Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & release

Einigen Themen kann man einfach nicht entgehen.
Falls Diskussionsbedarf besteht, dann hier!

Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Blauzahn » 09.02.2015, 20:38

Da haben wir wieder die Misere...

Es findet so mancher den Weg - für sich - ohne aber darüber nachzudenken,
was unsere Gesetzgebung unmotiviert beschreibt.
Ich brauche auch keinen Vergleich,
wer den Grössten fängt
und muss meine Erlebnisse - mit Fisch - auch nicht für andere auf C-Mos bannen.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass seit einigen Jahren der Angler in der öffentlichen Wahrnehmung mehr und mehr zum Tierquäler mutiert.

Warum ist das so?

Sind es unsere Nischen, in die wir uns flüchten
und dies mit hehren Worten - ganz unter uns - rechtfertigen ?
Angler sein bedeutet waidgerecht mit seinem Fang umzugehen,
bedeutet Fairness gegenüber der Kreatur Fisch.

Gleichzeitig aber sagt der Gesetzgeber - gestützt durch horntrötende Schreibtischangler -
das dem Angeln als einziger Zweck der Nahrungserwerb zu Grunde liegt und sich nur durch diesen rechtfertigen lässt.

Wir können noch zigfach Beiträge verfassen, in dem sich (fast) alle wiederfinden
in ihrem Handeln
in ihrem Antrieb.
Aber wir werden nie gemeinsam gegen diesen Bullshit -> Angeln nur zum Nahrungserwerb <- aktiv,
da wir ja "bessere Angler" sind und uns dieses Gesetz nicht tangiert.
Genau dieses Gesetz ist aber in Zukunft unser größtes Problem.
"Petnabupeace" sagen Danke.

Mein Senf zum Letzten
und
nochn Abendgruß
Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand. (Darwin)
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Polar-Magnus » 09.02.2015, 20:52

Ich habe ja lange überlegt, ob ich mich hier zu Wort melden soll, hatten
wir alles schon mal, und irgendwo findet sich hier auch schon mehrfach die selbe
Diskussion. Auch mit mir.

Aber wenn ich hier lese, dass doch nur das Angeln mit dem Ziel des
Verzehrs der einzig wahre Grund zum Angeln sein kann, dann kann
ich echt nur den Kopf schütteln.

Da können wir ja gleich alle einpacken. Der wahre Grund warum ich
Angeln gehe ist, weil es mich fasziniert. Die Spannung, das Gesamterlebnis
und evtl. auch ein packender Drill. Gelegentlich auch ein leckerer Fisch, sicher,
aber wohl nicht als Hauptmotiv :!:
Ich tue dabei soviel wie möglich, um möglichst schonend zu Angeln mit
all den bekannten Maßnahmen, aber mein Hauptmotiv ist nun mal mein
eigener Egoismus (ich brauche den Fisch ja nicht zum Essen) - und seit
ich mir darüber im Klaren bin und ich damit klar komme, geht es mir echt besser.

In anderen Ländern hat Angeln auch eine Daseinsberechtigung, weil es eben
einfach eine wertvolle Freizeitbeschäftigung sein kann. Und das ist auch gut so :+++: .

Nur meine Meinung.

Gruß

Ingo :wink:
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Blauzahn » 09.02.2015, 20:54

Danke Ingo :wink:
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Polar-Magnus » 09.02.2015, 20:57

Da nicht für, ist ja nur meine Meinung und muss ja damit nicht per se richtig sein.
Bei den Anglern und Fliegenfischern die ich so gesehen habe, und das waren mittlerweile
dann doch ein paar, schien mir das am Wasser dann aber zum überwiegenden Teil ähnlich zu sein.

Gruß

Ingo :wink:
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Blauzahn » 09.02.2015, 21:07

Polar-Magnus hat geschrieben:Bei den Anglern und Fliegenfischern die ich so gesehen habe, und das waren mittlerweile
dann doch ein paar, schien mir das am Wasser dann aber zum überwiegenden Teil ähnlich zu sein.

