Grönland: The Arctic Char Trail

Hier geht es um Traumziel, Traumreisen und Traumfische aus aller Welt. Wer hätte nicht gerne Bonefish am Golf von Mexiko, Lachs in Kanada oder die fetten Salmoniden in Patagonien. Wer sie hatte - soll unbedingt darüber berichten.

Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hawk » 06.09.2018, 16:41

17 und 21gr.
Wobei das ganze sich mit 21 gr schon sehr träge anfühlte.

Ich hatte auch eine S8 Sinkschnur dabei, aber hab mich mit der Fliegenrute im Packraft nicht so wohl gefühlt, Sitzhaltung war suboptimal und mir war das Risiko zu groß das mit der Schweren Sinkschnur doch mal ein Wurf verunglückt...
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hawk » 06.09.2018, 17:41

Tag 11: Im Saiblinsparadis

Wir haben unsere Zelte zufällig am besten Gumpen des Flusses aufgebaut.

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Morgens ists auch diesen Tag wieder halbwegs warm, ich krabbel in Unterwäsche aus dem Zelt, widme mich kurz der Körperflege, und mit Zahnbürste im Mund fällt mein Blick auf den Fluss und die fertig montierte Rute ... :oops

Ungefähr 5 Minuten später mache ich ein kurzes Foto vom bis jetzt größten Saibling der Tour

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Danach dann erstmal angezogen und ausgiebig Gefrühstückt und dann ging es wieder ans Fischen.
Ich mach es mal kurz wir fingen einen Saibling nach dem anderen, der Drill der Fische war an der #7 wirklich heftig, anfangs fischte ich noch mit 0,25er Tippet, wechselte aber recht schnell auf 0,30er um mehr Druck aufbauen zu können.
Aber selbst mit dem 0,30er Tippet rissen mir noch 2 Fische ab, allerdings durch eigene Dummheit, einmal stand ich auf der Schnur und ein anderes mal hatte sich diese beim Wurf um die Rolle gelegt und ein Fisch biss bevor ich reagieren konnte.
Ich experimentierte mit unterschiedlichen Fliegen, mit Abstand am fängigsten waren auch hier einfache pinke Wooly Bugger, auf größere Streamer fing man weniger aber dafür oft die größeren Fische. Mit Foam Fliegen lief es nicht ganz so gut, aber man bekam immer noch genug Bisse und die Fischerei war sehr aufregend (Bugwellen hinter der Fliege, spektakuläre Bisse).

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Der Fluss selbst war landschaftlich auch ein Traum.

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Zum frühen Nachmittag waren wir wirklich sattgefischt, selbst die Aussicht das nur noch ein weiterer Fluss auf unserer Tour lag war in dem Moment egal, alles was wir uns hier fischereilich erhofft hatten war schon in Erfüllung gegangen und so machten wir uns wieder auf den Weg.
Da wir so schön Rückenwind hatten schipperten wir erstmal die 3km mit dem Packraft über den kleinen See.

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Dann kamen ein paar km Landweg bis zu einem weiteren deutlich größeren See. Leider verschlechtert sich das Wetter immer mehr.

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Rechts im Bild sieht man im Hintergrund am anderen Ufer schon eine kleine Einbuchtung in den Felsen, da sollten wir durch, also wieder ins Packraft.
Die Einbuchtung entpuppte sich als kleiner Hafen, und von hier aus führte sogar eine befestigte Straße vorbei an einem Bergwerk? runter zum Fjord.

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Wir hatten da wirklich Glück, ohne die Straße hätten wir durch ein Steinfeld gemusst das extrem schwer passierbar aussah. Die vielen dicken Steine auf dieser scheinbar regelmäßig befahrenen Straße wirkten aber auch nicht vertrauenserweckend.

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Leider nimmt der Regen immer weiter zu, und so bauten wir bei der erstbesten Möglichkeit unsere Zelte auf und hofften das es am nächsten Tag wieder besser wird.
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon banzinator » 06.09.2018, 18:44

Geile Fische :+++: :+++: :+++:
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Jari_St.Pauli » 06.09.2018, 19:02

Boah. Was für tolle Fische! Fettestes Petri!!
Wirklich spitzenmäßiger Trip mit ganz wunderbaren Landschaften und Gewässern. Super Idee und Umsetzung.
Vielen Dank fürs teilen.
Tight Lines, :)

Bild Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelheinzchen stieß.
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hawk » 10.09.2018, 20:20

Tag 12: Fjordfischerei

Morgens liegt das Tal noch im Nebel, dann kommt zum Glück die Sonne wieder raus.

