Kevlar- nicht mehr in?

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Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon sprottenfan » 06.12.2015, 13:42

Ich hab vorhin mal gegoogelt und mir fiel auf, dass es kaum noch Mefo - Spinnruten gibt, die aus einem Carbon -Kevlargemisch bestehen. Mitte der 90 er Jahre wurden die fast von jedem Hersteller gebaut und mit Freuden vertrieben, z. T. auch mit ordentlichen Gewinnmargen. Sportex und yad sind m.E. die einzigsten Firmen, die noch solche Ruten in China bauen lassen, wobei dieses auch keine speziellen Mefo - Ruten mehr sind, die sich durch einen langen Griff und vielleicht noch einen relativ weiten Abstand zum ersten Leitring auszeichnen, sondern ganz normale Spinnruten, die nicht schlechter sein müssen.

Vorteile von Kevlar sind meiner Meinung nach: extrem hohe Bewegungsleitfähigkeit im Drill
und ein extrem starkes Rückstellvermögen im Wurf
Megaunempfindlichkeit gegen Stoß


Stattdessen meinen Daiwa, Shimano und Co, sie müssten, umso teurer ihre Ruten werden, die Kohlefaser immer mehr verdichten und machen die Ruten zwar immer schlanker und leichter aber wie ich finde auch immer empfindlicher. Wie ist Eure Meinung dazu? :wink:
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon Toddi » 06.12.2015, 15:36

Ich bin vielleicht etwas "old school", aber ich fische solch eine alte Rute seit 1997 an der Küste.
Es handelt sich um eine Spotex Kev-Spin in 3,3m mit einem WG bis 40g. Die Rute wirft alles von 18-30g klaglos und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Mit einer 4000er Rolle ist sie auch gut austariert, so das einem das eventuell etwas höhere Rutengewicht und die damit vorhandene Kopflastigkeit nicht wirklich auffällt. Konnte hier im Forum die gleiche Rute noch einmal erstehen und würde sie selbst nie veräußern. Sie bringt alle Köder ordentlich auf weite und hat genug Feingefühl, dass man auch einen Halm Seegras am Laufverhalten seines Köders spürt. Wirkt zwar heute ein bisschen wie ein Baumstamm, aber egal, ich liebe diese Rute und die damit verbundenen Erinnerungen an Fängen unter allen erdenklichen Wetterbedingungen. Gerade das Wurfverhalten bei ordentlich Gegenwind mit schweren Geschossen hat mich immer begeistert und mir noch zu Fängen verholfen, während Mitangler das Angeln einstellten oder den Strand wechselten.
Dazu kommt das progressive Verhalten im Drill, ob kleine Gröni's, große Trutten bis 7,5kg oder Küstendorsche über 5kg, nie hat mich Rute enttäuscht oder hatte ich das Gefühl nicht Herr der Lage zu sein. Aussteiger oder verloren de Fische im Drill, deren Anzahl sich sehr in Grenzen hielt, habe ich nie der Rute zugeordnet.
Für mich und zwei meiner Angelfreunde ist die Rute perfekt für die Küstenfischerei unter allen Bedingungen und aufgrund der Länge nicht nur zum Spinnfischen, sondern auch zum Sbirolinofischen geeignet, vielen anderen Anglern aber zu schwer und zu klobig.
Aber Geschmäcker und Vorstellungen sind halt oder zum Glück unterschiedlich.
Gruß und Petri aus Stralsund

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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon Olli » 06.12.2015, 15:49

Ich liebe dünne und leichte Blanks.Habe auch nie Probleme mit Rutenbrüchen oder so.Kommt natürlich immer drauf an wie man mit seinem Angelgerät umgeht.Ich bin da immer recht vorsichtig mit und habe lange Spaß an meinen Sachen.Super vorsichtig nun auch nicht aber bei mir ging noch nie eine Rute zu bruch.Nur Rollen sind bei mir nach einiger Zeit schon durchgefischt.Sehe da kein Problem mit den heutigen dünnen leichten Blanks.Haut man die nicht irgendwo gegen Steine oder ähnliches gehen die auch nicht so einfach kaputt.Muss man sich schon etwas ungeschickt anstellen.
Gruß Olli
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon Toddi » 06.12.2015, 15:55