Gruß

Ingo :wink:



Geht mir genauso und diese Gespräche am Wasser sind immer die Besten....
und trotzdem kriegen wir es nicht gebacken uns gegen diesen Humbug zu wehren.
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon frank26 » 09.02.2015, 21:15

....und wir haben noch das große Glück verschiedener Meinung zu sein ! :-)
Gruß
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Polar-Magnus » 09.02.2015, 21:20

Ich glaube, dass das Argument: "Ich angele, weil es mich fasziniert"
rational schwer durchzusetzen ist, wenn dafür die grundsätzliche mehrheitliche
Akzeptanz fehlt. Dazu muss man eben akzeptieren, dass man damit einen
menschlichen Egoismus über das wohl einzelner Tiere stellt.

In Skandinavien als Beispiel ist Angeln gesellschaftlich, wie mir scheint, einfach von
Haus aus verwurzelter. Kinder lernen von klein auf von ihren Eltern
den vernünftigen Umgang am Wasser (meistens). Hier (D) darf man
je nach Bundesland erst mit 10, 12 oder gar 14 Lenzen überhaupt angeln, offiziell.

Ingo
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Thomas090883 » 10.02.2015, 07:35

Maqua hat geschrieben:Sach ich doch! :grin:
Gruss an den ungläubigen Thomas (altes Testament) :wink:

Naja nee.... ich bin zwar sowas von Heide..aber ich glaube!!!
Daran, dass ich dies Jahr nen richtig dicken Fisch fang zum Beispiel. :+++:

Ansonsten wirklich tolle Beiträge, die hier erscheinen und super sachliche Diskussion. Hut ab...

Ich gestehe, dass ich es mir bei manchen Fisch nicht verkneifen kann, ein schönes Bild zu machen. Letztes Jahr konnte ich meinen ersten Saibling fangen...der war einfach bildhübsch mit den tollen Farben und Punkten, da konnte ich nicht anders.

Ich hab meine Kamera immer um Hals für schnelle Schnappschüsse und das Fotografieren geht -wenn dann- recht zügig von der Hand.
Was das "stundenlange" trapieren und dekorieren lebender Fische angeht, sind wir wohl alle einer Meinung.

Ich finde, es kommt dabei eben auch immer auf das "wie" an...

Ich habe gegenüber einigen Angelfreunden -darunter einige konsequente "Releaser"- schon des öfteren meine Meinung zum C&R "gegeigt. Gerade, weil man ja mittlerweile sogar schon schief angeguckt wird, wenn man mal einen Fisch eins auf die Mütze gibt.

So finde ich es ebenfalls um einiges verwerflicher nur aus Spaß an der Freude fischen zu gehen, mit dem Ziel aus eigener "Geilheit" Fische zu fangen und zu releasen.


Gruß Thomas
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Blauzahn » 10.02.2015, 19:04

Polar-Magnus hat geschrieben:Ich glaube, dass das Argument: "Ich angele, weil es mich fasziniert"
rational schwer durchzusetzen ist, wenn dafür die grundsätzliche mehrheitliche
Akzeptanz fehlt. Dazu muss man eben akzeptieren, dass man damit einen
menschlichen Egoismus über das wohl einzelner Tiere stellt.

In Skandinavien als Beispiel ist Angeln gesellschaftlich, wie mir scheint, einfach von
Haus aus verwurzelter. Kinder lernen von klein auf von ihren Eltern
den vernünftigen Umgang am Wasser (meistens). Hier (D) darf man
je nach Bundesland erst mit 10, 12 oder gar 14 Lenzen überhaupt angeln, offiziell.

Ingo


Servus Ingo,

was machen die "Skandis" anders als wir?

Ich denke, das sie einfach naturverbundener in der öffentlichen Wahrnehmung sind
und neben dem Gewässerreichtum einen weiteren Vorteil gegenüber uns haben.
Sie sind in puncto Bildung immernoch weltweit führend.

Ein Beispiel:
Wir führen im Rahmen unserer (Angler) Nachwuchs- / Jugendarbeit im Verband desöfteren in Schulen
Ganztagsangebote durch, die das Thema Angeln, sowie den aquatischen Lebensraum behandeln.
Was wir da tlw. vom "Wissenvermittelnden" Lehrer erleben, geht auf keine Kuhhaut.
Die Kinder sind begeistert und folgen dem Vortragenden aufmerksam,
berichten vom Opa, welcher auch angelt und davon, dass sie ganz stolz mit der Angel von Opa einen Fisch gefangen haben.
Spätestens wenn es darum geht den Kindern zu zeigen, dass man diesen Fisch auch verzehren kann
und vor diesem Verzehr töten muss und sollte
schreitet die ausgebildete Pädagogin ein.
"Man tötet keine Tiere" war da noch der harmloseste Einwurf.

