Bissanzeiger zum Nymphenfischen selbstgemacht

Viele der edlen Wekzeuge und Hilfmittel, mit denen wir bei unserem Hobby hantieren, müssen nicht unbedingt von der Stange aus dem Ladenregal sein.
Watstock, Schnurkorb, Kescher und Co. können auch aus eigener Produktion sein, die gemeinsam mit Freunden oder allein eisige Winterabende füllen kann.

Bissanzeiger zum Nymphenfischen selbstgemacht

Beitragvon Ostsee-Silber » 05.03.2010, 18:30

Auch als Fliegenfischer muss man nicht unbedingt auf das „Posenfischen“ verzichten, lernte ich letztes Jahr.

Nach einigen ziemlich unbefriedigenden Erfahrungen mit diversen Bissanzeigern zum Nymphen wie knetbarer Paste... oder angeblich unsinkbarer Polywoolbüschel, setzte ich mich daran, so etwas mal selbst zu basteln.

Fündig wurde ich schnell und probierte mit kleinen Auftriebskörpern herum, welche mit Hilfe eine dünnen Drahtes auf das Vorfach gefädelt werden, kennt man sicher vom Forellenteich. Die sind sehr sehr günstig und haben sogar den passenden Auftrieb, eine nicht übermäßig beschwerte Nymphe halten zu können.

Nachteil: einmal auf dem Vorfach, fehlt der Draht, um sie erneut auf einem anderen Vorfach benutzen zu können. Das Silicon im Innenraum lässt es nicht zu, da eine Schnur durchzufädeln und so wurden einige meiner Auftriebsperlen zur Einwegsache.

Durch etwas Backingschnur wurden aus einigen dieser Auftriebskörper nun aber Mehrweg-Bissanzeiger, die sich für alle Einsätze eignen, sofern die Wassertiefe nicht die Rutenlänge übersteigt, da diese Kugeln natürlich nicht durch die Rutenringe passen.

Und das braucht man dafür:

Bild

Das Backing sollte sehr langsam und vorsichtig durch die Perlen gezogen werden, der Draht ist dünn und nicht sehr haltbar.
Auf einer Seite ergibt sich nun eine Schlaufe, auf der anderen Seite erhalten wir zwei lose Backingenden, von denen nehmen wir eines und machen hier, ganz nah an der Perle, einen kleinen einfachen Schlaufenknoten.
Mit der schon vorhandenen Schlaufe ziehen wir diesen Knoten nun in die kleine Öffnung der Auftriebsperle und messen danach die große Schlaufe so ab, dass sie gut über die Auftriebperle gelegt werden kann, damit wir sie später auch einschlaufen können.

Nun haben wir nur noch ein Backingende, aus dem wir nun eine kleine Schlaufe legen und diese mit einem Bindefaden überfangen, abwickeln und mit etwas Sekundenkleber sichern. Diese Garnwicklung sollte etwa 1 cm lang sein, dann hält das bombensicher.

Beim Kleben darauf achten, dass auch das Backingende mit dem kleinen Knoten in der Öffnung der Auftriebsperle etwas vom Kleber abbekommt und das war´s schon, fertig sind die kleinen selbstgemachten Bissanzeiger zum Nymphenfischen.

Die Auftriebskugeln mit 12 mm Durchmesser habe ich ausjustiert und sie haben eine reelle Tragkraft von 0,8 Gramm, die tragen also schon eine schön schwere Nymphe sicher über Hindernisse am Grund und behindern durch ihre Größe auch nicht das Menden der Leine.

Bild

Bild

Sollte das Wasser mal tiefer sein als die Rute lang ist, kann man diese Auftriebskugeln auch auf ein langes Vorfach aufziehen, ich habe mir dazu ein paar 1,50 m lange Schnurstücke zurechtgeschnitten, die den ersten Teil des Vorfachs bilden und ich die Perle auf diesen 1,50 m frei verschieben kann, halten tun die recht gut durch ihren Siliconkern.