Noch zur Ergänzung, bis auf den Spitzenring, der einmal gewechselt wurde, sind alle anderen noch original, einmal im Jahr wird die Steckverbindung mit Graphitwachs gewartet und der Korkgriff gereinigt. Alle Ringbindungen sind i.O., kein Rost an den Ringstegen oder lockere Ringe. Bisher hat sie alle Stürze und Reisen, fischen bei Dauerfrost oder sommerlichen Temperaturen schadlos überstanden.
Keine Lackplatzer oder Blasen, obwohl es manchmal schon hart zur Sache ging beim klettern an der Steilküste.
Kurz gesagt, ich bin 100% mit der Rute zufrieden und hoffe, dass ich noch einige Jahre mit ihr unterwegs sein kann.
Gruß und Petri aus Stralsund

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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon sprottenfan » 06.12.2015, 16:30

Ich z.B. trage meine Daiwa AGS tournament nur noch im Rutentransportrohr durch die Gegend und behandelt sie wie ein rohes Ei, wobei mir das Hin und Her getackle ganz schön auf den Sack geht. :x
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon heather » 04.12.2016, 21:34

Meine sportex kev 3m 30 Gr als Aufbau mit Minimal Beringung steht nur noch rum,seit ich mir mhx Blanks mit Titanellen aufgebaut habe.
Als Gummifischrute Fische ich sie Noch gern, oder wenn mal so richtig Wetter ist an der Küste....

Ich glaube auch,das Blankcharakteristik noch deutlich verbessert werden könnte, wenn dort mit gutem aus der Vergangenheit und den Möglichkeiten von heute entwickelt werden würde.
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon thombert » 04.12.2016, 23:49

Hallo,

ich kann Toddis Erfahrungen mit den Sportex-Ruten auch teilen.
Diese sind wirklich nahezu unverwüstlich und echte Wurfmaschinen.
Ein Tip für Rutenbauer unter den Meerforellenfischern ist sicherlich der Sportex Blank "Kev Float in 11 ft /1.5 lbs"
Eine auf diesem Blank aufgebaute Rute gehört nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingen.
Ich habe den Blank für diese Rute auf ca. 3.10m eingekürzt, wodurch sie mit einer 4000er Shimano sehr gut ausbalanciert ist.
Die modernen Blanks anderer Hersteller, wie ich sie auch fische, sind heute natürlich leichter, aber ganz sicher keinesfalls so robust.
Ich bin ein wirklicher Fan der "alten" (made in Germany) Sportex-Blanks.
Meiner Meinung nach zählen diese immer noch zu den Besten, die man bekommen kann - oder konnte.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon DrMabuse » 05.12.2016, 09:45

Es freut mich zu lesen, das Teile meiner Sportex Sammlung weiterhin beste Dienste leisten. - Die Sportex Kev float habe ich auch in 11 ft und 12 ft in Gebrauch . Die 11 ft passt super,wenn es richtig von vorne bläst und 30 Gramm Snaps montiert wird. Der Vorteil von den Ruten ist das man sie eben nicht wie ein rohes Ei behandeln muß.
Die 12ft Kev float wiegt knapp 200 Gramm. Für Spirolino der Hit. Aufladung / Wurfweite,Drillverhalten
1A. - Warum die Industrie nicht mehr so viel mit dem Material arbeitet, kann ich nicht sagen.
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Wo wurde die 11 ft Kev float gekürzt
Zu gleichen Teilen, oder mehr am Griff? -
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon Sundvogel » 05.12.2016, 10:04

12ft Kevlarrute 200g?