Lieber Fischstäbchen aus dem Supermarkt:
gepresst
gefroren
und jämmerlich verreckt.

Aber es gibt Ausnahmen, auch wenn diese selten sind....

Abendgruß
René
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Polar-Magnus » 10.02.2015, 19:58

Kann auch einfach damit zusammenhängen, dass Skandinavien
nunmal einfach deutlich dünner besiedelt ist und somit "Natur" einfach
allgegenwärtiger ist. Der Mensch schützt ja meistens eher was er kennt und schätzt.

Das führt aber an der eigentlichen Diskussion an der Stelle hier vorbei.

Ich wollte mit meinem Beispiel nur zum Ausdruck bringen, dass es
meinem Empfinden nach zahlreiche Länder gibt, wo Angeln an sich
für den Menschen etwas schönes (in Anführungsstrichen) und
schützenswertes sein darf, während man sich in Deutschland mit
dieser Haltung für mein dafür schwerer tut.

Gruß

Ingo :wink:
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Thomas090883 » 13.02.2015, 08:10

Moin zusammen,

ich hatte hinsichtlich der Äußerungen des Tierschutzbundes im vorstehenden Bericht vor einigen Tagen auch den Tierschutzbund angeschrieben.
Hier mal die Antwort:

Sehr geehrter Herr Oßwald,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 05. Februar 2015 zu der wir Ihnen folgendes mitteilen möchten.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das Angeln als Sport und Freizeitbeschäftigung, sowie das Angel mit dem Vorsatz, die Fische wieder zurück zu setzen (Catch & Re lease im eigentlichen Sinne) grundsätzlich ab. Neben den Aspekten des Tierschutzes, stellt es auch aus rechtlicher Sicht eine Tierquälerei gemäß § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz dar, denn es handelt sich bei einem solchen Vorgang um das Zufügen „länger anhaltender, erheblicher Schmerzen und Leiden“. Wird der Fisch mehrfach geangelt, ist sogar der Tatbestand „Wiederholend“ erfüllt.

Die Frage nach dem vernünftigen Grund für das Zurücksetzen von Fischen ist fehlgeleitet. Vielmehr stellt sich nach unserer Ansicht die Frage, ob dem vorangegangenem Fang ein „vernünftiger Grund“ vorliegt. Entgegengesetzt zu Studien von Herrn Prof. Dr. Arlinghaus oder H errn Rose, deuten immer mehr internationale wissenschaftliche Studien zum Schmerzempfinden und kognitiven Fähigkeiten von Fischen darauf hin, dass es sich auch bei Fischen um schmerzempfindliche und leidensfähige Lebewesen handelt. Vor diesem Hintergrund ist das Angeln als Sport und Freizeittätigkeit nicht zu rechtfertigen. Daher fordert der Deutsche Tierschutzbund strengere Gesetze, die anerkennen, dass es sich bei Fischen um schmerzempfindliche Lebewesen handelt.

Sehr geehrter Herr Oßwald, uns ist bewusst, dass sich nicht jeder Angler profilieren möchte und seinen Auftrag stattdessen im Naturschutz begründet sieht. Die Hege der Fischbestände ist in den Landesfischereigesetzen vorgesehen und gehört zur Verantwortung der Angelvereine. Dass sich Angler um die Hege der Gewässer, an denen sie ihr Hobby ausüben, kümmern, halten wir für positiv, doch sollte dies auch ohne gesetzliche Grundlage selbstverständlich sein. Inwieweit solche Hegemaßnahmen ohne starken Fischereidruck nötig wären und sich z.B. Besatzmaßnahmen negativ auswirken, ist eine andere Frage. Unserer Erfahrung nach sollen sie jedoch in erster Linie das fischereiliche Potenzial erhalten und somit dem Erhalt der Sport- und Freizeitfischerei und den Interessen der Angler dienen. Der Schutz seltener Arten und die Aufrechterhaltung eines gesunden, sich selbst reproduzierenden Fischbestandes sind am besten und nachhaltigsten durch Verbesserung und/oder Wiederherstellung von Lebensräumen zu erreichen.


Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag



Gruß Thomas
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Thomas090883 » 13.02.2015, 08:14

Außerdem brandaktuell

Urteil Catch & Release

Klick

Gruß Thomas
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Maqua » 13.02.2015, 09:08

Hallo Thomas, danke für deine Mühe und das Einstellen der Antworten! :+++:
Insgesamt sehe ich damit bestätigt, das wir mit der bestehenden Gesetzeslage sehr gut leben können.
Die Gestaltungsmöglichkeiten der Fischereiberechtigten über das Landesgesetz hinausgehend, sowie dieses aktuelle Urteil zeigen, das wir eben nicht dazu verdonnert sind, jeden maßigen Fisch zu töten.
Es liegt in der Hand der Fischereiberechtigten, wie wir uns individuell, je nach Gewässer verhalten müssen.
Die bestehenden Missstände, die es sicherlich gibt, sollten wir schon aus Eigeninteresse bekämpfen, dann würden wir den selbsternannten "Naturschützern" auch weniger Angriffsfläche bieten.
Gruss Manni :wink:





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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Matthias » 13.02.2015, 09:49

Hallo,

ich finde den Thread hochinteressant.

Vielen Dank an Thomas für das Einstellen dieser aktuellen rechtlichen Informationen und Meinungen.

Ich muss sagen, dass ich insgesamt ziemlich auf Ingo's Wellenlänge bin. Wie gesagt gehe ich heute fast lieber im Ausland zum Angeln, als in Deutschland.

Ich kenne kein anderes Land, dass so Anti-Angeln ist, wie Deutschland. Die mir einigermaßen bekannten Länder sind in diesem Fall England, Wales, Schottland, Irland, Island, Norwegen, Dänemark, Frankreich, Österreich, USA, Kanada. Das Deutschland es gegenüber allen anderen richtiger macht, das glaube ich nicht.

Ich weiss auch nicht, wie man dann noch einen vernünftigen Grund - wie in Deutschland definiert - finden kann, um an einigen Gewässerarten überhaupt zu angeln. An einem kleinen Wiesenbach mit normalem Bestand an wilden Bachforellen z.B. würde dieser Bestand nach spätestens einer Angelsaison in der alle maßigen Fische entnommen werden und ohne gesonderte Besatzmaßnahmen, nicht mehr normal sein, sondern weg.

An der Ostsee fängt man nach meiner Erfahrung mehr untermaßige Meerforellen, die man zurücksetzen muss, als maßige die mann entnehmen kann. Ist es vernünftig (nach Deutschem Verständnis) in der Ostsee Meerforellen zu befischen?

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Verbot von Trophäenfischerei rechtmäßig - catch & releas

Beitragvon Blauzahn » 13.02.2015, 16:02

Servus Thomas.


Danke für die Veröffentlichung der Antwort des Deutschen Tierschutzbundes !

Die Position ist ziemlich eindeutig und klar formuliert.
Ich würde nochmals gern bei einem Punkt nachhaken wollen

Entgegengesetzt zu Studien von Herrn Prof. Dr. Arlinghaus oder H errn Rose, deuten immer mehr internationale wissenschaftliche Studien zum Schmerzempfinden und kognitiven Fähigkeiten von Fischen darauf hin, dass es sich auch bei Fischen um schmerzempfindliche und leidensfähige Lebewesen handelt.


Meines Wissens gibt es bisher nur Studien, von Braithwaite 2010 und Sneddon 2011, welcher man sich bei der Argumentation gern bedient. Die Studie von Sneddon beruht auf Reaktionen von Fischen, welchen eine verdünnte Säure in die Maulgegend injiziert wurde und aus der folgenden Reaktion der Fische ein Schmerzempfinden abgeleitet wird.
Prof. Dr. Arlinghaus hingegen hat im Sommer 2013 zusammen mit einer Forschergruppe aus mehreren Ländern ein Papier vorgestellt,
welches sehr große Zweifel an diesen, immer wieder zitierten Studien hegt.
Hier eine PM des IGB zum Thema http://www.fv-berlin.de/news/empfinden-fische-schmerzen-1

Frag doch den Deutschen Tierschutzbund, auf welche "immer mehr international wissenschaftliche Studien" diese Aussage fusst.

Danke und Gruß
René
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