Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Viele der edlen Wekzeuge und Hilfmittel, mit denen wir bei unserem Hobby hantieren, müssen nicht unbedingt von der Stange aus dem Ladenregal sein.
Watstock, Schnurkorb, Kescher und Co. können auch aus eigener Produktion sein, die gemeinsam mit Freunden oder allein eisige Winterabende füllen kann.

Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon piscator » 04.01.2020, 15:15

Moin, immer genau an die Vorschriften halten (meist 1:1) für viele Epoxydlacke. Und lange rühren. Ich verdünne immer mit Isopropanol (ist weniger giftig als Aceton) und schütte den Lack auf Alufolie damit die Luftblasen verschwinden. Dann mit rotieren Lack auftragen und besonders auf Lufteinschlüsse achten. Nach trocknen 2.Schicht auftragen.
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon sprottenfan » 04.01.2020, 17:14

Jou, danke so ähnlich habe ich das auch vor . :+++: Wenn ich das 1:2 mische, übrigens auch nach Herstellervorgabe, härtet das erst nach 3 Tagen komplett und vollständig aus. Ich suche mir jetzt einen anderen Raum zum Austrocknen und halte da auch hin und wieder mal den Fön drauf um den Aushärtungsprozess zu beschleunigen. Vielleicht kann ich dann von 5:10 auf 5:8 runter , dann ist es noch flüssiger und geht besser in die Hohlräume. Glaube, das ich das erstmal an einer Schrottrute teste und nicht gleich an der guten G. ;)
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Rollo » 04.01.2020, 19:24

Moin, für mich hört sich das an, als ob du das Mischungsverhältnis variierst!? Das Mischungsverhältnis muss nach meiner Kenntnis genau nach Herstellerangabe eingehalten werden. Und darüber hinaus kann das Verhältnis bei Volumen anders sein als wenn man nach Masse mischt, da Harz und Härter unterschiedliche Dichte haben. LG Rollo
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon sprottenfan » 04.01.2020, 20:15

Recht hast, Rollo- deswegen wiege ich den ganzen Kram ja auch bis aufs Gramm genau ab und mische dann. Glaub man, das ist auch das Objektivste, so ganz unabhängig von der Dichte. ;)
Außerdem wollte Ich erstmal testen, zwar nur an einer Schrott-Rute , ob das funktioniert, mit dem Ändern des Mischungsverhältnisses sehe ich ja dann und Isopropanol muss ja auch noch in die ganze Schose.
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Maqua » 05.01.2020, 09:17

Moin, wenn du die Komponenten wiegst und 2:1 nach Gewicht mischst, dann ist das in der Regel falsch, es sei denn vom Hersteller wird vorgeschrieben nach Gewicht zu mischen.
In der Regel wird aber nach Volumen gemischt.
Das dein Lack schlecht durchhärtet, lässt vermuten das du beim Mischen was falsch machst.

Die viskosität wird im übrigen nicht durch das Mischungsverhältnis beeinflusst sondern, wie schon angemerkt, durch Zugabe eines geeigneten Verdünners.
Nicht über die maximale Verdünnerzugabe hinausgehen (techn. Merkblatt), auch das kann das Aushärten negativ beeinflussen.

Ich persönlich halte nichts von glashart abbindenden 2-K Lacken.
Die bilden an den Ringfüssen bei Belastung gerne feinste Microrisse, wo dann Salzwasser eindringt und der Gammel geht los.i
Da muss man den geeigneten Lack für sich finden, der eine gewisse Elastizität bewahrt.
Arbeite gerne mit 1-K Lack, der zähelastisch bleibt und ein besseres Eindringverhalten mit sich bringt.
Gruss Manni :wink:





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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon sprottenfan » 05.01.2020, 10:52

Moin Manni, kannst du da einen 1 K- Lack empfehlen? Ich arbeite mich erst ein in die ganze Lackgeschichte und habe früher mit Uhu 300 endfest geklebt und habe dann einfach mit Klarlack aus dem Kfz Bereich mit Sprühdose überlackiert.
Bisher war ich recht zufrieden mit meinen 2 K Geh- Versuchen- wie sich das nachher nach 5 Jahren Fischen mit der Rute zeigt, weiß ich heute natürlich noch nicht. Da magst du schon recht haben , aber der Trocknungsprozess bei 2 K dauert ja immer länger als bei 1k Lacken da der Kram ja schon chemisch reagiert, wenn er zusammen gerührt wird. Aber ich mach mich da weiterhin schlau und muss auch mal wieder ins Rutenbauforum gucken.
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon fly fish one » 05.01.2020, 11:03

Lieber Kollege,

vielleicht hier vorher ein bißchen einlesen:

http://rutenbauforum.de/rodbuilding/hmportal.php

Den Christian Weckesser von CMW Rutenbau finde ich in seinen Videos auf youtube auch ganz lehrreich.

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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Sundvogel » 05.01.2020, 19:24

sprottenfan hat geschrieben:Moin Manni, kannst du da einen 1 K- Lack empfehlen? Ich arbeite mich erst ein in die ganze Lackgeschichte und habe früher mit Uhu 300 endfest geklebt und habe dann einfach mit Klarlack aus dem Kfz Bereich mit Sprühdose überlackiert.
Bisher war ich recht zufrieden mit meinen 2 K Geh- Versuchen- wie sich das nachher nach 5 Jahren Fischen mit der Rute zeigt, weiß ich heute natürlich noch nicht. Da magst du schon recht haben , aber der Trocknungsprozess bei 2 K dauert ja immer länger als bei 1k Lacken da der Kram ja schon chemisch reagiert, wenn er zusammen gerührt wird. Aber ich mach mich da weiterhin schlau und muss auch mal wieder ins Rutenbauforum gucken.