(Und für die gelben Auftriebskörper würde ich natürlich auch gelbes Backing nehmen :D )

Viel Spaß!
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Beitragvon piscator » 05.03.2010, 18:42

Hi Mirko, ich hab da noch ein paar Wurmhaken -- :lol: :lol: :lol: :lol:

Ne, im Ernst das geht viel pragmatischer -- so kleine Klebepads (Tesamoll) erfüllen den Zweck genau so -- sehen aber nicht so verdächtig nach Pose aus, Jürgen
Petri Heil, J.
brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
http://www.baltic-cane.de/
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Beitragvon ChristianD » 05.03.2010, 18:55

Ersteinmal vielen Dank für deine wie gewohnt gute und ausführliche Anleitung. :+++:

Ich halte folgende Bissanzeiger für sinnvoller und stilechter. Die Bojen erinnern mich immer zu sehr ans Posenfischen, auch wenn die Funktion natürlich die gleiche ist. Richtig gefettet schwimmen sie vorzüglich. Ansonsten kann man noch etwas Polycelon einbinden. Dann schwimmen sie besser als die Arche Noah:

http://globalflyfisher.com/fishbetter/indicators/
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Beitragvon Ostsee-Silber » 05.03.2010, 19:43

Vielen Dank für Euer Verständnis. :lol:

Ich erinnere mich gerne an das Posenfischen, diese Momente, als der kleine orangene Punkt runtergerissen wurde...

Christian, die Anleitung ist natürlich super, aber wedeln die nicht zu sehr im Wurf? Gut, man wirft sowas ja selten weit, aber bei Wind stelle ich mir die Büschel anfälliger vor und ich wollte auch einen Bissanzeiger, den ich mal nicht fetten und nachfetten und nachfetten muss.

Bei näherer Betrachtung ist aber die Lösung mit dem kleinen Gummiring eine interessante Sache, die werde ich mir mal besorgen. Wie gut hält denn so ein Gummiring auf dem Vorfach und rutscht der im Drill am langen Vorfach runter?
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Beitragvon ChristianD » 05.03.2010, 20:10

Ich habe bisher immer die Bissanzeiger so wie auf globalflyfisher dargestellt gebunden. Für den Gummiring habe ich meinen ehemaligen Kieferorthopäden aufgesucht. Der hat mir zum Nulltarif diese Gummibändchen für feste Zahnspangen gegeben. Alternativ hat der Fachhandel für Kaprfenzubehör sogenannte "Bait-Bands" im Programm. Aber die finde ich etwas teuer. :evil:
Bisher habe ich mit einem Verrutschen der Gummiringe nie Schwierigkeiten gehabt. Und was das Nachfetten angeht, so komme ich eigentlich immer mit 2-3 mal pro Tag hin. Die Zeit nehme ich mir. Aber ich fische auch nicht im Wildwasser. Sowas ist bei uns im Norden ja leider eher Mangelware. Die von dir angeführte Windanfälligkeit ist natürlich ein klares Argument für die von dir gebastelten Bissanzeiger!
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Beitragvon schweini » 05.03.2010, 20:19

Danke Mirko,
Kann mich Christian nur anschliessen :+++:
Diese kleinen Gummiringe empfinde ich allerdings eher störend.
Habe fast alle Bißanzeiger durchprobiert da ich sehr viel mit Nymphen fische.
Für mich ist die beste Lösung ein Stück Schafswolle was gut gefettet mit einer Art "halber Perfection Loop" auf dem oberen drittel des Vorfachs eingeschlauft wird.
Der Knoten kann verschoben werden und die Schafswolle zur besseren Sicht eingefärbt werden.
Für mich die beste Lösung, da sie lange hält und schnell erneuert,sprich trocken geworfen und nachgefettet werden kann.
Und schnell zu entfernen um vielleicht doch einen gerade steigenden Fisch anzuwerfen.
Gruss Rolf

:wink:
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Beitragvon janw » 05.03.2010, 20:22

