Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Viele der edlen Wekzeuge und Hilfmittel, mit denen wir bei unserem Hobby hantieren, müssen nicht unbedingt von der Stange aus dem Ladenregal sein.
Watstock, Schnurkorb, Kescher und Co. können auch aus eigener Produktion sein, die gemeinsam mit Freunden oder allein eisige Winterabende füllen kann.

Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon fly fish one » 23.10.2019, 07:22

Lieber Christopher,

frotzeln ist wie das Salz in der Suppe und immer willkommen!

Frank
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon orkdaling » 23.10.2019, 07:45

Moin Frank,
ich mach mir eben Gedanken wie lange du brauchst um sowas hier zu bauen https://www.guidelineflyfish.com/produc ... 0000109713
(man muss wissen das er lange Støcke und lange Leinen liebt, auch wenn die sich ab und an um die Fuesse wickeln, hahaha)
Wie lang wird dann die Geschichte?
Muss das Bierlager ausgebaut werden?
Wird die Familie in den Urlaub geschickt?
Und wie wird die Lange heissen ?
Gruss Hendrik
Und einer geht noch - dann brauchst du ja keine Watstiefel mehr, das Teil reicht dann ueber die Isar!
Willst du morgen noch lokal handeln musst du heute daran denken !
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon ArminK » 23.10.2019, 08:26

Hallo Hendrik,

orkdaling hat geschrieben:ich mach mir eben Gedanken wie lange du brauchst um sowas hier zu bauen https://www.guidelineflyfish.com/produc ... 0000109713

schöne Ruten, aber leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Deshalb muss du selbst bauen.

orkdaling hat geschrieben:Und wie wird die Lange heissen ?


"The sound of silence" würde zur Rute passen, aber für Frank ist das vermutlich nichts, da passt besser "Black Betty" :lol:

Gruß
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon Thomas. » 23.10.2019, 09:06

Die 2-3 Ringe mehr machen den Kohl nicht fett.
Grübel schon eine Weile, wie die 'Überschubsicherung' funktioniert :q:
Bei Bedarf habe ich bisher ein Tape gesetzt, aber erst nach der Montage vor dem Einsatz.

Gruß
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon fly fish one » 23.10.2019, 12:20

Liebe Kollegen,

- in der Familie habe ich ganz klar die Hosen an :no:
- Name wird Annemarie
- vermutlich eine Bruce & Walker
- die 18' CND ist schon sehr schön aufgebaut und die 5teilung natürlich mit Charme
- aber sowas muss ich einfach selber machen um mein Design zu verwirklichen
- ihr könnt euch ja denken, dass ich ein paar ganz besondere Ideen im Kopf habe
- Tapen ist nicht drin. Ich erwarte einen sauber gefertigten Blank mit astreiner Passung. Alles was ich bisher gemacht habe, ist praktisch nach den ersten Würfen noch mal leicht "nachzuschieben. Beim ersten Zusammenschieben bin ich noch recht zart (mit sanftem Nachdruck), weil sich die Verbindungen sowieso stets erst nach einer Weile setzen. Danach kontrolliere und korrigiere ich (falls leicht verdreht) über einige Stunden verteilt vielleicht noch zweimal. Danach sitzt das bombig. Oder allgemein: sollte es! Wenn hier Blanks schwächeln, sind die Passungen in meinen Augen nicht ganz ok. Ich kann aber auch erzählen, dass selbst Pamelas unterer Teil nicht ganz sauber passt, aber sich nicht löst oder verdreht. Wenn die Passungen richtig gefertigt sind kann man Blanks immer weiter ineinander schieben, bei gleichzeitiger Zunahme der Pressung im Sitz. Pamela hat hier einen merklichen Anschlag. Das ist im Prinzip in meinen Augen ein Fehler, der sich aber nicht auswirkt. Nach dem Motto: Nach "fest" kommt "ab"!

