Tourtagebuch Saltfjell 2020

Hier sind es vor allem die Lachsflüsse, die viel locken. Mandal, Gaula, Orkla, Namsen und viele weitere Flussläufe halten mächtige Fische bereit. Allerdings hat Norwegen mit seinen Fjorden und Küsten weitaus mehr zu bieten - schreibt darüber.

Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Hawk » 20.11.2020, 14:23

Ist mir hier in Deutschland jedenfalls noch nie so stark aufgefallen, google bestätigt aber ebenfalls 0,6°-1°/100m.
Vielleicht ist der große Unterschied auch nur die gefühlte Temperatur, an den Bergseen war man ja sehr exponiert, am Fluss und an den Seen am Ende der Tour war man deutlich Windgeschützter.
Eventuell spielen auch die Svartisen Gletscher da noch mit rein, mit denen waren wir ja an den Bergseen fast auf einer Höhe und der Wind kam auch aus der entsprechenden Richtung.
--> Da oben bekommt man die kalte Gletscherluft ab.

Jedenfalls war es oben Schweinekalt und weite runten angenehm :grin:
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Fischers Fritz » 20.11.2020, 17:44

Hawk hat geschrieben:Was ich wirklich faszinierend fand, wir waren da oben ja zwischen 450 und 950 Meter über Null unterwegs.

Hier bei uns im Mittelgebirge merkt man zwischen diesen Höhen kaum einen Unterschied, so nah am Polarkreis waren aber bereits 200 Höhenmeter vom Wetter her ein riesiger Unterschied. Auf 950m war Jacke + Pullover angesagt 200m weiter unten war T-shirt Wetter mit über 10° auch was die Vegetation betrifft, oben nur Felsen und ein wenig Moos, 200m tiefer bereits Birkenwälder mit dichter Bodenvegetation.

Die letzte Nacht haben wir dann auf nur 50 Meter über Null verbracht und Ich hab ohne Schlafsack geschlafen weil es zu warm war.

Um noch den Fachausdruck zu nennen: Bäume kommen nur bis zur sogenannten Baumgrenze vor. Oberhalb der Baumgrenze können keine Bäume mehr vorkommen.

Viele Grüße,
Sven
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Hawk » 25.11.2020, 21:08

22.08.2020

Die ganze Nacht wird unser Zelt vom Wind durchgeschüttelt nd heftige Regenschauer peitschen gegen das Zelt.
Morgens steht die wise um unser Zelt unter Wasser, im Zelt ist aber zum Glück alles trocken.

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Frühstück und packen findet diesmal komplett im Zelt statt, das Innenzelt bauen wir ausnahmsweise seperat ab, so das wir bis zum Ende das Außenzelt als Wetterschutz haben.
Nur für ein dringendes Bedürfnis müssen wir das Zelt verlassen, bei dem Wetter schon eine Herausforderung.

Als der Rege dann zumindest weniger wird machen wir uns auf den Weg, zunächst nochmal der Ausblick von der Abbruchkante ins Tal.

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Genau diesen Abschnitt wollen wir später auch befischen, eine schöne Kurve, eine tiefe Rinne und ein Bach, da muss was gehen.

Bei dem Wetter kommen wir hier aber nicht runter, wir müssen einen Umweg gehen. Zunächst am See entlang und über ein Geröllfeld den Hang hoch. Dann über ein Felsiges Plateau und den hier hoffentlich flacheren Hang runter.

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Klappt auch super, problematisch wird es erst unterhalb der Baumgrenze, wir müssen wir wieder durch dichte Bodenvegetation und es liegen einige 2-3m hohe Abbruchkanten vor uns ide wir im Zickzack umgehen müssen.

Wir stiefeln direkt weiter zum Fluss montieren unsere Ruten und marschieren direkt zur Kurve durch. Hier sieht es eigentlich fischig aus und jeder fängt auch eine kleine Forelle immerhin nach den beiden erfolglosen Seen wieder Fischkontakt.
Anschließend queren wir vorsichtig den Fluss und teilen uns auf. Hier läuft über mehrere hundert Meter eine bis zu 1m tiefe Rinne direkt linken Ufer entlang und jeder von uns fischt ein Stück ab. Für mich ist klar die Fische stehen vermutlich direkt am ufer wo teilweise Büsche über die Rinne ragen. Ich fische einen Streamer den ich immer wieder quer Flussabwärts hart an diese Büsche werfe und dann möglichst langsam durch die Ringe schwingen lasse.
Hier kann ich eine mitte 30er Forelle landen, versemmel 2 Bisse und verliere noch einen Fisch den ich auf ca. 40cm schätzen würde.

Nicki ist hier leider erfolglos.

Anschließend fischen wir noch ein Stück den Bach ab, dieser führt sehr viel Wasser, mäandert im unteren bereich stark und hat hier auch viel Totholz, also eigentlich perfekte Unterstände für Forellen. Hier sehen wir auch deutlich mehr Fische als im Fluss, leider nur handlange Fische, eine von immerhin 30cm ist auch dabei, aber nichts großes. Eigentlich wollten wir danach den Fluss noch weiter abwärts fischen, da der Regen aber wieder stärker wird verlieren wir die Lust und brechen wieder auf.

Für den Rest des Tages können wir einem Wanderweg folgen.

