Die Lachs Industrie

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Re: Die Lachs Industrie

Beitragvon Stephen » 09.06.2018, 14:43

das hast du mal schön gesagt, klaus! :+++:
nur das zählen übst du nochmal...( scheeeeeerz!)

gruß, stephen

btw vielleicht würde es dem wildlax ja ein wenig helfen, wenn man ihn nun nicht gerade in der laichzeit befischt...nur so' ne idee... :oops
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Re: Die Lachs Industrie

Beitragvon orkdaling » 10.06.2018, 21:44

Na der war gut! In der Laichzeit !?
Wann laicht der Lachs denn? Unterschiedlich, aber in der Regel Oktober/ November.
Anadrome Fische verbringen nun mal ein Teil ihres Lebens im Suess- und Salzwasser. Auch unterschiedlich, hatte darueber schon mal berichtet.
Mefo in schwedischen Westkuestenfluessen auf Grund des Wasserstandes manchmal nur 3 Tage im Fluss !
Mefo in grossen Fluessen, zB Orkla, steigen bereits in Juli/August auf, in den kleineren Fluessen erst Sept/Okt.
Lachse steigen ab Mitte Mai in die Orkla, wandern nach dem laichen ab - aber spætere Aufsteiger ueberwintern im Fluss und wandern mit dem Fruehjahrshochwasser ab.
Hab das mal grob zusammengefasst - kønnte man in Studien zum Wanderverhalten der anadromen Fische nachlesen.
Z.B, von Norwegischem Institut fuer Naturforschung, gibt aber auch Verøffentlichungen aus Schweden oder USA.
Wann sollte man deiner Meinung nach Mefo oder Lachs befischen?
Auf grund des starken Befalls mit Lachslaus und dem Bestandsrueckgang sind Mefo in allen in den Trondheimfjord muendenten Fluessen geschont und das seit Jahren. Das sind Fluesse wie Orkla, Gaula, Stjørdal, Verdal, um nur die Grossen zu nennen.
Die Saison fuer lachs ist hier in der Regel 1.6. bis 31.8. in vielen kleineren Fluessen 15.6 bis 15.8.
Fakt ist das die Lachsindustrie die Meere/Fjorde (weltweit) schædigt, Sei es durch Lachslaus oder der Parasiten Gyrotactulus
https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrodactylus_salaris
Fakt ist das die Fischscheisse zur Algenbluete, vergifteten Muscheln und absterbenden Korallen fuehrt.
Warum haben wir Freizeitfischer eine Saisonquote, aber nicht die Reusenfischer im Meer die ihre Anlagen zur Laichwanderung aufstellen?
Fakt ist auch das die Fluesse bewirtschaftet werden und dafuer bezahlen wir Biologen und eben NINA.
Da wird der laichbestand (weibl./mænnliche ermittelt) , die Anzahl der Laichplætze gezæhlt (mit Hubschrauber und Tauchern wo keine luftbilder møglich sind), da werden Smolts gezæhlt und ermittelt wieviel fuer den jeweiligen Fluss erforderlich sind .
Und das geschieht jæhrlich! Und zum Schluss leitet man daraus der"erntbaren Ertrag" ab. Dann muss nur noch beruecksichtigt werden wieviele Fischer kommen - darum muss sich auch jeder registrieren.
Das ergibt dann die Quote, wenn nøtig sogar nach weibl.mænnlich getrennt.
Reicht das in aller Kuerze?

Und das ist was anderes als Zucht mit Nebenwirkungen auf die Umwelt oder Netzfischerei in den Fressgebieten zB vor Grønland.

Gruss Hendrik

Ach ja, hab ich ganz vergessen, die Kosten fuer die Behandlung der Fluesse (von der Fischindustrie verursacht) tragen die Vereine und Kommunen!
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Re: Die Lachs Industrie

Beitragvon Harald aus LEV » 11.06.2018, 17:33

Sag mal Hendrik,

leider ist hier(D) in der Bevölkerung nicht wirklich bekannt, wo der billige Lachs herkommt. Oder manche wollen es nicht wissen. Wenn ich über die Umstände, Zustände und auch gesundheitlichen Gefahren berichte, sehe ich häufig große, ungläubige Augen und höre Ahhs und Ohhs. Manche sagen auch lapidar, dass sie nur wenig Lachs essen und dass das dann sicherlich nicht so schlimm sein kann..... :+x

Wie sieht das die Bevölkerung in N?
Es ist ihre Natur, die zerstört wird,
Ihre Flüsse, die sprichwörtlich den Bach runter gehen.
Was glauben sie, wie es sich entwickelt, wenn die Lachsindustrie verfünffacht werden soll, um die Einnahmen der Ölindustrie zu kompensieren? Und das ganze offshore. Warum nicht im Landesinneren, wenn's auch kostspieliger ist.
Ist die Denkweise der norwegischen Regierung wirklich so kurzsichtig und wenn ja, merkt das keiner?