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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon fly fish one » 07.11.2019, 18:08

Wo war ich eigentlich stehen geblieben, achja: "Ich hab keinen Bock mehr auf Pamela!" :no:

Die Ringe sind alle lackiert, wurden vorher besonders gründlich vorne flach geschliffen, damit mir nicht wieder wie bei der Grossen der Lack auf den Einstegern einreißt. Nach dem ersten Einsatz dieses Jahr hat sich das bewährt und alle Ringlackierungen auf beiden Ruten sind absolut ohne Schaden von der Orkla zurück gekommen.

So, jetzt stand eigentlich nur noch die Kreuzwicklung auf dem Programm. Ich stand vor der Wahl für die Reise zur Orkla zunächst darauf zu verzichten und es später nachzuholen. Aber dann hätte ich die Unwucht von ihrem Hirschende auf der Wickelbank zu spüren bekommen. Das wollte ich nicht. Also machte ich mich an den Anriß einer 2 Achsen und nicht geschlossenen Kreuzwicklung, im Freestyle, ohne sich wirklich vorher ein Muster zurecht zu legen. Nur die Farben waren irgendwie klar. Ich habe ungefähr eine Woche abends und ein Wochenende mich damit beschäftigt. Je weiter ich kam, umso mehr Flügel bekam das Herz, weil das neben der Lackierung ein echter Abschluss der ganzen Arbeiten bedeutete. Dazu war der Orkla Trip nicht mehr so fern und alles zusammen ließen Entspannung und debil grundloses Grinsen in den Ruten-, Arbeits- und Familienhaushalt einziehen. Meine Frau war nachsichtig, der Sohn folgsam und das Bier stets kalt. Ich hätte jeden Abend ein Fest veranstalten können, so fühlte ich mich, im positiven Sinne Amok laufend. :zsch:

Dann stand die Lackierung der KW auf dem Programm und ich war schlagartig auf Entzug, rührte keinen Tropfen mehr an. Ja von wegen vorher propagiert, wegen der ruhigen Hand und so, aber doch nicht bei einer 40 Zentimeter langen KW die in einem Gang mit 2 Schichten naß in naß lakiert werden sollte. :no:

Die erste Schicht war gerade drauf und rotierte, als ich eine Lackkomponente auskristallisiert im Becher vorfand aus dem ich die Spritze (zur Dosierung, ihr Recken, dass mir keiner auf dumme Gedanken kommt. :o ) gerade wieder füllen wollte. Ich bin ja umsichtig und hatte vorgekauft, also kein Problem. Ich wollte also irgendwie und irgendwo was umfüllen, genaues weiß ich heute nicht mehr, aber auf jeden Fall ging ein grosser Teil Harz daneben, auf den Fußboden, auf meinen Puschen! Jetzt war der Ofen aber aus! :evil: Ich rotierte wie die Wickelbank, rannte in die Küche, die Flüche mag ich nicht wiedergeben, Küchenpapier, Verdünnung und ein riesen "P" in den Augen, dass mir jetzt die ganze Lackierung den Bach runter geht! :evil:

Irgend wie habe ich es geschafft. Es kam das Heißluftgebläse um den Lack zu verflüssigen, ein gleichmäßiges Niveau auf der unebenen KW zu schaffen und Blasen zu entfernen. Als das dann geschafft war, das Handteil von Pamela auf der Wickelbank fröhlich vor sich hin rotierte, die Lackierung klasse aussah, keine Blasen zu erkennen, also da kam unwillkürlich die Werbung Königpilsners in den Sinn, "heute ein König", und stiefelte unverzüglich in die Kammer ein gepflegtes, amtliches, Ayinger Hell zu verhaften! Kameraden, nie hat mir ein Bier besser geschmeckt! :zsch:

Die Kollegen aus dem Rutenbauforum lagen mir in den Ohren, ob ich nicht im Herbst an der Meisterschaft teilnehmen wollte... Pamela auf dem Laufsteg, so dachte ich! Nicht ganz unpassend... :l: Jetzt kam aber erstmal die Orkla daher, aber die Geschichte kennt ihr schon.

