Fischotter

Natürlich sind auch Reiseführer, Kartenwerke oder beispielsweise Bücher zur Knotenkunde etc. von Interesse.

Re: Fischotter

Beitragvon Frank Buchholz » 11.07.2017, 19:06

hennes2121 hat geschrieben:...
Durch den regelmäßigen Besatz haben wir den Ottern ein Schlaraffenland geliefert, daraus resultiert eine erhebliche Bestandszunahme innerhalb der letzten 10 Jahre hier im Bereich der Ostheide mit durchweg viel kleineren Streifgebieten, als in der Literatur angegeben.
...


Ich habe neulich mit einem Kunden in Süddeutschland telefoniert der meinte bei ihm würden wegen der Kormorane nur große Bachforellen besetzt. Ich dachte erst an 50+ oder so aber er meinte die hätten 3-4kg :o

Keine Ahnung was solche Fische kosten, aber wenn da auch der Otter einzieht wird man sich dort wohl was Neues ausdenken müssen :q: . Zum Glück ist Deutschland lt. Kanzlerin ein "starkes" Land :grin: :grin: :grin:
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Re: Fischotter

Beitragvon Maqua » 12.07.2017, 07:48

hennes2121 hat geschrieben:...ich wollte eigentlich auch nur mal hören, ob das in anderen Landesteilen auch schon so ist.
TL Hennes

Bei uns (Rur) gibts noch keine Otter.
Ich denke, das unsere Salmonidengewässer aufgrund der Besatzmaßnahmen unnatürlich produktiv sind.
Von Gewässern ohne Besatz (NZ) kenne ich das ganz anders.
Dort muss man dann schon mal 500m laufen, um den nächsten Fisch zu fangen.
Klar, das sich Kormoran und Otter bei uns wohl fühlen.
Da bei uns das geeignete Raubwild fehlt, hilft nur die Jagd, verbunden mit einer vernünftigen Gewässerbewirtschaftung.

Das Gewässer nicht zu besetzen und vielleicht mal auf die ein oder andere Entnahme zu verzichten, dürfte aber bei der nächsten Jahreshauptversammlung schwer zu vermitteln sein.
Also weiter wie bisher! :roll:
Gruss Manni :wink:





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Re: Fischotter

Beitragvon Matthias » 12.07.2017, 09:59

Moin,

in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch noch Folgendes interessant:

Wir hatten bis vor ein paar Jahren auch noch einen Teich am Bach gepachtet (100m vom Bach entfernt). Dieser wurde primär als "Stammtisch" Ort benutzt. Einige haben da einmal im Jahr einen Karpfen fangen wollen usw. Insgesamt geht es uns aber primär um die Seeve. Als der Vertrag auslief und die Pacht angehoben werden sollte, haben wir die Pacht nicht erneuert, zumal wir auch hier den Verdacht von "Predatorenbefischung" hatten.

Ein Jahr vor Ende der Pacht wurde der Teich noch einmal mit ca. 30 Stück 2-3 pfündigen Spiegelkarpfen besetzt. Zum Ende der Pacht haben wir den Teich abgelassen und abgefischt. Gefunden haben wir sehr viele 4-8cm große Weißfische, 5 Hechte zwischen 70-90cm (mit extremen Unterernährungserscheinungen) und 5 Graskarpfen, die alle über 70cm waren.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Fischotter