Wir kommen an einer urigen Steinhütte vorbei die frei zur Benutzung ist.
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Später machen wir an einer DNT Hütte Pause. Da wir den ganzen Tag niemanden begegnet sind denken wir das wir hier eine längere Pause einlegen können und eine Kleinigkeit essen und unsere Sachen etwas trocknen lassen.
Leider kommen wenige Minuten später zwei Schwedinnen vorbei die die Hütte gebucht haben. Aufgrund der Corona Situation werden wir gebeten weiterzuziehen.

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Regen und Wind schlafen langsam ein und die Mücken feiern das Wetter, trotz Antibrumm sammel ich mir locker 20 Mückenstiche ein, Nicki ist ebenfalls hart genervt weil im ständig Mücken in Augen oder Ohren fliegen.

Zum späten Nachmittag schlagen wir dann unser Zelt am Auslauf des südlichen Bjøllåvatnet auf. Vor dem Abendessen wollen wir uns erstmal etwas aufwärmen und legen uns in den Schlafsack, dösen dann beide ohne Abendessen ein.
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon superfredi » 26.11.2020, 06:39

...schade das Corona Zeit ist....zwei Schwedinnen..... :oops

Und der schöne Fluss mit Bacheinlauf und 90Grad Kurve - sieht echt klasse aus !
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Hawk » 26.11.2020, 11:05

Für den kleinen Bach hätte ich mir meine kurze #4er Glasrute gewünscht.
Damit mit Nymphe Flussaufwärts wäre sicherlich eine spannende Fischerei gewesen und die lütten Forellen hätten ordentlich Spaß gemacht.
An der #7 eher nicht so :lol:
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Josi » 26.11.2020, 15:33

Müsliriegel...Schwedinnen...Junge Junge :grin:
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Hawk » 05.12.2020, 12:38

Am nächsten morgen sieht das Wetter wieder richtig gut aus, der Bjøllåvatnet liegt ruhig vor uns.

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Wir entschließen uns zunächst eine Stunde am See zu fischen, sollte sich hier wieder nichts tun dann geht es weiter an den Fluß.
Der nördliche und südliche Bjøllåvatnet sind laut meinen Recherchen für ihre guten Saiblingsbestände bekannt. Auch in der Hütte in der wir am Vortag waren hingen jede Menge Fotos von dicken Saiblingen, allerdings alle im Winter aufgenommen.

Obwohl der Bereich um den Flussauslauf sowie mehrere Steinriffe sehr fischig aussehen und auch viel Nahrung in Form von Stein und Köcherfliegen vorhanden ist tut sich hier wieder absolut nichts.

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Der Fluß hat hier eine sehr schöne Struktur mit zahlreichen tiefen Gumpen aber auch viel Weißwasser.

Nach einer Weile erwischt Nicki eine Forelle von 30cm, ich habe ebenfalls einen Biss, der Fisch bleibt aber nicht hängen.

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Wir folgen dem Fluss weiter abwärts bis er in eine Schlucht fließt die auf unserer Seite leider nciht befischbar ist, eine möglichkeit den Fluss sicher zu queren haben wir ebenfalls nicht gefunden.

Knapp oberhalb der Schlucht fischt Nicki den letzten Gumpen ab, ich gucke von oben zu und sehe wie eine dicke Forelle mehrmals Nickis Streamer attackiert. Er fischt Seelenruhig weiter und hat davon nicht mal etwas bemerkt :lol:

Auf dem Rückweg zum Zelt sammeln wir einige Rotkappen und Birkenpilze und machen uns als Mittagssnack eine schöne Pilzpfanne mit Speck und Kartoffelpüree.

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Die Steinfliegen werden immer mehr, ständig krabbelt irgendwo eine rum, aber von Fischaktivität ist weiterhin nichts zu sehen.

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Wir entscheiden uns die Hoffnung auf Saibling aufzugeben und den nördlichen Bjøllåvatnet zu überspringen. Zu den nächsten Seen mit Forellenbestand haben wir 24km zu laufen, unser Ziel ist davon 2/3 zu schaffen.

Um den südlichen See sind wir recht schnell rum, auf dem Wanderweg kommen wir gut voran.

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Zwischen den beiden Seen liegen nochmal einige Kilometer Flusslauf, hier ist der Fluss etwas breiter und ruhiger mit Sandboden und teilweise tiefen Rinnen.
Auch wenn es eigentlich unser Plan war, wir können hier nicht einfach vorbeilaufen und entschließen uns nochmal 1-2h zu fischen. Unsere hoffnung ist das vielleicht auch einige Saiblinge im Fluss leben. Auch hier ist die Fischerei leider ernüchternd, kein Biss und nichtmal ein kleiner Saibling zu sehen. Wir ficchen bis zur Mündung in den See und gehen dann zurück zu den Rucksäcken.

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Weiter geht es um den nördlichen See.

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Zum späten Abend hin beginnt es wieder zu regnen. Wir kommen an einer alten Steinhütte vorbei und entschließen in der Hütte zu schlafen statt im Regen das Zelt aufzubauen.
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon jjörg » 05.12.2020, 13:34

:+++: jo, toll .... freu mich schon auf die Fortsetzung :wink: :wink:

und weiter geht's
JJ
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Re: Tourtagebuch Saltfjell 2020

Beitragvon Fazer » 05.12.2020, 13:37

... und jetzt ´nen geilen Müsliriegel ;) .
Danke und weiter so :+++:
Gruß
Nico

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