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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon fly fish one » 19.11.2019, 20:18

Meine Fresse, sind das alles Verrückte! Ich war bei Karl Bartsch im Schlupfloch zur deutschen Rutenbaumeisterschaft angekommen. Freitag, die ganzen Teilnehmer des Samstag im Spontanaufbau innerhalb von 10 Stunden, fanden sich in losen Gruppen zusammen und redeten "Fischen & Rutenbau"! Ich mitten unter ihnen und sofort mit einem fröhlichen warmen Gefühl der Zugehörigkeit, Aufnahme und Akzeptanz. Pamela war stolz auf mich und ich war stolz auf Pamela. So ist das in einer echten Beziehung aus Leidenschaft! :zsch: Pamela wurde von Karl und einigen anderen Kollegen zum ersten Mal kritisch in Augenschein genommen. O-Ton: "Schön gemacht, aber!" Mir ging das Herz auf. Geschichten übers Rutenbauen, abenteuerliche Fischzüge, riesige Fänge und ich mitten drin, jeder eine amtliche Flasche Münchner Augustiner Hell, eine Dankesspende von Pamela an die ganzen ratgebenden Kollegen, in Händen, ließen 2 - 3 Stunden einfach zerrinnen.

Ich ließ Pamela bei den Verrückten zurück, ein wenig in Unruhe das sich auch nicht Jemand an ihr verging, damit sie am Samstag in die Wertung zum Freibauwettbewerb aufgenommen wurde. Dieser Event gliedert sich in 2 Wettbewerbe: Der Spontanaufbau vor Ort und der Freibauwettbewerb in dem daheim gebaute Ruten bewertet werden. Ich wollte den Samstag lieber selber Fischen, statt den Kollegen beim Spontanaufbau zu zusehen. So fuhr ich also Freitag am Abend wieder zurück nach Hause, trieb mich den ganzen Samstag im Bayerischen Oberland an einem herrlichen Bach herum und am Sonntag in der Früh wieder zum Schlupfloch (das heißt wirklich so!) zur Siegerehrung.

Nicht das ich irgend was erwartet hätte, aber ein wenig Sportsgeist hat doch jeder im Blut, oder!?

Als uns, also Pamela und mich, Melanie, die Tochter Karl Bartschs und mittlerweile Geschäftsinnhaberin, ihres Zeichens Moderator der Siegerehrung, als die uns also plötzlich ausrief: "Pamela, 3. Platz!" Pamela, rot bis unter die Ohrläpchen, ich stolz wie eine Hupe, nahmen die Ehrung glücklich entgegen:

Bild

Was für ein schöner Abschluß, des Aufbaues, des ganzen astreinen FF Jahres, dieser langen "Gechichte", wie Birne stets zu sagen pflegte. Ich hoffe ich konnte Euch unterhalten, denn nichts ist schlimmer als Öde. Nun widme ich mich zunächst einmal dem Fliegenbinden und natürlich einem weiteren Rutenbauprojekt mit Namen "Annemarie". Und eines ist ja klar, nächstes Jahr Olympiade in Tokio und Annemarie auf dem ersten Platz! Alles andere wäre eine Enttäuschung! Oder.. :zsch:

So long and fish on,
Euer Frank
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon orkdaling » 19.11.2019, 21:05

Moin Frank,
Super !
Gruss Hendrik

Aber du weisst ja, Einer geht noch !
Das so eine Rute hier fischen durfte ist ja eine Ehre. Das die Lachse sie nicht beschædigen wollten ist eine andere Sache, hahaha.
Nun willst du dich den Fliegen widmen. Kunstwerke fures Auge oder eher funktionelle Teile?
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Re: Eine kurze Geschichte der Zeit - Pamela, die Lachsrute

Beitragvon fly fish one » 21.11.2019, 12:42

Lieber Hendrik,

vielen Dank. Ja ist richtig, es müsste auch mal eine richtige "Klamotte" her. Ich bin alles andere als unzufrieden, weil ja immer was ging, aber so ein Lachs der Pamela mal richtig ran nimmt, also das wäre schon mal schön.

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