Hallo Christian,

ich habe mit den Indicators von Globalflyfishers keine guten Erfahrungen, bei mir rutschen sie und sind mir insgesamt zu wuchtig. Das beste Patent habe ich von Hein van Aar, dem Riverkeeper an der Glomma und ausgewiesenem Nymphen- Spezi, gezeigt bekommen, es ähnelt ein wenig Mirkos Modell. Man braucht dazu Flip-Flops, sehr dünne Gummi-Tuben, Farbe und ein Stück dickes Monofil als Keil. Ich werde vor der nächsten Glomma-Tour im Sommer welche machen und dann einstellen. Ich muss mir allerdings noch irgendwo solche Tuben auftreiben (Karpfenangelbedarf...??? :q: )
:wink: :wink: :wink:
LG Jan
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Beitragvon ChristianD » 05.03.2010, 20:28

Hallo Jan, :wink:

du meinst solche in der Art ? http://globalflyfisher.com/fishbetter/s ... ndicators/
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Beitragvon Schmaddy » 05.03.2010, 20:40

Sehr gute Idee Mirko! :+++:

Aber der schöne C&F Bobbin sticht besonders ins Auge. :grin:

TL Christian :wink:
The only way for sustainable success - C&R !
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Beitragvon janw » 05.03.2010, 21:05

Hi Christian,

das Prinzip der Befestigung ist identisch, nur gehören Gummi-(nicht Plastik)Tuben geringeren Durchmessers dazu, die nicht konisch sind.
Aus einem alten Flip-Flop wird aus dem Hartschaumkern der Anzeiger geschnitten, längs die Tube durchgesteckt, die Vorfachschnur passt gerade da durch (Vorfach, 0,18 Mono, dann gleich Tip bis 0,12, der Anzeiger auf dem dicken Teil), mit einem dickeren, angespitzten Stück Mono wird das verkeilt. Die Wassertiefe läßt sich schnell verstellen, es hält sicher und reagiert auf sensibelste Bisse.
Habs bisher halt gefischt, allerdings noch nicht selber hergestellt, habe aber schon Flip-Flops aus dem 1€-Laden gebunkert. :grin: :wink: :wink: Dieser Hartschaum-Indicator läßt sich meiner Erfahrung nach auch besser werfen, als faseriges Material. Das Patent mit dem Gummiring finde ich eigentlich genial, habe auch die richtigen Ringe gehabt, aber gehalten haben die nicht lange auf ihren Platz an der Schnur.
:wink: :wink:
LG Jan
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Beitragvon janw » 05.03.2010, 22:30

Hallo Mirko,

gerade hab ich noch einmal über Dein Patent nachgedacht. Ich könnte mir vorstellen, daß durch die Schlaufen ein wenig Unmittelbarkeit in der Übertragung von Haken (Fisch) zu Anzeiger verloren geht und Du so vorsichtige Äschenbisse gar nicht mitbekommst. Bei der Einführung ins Äschennymphen an der Glomma, habe ich zuerst die Bisse gar nicht gesehen. Ich dachte es ist die Oberflächenbewegung des Wasser :oops,
als ich es dann raus hatte, bei der zaghaftesten Bewegung des Anzeigers anzuschlagen, fing ich an gut zu fangen.
Na ja, ist nur der Gedanke ein Wenig-Erfahrenen... 8)

:wink: :wink:
LG Jan
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Beitragvon Ostsee-Silber » 05.03.2010, 23:47

Hallo Jan, mit wenig Erfahrung kann ich Dich locker überbieten, was die Äschen und das Nymphen angeht.

Ich habe erst letztes Jahr meine ersten beiden Äschen gefangen, die allererste nur, weil die Jungs mich mal vorgelassen haben und ich eine Spezialnymphe von Fiskestar bekam und die zweite Äsche hing plötzlich an meiner Pheasant Tail, als ich gerade werfen wollte. :oops

Da war nix mit Bissanzeige, darüber grübel ich aber ebenso, denn alles an Vorfach, was unter dem Bissanzeiger taumelt, habe ich nicht unter Kontrolle. Oder geht das?

