ich bin entschlossen das gesteckte Ziel auch zu erreichen.

mich treibt eigentlich nur noch die wohl jedem Fliegenfischer bekannte Neugier an (nur noch gucken was hinter dieser Kurve ist / Dahinten hinter dem Felsen mache ich Schluss / usw...).


Oh ja, bestens bekannt! :)

Hat das Wasser in diesen klaren Bächen nicht sogar Trinkwasserqualität?

Danke für die 'Postkartenserie'. Traumhafte Kulisse und schöne Fische! Inspiriert mich vielleicht, doch mal in den Süden zu fahren.

Gruß,
Lars
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The Beach is a Place where a Man can feel, he's the only Soul in the World that's real.

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Re: Eine Woche Taurach

Beitragvon Maqua » 18.08.2015, 07:50

Klasse! :+++:
Die Fischerei mit der Trockenfliege an der Gnadenalm und der Schlucht darüber, waren auch für mich das schönste Erlebnis an der Taurach. :l:
Das du nur einen Saibling dort gefangen hast wundert mich, vor 5 Jahren war das dort oben (in der Schlucht) der häufigste Fisch.

Bin gespannt wie es weiter geht und so langsam reift der Entschluss für eine Taurach-Tour 2016.
Gruss Manni :wink:





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