Beitragvon hennes2121 » 27.07.2017, 21:09

Moin Matthias!
Über den Besatz mit Fischotterfutter hab ich sehr gelacht, bis ich vor einigen Tagen mit Bekannten von der Ilmenau hörte, dass sie dort nicht mehr angeln, weil im Moment nur noch Regenbogenforellen von 20-25cm an den Haken gehen.
Nun ist die Ilmenau FFH Gebiet und Besatz mit RF eigentlich nogo, es sei denn als billiges Fischotterfutter- natürlich nur (m)eine Theorie.
Ich hab mich mit der Problematik nun einige Zeit gedanklich beschäftigt und komme eigentlich auf mehr Fragen als Antworten, auch im Hinblick auf die Meerforellen.
Aufsteigende und ablaichende Meerforellen sind ja eigentlich in den Laichgewässern auch leichte Beute für den Fischotter. Und der erbeutet einen Fisch, frisst sich satt und lässt den Rest liegen. Bevor er nochmal an die Beute zurückkehrt jagt er lieber neu.
Daher ist die Größe der Beute ab einer gewissen Mindestgröße egal, auch laichreife Meefos machen den Otter nur für einen Tag satt , dann jagt er neu.
Ich stelle mal die These auf, dass die Renaturierung von Laichgewässern als alleinige Maßnahme zur Bestandssicherung und die Abkehr von Brutanlagen und Besatz zu kurz gedacht ist und mittelfristig in eine Sackgasse führt aus folgenden Gründen:
-Angesichts der Populationsdynamik der Fischotterbestände hier in der Ostheide ist in 15-20 Jahren mit einer kompletten Wiederbesiedlung Norddeutschlands und Jütlands zu rechnen.
-Eine jagdliche Regulation wird es nicht geben weil der Fischotter Sympathieträger ist und sich mit tierschutzgerechten und waidgerechten Methoden auch gar nicht effektiv bejagen lässt. Natürliche Feinde mit Potential einer Bestandsreduktion hat er auch nicht.
-Je naturnaher und störungfreier ein Gewässer, desto wahrscheinlicher die Besiedelung durch den Fischotter, und "Dank" der Vorarbeit des NLWKN auch die Wahrscheinlichkeit, dass die fischreiliche Nutzung eingeschränkt wird - eben wegen der Anwesenheit des Otters als Anhang IV-Art, zumindest in Niedersachsen-- und auch egal, wer die Renaturierung durchgeführt und bezahlt hat.

Wie gesagt, nur eine These, aber ich möchte, nachdem ich mein Bachtackle einmotten kann, wenigstens mein Meefotackle noch einige Zeit nutzen können. Daher denke ich ,dass beizeiten der Besatz und die Aufzucht von Smolts wieder mehr gefördert werden sollte, die Renaturierung der Laichgewässer wird für die Angler zur Sackgasse.
TL Hennes
Können wir 2020 deinstallieren und noch mal neu laden?
Ich glaube die erste Version hatte ein Virus.
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Re: Fischotter

Beitragvon svener » 16.11.2017, 06:59

Kann das für die Wörpe (Zulauf zur Wümme) auch bestätigen. Beim Nachangeln ist der Otter einmal durchs Wassser gepflügt, danach war natürlich Totentanz. Wie schon zuvor beschrieben, ein schwieriges Thema, da er nun einmal hierhergehört und bei mir persönlich keine starken Allergien auslöst, wie es bei jeder Komorankollonie der Fall ist.
Hoved callin´!

Gruß
Sven
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Re: Fischotter

Beitragvon Hawk » 16.11.2017, 10:55

hennes2121 hat geschrieben:Moin Matthias!
Über den Besatz mit Fischotterfutter hab ich sehr gelacht, bis ich vor einigen Tagen mit Bekannten von der Ilmenau hörte, dass sie dort nicht mehr angeln, weil im Moment nur noch Regenbogenforellen von 20-25cm an den Haken gehen.
Nun ist die Ilmenau FFH Gebiet und Besatz mit RF eigentlich nogo, es sei denn als billiges Fischotterfutter- natürlich nur (m)eine Theorie.


Sehr Interessant, bei uns an den Gewässern (Seeve + Schmale Aue) sind dieses Jahr auch Regenbogenforellen in großer Menge und genau dieser Größenordnung aufgetaucht.
Quelle unbekannt, das die aus einer Teichanlage geflüchtet sind würde ich aufgrund des Zeitpunkts des auftauchens fast ausschließen,gab zumindest keine starken Hochwasserereignisse o.ä.
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Re: Fischotter

Beitragvon Matthias » 16.11.2017, 11:06

Moin,

um Missverständnisse zu vermeiden. An unserem Seevestück (Inzmühlen bis Brücke Wiedenhof) wurde zwar besetzt, allerdings nur mit Bachforellen.

Viele Grüße

Matthias
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