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Der Bach sieht zwar sehr Interessant aus ist aber stark eingetrübt, nach der tollen Fischerei am Vortag haben wir beide wenig Lust im trüben zu fischen.
Wir machen daher erstmal Waschtag und hängen die Klamotten zum trocknen auf.
Gegen Mittag marschieren wir die 2km bis zum Fjord, ab hier geht es mit dem Raft weiter, mit Rückenwind und ablaufendem Wasser fast von allein.

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Nach einer Stunde haben wir bereits 5km geschafft und entschließen uns in einer kleinen Bucht eine Pause einzulegen.
Nachdem wir das Boot gesichert haben klettere ich auf den nächsten Fels und halte Ausschau nach Fischen und tatsächlich schwimmt genau in diesem Moment ein Schwarm von ca. 30 Saiblingen vor dem Felsen vorbei. keine Riesen aber Fische bis 45cm sind dabei.

Also Rute montiert und wieder auf den Aussichtspunkt, die Saiblinge sind weg, dafür schwimmt direkt vor der Kante ein guter Dorsch vorbei.
Angeworfen und nach kurzem aber heftigem Drill steht fest: Zum mittag gibts Dorschfilet.

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Der Saiblingsschwarm taucht auch wieder auf, der Clouser Minnow scheint nicht der optimale Köder zu sein, aber ich kann 2 Fische landen.

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Dann drehe ich eine kleine Runde entlang der Felsküste und kann tatsächlich noch 5 oder 6 weitere Dorsche und einen Saibling auf Sicht fangen.
Die Dorsche haben alle ein ordentliches Format, 50cm aufwärts und schwammen teilweise im nur knietiefem Wasser.

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Ich sammel noch ein paar Miesmuscheln als zusätzlicher Snack.

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Nach dem Essen gehts dann nochmal 5km weiter mit dem Packraft und wir bauen unser Lager anschließend direkt am Fjord auf. der Platz ist etwas suboptimal weil sehr schräg und uneben aber man kann nicht alles haben ...

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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hansen fight » 11.09.2018, 18:54

Moin Sven :wink: Echt spannend Dein Bericht. Ich guck hier jeden Tag rein,wann gehts denn bitte weiter ?
Gruß Christoph
Fliegenfischen macht froh.Fliegenbinden ebenso.
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon OnnY » 11.09.2018, 21:00

Einfach nur geflasht...ober Hammer und alles wie aus einer anderen Welt...!!!

Danke ,daß Du uns dieses tolle bebilderte Abenteuer nach Hause in die Stube bringst.... :l: :+++: :+++: :+++: :+++: :wink:
Gruss Andreas
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Kystefisker » 11.09.2018, 21:40

.... für mich jetzt schon "Bericht des Jahres", ganz großes Kino auch weil es so "Spartanisch" auf dem Trip zugeht, eben richtiges Backpacking und die Fische sind das i-Tüpfelchen, was für "fiese Räuberfressen".... :l:

Dazu frische Mupfeln, legger Frischdorsch, herrliche Natur...................... was will Man(n) mehr.... !

Gerne mehr davon und vielen Dank für die schönen Bilder & die spannenden Umschreibungen.................... "kf"
"Good fishing trip means also good time with your friends, people who have the same burning passion to fly fish, find the peace in it and respect mother nature."
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Reverend Mefo » 12.09.2018, 17:37

Wirklich sehr geil ! Wie aus einer anderen Welt .

Tolle Fische habt ihr da gefangen , und beim Steinfeldbild denkt man glatt, dass da gleich ein paar Uruks vorbeimarschieren ...

Danke fürs Teilen :wink:
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hawk » 12.09.2018, 18:18

Tag 13: Dorsch im Flat

Der Morgen beginnt wieder mit Strahlendem Sonnenschein, im Bereich vor unserem Lagerplatz ist eine ausgedehnte Flachwasserzone, bei ebbe ist das Wasser ca. einen halben Meter tief. ich überlege kurz an die Abbruchkante zu waten um dort zu fischen, hab aber bei den Wassertemperaturen keinen Bock auf Watfischen und bleibe lieber noch etwas liegen.