Früher beim Matchfischen war das simpel, Punktbebleiungen mit Konzentration vor dem Haken, schnelles oder langsames Sinken des Köders, alles einstellbar. Aber wie kontrolliere ich eine winzige Nymphe an einem knapp 3 m Vorfach in Wasserturbulenzen und Rückströmungen?

Zaghafte Bewegung des Bissanzeigers, klingt gut aber ich kann nur mit einer ultraleichten Stickpose beim Kanalfischen vergleichen.

Meine Güte, was liebe ich die Meerforellen. :l:
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Beitragvon janw » 06.03.2010, 13:02

Hi Mirko,

also Äschen habe ich in den letzten Jahren schon eine Menge gefangen :p , aber mit Bissanzeiger erst seit 2009. Ich fand den Hinweis sehr hilfreich, daß Nymphenfischen eigentlich wie Trockenflifi ohne Sicht auf die Fliege funktioniert...... :wink: :wink: :wink:
LG Jan
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Beitragvon uwe vom immentun » 07.03.2010, 15:55

Hallo Mirko,

Dein Beitrag hat mich aus der Winterlethargie gerissen. Heute ist so ein Tag, an dem ich ob des Wintereinbruchs im Winter keine Lust hatte zu einem der Events der zahlreichen Fliegenfischerausrüster zu fahren. Ich habe mich hingesetzt und Deine Idee ausprobiert, da auch ich schon mehrere "Posen" ausprobiert habe und danach meist immer ohne weitergefischt habe. Ich habe es allerdings etwas anders gemacht. Ich habe nichts geknotet, sondern habe die Enden der Runningline jeweils mit einer Nadel in das andere Ende gezogen und diesen Bereich dann mit ein ganz klein bißchen verdünntem Uhu gesichert. Der Draht an den Auftriebskörpern taugt nichts, ich habe mittels dünner Geflochtener die Schlaufe durch den Körper gezogen und das Ganze mit zwei kurzen Stückchen Silikonschlauch gesichert. Ich habe den Belastungstest mit beschwerter Nymphe gleich im Garten gemacht. Funktioniert. Der Extremtest nach einem Hänger im Baum hat auch funktioniert. Nichts hat sich an der Schlaufe bewegt. Zu Werfen war es auch ganz gut. Ich habe mich für den Körper mit 8 mm entschieden, denn ich fische die Nymphen an unserem kleinen Mühlenbach nicht ganz so schwer an einem nur 1,50 m langen Vorfach. Den Test an unserem Bach habe ich mir heute geschenkt, weil die Ringe nach den paar Würfen im Garten auch schon völlig vereist waren. Wenn es am Bach auch gut funktioniert, werde ich mir davon ein paar mehr machen.

Liebe Grüße aus dem Oldenburger Münsterland

Uwe.
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Beitragvon Ostsee-Silber » 07.03.2010, 18:08

Hallo Uwe, das freut mich! Konnte ich wenigstens Dich vom warmen Kamin wegholen. :lol:

Gefällt mir gut mit der eingezogenen Schnur. :+++:

Gestern im Fliegenshop wurde mir ein Bissanzeiger wieder bewußt, mit dem ich meine ersten Nymphversuche unternahm. Allerdings hatte ich nur noch einen und konnte gestern meinen Vorrat aufstocken. Diese sogenannten "Football Indicator" funktionieren nach dem Olive mit Stift Prinzip und können an jeder Stelle des Vorfachs einfach und sicher festgesetzt werden, auch am bereits montierten Vorfach, dazu haben sie schon eine gute Tragkraft.

Außer mit etwas leichtem Kupferdraht habe ich meine bisherigen Nymphen nun unbeschwert gebunden und werde solche Bissanzeiger mit einem kleinen Bleischrot am Schnurende fischen, so behält die Nymphe wohl mehr Spiel und das Blei hält den Grundkontakt. So ein Bisschen wie Drop-Shot mit der Nymphe. :oops
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