Eigentlich ist das recht unkompliziert. Wenn man mit Injektionsspritzen arbeitet, dann bekommt man das mit den Volumina gut hin. 2K Lack von T24 kann man so abgefüllt kaufen. Du nimmst 3ml Komponente 1 und 3ml Komponente 2 und mischt die 4-5 Minuten durch. Ich verdünne für den ersten Lackiervorgang mit etwas Isopropanol. Die beiden nächsten Lackierungen mache ich ohne Isopropanol. Zwischen den Lackierung lässtdu ca. 12 Stunden Zeit. Luftblasen im Lack lassen sich gut abflammen. Eigentlich ist das nicht so kompliziert.
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Maqua » 05.01.2020, 23:59

Baue ja erst seit 4 Jahren Ruten auf und habe alle Lackierungen hiermit durchgeführt:
download/file.php?id=37717&mode=view
Alle Lackierungen sind noch tiptop, auch nach dem Einsatz im Salzwasser.
Es gibt aber ganz sicher auch sehr geeignete 2-K Lacke und so wie Uli das im letzten Post beschreibt, ist die richtige Vorgehensweise.
Bei meiner 40 Jahre alten Shakespeare Glasrute sind die Ringwicklungen so dünn lackiert, das nur das Bindegarn getränkt ist.
Trotzdem sind diese alten, sparsamen Lackierungen extrem haltbar und sehen immer noch top aus.
Ich denke diese Qualität rührt daher, das die Lacke damals sehr dünnflüssig waren und damit in jede kleinste Pore eindringen konnten.
Aber das hat Jürgen ja schon erklärt.
Gruss Manni :wink:





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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon fly fish one » 06.01.2020, 10:27

Liebe Kollegen,

wenn ein 2K Lack genehm ist, dann werfe ich auch mal einen Namen in den Raum: Flexcoat.
Sehr viele Rutenbauer vertrauen auf die Lacke dieser Firma - ich auch! Der Lack behält durchaus eine gewisse Flexibilität nach dem Trocknen, auch wenn er sich "hart" anfühlt.

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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Robby » 06.01.2020, 11:23

Hi Frank,

Kennst du den Unterschied zwischen „High Build“ „ Ultra V High Build“ und „Lite Formula“?

Spricht was gegen Roddancer Threadmaster?
Mit den besten Grüßen
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon fly fish one » 06.01.2020, 13:04

Lieber Robby,

ich selber benütze keinen Roddancer. Ich bin aber der Meinung, dass der durchaus taugt. Flexcoat und Roddancer sind Klassiker im Rutenbau. Nur wenn man so wie ich mal mit einem Produkt angefangen und astreine Erfahrung damit gemacht hat - dann fallen Wechsel und Tests mit anderen Herstellern echt schwer!

Von Flexcoat benütze ich nur den normalen, nennt sich High Build z.B.: https://www.tackle24.de/navi.php?a=227&a2=2233 Ich finde den astrein.

Den Ultra und den Lite habe ich noch nie benützt! Die ganz dicken Rutenlacke neigen extrem zu Lufteinschlüssen und den normalen High Build kann man verdünnen, wenn man das möchte. Ich habe da meinen eigenen Lackierstil entwickelt, der weder verdünnt, noch in mehreren Schichten arbeitet. Ich lackiere nass in nass und das kann man echt auf die Spitze treiben und sehr dicke Lackierungen erzeugen (wenn man das möchte). Man braucht dann aber unbedingt eine selbstständig rotierende Rutenaufnahme. Wenn man klassisch auf einem Karton als Auflage arbeitet, kann man sicher trotzdem sehr gute Lackierungen mit dem normalen High Build ausführen. Nur dann würde ich echt in 2 Schichten mit Zwischentrocknung arbeiten. Ansonsten ist die Gefahr von "Läufern" sehr hoch.

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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon Robby » 06.01.2020, 15:57

Trocknungsgerät ist inzwischen vorhanden.
Ist der Unterschied zwischen High Build und Lite Formula vielleicht die Viskosität?
Mit den besten Grüßen
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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon fly fish one » 06.01.2020, 18:30

Das nehme ich ganz stark an! Die Lite Variante von Flexcoat dürfte dann vermutlich für alle die auf extremen Leichtbau aus sind, interessant sein. Mit den dünnflüssigen kann man so lackieren, dass praktisch noch die Fadenstruktur sicht- und fühlbar bleibt. Das ist sicher genau so haltbar wie ich mit meinen eher großzügigen Lackschichten. (Wobei ich, was die ganze Gewichtsfummelei angeht, da eher entspannt bin)
Ruf doch einfach mal in dem Shop an und frag nach. Die sind immer sehr freundlich und zuvorkommend, geben gerne Tipps usw.

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Re: Haltbarmacher für Ringe, Fliegenrute

Beitragvon sprottenfan » 06.01.2020, 19:03

Moin, ich wollte mich nochmal ganz herzlich für die guten Tipps, Inspirationen und Denkansätze bedanken und werde diese auch zu beherzigen wissen :+++: :+++: . Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. ;) Aber wieviel Fliegenruten braucht man schon, wenn man sehr sehr gute hat und übernehmen konnte??
Wie das Endergebnis nachher aussieht, also die Scott G , seht ihr dann in ein paar Wochen , wenn das Projekt abgeschlossen ist.
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