Mich würde wirklich mal interessieren, ob das in der Öffentlichkeit diskutiert wird und wie die Bevölkerung darüber denkt. Oder gibt es keine Angaben dazu?

Gruß
Harald
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Re: Die Lachs Industrie

Beitragvon orkdaling » 12.06.2018, 22:42

Hallo Harald,
auch in Norwegen ist das Hemd næher als die Jacke. Wer in der Ølindustrie arbeitet und sehr gut verdient, will das auch spæter.
Nicht anders ist es in der Fischindustrie.
Natuerlich wird auch hier ueber den Lachs und die Probleme berichtet und es gibt auch Leute die dagegen ankæmpfen.
Um so eine Zuchtanlage aufzustellen brauchts du Genehmigungen denn du greifst in das Økosysthem ein, Seehfartswege usw.
Konkret - Fischereiministerium, Umweltministerium aber auch die Kommune muss mitspielen.
Da liegt der Hase im Pfeffer - hier bleiben 50% der Steuereinnahmen in der Kommune und 50% bekommt Vater Staat.
Und so ein paar kuestennester die sonst keine Einnahmen haben werden urpløtzlich zum Millionær.
Es gibt aber auch schon Kommunen die haben den Weiterbetrieb von Anlagen untersagt auf grund der Umweltprobleme.
Es wurde dieses Jahr (hatte Bilder eingestellt und berichtet) auch ein Leiter solch einer Anlage fuer 2 jahre eingesperrt, ohne Bewæhrung.
Erst haben sie nichts gegen die Læuse unternommen, dann kamen die Bilder in die Øffentlichkeit (angefressene Fische) und bei Kontrollen der Unterlagen wo alle Vorsorge und Bekæmpfungsmassnahmen nachgewiesen werde muessen, tja da brannte das Buero . Hat alles nichts genutzt - ab ins Loch.
Ja und zum zustændigen Fischminister muss ich nichts sagen, einer der in der Zeitung ausplaudert das er bei Ausscheiden auch eine Stelle in der Lachsindustrie antreten wuerde.
Nachdem die Stoltenberg Regierung abtrat und eine buergerlich freiheitliche das Zepter schwingt, ist es schwer geworden Umweltprobleme zu løsen. Geld regiert die Welt und jeder Ølarbeiter oder Fischzuechter will leben und das auf einem sehr hohem Niveau.
Aber ich hab die Hoffnung nicht aufgegeben, wenn einer der Beteiligten(siehe oben) nein sagt dann gibts keine Zuchtanlage.
Am einfachsten ist es was ueber die Kommune zu erreichen, bei 500 Jæger und Fischer im Ortsverein gelingt uns das immer wieder.
Geschlossene landbasierte Anlagen wæren die (jetzige) Løsung aber das ist viel teurer und mindert den Gewinn.
Wovon soll ein 21 jæhriger Milliardær(11) dann leben? Einer der von Opa und Papa den Laden uebernommen hat. Die beiden anderen, ebenfalls in den 20igern,haben nur ca 9 mrd auf dem Konto. Steuer læsst gruessen :grin: (Das sind nur die 3 grøssten)
Glaubst du die haben Interesse das sich was ændert?
Angaben stammen aus der diesjæhrigen Tagespresse, mehrere Beitræge dazu.
Aber die Luft wird trotzdem duenner, darum die vielen verschiedenen Projekte (Offshore, Putzerfische,andere chem. Mittel)
Der Fischkonsum ist deutlich zurueck gegengen, man lebt eigentlich fast nur vom Export nach China, Russland und EU.
So, Schluss nun, wollen doch die Leser nicht verunsichern!
Gruss Hendrik
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Re: Die Lachs Industrie

Beitragvon Harald aus LEV » 12.06.2018, 23:42

Hallo Hendrick,

danke Dir für die Aufklärung. :+++:
Bleibt am Ball.

Gruß
Harald
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