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Nach dem Frühstück montiere ich meine Rute und klettere etwas an den uferfelsen entlang und schaue ob ich was entdecken kann.
Tatsächlichdauert es nicht lange bis der erste Dorsch direkt über dem Seetang in Ufernähe vorbeischwimmt. Mein Clouser landet einem Meter vor dem Fisch und wird arglos eingeschlürft und nach heftigen Drill kann ich einen ordentlichen Dorsch landen.

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Und so geht es dann weiter, ich komme mir etwas vor wie bei der Fischerei in den Tropen, Sichtfischerei auf Dorsche dieser Größenordnung war so ziehmlich das letzte was ich erwartet hätte.
Irgendwann drille ich malwieder einen ca. 60er Dorsch und plötzlich folt ein weiterer, nochmal deutlich größerer bis direkt vor meine Füße und versucht dem kleineren die Beute abzunehmen. Hab erstmal schnell ein Foto geschossen :o im Drill ist der Dorsch von dem man nur den Schwanz sieht.

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Hab den kleinen dann in Rekordzeit gelandet und releast, der große schwamm langsam von mir weg richtung tiefes Wasser. mein erster Wurf ging aufgrund der Felsen hinter mir leider voll daneben. jetzt war der Dorsch schon ca. 20m entfernt und kaum noch zu erkennen. Ich Riss nochmal ordentlich Schnur von der Rolle und konzentrierte mich voll auf den Wurf, diesmal gelang es mir tatsächlich die Fliege ca. 4m vor dem Dorsch zu platzieren. Ich Lasse die Fliege absinken, den Fisch kann ich mittlerweile nicht mehr sehen, als ich glaube in der richtigen tiefe zu sein beginne ich mit dem einstrippen. Erster Strip, zweiter Strip,und Rumms hängt der Fisch und marschiert mir erstmal ganz gemühtlich ins Backing (wohlgemerkt ich fische mit ca. 10m Schusskopf, einer ungekürzten 30m Running Line und 0,30er Tippet...) :o
Nachdem ich die Flucht dann stoppen kann gelingt es mir den Fisch nach einigem hin und her so langsam Richtung Ufer zu bugsieren und zu landen.

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Danach fange ich dann noch einige "lütte" bis ca. 60cm. hier nochmal ein Suchbild, finde den Dorsch :grin:

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Gegen 14 Uhr packen wir langsam zusammen, für heute steht noch eine Passquerung an, 400 Höhenmeter hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Bergauf wird ziehmlich anstrengend, den Tag ist es zu allem überfluss warm und windstill, irgendwann laufe ich, zur Freude der Mücken, in kurzer Hose und Shirt.

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Weiter gehts mit dem Packraft über einen See und dann eigentlich noch 2km entlang eines Baches bis zur Mündung in den nächsten Fjord.

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Es zieht aber eine ordentliche Schlechtwetterfront auf uns zu und so entschließen wir uns lieber einen Lagerplatz zu suchen. Aufgrund von Martins nicht sonderlich robustem zelt war die Priorität diesmal weniger das der Platz bequem ist sondern mehr das er halbwegs geschützt liegt.
Wir schaffen grade noch unser Abendessen dann gehts los mit Regen und Wind und wir verkrichen uns in unsere Zelte.
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Harzer99 » 12.09.2018, 18:51

Prima Hawk, das ist ja mal ein Kammerad von Dorsch an der Fliegenrute. :+++:
Bin gespannt was noch so kommt...

Gruss Harzer :wink:
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon H.v.d.3Larsen » 12.09.2018, 19:26

Hi Hawk,
was für tolle Bilder und Berichte :+++: !

Mach weiter wenn du noch unterwegs bist!

Wirklich sehr geil! Tatsächlich wie aus einer anderen Welt .

Sieht Nach einem Traumurlaub aus. :l: ... Bis auf die Mücken!!!! :roll:
Gruß
Lars H.

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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon Hawk » 12.09.2018, 19:39

Naja der Grönland Bericht neigt sich so langsam dem Ende zu...
zum Glück war ich danach ja nochmal 2 Wochen in Lappland unterwegs, damit gehts dann weiter wenn ich mit dem bericht hier fertig bin :lol:
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon han hugo » 13.09.2018, 08:37

Wow :o hat wirklich irgend wie etwas von "...die Gefährten, auf dem Weg nach Mordor.." :lol:
wer fängt hat recht!
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Re: Grönland: The Arctic Char Trail

Beitragvon banzinator » 13.09.2018, 09:21

Wahnsinn Dorsche auf Sicht zu fangen... und was für schöne Leos :o :+++:
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