Nachgewogen hast du das nicht oder? Das ist nur geschätzt, denke ich...
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon DrMabuse » 05.12.2016, 10:50

Hallo Sundvogel ,
es sind auf der Digitalwaage 205 Gramm . Es ist allerdings ein frühes Modell mit geteiltem Duplongriff und Fuji Beringung
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon piscator » 05.12.2016, 12:00

Moin, warum nicht mehr so viel mit Kevlar gearbeitet wird hat technische Ursachen wie z.B. Langzeitstabilität (oder deren Mangel) durch UV Empfindlichkeit usw.
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brauch keine Gewalt, nimm einfach 'ne längere Rute
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon sprottenfan » 05.12.2016, 17:13

Moin piscator, aber irgendwie ist das auch ein Widerspruch in sich, denn die aufgeführten Ruten von Sportex z.B. kev Spin sind teilweise 12- 15 Jahre alt und halten komischerweise immer noch und das z.T. unter härtesten Bedingungen in Bezug auf Belastung u.s.w.
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon Sundvogel » 05.12.2016, 17:32

DrMabuse hat geschrieben:Hallo Sundvogel ,
es sind auf der Digitalwaage 205 Gramm . Es ist allerdings ein frühes Modell mit geteiltem Duplongriff und Fuji Beringung
DrMabuse


Ich will ja nicht klugscheissen, aber laut Sportex wiegt die Rute 280g mit Kork am Handteil. Die Beringung heute dürfte eher leichter sein, als vor 10-15 Jahren. 205g für eine alte Rute über 3m aus Kevlar, das finde ich schon sehr sportlich.

gruß,

Uli
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon NautiChris » 05.12.2016, 18:24

Ich bin denn wohl von der Fraktion der neumodischen Ruten, habe aber auch eine Rute im Kevlargewand, Spro Jana Meisel 3,20m 20-50gr. Mit der habe ich so ziemlich alles bezwungen, was an der Küste zu fangen ist. Die habe ich jahrelang mit einer Daiwa Capricorn 3500A gequält und Wurfweiten bis deutlich über 100m generiert, ging natürlich nur 30gr. Gno und Snaps. Als der Rollenhalter sich gelößt hatte, ist sie in den Ruhestand gegangen. Verglichen mit meiner Shimano Antares 3m 14-40gr, kam in mir die Frage hoch, wie um Himmels Willen konnte ich nur mit so einer Rute zum angeln gehen. Ist schon enorm was 15 Jahre Rutenevolution neues bringt, never ever so alten kram. Wegwerfen werde ich meine Jana Meisel aber nie, zu viele schöne Erinnerungen haften ihr an.
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Re: Kevlar- nicht mehr in?

Beitragvon thombert » 05.12.2016, 19:57

Hallo DrMabuse,

den von mir benutzten11' Kevfloat- Blank habe ich an beiden Teilen eingekürzt - der Spitzendurchmesser beträgt so noch 2,8 mm.
Die Rute ist mit langem Korkgriff und gewchtiger Alu-Endkappe, sowie mit 7+1 Pacbay-SIC (bis auf Leitring 1-Steg) aufgebaut und wiegt damit ca. 260 g.
Mit geteiltem Griff und anderen Ringen kann man sie sicher noch etwas leichter bauen, wird dann aber sicherlich zur Kopflastigkeit neigen.
Ich habe mir noch einige deutsche Sportex-Banks gesichert, daher habe gerade einmal einen der besagten 11' 1,5 lbs Kev-Float Blanks "0WCF 0153/0154" in voller Länge gemessen und gewogen:

Gewicht: 130 g / Blankdurchmesser: 15,5 - 2,4 mm

Gerade auch die Hecht- Spinruten aus der Sportex-Kev-Serie sind ebenfalls echte Geheimtips :+++:

Viele Grüße
Thomas
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